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maro S
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11. Jun 2004, 09:04
Beitrag #1 von 6
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo liebe Experten der Druckvorstufe

Ich habe im Moment einige Mühe mit den im Titel genannten Begriffen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie wirklich bedeuten und wie ich sie in meiner täglichen Anwendung benutzen soll/muss/kann. Zusätzlich kommt für mich noch die Verwirrung mit dem Druckfarbenmanager in InDesing dazu.
a) Wer kann mir in kurzen Worten die Begriffe klar erklären?
b) Wer hilft mir auf möglichst schnelle und einfache Weise die Methoden in InDesign in den Griff zu kriegen.

Ich arbeite im Moment noch mehr mit InDesign 2.0.1, hoffe aber, dass sich diese Einstellungen in der CS-Version nicht gross verändert haben.

Herzlichen Dank für Antworten.

Mit lieben Grüssen
Markus Top
 
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
11. Jun 2004, 09:19
Beitrag #2 von 6
Beitrag ID: #90335
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo Markus,

das ist alles halb so wild.
"Überfüllen" und "Trapping" sind Synonyme zueinander bzw. das letztere ist die englische Übersetzung des ersteren.

Mit Trapping ist der Vorgang gemeint Überlappungszonen zwischen sich berührenden Farbflächen zu schaffen, um sog. "Blitzer" nach dem Druck zu verhindern. Blitzer sind dünne Spalten zwischen Farbflächen bei denen die Paierfarbe hindurchscheint. Sie entstehen durch Passerungenauigkeiten beim Druck, die durch verschiedene Faktoren wie z.B. Papierverzug entsehen können.

Der Druckfarbenmanager in Adobe InDesign erlaubt die Bearbeitung der einzelnen im Dokument vorkommenden Farben. Sonderfarben können in Prozeßfarben gewandelt oder zwei Sondefarben zu einem gemeinsamen Farbauszug zusammengelegt werden. Außerdem ist es möglich die neutrale Dichte der einzelnen Farben (deren visuelle Helligkeit aus der Sicht des Überfüllungsalgorithmus) zu bearbeiten und/oder den Sonderfarben ein bestimmte Farbattribut zuzuweisen (wie z.B. "Deckend" für eine Metallikfarbe).

Adobe InDesign unterstützt zwei grundsätzliche Überfüllungsverfahren:
- das Adobe in-RIP Trapping (IRT) bei dem die eigentliche Überfüllung erst im PostScript 3 RIP des Dienstleister geschieht und InDesign nur die Steuerinformation generiert wie dieses Trapping ablaufen soll. Funktioniert nur bei der unseparierten Ausgabe.
- die anwendungsinterne Überfüllung bei der Adobe Indesign selbst überfüllt. Funktioniert swohl bei der vorseparierten als auch der unseparierten Ausgabe (in-RIP Separationen).

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#90330]
(Dieser Beitrag wurde von Robert Zacherl am 11. Jun 2004, 09:19 geändert)
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Anonym
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14. Jun 2004, 10:21
Beitrag #3 von 6
Beitrag ID: #90759
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo Herr Zacherl

Herzlichen Dank für die Antowrt. Was mich im Moment noch ziemlich verwirrt in ID, ist die Bedienerführung in diesem Thema. Da muss ich sagen hat, meiner Meinung nach XPress InDesign noch etwas voraus.

Ich habe da noch zusätzliche Fragen:
Was verändert sich, wenn ich im Druckfarbenmanager etwas ändere? Werden mir da Überfüllungen verändert? Wenn ja, wie?

Wo stelle ich die Parameter für die anwendungsintegrierte Überfüllung ein? Und wo kann ich diese Überfüllungen kontrollieren?

Für Antworten Danke ich bereits jetzt allen "Profis"

Freundliche Grüsse
Markus
als Antwort auf: [#90330] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
14. Jun 2004, 11:12
Beitrag #4 von 6
Beitrag ID: #90770
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo Markus,

es ist anders als Sie es gewohnt waren. Das ist wahrscheinlich das größte Problem. Ein Neueinsteiger würde es wahrscheinlich eher als intuitiv ansehen.

Zu Ihrer eugentlichen Frage:

Wenn Sie im Druckfarbenmanager die Art der Farbe, deren Neutrale Dichte oder Überfüllungsabfolge ändern, dann passiert erst mal gar nichts mit den Dokumentfarben. Erst wenn Sie per inRIP-Trapping oder mit anwendungsinterner Überfüllung arbeiten hat es Auswirkunge auf das automtisierte Trapping der Dokumentseiten.

Im Gegensatz zu QuarkXPress ist das Trapping bei Adobe InDesign ja nicht so aufgebaut, dass auf Farb- und Objektebene vom Anwender eingegriffen werden kann. In InDesign erfolgt die Überfüllungsberechnung dagegen auf Basis eines fest verdrahteten Algorithmus, der einerseits über die Farb-Parameter
- Farbart (Normal, Transparent, Deckend, Deckend ignorieren)
- Neutrale Dichte
- und Überfüllungsabfolge (was bessr als Druckreihenfolge bezeichnet werden sollte)

und andererseits über die Überfüllungsformate, die das Aussehen der Überfüllungen steuern (Dicke, Endform) und gwisse zusätzliche Erzeugungsregeln beinhalten (z.B. ob Bilder auch überfüllt werden sollen), gesteuert wird.

