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wuschel
Beiträge: 55

11. Jan 2012, 10:06

Beitrag #1 von 4
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Farmessung mit KonikaMinolta CM-7000d


Hallo
Wir drucken viel auf metalisierte Folien und auch normalen Karton. Einer unserer Kunden möchte nun Messungen mit einem Gerät aus der Automobilindustrie zur Abmusterung verwenden (Konika - Link siehe unten). Kann man das so machen?
Bei einer Messung auf normalem Karton verwenden wir im Moment Geräte aus dem Hause X-Rite (SpectroEye, Ione ...) oder das ImageControl. Mesungen auf PET-Silber werden nicht durchgeführt, da keine Messgeräte vorhanden sind. Außer wir drucken unter die Messelemente Weis.

Was denkt Ihr darüber - ist dies ein Gangbarer Weg, oder holen wir uns hier mehr Probleme ins Haus. Das große Problem sehen wir darin, dass beim Druck auf Silber das gemessene Ergebnis mit dem visuellen Eindruck nicht übereinstimmt. Der Kunde schon einmal mit dem Messgerät bei uns und wir haben es bei dieser Abmusterung so erlebt. Das "Wegkippen" der Farbe bei verschiedenen Betrachtungswinkeln führt oft zu ganz anderen Farbeindrücken, die bei einer visuellen Abstimmung mit zur Zielfindung führen.

Schon mal im Voraus danke über jeden input, zur Meinungsfindung.

Link zum Gerät
http://www.konicaminolta.eu/...600d/funktionen.html
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macbookmatthes
Beiträge: 279

11. Jan 2012, 10:44

Beitrag #2 von 4
Beitrag ID: #487673

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Farmessung mit KonikaMinolta CM-7000d


Lieber Kollege,

das Messgerät an sich ist OK, es hat aber zusätzlich eine Glanzmessfunktion.

ABER: Die Messblenden liegen entweder bei 3 mm oder bei 8 mm (!!!), ein i1 hat z.B. 4 mm.

Da kommt schlicht nicht annähernd das Gleiche oder Selbe raus.


Metallic drucken:

Wie du schon sagst, je nach Betrachtungswinkel variiert der Farbeindruck sehr stark. In den Industrieanwendungen (z.B. RAL Lackierungen) ist es deshalb üblich geworden mit Messgeräten zu arbeiten bei einem Beobachterwinkel von 10°. Im grafischen bereich sind 2° üblich. Zwischen den Winkeln kann man NICHT umrechnen!!!

Nicht selten wird übrigens mit D65 beleuchtet, statt mit D50...

Ergo sum: Einige dich mit dem Kunden auf EINE für beide tragbare Vorgehensweise, dann ist das Messgerät das kleinste Problem...

Oder ihr lasst es ganz und arbeitet rein visuell. Ist z.B. bei holografischen Folien die bedruckt werden immer noch üblich.

Beste Grüsse
m

als Antwort auf: [#487669] Top

loethelm  M 
Beiträge: 5565

11. Jan 2012, 19:01

Beitrag #3 von 4
Beitrag ID: #487723

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Farmessung mit KonikaMinolta CM-7000d


Hallo wuschel,

um deine Frage zu beantworten, muss man erstmal wissen, was dein Kunde von den Messwerten erwartet.
Dann muss man wissen, welche Variablen bei den zu messenden Druckprodukten eine Rolle spielen.

Zur Erwartung: Es handelt sich um ein Messgerät mit Kugelgeometrie. Wenn dein Kunde erwartet, dass die Messwerte das zeigen, was er an einem typischen Leitstand sieht, wird er enttäuscht sein. Kugelgeometrie beleuchtet komplett diffus. Komplett diffuse Beleuchtung ist aber eher selten in der praktischen Abmusterung.
Für die Anforderung einer absoluten Korrelation mit dem Aussehen braucht man ein Goniometer. Das ist langsam, teuer und auch nicht in letzter Konsequenz verfügbar.

Wenn er erwartet, dass zwei Produkte mit gleichen Werten auch gleich aussehen, sieht es schon besser aus.
Damit wären wir bei den Variablen:
Wenn ihr immer die gleiche Art von Metallic-Effekt einsetzt, ist die Chance gross, dass das Gerät euch hilft.
Die Vorgehensweise wäre dann ähnlich dem, was bei der Prozesskalibrierung für den PSO passiert. Ein Referenzmuster, dass visuell freigegeben wurde (das sind beim PSO heute die Lab-Werte) wird mit dem 700d vermessen. Diese Werte (das ist bei der Prozesskalibrierung für PSO die Dichte) sind dann die Kontrollwerte für den Druckprozess. Ändert man nichts an den Parametern (Druckfarbe, Bedruckstoff...), weiss man, dass der Messwert bestätigt, dass die Produktion so aussieht wie die Referenz.
Für den Fall der Auflagen- und Wiederholauftragskontrolle könnte das also durchaus sehr gut funktionieren.


Viele Grüße

Loethelm

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als Antwort auf: [#487673] Top

loethelm  M 
Beiträge: 5565

11. Jan 2012, 19:05

Beitrag #4 von 4
Beitrag ID: #487724

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Farmessung mit KonikaMinolta CM-7000d


Antwort auf [ macbookmatthes ] das Messgerät an sich ist OK, es hat aber zusätzlich eine Glanzmessfunktion.

ABER: Die Messblenden liegen entweder bei 3 mm oder bei 8 mm (!!!), ein i1 hat z.B. 4 mm.


Das Gerät hat keine Glanzmessung. Es kann Werte mit Glanzeinschluss oder Glanzausschluss messen. Das ist etwas anderes.

Antwort auf: ABER: Die Messblenden liegen entweder bei 3 mm oder bei 8 mm (!!!), ein i1 hat z.B. 4 mm.

Da kommt schlicht nicht annähernd das Gleiche oder Selbe raus.


Hier ist die Messblende nicht das entscheidende Element. Die Geometrie hat einen viel grösseren Einfluss.

Antwort auf: Wie du schon sagst, je nach Betrachtungswinkel variiert der Farbeindruck sehr stark. In den Industrieanwendungen (z.B. RAL Lackierungen) ist es deshalb üblich geworden mit Messgeräten zu arbeiten bei einem Beobachterwinkel von 10°. Im grafischen bereich sind 2° üblich. Zwischen den Winkeln kann man NICHT umrechnen!!!


Uiuiui. Was hat denn der Normbeobachter mit der Mess- und Abmusterungsgeometrie zu tun? Richtig, nichts.

Dass andere Industrien mit dem 10°-Beobachter arbeiten, hat mit dem Betrachtungsabstand der zu messenden Produkte zu tun und absolut gar nichts mit winkelabhängigen Reflektionen.

Antwort auf: Nicht selten wird übrigens mit D65 beleuchtet, statt mit D50...


Auch hier wieder aufpassen. Nicht Bezugslichtart und Lichtquelle verwechseln bitte.


Viele Grüße

Loethelm

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als Antwort auf: [#487673] Top


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