 Ulrich Lüder

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4. Feb 2010, 19:03
Beitrag #34 von 47
Beitrag ID: #432751
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Frage zum neuen Profil „PSO Coated NPscreen ISO12647 (ECI)“
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@macbookmatthes: "Die Unterschiede ISOCoated_v2 und FM-Rasterung sind relativ konstant, solange man sich nicht mit deutlich unterschiedlichen Papieren selbst behindert. Also reproduzierbar." Vielen Dank für diese die Fragestellung "Hat FM-Produktion mit den immer noch als neu zu bezeichnenden PSO-NPscreen-Profilen einen erweiterten Farbraum verglichen mit entsprechender AM-Profil-Produktion? " betreffend wesentliche Feststellung! Die eindeutige Antwort lautet also: Ja @fascina: Erst noch einmal Danke für Deine präzise formulierten Fragen, die all diese erhellenden Beiträge von Thomas, macbookmatthes und Cwil evozierte! ;-) Glaubt man also der software colorthink: Um genau 5,74% ist der Farbraum des Profils "PSO_Coated_300_NPscreen_ISO12647_eci" also größer verglichen mit "ISOcoated_v2_300_eci" (Womit also nicht nur meine persönliche Unkenntnis diesbezüglich entlarvt sondern auch Wikipedia als Quelle hinsichtlich der dort angegebenen 7% hinlänglich rehabilitiert ist...) @ Alle: Angesichts einer Größenordnung von 5,74% ist es somit wohl durchaus zulässig von einem "größeren" Farbraum zu sprechen. Angesichts der drohenden Gefahr, daß FM dann jetzt in Zukunft vom HDS-Forum aus als "Möglichkeit der Farbraumerweiterung" in die lernbegierigen Köpfe eventueller, zukünftiger Kollegen fortgepflanzt wird, drängt es mich doch sehr, Euch den folgenden Sermon NICHT zu ersparen: Gleichwohl finde ich also die Formulierung "erweiterter Farbraum" (selbst mit dem Zusatz "etwas") in diesem speziellen Fall bezüglich der Kommunikation und hinsichtlich der Konstellation Kunde-Grafik-Druckdienstleister (ev noch Fotograf, Reprograph, Lithograf, Sachbearbeitung in der Druckerei, Druck-Vorstufler, Drucker...) beinahe fahrlässig, weil damit meiner Meinung nach entschieden zu hohe Erwartungen geweckt werden, was das tatsächliche Druckergebnis betreffen wird. Meine Teilnahme an diesem Thread ist hierfür sicher exemplarisch, indem ich als langjähriger Druckvorstufler bei "erweiterten Farbraum" sofort bengalisches Feuer und nicht mögliche zwei bis drei Prozent mehr "strahlenderes" Muff-Dumpf-Braun, Welk-Beige, Grau-Grün oder Moos-Bleue assoziierte... In jedem Fall sollte dann unbedingt gleichzeitig kommuniziert werden, dass sich das eben nicht in den Volltönen, sondern nähernd zum mittleren Bereich hin auswirken kann/wird. Wie bereits mehrfach hier festgestellt ist der NP-Profil-Farbraum ja nicht ringsum ca 5-7% "weiter" sondern der gesamte, hauptsächlich über die Mitteltöne verteilte Volumenunterschied wird quantitativ so erfasst/beschrieben und hier auch einigermassen übereinstimmend als "gering" bewertet, was das für die Chromatizität des Druckergebnis am konkreten Farbort in diesem NP-Profil-"Überhang" zum AM-Raster bedeutet. Gleichwohl bewirkt dieser unterschiedlich große Farbraum in bestimmten Details dann doch - bei genauer Betrachtung - durchaus unterschiedliche Ergebnissse die Farbigkeit des Drucks betreffend. Meiner Meinung nach durchaus vergleichbar - vielleicht noch nicht mal so stark - wie bei den Unterschieden zwischen den gängigen CMYK-AM-Profilen Euroscale Coated, FOGRA27 und ISOCoatedv2(ECI)/Fogra39 etc. Am stärksten tritt das wohl zu Tage je "einfarbiger" die jeweiligen Mitteltöne "zusammengesetzt" werden (Erkenntnis aus Thomas RGB-Verlaufs-Konvertierung von 255/0/255 in NP- und AM-Profil) Bei meiner persönlichen Bewertung hinsichtlich des "Zugewinns" aus dem Chroma-Überhang bin ich alles andere als überschwenglich. Ich hatte seinerzeit, als die "neuen" Profile veröffentlicht wurden, schon sehr gestaunt, wie gut diese NP-Profile funktionierten (damals Device-Link konvertiert von vorhandenen Coated-Job-Daten mittels NP-Profilierter Digiproof-Strecke verglichen mit AM-Digiproof). Diese Feinheit des unterschiedlichen Farbraums hatte ich somit (von Coated zu FM konvertiert) auch nicht entdecken können. Ich habe heute noch mal aus Ursprungs-RGB-Bildern aus Indesign relativ farbmetrisch in die jeweils zu