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Anonym
Beiträge: 22827
22. Aug 2003, 16:44
Beitrag #1 von 3
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Colormanagement bei Vollton- und Graustufenobjekte


Liebe Forummitglieder

Ich habe eine Frage zum Colormanagement von Illu:
Wird das Colormanagement auf ein Graustufenobjekt und auf ein Volltonobjekt angewendet? Wird das CMYK-Profil in der ai-Datei beinflusst?
Für die Antworten danke ich Euch im voraus bestens.
Freundliche Grüsse
xxx Top
 
X
Lukas M.
Beiträge: 301
25. Aug 2003, 11:34
Beitrag #2 von 3
Beitrag ID: #48476
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Colormanagement bei Vollton- und Graustufenobjekte


Das Colormanagement hängt von mehreren Faktoren ab, nämlich von einer nach Möglichkeit treuer Monitorkalibrierung (am besten 5000°K, Gamma 1.8), von den globalen Systemeinstellungen (ColorSync), von der gewählten CM Methode in Illustrator und schliesslich von der Proof Einstellung im Ansicht Menü. Mit einer konsequenten Anwendung des ColorSync Workflows erhalte ich sogar auf einem 12" iBook -- wo man ja keineswegs von einem "Hi-Fi" Bildschirm sprechen kann -- recht gute Resultate in AI/ID/PS.

Das Problem bei Volltonfarben ist, dass diese nur teilweise simuliert werden können. Die einzige *verbindliche* Referenz bleibt in diesem Fall nach wie vor ein realer Farbfächer (z.B. Pantone), denn als Farbauszug kannst du für die Druckerei eine x-beliebige Farbe/Platte (z.B. Cyan) definieren und denen dann sagen, sie sollen die Cyanplatte mit z.B. Pantone 300 drucken.

Wird Color Management (CMYK Vorschau) bei Volltonfarben angewendet, werden diese auf das CMYK Spektrum reduziert.
Freehand ist übrigens diesbezüglich besser ausgerüstet, in den Voreinstellungen kann man Volltonfarben vom Farbmanagement ausschliessen (dafür ist FH Farbmanagement *insgesamt* nicht sehr befriedigend, der traditionelle FH vs. AI Match endet hier mit einem Remis 1:1...)
--
Lukas | http://www.machata.ch
als Antwort auf: [#48308] Top
 
Clemens_1
Beiträge: 282
28. Aug 2003, 11:29
Beitrag #3 von 3
Beitrag ID: #49003
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Colormanagement bei Vollton- und Graustufenobjekte


Hallo!

Da muss ich aber widersprechen: Die Anzeige von Vollton- und Graustufen-Elementen ist etwas ganz anderes als das Drucken! Es war gefragt, ob aktiviertes CMM bei Graustufen- und Volltonobjekten etwas nützt.

1.) Zur Anzeige erfolgt bei Volltönen immer eine Umsetzung über Tabellen, die in Paletten hinterlegt sind. Z.B. hat HKS 13 eine ganz bestimmte Lab-Wertekombination. Die steht in der Tabelle und wird von dort über das Colormanagement auf das Moni-RGB gemäß Moni-Profil umgerechnet und per perceptuellem RenderingIntent bestmöglich dargestellt.
Bei der Umwandlung von Volltonfarben nach CMYK geschieht dies sinngemäß ganz genau so.

2.) Bei Graustufen-Elementen ist der Sachverhalt leider komplizierter, denn man kann Graustufen als echte Graustufen-Bitmaps oder aber als CMYK-Bitmaps mit K als einzigem Kanal anlegen. Es hängt von den Einstellungen im CMM-Workflow ab, ob ein echtes Graustufen-Bitmap am CMM teilnimmt. Ein CMYK / K-Bitmap wird auf jeden Fall am Farbmanagement teilnehmen.
Grundsätzlich macht es Sinn, das CMM auch auf diese Objekte anzuwenden, selbst wenn keine Farbe zu transformieren ist. Denn immerhin werden ja mindestens die Tonwertzuwächse der Druckmaschine berücksichtigt, die ebenfalls im ICC-Profil gespeichert sind.
Zudem: Das Papierweiß kann ja auch mal gelblich-weiß sein. Dann ist es gut, wenn mit Zugabe von Blau das Graustufen-Bitmap immer noch neutral grau wirkt. Hier wirkt dann die im Profil enthaltene Graubalance.
Und Proofen unter Simulation von Papierweiß kann man Graustufen-Bitmaps grundsätzlich nur, wenn CMM aktiv ist. Wie soll sonst das Papierweiß simuliert werden?
Und letztlich: Auch die von Adobe entwickelte, hervorragende Tiefenwertkompensation sollte auf Graustufen-Objekte angewendet werden. Die Tiefenwertkompensation ist aber Teil des Farbmanagements.

Alles klar? Also lieber CMM aktiv lassen, sich dann aber genau über die erforderlichen Einstellungen informieren, damit man weiß, was man tut / was die Folgen sind. Z.B. mit dem gerade neu erschienen Buch von Jan Peter Homan: Digitales Colormanagement

Viel Erfolg!

Clemens
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