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Anonym
Beiträge: 22827
3. Jul 2004, 16:15
Beitrag #1 von 6
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ICC-Profile- wann genau?!


Liebe Forumianer!

Eine kleine Frage von einer jungen Grafikdesignstudentin:

1.Muss ich bei eingestelltem aktiviertem Farbmanagement (Druckvorbereitung Europa) in Photoshop beim öffnen z.B.eines Digitalbildes (RGB, z.B.Kodac-cd) den RGB-Farbraum zuweisen oder besser verwerfen?

2.Was passiert aber z.B nach dem Öffen eines Bildes in CMYK, wenn ich
beim Öffnen "RGB- Arbeitsfarbraum zuweisen" (der Monitor ist kalibriert!!)anklicke.

2b)Wie sollte man in diesen beiden Fällen am besten vorgehen?

3. Muss ich beim Speichern des Bildes (z.B. RGB wurde in PS nach CMYK separiert)ICC-Profil abspeichern anklicken?
Das Bild wird später in INdesign gesetzt mit deaktiviertem Farbmanagement.

4.Kann es beim speichern von ICC-Profilen (Bilder), die später in Indesign gesetzt werden, zu Farbunterschieden im eigentlichen Druck kommen?

5)Was passiert z.B, wenn ich kein ICC-Profil mitabspeichere in PS?
5b)Sind dann die Farbeinstellungen (Farbmanagement) im PS dann umsonst?
5c)Kann es Probleme in der Druckerei geben, da ich in PS ein Profil mitegespeichert habe?


Bitte helft mir weiter!

Lieben Gruss,

Birgit (gestalterin@freenet.de) Top
 
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boskop  M  p
Beiträge: 3450
4. Jul 2004, 11:07
Beitrag #2 von 6
Beitrag ID: #94818
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ICC-Profile- wann genau?!


Hallo Birgit
ich versuchs mal, falls unklar frag einfach nach - übrigens noch besser im CMS-Forum:
Besorge Dir von http://www.eci.org die neuen ISO-Profile, sie ersetzen die Photoshopeigenen eurocoated etc.
1) Wenn Du ein RGB-Bild öffnest musst Du vor allem ein _passendes_ Profil zuweisen. Bei Bildern von Digicams oft sRGB, evtl. auch Adobe-RGB. Bei den Kodak-CDs sollte eigentlich das Profil drin sein?!

2) Beim öffnen eines CMYK-Bildes solltest Du eigentlich keinen RGB-Farbraum zuweisen können, sondern einen CMYK-Farbraum. Wenn Du diesen nicht kennst wirds schwieriger. Wenn Du einfach ein Profil zuweist, verändert sich nur die Darstellung am Bildschirm, die Daten werden nicht verändert. Konvertiere die CMYK-Bilder nicht in ein anders Profil, wenn Du das Ursprunsprofil nicht kennst.

3) Da gibt es unterschiedliche Auffassungen: ich bin dafür die Files als Tiff mit Profil zu sichern, auch wenn Du ohne CMS arbeitest - denn wer weiss später noch, in welches CMYK-Profil transformiert wurde. Allerdings besteht das Risko, dass bei der Belichtung eine Farbraumtransformation stattfindet, wenn der Dienstleister mit CMS arbeitet und dem Dokument einen falschen Arbeitsfarbraum zuweist (nämlich nicht den, Deiner CMYK-Bilder).

4) siehe 3)

5) Wenn Du auf Deinem kalibrierten Monitor in Photoshop mit CMS arbeitest, siehst Du auf dem Bildschirm in etwa wie der Druck wird. Ob Du mit oder ohne Profil sicherst sollte auf das Resultat keinen Einfluss haben, wenn die Belichtung/der Druck im selben CMYK-Farbraum erfolgt den Du eingestellt hast. Das Profil mitsichern (oder in id zuweisen) musst Du hingegen, wenn aus id heraus geprooft werden soll (ein Tintenstrahler mit Farbraum xy simuliert den Druckfarbraum ISOcoated, die Daten werden in den Farbraum des Proofdruckers transformiert)
Gruss und Dank
Urs
http://www.designersfactory.com
als Antwort auf: [#94773] Top
 
Anonym
Beiträge: 22827
5. Jul 2004, 20:53
Beitrag #3 von 6
Beitrag ID: #95096
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ICC-Profile- wann genau?!


