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Yann Borg
Beiträge: 337
22. Apr 2003, 15:25
Beitrag #1 von 2
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PDF Workflow -- was kommt beim RIP an?


Hallo,

in einer Mailingliste-Diskussion wurde mir gesagt, dass PDF Dateien direkt von einem (offensichtlich sehr aktuellen) Prinergy-RIP verarbeitet werden, was mich ein bischen stutzig gemacht hat.

Dass ein RIP eine PDF-Library beinhalten kann, ist mir bekannt. Aber wie funktioniert das? Was kommt den nun wirklich in einer PDF-Workflow-Lösung beim RIP an? Ein PDF alleine? Ein PDF mit JTF damit der RIP erfährt was er damit zu tun hat? Ein PostScript File aus dem Ergebniss des JTF und das durch die Librairy geschicktes PDF? Was anderes worauf ich nicht komme?

Und wie wird das ganze auf Material gebracht? Aus was entsteht das Bitmap was belichtet wird: aus dem PostScript-Code oder aus dem PDF-File? Aus Beides?

Vielen Dank im Voraus!

Gruss,

Yann Top
 
X
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
22. Apr 2003, 19:11
Beitrag #2 von 2
Beitrag ID: #32569
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PDF Workflow -- was kommt beim RIP an?


Herr Borg,

der Prinergy-Workflow ist ein auf dem Adobe PostScript Extreme Konzept basierender Workflow. Der zum Einsatz kommende RIP ist eine spezielle Ausprägung eines Adobe PostScript 3 RIPs, welcher um das Kozept eines bzw. mehrerer Jobticket Prozessoren erweitert wurde (eine Extreme-typische Erweiterung, da viele Bearbeitungsprozesse auf den RIP verlagert werden). Jobticket Prozessoren erlauben die Verarbeitung der in PJTFs (Portable Job Ticket Format) hinterlegten Steuerinformationen. Diese betreffen z.B. die Farbseparation, Trapping und Bogenmontage.
Das PJTF wird wohl in absehbarer Zeit durch das Nachfolgeformat JDF (Job Definition File) ersetzt werden. Das Prinzip bleibt aber unverändert.
Eine PJTF oder JDF Datei kann entweder extern als getrennte Datei oder eingebettet in die zu verarbeitende PDF-Datei zur Verfügung gestellt werden. Wie dies geschieht ist Implementierungs- und damit Workflow-spezifisch.

Der PostScript 3 RIP von Adobe konvertiert bekanntermassen alle PDF-Dateien im ersten Arbeitsschritt in eine PostScript-Datei. Dies geschieht mit Hilfe der integrierten PDFLib. Technologisch ist diese nahezu ebenbürtig mit den Routinen die in Acrobat 4 und 5 verwendet werden, um eine PDF-Datei als PostScript-Code auszudrucken.

Dieser entstehende PostScript-Code wird wie gewohnt interpretiert, gerendert und gerastert und wird im Falle der Ansteuerung eines Film-/Plattenrecorders als hochauflösende, gerasterte und in die einzelnen Farbkanäle zerlegte SW-Bitmaps ausgegeben. Letzteres kann aber auch wieder vom Workflow-Entwickler beeinflußt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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