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Anonym
Beiträge: 22827
5. Mai 2003, 13:32
Beitrag #1 von 2
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@herr zacherl: postscript-level und separieren...


grüezi herr zacherl (und alle anderen)

ich hab da mal eine ganz naseweise frage. sie sprechen ja ab und zu mal davon, dass xpress beim separieren (on host) dies auf level1-basis plus ein paar level2-operatoren tut.
kann es sein, dass diese "level2-operatoren" gar keine solchen sind, sondern jene aus der adobe technote 5044? oder worum handelt es sich?

gruss. gremlin Top
 
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Anonym
Beiträge: 22827
5. Mai 2003, 14:41
Beitrag #2 von 2
Beitrag ID: #33866
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@herr zacherl: postscript-level und separieren...


Hallo Gremlin,

ich spreche nicht davon, dass QuarkXPress es auf Level 1 Ebene tut, sondern ich spreche im Allgemeinen davon, dass die on-Host Separationstechnologie ohne spezielle Vorkehrungen nur zuverlässig mit PostScript Level 1 Code funktioniert. Der Grund hierfür ist in der Einfachheit der unter PostScript Level 1 definierten Farbraum- und Objekt-Operatoren zu sehen. Es gab damals eben nur DeviceCMYK und DeviceGray (DeviceRGB klammere ich bewußt aus, da es in der Prepress-Produktion eigentlich nichts zu suchen hat und das Problem um eine notwendige Farbraumtransformation erweitern würde) und zwei simple Bildbefehle. Diese sind softwaretechnisch einfach in den Griff zu bekommen.

Mit Einführung von PostScript Level 2 und neuer sind dann aber neue Möglichkeiten der Farbbeschreibung, des Überdruckens und neue komplexe Seitenobjekte wie Bilddaten hinzugekommen, die sich nicht mehr so ohne weiteres softwaretechnisch in die einzelnen Farbkanäle zerlegen liesen.

Aus diesem Grund hat Adobe erstmalig 1989 (neu auferlegt im Jahre 1996) mit der TechNote 5044 "Color Separation Conventions for PostScript Language Programs" die Grundlage geschaffen, auf Basis von Pseudo-Farboperatoren eine klassiche, softwaregestützte Farbseparation zu ermöglichen. Das Veröffentlichungsdatum liegt natürlich nicht zufällig kurz vor Veröffentlichung der PostScript Level 2 Spezifikation, denn somit konnten vorprogrammierte Probleme, die unweigerlich bei Verwendung der neuen Level 2 Operatoren aufgetreten wären, vermieden werden.

Das Grundprinzip dieser Technologie ist es Pseudofarb- und Bildoperatoren einzuführen, die selbst gar nicht zum PostScript Sprachumfang zählen, um dem separierenden Layout-Programm somit die Möglichkeit zu schaffen, diese Operatoren selbst mit Leben zu füllen und eigenen Code zu verwenden, der zu einer Zerlegung in den benötigten Farbkanal führt.
Solche Pseudofarboperatoren die eine Sonderfarbe und deren Tonwert definieren sind z.B. "findcmykcustomcolor" und "setcustomcolor".

Nun ist es natürlich Voraussetzung, das ein Programm, welches Level 2 und/PostScript 3 Code unterstützt, zumindest zusätzlich zu den echten im PostScript-Standard definierten Befehlen die Pseudo-Operatoren nutzt, sonst nutzt die ganze Technologie nichts. Illustrations-Programme, die typischerweise die Produzenten von EPS-Dateien darstellen die dann im Layout platziert werden, tun dies größtenteils (sonst würde die on-Host Technologie schon seit Jahren, nämlich seit Einführung Level 2 fähiger Programme nicht mehr funktionieren). Ein Acrobat 4 bzw. 5 schwert sich aber beim EPS-Export überhaupt nicht um die Technote 5044, sondern stützt sich ausschließlich auf echte PostScript-Operatoren.

Selbst wenn ein modernes Programm sich auf die Technote 5044 stützen will, wird es an Grenzen stossen, denn die Tatsache, dass diese Technote das letzte Mal 1996 aktualisiert wurde, deutet schon an, dass neuere, mit PostScript 3 eingeführte Farbräume und Konstrukte (wie z.B. Smooth Shades) nicht damit uneingeschränkt abgebildet werden können. Dies führt dann zu so abenteuerlichen Effekten wie dem, dass das generierte EPS sich selbst farbseparieren muss. Dazu integriert man intelligenten Code, der erkennt, wenn vom Host-Programm eine Farbseparation erwünscht ist und dann eben nur die entsprechende Farbinformation durchläßt (wir nutzen diese Technologie selbst z.B. in den von unserer Software DCSMerger generierten PostScript 3 Bilddaten um eine on-Host Separation zu ermöglichen). Hier ist man als Anwender dann aber auf die Gutmütigkeit und das Wissen des Softwareherstellers angewiesen und darf sich keinesfalls darauf verlassen, dass das in alle Ewigkeit so bleiben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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