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diada
Beiträge: 2
16. Aug 2003, 18:45
Beitrag #1 von 2
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Medienneutraler RGB Workflow - noch Unklarheiten


Erstens möchte ich mich bei Michel Mayerle für die Antwort
bedanken. Jedoch habe ich noch weitere Fragen zum Ablauf des medienneutralem Workflows.

1. Soll ich angelieferte Lab-Dateien in Eci-RGB konvertieren?
2. Was wird mit Graustufenbilder nach dem Scannen beim medienneutralem Workflow gemacht?
3. Angelieferte CMYK-Bilddateien und auch angelieferte Vektorgrafiken in CMYK mit oder ohne Profil soll ich diese im Photoshop neutral machen d.h in Eci-RGB konvertieren oder direkt ins InDesign mit entsprechendem Profil einfügen? Meiner Meinung nach wäre das Konvertieren in ECi-RGB sinnvoller, da es ein medienneutraler Workflow wäre.
4. Gibt es ein neutrales CMYK-Profil?
Für die Antworten danke ich im voraus bestens.
Freundliche Grüsse Top
 
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Michel Mayerle
Beiträge: 1047
18. Aug 2003, 21:39
Beitrag #2 von 2
Beitrag ID: #47742
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Medienneutraler RGB Workflow - noch Unklarheiten


Hallo Diada

Es gibt kein neutrales CMYK-ICC-Profil, weil CMYK-Farbbestände ja bereits Ausgabeabhängig sind. Eine gute Wahl für ein CMYK-profil wäre sicherlich ein Euroscale Coated oder ISO Coated sb (http://www.eci.org. Diese beiden Profile eignen sich sehr gut, wenn nicht bekannt ist, unter welchen Druckbedingungen später gedruckt werden soll. Beide Profile sollten jedoch hauptsächlich für einen Offsetdruck auf gestrichenen Papieren verwendet werden. Im ungestrichenen Druck empfiehlt sich auf die Schnelle das Euroscale uncoated. (Euroscale Coated und Uncoated sind in Photoshops Standardpaket bereits verfügbar)

Was Graustufenbilder, Text und Logos angeht, so passiert mit diesem Farbraum absolut gar nichts, es sei denn, es werde im Druckdialog von InDesign explizit das PostScript-Farbmanagement verwendet. Platzierte Graustufenelemente werden bei einer Ausgabe aus InDesign (PDF-Direktexport, PS-Erzeugung via Druckdialog) immer als solche belassen. Adobe lässt es gar nicht zu, dass eigene Graustufenprofile verwendet werden, daher kann eine Konvertierung zwischen zwei Graustufenprofilen gar nicht stattfinden. Bei Sonderfarben verhält es sich identisch.

Wie schon erwähnt, sollte in InDesigns-Druckdialog (wie auch in allen anderen Programmen) vom PostScript-Farbmanagement abgesehen werden. Dies könnte bei falscher Anwendung eine Graustufen zu CIE-based xyz zu CMYK-Farbraumtransformation verursachen, was unschöne Folgen hätte. Des weiteren wäre es unmöglich, eine bestehende CMYK-Farbe nach einer CMYK zu RGB zu CMYK-Farbraumtransformation wieder identisch auf den selben CMYK-Wert zu bringen, wie es das Logo einmal hatte. Das ist aber im Falle eines Firmenlogos auf jeden Fall erwünscht. Daher bei Logos Hände weg von einer Umwandlung in den RGB-Farbraum!

Was die Anlieferung von CMYK-Bildern und Logos anbelangt, so würde ich folgendes empfehlen: Die Vektorlogos würde ich unverändert in InDesign platzieren. In Illustrator wird das CMS eigentlich selten verwendet. Es würde keinen Sinn machen, den Logos in Illu oder gar Photoshop nachträglich ein Profil zuzuweisen. Das macht InDesign beim platzieren automatisch, weil dann dem Logo automatisch das CMYK-Arbeitsfarbraumprofil von InDesign zugewiesen wird.

Bei CMYK-Bildern sind zwei Vorgehen möglich. Entweder man konvertiert die Bilddaten in der Tat nach ECI-RGB. Bei korrekter Handhabung von Quell- und Zielprofil entsteht keine Farbverschiebung, wenn ein CMYK-Bild nach RGB transformiert wird. ich würde jedoch von diesem Vorgehen abraten, wenn das bestehende CMYK-Bild nicht bereits über ein eingebettetes CMYK-ICC-Profil verfügt. Wäre dies nicht der Fall, könnte eine CMYK zu RGB-transformation nicht verlustfrei erfolgen. Einfacher wäre es daher, wenn unprofilierte Bilder in InDesign platziert werden. Diese bekommen dann auch das CMYK-Arbeitsfarbraumprofil von InDesign zugewisen.

Wichtig ist folgende Regel: Alle Quellprofile, die nicht den späteren Zielprofilen entsprechen, werden bei einer Ausgabe (Bsp. PDF-Export) in den CMYK-Ausgabefarbraum konvertiert. Ist das nicht erwünscht, ist darauf zu achten, dass das CMYK-Arbeitsfarbraumprofil in InDesign und Photoshop dem späteren Ausgabeprofil entspricht.

Adobe InDesign bekundet in der aktuellen Version noch Mühe im Korrekten Umgang mit LAB-Bildern, sofern es sich hierbei um 16-But LAB-Bilder handelt. Diese werden von InDesign nicht unterstützt. Daher empfehle ich, die LAB-Bilder zur Sicherheit in den RGB-Arbeitsfarbraum zu konvertieren (Adobe RGB oder ECI-RGB)

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen soweit beantworten konnte. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche.


Herzliche Grüsse
Michel Mayerle
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