hilfdirselbst.ch
Facebook Twitter gamper-media

Publishing-Events

Wolfgang Reszel  M 
Beiträge: 4170
3. Mär 2004, 09:27
Beitrag #1 von 9
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo,

es ist echt zum verrückt werden. Nun habe ich schon wieder ein unzulänglichkeit im Distiller (6.01) entdeckt. Ich habe eine Einstellung, welche PDFs ohne Farbkonvertierung in 150dpi erstellen soll. Die PS-Daten kommen aus Indesign ohne Farbmanagement. Alle Bereiche wo Schatten mit Hintergrund-Bildern in Berührung kommt, werden bei 150 ppi dunkler als das Umfeld. Ändere ich die Distiller-Einstellung auf 144 ppi, ist alles wie gewünscht.

Hat jemand eine Erklärung?

Wolfgang Top
 
X
Michel Mayerle
Beiträge: 1047
4. Mär 2004, 20:19
Beitrag #2 von 9
Beitrag ID: #73518
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo Wolfgang

Was hast du für Kompressionsalgorythmen im Distiller eingstellt? Bikubisch? Durchschnittlich? usw... Könnte evtl. eine falsche Neuberechnung das Problem für das Aendern der Helligkeit sein?

Wird die Transparenz mit Pixeln oder einer Vekrormaske verflacht?

Herzliche Grüsse
Michel Mayerle
http://www.ulrich-media.ch
als Antwort auf: [#73144] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
4. Mär 2004, 23:18
Beitrag #3 von 9
Beitrag ID: #73545
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Herr Reszel,

ein verflachtes/transparenzreduziertes Dokument darf niemals mit Joboption distillt werden, welche ein Downsampling oder ein verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren anwenden.

Bei der Transparenzreduzierung werden nämlich Seitenbereiche, die ehemals rein aus Vektordaten bestanden und somit auflösungsunabhängig waren, oftmals in Bilddaten gewandelt. Wenn nun diese Bilddaten, die für den Acrobat Distiller wie jedes andere "echte" Halbtonbild aussehen, im Distiller in der Auflösung reduziert werden, findet ja eine Mittelwertberechnung statt, die die Tonwerte mehrerer, dicht beieinanderliegender Bildpunkte zusammenfasst und mittelt um einen neuen Bildpunkt zu ermitteln. Es sollte klar sein, dass es dabei zu gewissen Tonwertänderungen kommt.

Innerhalb eines normalen Bildes fällt dies nicht sichtbar auf. Es würde aber sehr wohl auch dort auffallen, wenn das Bild auf einem Hintergrund aus Vektordaten platziert wird, der die Farbe der Bildaußenbereiche (vor dem Downsampling) hat. Durch ein angewendetes Downsampling würden sich sehr wahrscheinlich die Tonwerte im Bereich der Bildaußenkanten geringfügig ändern und nun nicht mehr exakt zu den vom Downsampling unbetroffenen Farben des Vektorhintergrunds passen.

Genau das gleiche passiert auch beim Downsampling verflachter Dokumente. Die heruntergrechneten Bilder passen farblich nicht mehr perfekt zu den unverändert gebliebenen Vektorobjekten die nahtlos an die entsanden Bilder anstossen.

Woher jetzt in Ihrem konkreten Fall der deutliche Unterschied zwischen 144 und 150 dpi herrührt wäre konkret zu prüfen. Aber im Grunde genommen ist es irrlevant, weil das Downsampling in diesem Fall eh ganz unterbleiben sollte.

Wie bereits gesagt gilt dies auch für eine JEPG-Komprimierung der Bilddaten. Bedingt durch diese Technologie entstehen auch hier geringe Tonwertänderungen und darüber hinaus je nach Komprimierungsstärke und Bilddaten evtl. sogar sichtbare Artefakte bzw. Schachbrettmuster. Da die bei der Verflachung enstehenden Bilddaten meist wohl eher technischen Charakter haben (sie entstanden ja vorwiegend aus Vektordaten), sind sie besonders heikel in Verbindung mit JPEG. Hier wäre also der Einsatz von ZIP als verlustfreies Komprimierungsverfahren wesentlich empfehlenswerter.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

************************
IMPRESSED GmbH
http://www.impressed.de
als Antwort auf: [#73144] Top
 
Wolfgang Reszel  M 
Beiträge: 4170
5. Mär 2004, 11:01
Beitrag #4 von 9
Beitrag ID: #73621
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo,

es handelt sich nicht um Schnittbereiche zwischen Vektor- und Pixel-Objekten, sondern um reine Pixelobjekte (der Teller hat aber eine Vektormaske). Hier mal zwei Ausschnitte:

http://www.rumborak.de/hds/pdf144.jpg
http://www.rumborak.de/hds/pdf150.jpg

Wenn verflachte Dokumente nicht downgesampled werden dürfen, dann ist ja die Joboption für PDF/X-3 im Distiller unbrauchbar. Es kommt schon mal vor, dass in einem Dokument Bilder über 300 dpi haben (weil z.B. auf 80% runterskaliert). Heißt das, dass ich die PDFs immer mit den vollen Bilddaten und nur ZIP-Komprimierung erstellen sollte? Bis jetzt hatte ich aber keine Probleme mit runtergerechneten PDFs, bei diversen Druckereien.

