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Thobie p
Beiträge: 3287

16. Dez 2011, 03:18

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Die Liebe zu Printmedien ... hach!


Liebe Kollegen,

ich lese ja fleißig im Forum "Digital Publishing" mit. Versuche alles aufzuschnappen, was das Thema betrifft. Und arbeite mich auch in die neue App von QXP 9.1 ein.

Dennoch: Heute hatte ich wieder mal die Freude und den Spaß und durfte in einigen schönen, festgebundenen Büchern nachschlagen: Gerd Wiescher, Zeitschriften & Broschüren, Ralf Turtschi, Mediendesign und Horst Moser, Surprise me.

Bei allem Gefallen, Offenheit und Toleranz zur eBook-Szene, weshalb ich meine bisher veröffentlichten Bücher auch alle als eBooks anbiete, geht einem doch das Herz auf, wenn man ein solides gebundenes, ca. 20 x 30 cm großes und etwa 1,5 kg schweres Buch in die Hand nimmt, dessen Gestaltung auch noch außergewöhnlich ist, und in dem man nach Herzenslust stöbern, nachschlagen und lesen kann.

Hach …

Ich will hier nur noch mal einige Aspekte hinzufügen, weshalb ich es mir NIE vorstellen kann, mit einem iPad am Frühstückstisch beim Kaffee zu sitzen, um in der App der "Welt" meine Morgenzeitung zu lesen.

1) Ich sitze den ganzen Tag beruflich vor dem Computer, da will ich es nicht auch noch am Morgen machen, wenn ich beschaulich meine Zeitung für 2 Stdn. lese und in den Tag einsteige.
2) Der Geruch von frisch bedrucktem Zeitungspapier, der zwar aufgrund des langen Lieferwegs etwas verflogen, aber immer noch vorhanden ist. Einmal durchfächern/-blättern und schnuppern. Aaaahhhhhh.
3) Die Haptik: Ich kann die Zeitung in die Hand nehmen, kann sie fühlen und streicheln und sie 30 mal um- und durchblättern.
4) Beim Kaffeetrinken mache ich morgens IMMER Flecken auf eine Zeitung. Die steckt das weg. Was würde das iPad tun? Ich stelle es mir lieber nicht vor.
5) Natürlich hat man, bei großem Farbauftrag der Zeitung, nach dem Lesen eventuell schwarze Daumen vom Blättern aufgrund der Druckerschwärze. Egal. Gehört dazu. Zeige ich gerne. Ist so, wie man Fahrradfahren lernt und ab und zu auf die Knie fällt.
6) Um etwas ins "Fäkalische" zu gehen, man mag es mir verzeihen, aber Zeitungsleser können es nachvollziehen: Wenn ich 2 Stdn. am Morgen meine Zeitung lese und einen "Popel" in der Nase habe, was mache ich damit? Ich klebe ihn auf eine Zeitungsseite und blättere weiter. Was mache ich beim iPad? Klebe ich ihn auf das Display und benutze danach ein Desinfektionsmittel, um es wieder sauber und blitzblank zu bekommen? Ich will es mir nicht ausmalen! >/=;–}}}

Also, liebe Kollegen, Ihr lest es schon: Heile, heile Digital Publishing World, aber Euch Zeitschriften- und Zeitungsverlagen bleibt für die kommenden Jahre zumindest EIN treuer Leser und Abonnent immer noch erhalten. Also, durchhalten!

PS: Ich bin Abonnent von zwei gedruckten Zeitungen und drei gedruckten Zeitschriften. Unabhängig davon, was ich mir sonst im Monat noch an Zeitschriften kaufe. ;–)

Liebe Grüße


Thobie
--
Site mit allen Kontaktdaten: http://medien-schmiede.tel


(Dieser Beitrag wurde von Thobie am 16. Dez 2011, 03:35 geändert)
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Thobie p
Beiträge: 3287

16. Dez 2011, 03:50

Beitrag #2 von 3
Beitrag ID: #486438

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Die Liebe zu Printmedien ... hach!


Vielleicht als Hinweis – und mich würde interessieren, ob das einige Kollegen nachvollziehen können und ähnliche Erfahrungen gemacht haben: Vor meiner Medientätigkeit habe ich in Heidelberg Geisteswissenschaften studiert. Zu einer Seminararbeit über "Der Berufungsgedanke bei Max Weber" (Max Weber war ein deutscher Soziologe, der im beginnenden 20. Jahrhundert dieses Universitätsfach erst etabliert hat) habe ich damals wochenlang in der Universitätsbibliothek Heidelberg recherchiert.