vergleichenden CMYK-Profile ein PDF exportiert. Bei den Bildern "sehe" ich einen ganz leicht merkbaren Unterschied lediglich dort wo relativ "reines" Cyan aufgerastert in einem Bild vorhanden ist, wobei natürlich auch hier wieder die Motiv-Auswahl die Vergleichsmöglichkeit einschränkt. Bei dem ursprünglichen 255/0/255-RGB-Verlauf muss ich sehr lange auf das proof schauen und wenn ich dann meine, einen Unterschied zu sehen, tausche ich von links nach rechts oder oben nach unten und frag mich aufs neue, ob da was anders ist... (Ich bin aber möglicherweise nicht so im Training wie andere bezüglich visueller Farbbeurteilung wie jemand, der tagtäglich Bildbearbeitung macht, oder ich habe schlicht falsch geprooft; dafür, dass definitiv andere Werte auf unterschiedliche Ziel-Profil-Queues geschickt wurden, ist das Ergebnis aber zu gleich, um "richtig" falsch geprooft zu sein...) Auf die Praxis bezogen heisst all das für mich angesichts der Konstanz eines leidlich eingerichteten Kontraktproofs bei meinem bisherigen Erkenntnisstand (also ohne einen Vergleichs-DRUCK mit spezieller ausgewählten Motiven) immer noch, dass es geradezu an Scharlatanerie grenzt, FM/NP vorrangig aus dem Grund zu empfehlen, weil damit ein "größerer" Farbraum im Offset erzielt werden kann. Wer sich klar macht, wie schwierig es letzten Endes doch immer noch ist, seine einmal eingerichtete Strecke (Volltondichteermittlung, Belichterkalibrierung, Plattenentwicklung + eingesetzte Produktionsmittel wie Gummitücher, Papier, "warme" Farbe in der Maschine, "kalte" Farbe in der Maschine, Feuchtwasser-Alkohol-Mischungsverhältnis und und und...) wirklich auf die PSO-tolerierte Konstanz oder sogar besser als diese zu trimmen, zu überwachen und zu gewährleisten, weiss auch um die Schwierigkeit dann gerade beim FM-Raster die erforderliche Konstanz in der Produktion einzulösen, die nun mal notwendig wird, diese "Pastelltöne" um die es hier geht, auch wirklich korrekt die Auflage hindurch drucken zu können, oder? Oder will hier allen Ernstes jemand behaupten, dass er bei FM Spreizung und Tonwertzunahme soweit im Griff hat, daß er nicht nur Schwankungstoleranzen von über 2% ausschliessen und eine Spreizung von unterhalb 2% tagtäglich realisiert? Das ist ja wohl übersetzt so ungefähr der Genauigkeitsgrad, der erforderlich sein wird, wenn jetzt gezielt diese Pastelltöne gedruckt werden sollen, möglicherweise noch nach zwar korrektem aber lediglich "leidlich" genauem Proof. Da muss ich mich jedenfalls bei hier vorhandener Messtechnik mit 4mm Durchmesser bei FM schon innerhalb eines Quadratcentimeters auf demselben Druckbogen mitunter schon beinahe strecken. Linke und rechte Bogenhälfte auf 2% Genauigkeit bei wirklich jedem Bogen zu garantieren traue ICH mich nicht ... Wobei noch hinzukommt und bestimmt nicht unerheblich ist, wie sich denn eventuell die gewählte Papiersorte (Farbort des Papierweiss) auch noch in einer "leichten" Nuance bemerkbar machen wird. Last but not least: Die NP-Profile wurden gewiss von verschiedenen FM-Rastertypen gemittelt. Da gibt es einige, die sich doch zu einander recht unterschiedlich verhalten, Punktgrösse und Verteilung betreffend, ich tippe jetzt, das z.B. sogar die Hybridraster Sublima oder SPEKTA da mit eingeflossen sind. Worauf ich hinaus will ist, dass die diversen FM- und Hybrid-Raster sich zueinander stärker von einander unterscheiden als es bei AM 70iger euklidischer Punkt oder ellipischer Punkt der Fall ist. Es kommen auch bei demselben Raster unterschiedliche Spotgrößen vor (20my, 30my). Erst recht nach dieser Diskussion über den Einfluss des Lichtfangs/Tonwertzunahmeverhalten ist mir zumindest klar, daß der "gemittelte Farbraum" nicht für alle FM gleichermassen zutreffend sein kann, solange dessen Größe von der Punktform/Größe mitbestimmt wird. Fazit für mich bis hier: NP-Profil-Daten aus RGB theoretisch größerer Farbraum: Ja; Relevanz bezüglich Farbraum-GRÖSSEN-Unterschied gemessen an AM-coated-Profilen: Null; Verfahren gelieferter Coated-Daten mittels Devicelink in NP-Screen-Profil überführt zulässig: Ja (Ausnahme: Der bewusste, "experimentelle" Versuch das Maximum an "Pastelltönen" herausholen zu wollen, dann RGB-Ausgangsdaten) Ulrich
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