Hey boskop!

Dankeschön für die präzisen Antwort!
Jetzt weiss ich endlich mal, wie ich damit umgehen muss. ;-)

Vielen vielen Dank lieben Dank!

Birgit
als Antwort auf: [#94773] Top
 
Anonym
Beiträge: 22827
5. Jul 2004, 21:18
Beitrag #4 von 6
Beitrag ID: #95101
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ICC-Profile- wann genau?!


Photoshop Bilder öffnen:

RGB Arbeitsfarbraum zuweisen=
Monitorfarbaum, sprich RGB- Arbeitsfarbraum- wann?

Profil zuweisen: wann nimmt man das?

puuuhhh...
als Antwort auf: [#94773] Top
 
boskop  M  p
Beiträge: 3450
5. Jul 2004, 21:33
Beitrag #5 von 6
Beitrag ID: #95104
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ICC-Profile- wann genau?!


Hallo Puuuh
Einen RGB-Arbeitsfarbraum legst Du mal für Dein System fest. Der hat nichts mit dem Monitorprofil zu tun. SRGB wenn Du vorwiegend für Web arbeitest, AdobeRGB wenn Du für alles offen bist, ECI-Rgb wenn Du vorwiegend für Print arbeitest (sag ich mal so).
Ein Profil zuweisen sollst Du, wenn Du weist welches das richtige ist:
Digicam (vor allem Lowend) sRGB, manchmal AdobeRGB (digiSLRs etc.), ein Scannerprofil wenn Du es hast. Besser ists, wenn das Profil bereits eingebettet ist, den der Ersteller weiss am besten, welches das richtige ist.
Zuvor solltest Du allerdings Deinen Bildschirm kalibrieren und das entstandene Profil mit der Monitordarstellung verknüpfen: Colorsync.
Gruss
Urs
http://www.designersfactory.com
als Antwort auf: [#94773] Top
 
Thomas Richard  M  p
Beiträge: 17209
5. Jul 2004, 21:39
Beitrag #6 von 6
Beitrag ID: #95106
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ICC-Profile- wann genau?!


Hallo Anonyme/r,

Zuweisen wird verwandt, so man denn ein Bild ohne Profil hat, aber weiss, welches eigentlich drangehört hätte.
Oder wenn man eins ohne bekommt, und keinen Schimmer hat, was es denn sein soll und man eh probieren muss, dann kann man hier schon mal einen ersten Tipp abgeben, bevor man dann unter Bild - Modus - Profil zuweisen... sein Glück versucht.

Der RGB Arbeitsfarbraum ist eigentlich nie der Monitorfarbraum, weil der ja bei jedem anders ist.

Dort bieten sich Standard Farbräume wie sRGB (für reine Screen/Multimedia Bearbeitung) AdobeRGB oder ECI-RGB (für Print Vorstufe) oder Wide Gammut RGB (für die die Angst um jedes Bit haben, das ihnen bei der Bearbeitung durch die Lappen gehen könnte ;-) ).


MfG

Thomas

PS: @ Birgit:

> der Monitor ist kalibriert!!

Wer das mit zwei Ausrufezeichen schreiben kann, sollte eigentlich keine Fragen mehr haben:

Aus
http://www.ptb.de/...en/kalibrierung.html
[Zitat]
Was ist Kalibrieren?
Kalibrieren bedeutet, dass die Abweichung der Anzeige des Messgeräts vom richtigen Wert der Messgröße ermittelt wird. Dabei legt man dem Gerät ein Objekt mit bekannten Maßen vor – ein so genanntes Normal – und bestimmt die Abweichung der Anzeige vom bekannten Maß. Das Ergebnis und die zugehörige Messunsicherheit werden in in einem Kalibrierschein festgehalten.
[/Zitat]

Also befindet sich ein kalibriertes Gerät in einem definierten Zustand zu einer Referenz. Die ist im Normalfall eines druckverbindlichen oder Softproof-tauglichen Monitors was?

Merkst du was?
als Antwort auf: [#94773] Top
 
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