Dieser Ansatz ist ideal für den farbigen Akzidenzbereich im Offsetdruck, weil er die Entscheidung, welche Farbe wie genegenüber einer anderen Farbe überfüllt weren soll, vom Anwender fernhält. Der ganze Algorithmus basiert nämlich auf einer eigentlich ganz simplen Grundregel, die bei Einsatz lasierender Druckfarben bis auf ganz wenige Ausnahmen immer Gültigkeit hat: Immer nur die hellere Farbe in die dunklere hineinvergrößern.

Da man die Helligkeit (die neutrale Dichte) von den Prozessfarben kennt, muss ein Adobe InDesign-Anwender der rein im 4C-Bereich produziert, hier nie etwas im Druckfarbenmanager ändern. Selbst wenn normale, mit 4C simulierbare Sonderfarben zum Einsatz kommen, ist kein Eingreifen notwendig, weil die neutrale Dichte der Sonderfarbe von deren 4C-Repräsentation ableitbar ist. Nur wenn wir über "echte" Sonderfarben sprechen wie z.B. Metallic-Farben oder ganz spezielle Sonderfarben wie Drucklack, Stanzkonturen usw., dann müssen Sie im Druckfarbenmanager die Farbart und die Überfüllungsabfolge vorgeben.

Was soll z.B. passieren wenn gelichzeitig zwei Metallic-Farben wie Silber und Gold verdruckt werden? Ob nun Silber ins Gold überfüllt wird oder umgekehrt hängt primär von der Druckreihenfolge ab. Also geben Sie im Druckfarbenmanage beiden Farben das Attribut Deckend und wenn Gold nach Silber gedruckt wird, dann die Abfolgen 5 für Silber und 6 für Gold.

Die Parameter für die anwendungsinterne Überfüllung werden ebenso wie für das inRIP Trapping im Druckfarbenmanager und in der Überfüllungsformt-Palette eingegeben. Sie entscheiden ja einfach nur im Druckdialog von Adobe InDesign, ob Sie die eine oder andere Überfüllungstechnologie einsetzen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#90330] Top
 
maro S
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14. Jun 2004, 14:47
Beitrag #5 von 6
Beitrag ID: #90822
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo Herr Zacherl

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Nun nach Ihren Ausführungen zu diesen Punkten, muss auch ich als XPress-User sagen, dass die Überfüllungen in InDesing tatsächlich sehr intuitiv gelöst werden. Es braucht sicherlich einige Umgewöhnungszeit, doch ich denke, dass ich das Ganze rasch in den Griff kriege.

Ich habe jedoch immer noch die eine oder andere Frage:
- Wie gross sind die Unterschiede der Einstellungen (Algorithmen) zwischen ID 2 und ID CS?
- Wie verhält es sich nun genau mit diesen Begriffen Transparant, Deckend und Nicht deckend? Das habe ich immer noch nicht genau kapiert.

Liebe Grüsse
Markus
als Antwort auf: [#90330] Top
 
Robert Zacherl p
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14. Jun 2004, 17:42
Beitrag #6 von 6
Beitrag ID: #90884
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Begriffsverwirrung: Trapping, Überfüllung etc


Hallo markus,

die Unterschiede im Bereich Trapping sind zwischen InDesign 2.0.2 und CS sind minimal.

Zu den Farbarten:

Normal:
Eine normale, lasierende Farbe. Also jede normales CMYK-Farbe und auch lasierende Sonderfarben.

Transparent:
Eine Druckfarbe die im Druck transparent ist bzw. so gehandhabt wird wie z.B. Drucklack oder eine Stanzkontur. Hier ist wichtig, dass keine Überfüllung zwischen den im Hintergrund liegenden Seitenobjekten und dieser Sonderfarbe generiert werden. Deshalb würde man der Sonderfarbe, die den Lackierauszug oder die Stanzkontur wiedergibt, das Attribut Transparent zuweisen. Alle unter der Lackierform liegenden Seitenelemente werden weiterhin zueinander überfüllt.

Deckend:
Stark deckende und/oder dunkle Sonderfarben sollten alle angrenzenenden Farben unter sich ziehen (also unterfüllt werden), da sie konturrenbestimmend sind. Diese Option bewirkt dies unabhängig von der eingestellten Neutralen Dichte.

Deckend ignorieren:
Bestimmte deckende Sonderfarben wie z.B. Metallic-Farben, will man unter Umständen nicht über- bzw. unterfüllen, weil sich dadurch unschöne Farbkombinationen ergeben könnten. Um dies zu verhindern, kann man solchen Sonderfarben das obige Attribut zuweisen.

Eogentlich steht das aber auch in etwas reduzierter, weniger blumigen Form in der Online-Hilfe von Adobe InDesign.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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