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EssWeh S
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31. Jul 2002, 15:33
Beitrag #1 von 5
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Belichtungsprobleme aus PM


Hallo Listenteilnehmer,
das ist hier zwar das InDesign-Forum, ich habe aber die Hoffnung, das mir ein Pagemaker-Umsteigerhelfen kann!
Ich habe folgendes Problem bei der Belichtung aus Pagemaker 6.52/7:
Ich produziere eine Zeitschrift im Duplexdruck – Schwarz und eine Sonderfarbe. Nun tritt folgendes Phänomen auf: der in PM eingegebene Rasterwinkel für die Sonderfarbe wird korrekt ausgegeben; der für das Schwarz standardmäßig eingestellte Winkel von 45° (PPD) wird auf 75° geändert! Verändere (reduziere) ich den Winkel auf 15° (also minus der Differenz von 30° von Fall 1) ändert sich der Ausgabewinkel auf 105°. Bei einer weiteren Änderung, Schwarz auf 30° eingestellt – kommt der eingestellte Winkel korrekt – eben 30°!
Kurzum: PM ist scheinbar nicht dazu zu bringen, Schwarz mit 45° auszugeben!

Könnte dieser Fehler eventuell von importierten EPS-/TIF-Files stammen, die im Layout eingebaut sind? Dann würde die „mitgebrachten“ Werte die Einstellungen im RIP ja überschreiben – kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe auch Photoshop7 schon abgesucht und nix gefunden, was eine solche weitreichende Veränderung auslösen würde. Auch in Pagemaker eingestellte schwarze Rasterflächen werden nicht in 45° gedruckt.
Ist jemendem von Euch schon mal so etwas unter gekommen, dass PM Rasterwinkel eigenständig(?) verändert??? Oder habe ich irgendeine (versteckte) PM-Einstellungen übersehen.

Drauf gekommen, die Rasterwinkel unter die Lupe zu nehmen, bin ich, weil die letzte Ausgabe plötzlich Moirés aufwies. Belichtet wird auf einer Linotronic 330, PPD Lintronic 300/330v52.3 über ein RIP 50 und das Ganze vom PC. Die Zeitschrift wird ebenfalls auf dem PC erstellt.

Unser Dienstleister hat festgestellt, dass PM-Files anderer Produktionen ebenfalls mit verändertem Winkel im Schwarzfilm belichtet und auch gedruckt wurden – ohne Moiré, weil die anderen Winkel die richtigen Abstände hatten. Ältere Produktionen hatten aber auch korrekte Winkeleinstellungen!

So – völlige Orientierungslosigkeit meinerseits. Kann jemand Helfen???

Danke schon Mal im Voraus.

Stefan Wippel
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Michel Mayerle
Beiträge: 1047
31. Jul 2002, 18:07
Beitrag #2 von 5
Beitrag ID: #8486
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Belichtungsprobleme aus PM


Hallo Stefan

Tritt dieses Problem bei allen PM-Dokumenten auf, oder nur im Zusammenhang mit den besagten Duplex-Bildern? Wenn du Duplex-Bilder hast, so nehme ich an, dass du diese in Adobe Photoshop erstellt und als EPS abgespeichert hast. Hast du im Photoshop darauf geachtet, dass du dem Schwarzkanal bereits dort den richtigen Rasterwinkel gegeben hast? Wenn du das ganze anschliessend auf Film belichtest und nicht in einem PS- oder PDf-Workflow arbeitest, waere es auch empfehlenswert, wenn du beim Speichern die Rastereinstellungen mitspeicherst.

Soviel zum Thema EPS! Versuche den Test mit den falschen Rasterwinkeln doch einmal mit einem ganz normalen vierfarbigen Dokument. Tritt der Fehler dann auch auf? Wenn nein, dann könnte der Fehler bei den importierten EPS-Dateien liegen.

Ist es richtig, dass ihr auf Film belichtet und keinen PDF- oder PostScript-Workflow habt? Wenn dies der Fall waere, könnten Rasterwinkel auch in einem spaeteren zeitpunkt korrigiert werden.