In meine Fall ging's aber nichtmal um Druck-PDFs, sondern um kleine Bildschirmansichten für einen Kunden mit Modem. Ich habe extra Joboptions für ihn angelegt und nun kommt es bei 150 dpi zu Farbverschiebungen und bei 144 dpi nicht. Eigentlich ist es mir egal, da es jetzt läuft, aber erschreckend finde ich's doch.

Wolfgang
als Antwort auf: [#73144] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
5. Mär 2004, 11:20
Beitrag #5 von 9
Beitrag ID: #73631
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo herr Reszel,

das ist jetzt ein ganz anderes Thema, aber wenn Sie erwarten, dass Ihnen die Einhaltung der PDF/X-Normen inhaltliche Qualität garantieren, dann liegen Sie falsch. Die PDF/X-Normen halten sich bewußt aus inhaltlichen Dingen wie z.B.
- Bildauflösungen
- Bild-Komprimierungsverfahren
- etc.
heraus, weil diese absolut produktionsabhängig sind, es aber nur jeweils eine, produktionsneutrale PDF/X-1a und PDF/X-3-Norm gibt.

Jede, egal vom wem publizierte, allgemeine Distiller Joboption mit der verscheidenste Aufträge verarbeitet weren sollen/müssen ist eine Kompromißlösung. Aus diesem Grund bietet IMPRESSEd bis zum heutigen Tag nicht die Möglichkeit sich eine empfohlende Distiller-Konfiguration herunterzuladen (obwohl wir glaube ich schon wissen wie man einen Distiller konfiguriert).
Wenn Sie perfekte PDF-Ergebnisse wollen (sowohl in Hinblick auf Qualität als auch minimaler Dateigröße), dann müssen Sie an Ihren Datenbestand und Produktionsstrecke angepaßte Distiller-Einstellungen verwenden. Und im Falle von verflachten Dokumenten gehört dann eben dazu, dass ein Downsampling und eine JPEG-Komprimierung aus den bereits genannten Gründen zu vermeiden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

************************
IMPRESSED GmbH
http://www.impressed.de
als Antwort auf: [#73144]
(Dieser Beitrag wurde von Robert Zacherl am 7. Mär 2004, 19:29 geändert)
Top
 
Wolfgang Reszel  M 
Beiträge: 4170
5. Mär 2004, 14:40
Beitrag #6 von 9
Beitrag ID: #73697
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo Herr Zacherl,

vielen Dank nochmal für die ausführlichen Erläuterungen. Wir haben unsere PDFs für den Druck bis jetzt immer über die Standard-PDF/X-3-Einstellungen von Acrobat 6 mit Downsampling und JPG-Komprimierung erstellt und es gab nur einmal ein Problem, welches der Dienstleister aber selber verursacht hat. Ich habe gerade nochmal all meine Kollegen diesbezüglich ausgefragt.

Sind Ihre Empfehlungen nun aus Praxiserfahrung entstanden oder mehr extreme Vorsichtsmaßnahmen? Oder haben wir bis jetzt einfach Glück gehabt?

Nachtrag: Schließlich ist es ja nicht unerheblich, ob man 1,2 MB oder 30 MB per ISDN verschickt. ;-)

Wolfgang
als Antwort auf: [#73144]
(Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Reszel am 5. Mär 2004, 14:43 geändert)
Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
5. Mär 2004, 14:56
Beitrag #7 von 9
Beitrag ID: #73704
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo Herr Reszel,

Sie schrieben: "Sind Ihre Empfehlungen nun aus Praxiserfahrung entstanden oder mehr extreme Vorsichtsmaßnahmen?"

Beides. Mir persönlich sind genügend Fälle bekannt in denen die Anwendung einer JPEG-Komprimierung und/oder das Downsampling von Bilddaten dazu geführt haben, dass ganze Auflagen neu gedruckt oder gravierende Preisnachlässe gewährt werden müssten. In der Summe der Druckaufträge die unsere Kunden tagtäglich produzieren nehmen diese Fälle sicherlich einen beinahe verschwindenden Anteil an (allerdings werden uns natürlich auch nicht annähernd alle Fälle, in denen es qualitatv und darauf zurückzuführende Probleme gab bekannt).

Da ich auch nicht wissen kann wie und vor allem was Sie produzieren muß ich auch in Ihrem Fall erst einmal eine übervorsichtige Haltung einnehmen und Ihnen profilaktisch dazu raten Downsampling und JPEG zu verzichten. Damit habe ich mich abgesichert.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

************************
IMPRESSED GmbH
http://www.impressed.de
als Antwort auf: [#73144] Top
 
pava
Beiträge: 288
5. Mär 2004, 18:12
Beitrag #8 von 9
Beitrag ID: #73754
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


@Wolfgang
Dass Ihr keine Reklamationen hattet spricht doch eindeutig dafür, dass Ihr im Bereich vor der Distillierung suaber und durchdacht arbeitet – z.B. "Runterrechnen" von Bildern. Ich würde das als Kompliment auffassen.

Gruß,
Christoph
als Antwort auf: [#73144] Top
 
Wolfgang Reszel  M 
Beiträge: 4170
7. Mär 2004, 15:57
Beitrag #9 von 9
Beitrag ID: #73932
Bewertung:
(2758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen

150 ppi> Farbverschiebung, 144 ppi> keine Farbverschiebung


Hallo,

es handelt sich hauptsächliche um Anzeigen, Pospekte und Leporellos. Solange es also keine Probleme gibt, werden wir wohl bei der bewährten Methode bleiben ... verlassen wir uns einfach auf unser Glück ;-)

Wolfgang
als Antwort auf: [#73144] Top
 
X