Ich kann mich heute noch daran erinnern: Räume und Regale voller Bücher, Nachschlagen in Büchern zu Martin Luther (auf ihn geht der Begriff "Be-Rufung" aus seiner Bibelübersetzung ins Deutsche zurück), in alten Bibelexemplaren (!), in alten Ausgaben von und zu Max Weber und sonstigen alten Werken aus dem 19. oder 20. Jahrhundert. Dann noch die mittelalterliche Ausstellung in der Universitätsbibliothek mit alten, illustrierten, mit Zeichnungen und herrlichen Initialen versehenen Buchdrucken. Hach … Allein dieser Geruch!

Und das alles vor: Notebook, Smartphone, iPad, iBookStore und eBook.

Bin ich jetzt zu sehr ins Vergangene abgedriftet? ;–)

Liebe Grüße


Thobie
--
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Polylux
Beiträge: 1377

16. Dez 2011, 14:53

Beitrag #3 von 3
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Die Liebe zu Printmedien ... hach!


Hallo Thobie,

Du mal wieder... vorneweg: Ich habe kein iPad oder Tablet und meine Wohnung ist eine Apple-freie Zone:

Antwort auf [ Thobie ] 1) Ich sitze den ganzen Tag beruflich vor dem Computer, da will ich es nicht auch noch am Morgen machen, wenn ich beschaulich meine Zeitung für 2 Stdn. lese und in den Tag einsteige.

Dein Gegenüber liest dafür nicht die News vom Gestern, sondern hat aktuelle Informationen evtl. auch Hintergrundberichte

Antwort auf [ Thobie ] 2) Der Geruch von frisch bedrucktem Zeitungspapier, der zwar aufgrund des langen Lieferwegs etwas verflogen, aber immer noch vorhanden ist. Einmal durchfächern/-blättern und schnuppern. Aaaahhhhhh.

Dein Gegenüber hat am Frühstückstisch viel Lieber in der Nase ein Verwöhnaroma vom Kaffee und den Duft frischer Brötchen.

Antwort auf [ Thobie ] 3) Die Haptik: Ich kann die Zeitung in die Hand nehmen, kann sie fühlen und streicheln und sie 30 mal um- und durchblättern.

Fühlen und streicheln - dafür gibt es Menschen und Tiere. Das durchblättern klappt doch auch bei den diversen eBooks usw.

Antwort auf [ Thobie ] 4) Beim Kaffeetrinken mache ich morgens IMMER Flecken auf eine Zeitung. Die steckt das weg. Was würde das iPad tun? Ich stelle es mir lieber nicht vor.

Du nimmst ein sauberes Taschentuch und wischst den Fleck weg.

Antwort auf [ Thobie ] 5) Natürlich hat man, bei großem Farbauftrag der Zeitung, nach dem Lesen eventuell schwarze Daumen vom Blättern aufgrund der Druckerschwärze. Egal. Gehört dazu. Zeige ich gerne. Ist so, wie man Fahrradfahren lernt und ab und zu auf die Knie fällt.

Das brauchst Du nicht zu zeigen, sondern einfach anschließend Hände waschen. Das Problem hat man ohne Zeitung nicht. Händewaschen ist aber trotzdem nach dem Essen sinnvoll.

Antwort auf [ Thobie ] 6) Um etwas ins "Fäkalische" zu gehen, man mag es mir verzeihen, aber Zeitungsleser können es nachvollziehen: Wenn ich 2 Stdn. am Morgen meine Zeitung lese und einen "Popel" in der Nase habe, was mache ich damit? Ich klebe ihn auf eine Zeitungsseite und blättere weiter. Was mache ich beim iPad? Klebe ich ihn auf das Display und benutze danach ein Desinfektionsmittel, um es wieder sauber und blitzblank zu bekommen? Ich will es mir nicht ausmalen! >/=;–}}}

Das Gleiche wie bei Punkt 4. Die Erfindung nennt sich Taschentuch. Geh einfach mal in den Supermarkt Deiner Wahl und frage nach Taschentuch - die Leute dort können Dir bestimmt helfen, ist auch gar nicht so teuer.
;o)

Und wenn ich mir Deinen zweiten Kommentar dazu durchlese, dann freue ich mich, dass ich nicht in die Heidelberger Bibliothek gehe und durch die verklebten Bücher blättern muss.

Grüße nach Hamburg

Thomas Nagel

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