Mit freundlichen Gruessen
Michel Mayerle
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EssWeh S
Beiträge: 530
1. Aug 2002, 13:58
Beitrag #3 von 5
Beitrag ID: #8527
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Belichtungsprobleme aus PM


Hallo Michel,

Danke erst Mal für Deine schnelle Antwort.

Deine Antwort:
Wenn du Duplex-Bilder hast, so nehme ich an, dass du diese in Adobe Photoshop erstellt und als EPS abgespeichert hast. Hast du im Photoshop darauf geachtet, dass du dem Schwarzkanal bereits dort den richtigen Rasterwinkel gegeben hast?

Dazu meine Frage:
Wo finde ich die Rasterwinkeleinstellung für den Schwarzkanal? Kann ich da weiterhin als „gewöhnliches“ EPS speichern oder muss als EPS-DCS gespeichert werden?
Im Duplex-Modus erhalte ich nur einen Kanal. Muß ich die Bilder im Modus „Mehrkanal“ abspeichern? Ich habe diese Einstellungen für Rasterwinkel der einzelnen Kanäle aber auch dort nicht finden können! Bisher habe ich mit Duplex-Bildern keine Probleme gehabt.

Deine Antwort:
Soviel zum Thema EPS! Versuche den Test mit den falschen Rasterwinkeln doch einmal mit einem ganz normalen vierfarbigen Dokument. Tritt der Fehler dann auch auf? Wenn nein, dann könnte der Fehler bei den importierten EPS-Dateien liegen.

Dazu meine Frage:
Ich kann leider nicht so ausgiebig testen (Kosten). Die Idee mit dem vierfarbigen Dokument ist vielleicht noch realisierbar. Träte das Problem dort nicht auf, würde das EPS immer „verdächtiger“ als Verursacher.
Aber: Das Problem tritt in dieser Datei auch mit PM-Grafiken (Rechteck, Ellipse) auf – die Raster sind für Schwarz „global falsch“. Könnte eine EPS-Datei tatsächlich auslösen, dass die PPD-Einstellungen für den Winkel des Schwarzfilms der Linotronic (die zahlenmäßig im Eingabefeld ja richtig angezeigt werden!) überschrieben werden?

Deine Antwort:
Ist es richtig, dass ihr auf Film belichtet und keinen PDF- oder PostScript-Workflow habt? Wenn dies der Fall waere, könnten Rasterwinkel auch in einem spaeteren zeitpunkt korrigiert werden.

Dazu meine Frage:
Wir belichten auf Film – direkt aus Pagemaker heraus. Vielleicht ’ne blöde Frage: Was verstehst Du unter PDF-/PS-Workflow? Zu welchem Zeitpunkt könnten die Rasterwinkel dort korrigiert werden? Und: Ausgabegerät bliebe ja die Linotronic.


Fragen über Fragen – schon jetzt nochmals Danke!

Stefan
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Michel Mayerle
Beiträge: 1047
1. Aug 2002, 20:57
Beitrag #4 von 5
Beitrag ID: #8557
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Belichtungsprobleme aus PM


Hallo Stefan

Da ich das Programm PageMaker nicht zur Verfuegung habe, kann ich leider selber keine Tests darin vornehmen, die die vielleicht helfen koennten.

Wenn du mit Duplex-Bildern bisher keine Probleme hattest, so denke ich, dass EPS-Dateien als Verursacher deiner Probleme nicht mehr unbedingt in Frage kommen. Speichere die EPS-Dateien einfach so ab, wie du es bisher auch getan hast. Wenn du aus Photoshop ein EPS speicherst, dan kannst du dort einstellungen, dass die Rastereinstellungen mit gespeichert werden, folglich auch die Winkel enthalten sind. Das ist aber nur besonders wichtig, wenn aus Photoshop heraus direkt ein eps erstellt wird, welches anschliessed mit Distiller distilliert wird. Ich muss mich also korrigieren. Am besten, du speicherst es wie gehabt ab.

Beim Einsatz von EPS-Dateien muss man sich einfach bewusst sein, dass es sich um postScript-Code handelt, welcher von der weiteren Software nicht mehr interpretiert werden kann, da EPS-Dateien ja schon vorinterpretiert wurden. Prinzipiell koennen EPS-Dateien auch durch PDF ersetzt werden. Mit etwas Erfahrung und KnowHow im Umgang stellen PDF-Datein generell viel weniger Probleme dar als EPS-Files. Ich denke jedoch nicht, dass eine EPS-Datei zu einem generell globalen Fehler der Rasterwinkelung fuehren kann.

Es ist schwer zu sagen, was denn die falschen Winkel verursacht. Wenn du sagst, dass andere User damit auch Probleme haben, dann scheint es doch eher an PageMaker selber zu liegen. Ich kenne die Grundeinstellungen von Pagemaker zu wenig, um dir dort einen Tipp geben zu koennen. Ich nehme an, du hast die Grundeinstellungen schon einige Male durchgearbeitet und kennst sie besser als ich. Vielleicht wuerde es helfen, wenn du die Preferences einmal loeschst, damit PageMaker wieder in die Default-Einstellungen der Erstinstallation annimmt. Ich denke aber nicht, dass das viel helfen wird.

Eine andere Ueberlegung waere die, ob du in naher oder ferner Zukunft vielleicht den Umstieg auf Indesign 2 wagen koenntest? Als PageMaker-User werden dir viele Anwendungsbereiche bereits bekannt sein. InDesign arbeitet in der Ausgabe sehr effizient und zuverlaessig.

Du belichtest die Filme direkt aus Pagemaker. Werden die Filme denn auch bei dir montiert und auf die Druckplatte kopiert, oder stellst du nur die Filme her? Ein PDF-Workflow macht nur dann Sinn, wenn der ganze Auftrag anschliessend auch auf PDF-Basis ausgeschossen und weiter verarbeitet wird. Apogee ist zum Beispiel ein Workflow, der auf PDF basiert. Anschliessend werden die PDF-Files in eine spezielle Ausschiesssoftware geladen (zum Beispiel Preps), ausgeschossen und wahlweise korrekt ausgeschossen auf Film oder Druckplatte belichtet (Computer to Plate oder Computer to Film). In einem solchen Workflow kann dann anschliessend auch in der Apogee-eigenen Software ein Rasterwinkel geaendert werden. Apogee ist nur einer von vielen Anbietern.

Solche Workflows sind aber recht kostenintensiv und nicht für alle realisierbar. Wenn dir die finanziellen Mittel nicht zur Verfuegung stehen, dann kannst du dich mit etwas Beratung aber auch selber ausruesten. Da ich deinen Einsatzbereich in der Druckvorstufe nicht kenne, weiss ich nicht, ob es fuer dich ueberhaupt Sinn machen wuerde, wenn du auf PDF-Basis arbeiten wuerdest. Es kann jedoch nie schaden, wenn man immer wieder hinterfragt, wo man PDF als Arbeitshilfe einsetzen koennte. Galileo hat da ein sehr gutes Buch geschrieben: PDF und Acrobat: Neue Wege in der Druckvorstufe. ISBN 3-934358-12-8. Es ist nicht mehr ganz vom neusten Jahrgang (2000), liefert aber hervorragende Informationen fuer alle Einsatzbereiche in der Druckvorstufe.

Mit freundlichen Gruessen
Michel Mayerle
als Antwort auf: [#8477] Top
 
Anonym
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2. Aug 2002, 21:07
Beitrag #5 von 5
Beitrag ID: #8609
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Belichtungsprobleme aus PM


Habe nicht alles gelesen (Zeitmangel!). Spontane Idee: Was passiert, wenn Du aus PageMaker mit der Distiller PPD in eine Datei druckst und dann distillst. Die PDF-Datei dem Dienstleister für die Ausgabe gibst?
Was passiert im obigen Beispiel, wenn Du einmal die Rastereinstellungen im Distiller beibehältst und das andere Mal nicht?
als Antwort auf: [#8477] Top
 
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