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Anonym
Beiträge: 22827
14. Mai 2003, 14:33
Beitrag #1 von 9
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


Hallo zusammen

Arbeite mit Indesign 2.0.2, Acrobat und Distiller 5.0.5, PDF/X-3 Inspector 1.0.085

Bin am erstellen eines Demo-Dokumentes, das deshalb absichtlich ein paar Fehler enthält. Unter anderem soll ein RGB-Bild enthalten sein, das dann vom PDF/X-3 Inspector gemeldet wird. Nun kann ich allerdings einstellen was ich will, das Bild kommt immer CMYK im PDF an.

Ich gebe jeweils ein PS-File aus, das ich dann mit den PDF/X-3 Settings im Distiller umwandle. In den Settings ist ja auch definiert, dass keine Farbänderung stattfinden soll. Das habe ich dann mal mit demselben Bild aus QuarkXpress getestet und das kommt als RGB im PDF an. Also gehe ich davon aus, dass ich irgendwo noch was in InDesign übersehen habe. Selbst wenn ich in InDesign das Farbmanagement deaktiviere und so im Druckdialog kein Quell- und Druckfarbraum definieren kann wird das Bild umgewandelt. Bleibt eigentlich nur noch im Druckdialog unter Ausgabe die Composite-Art. Da hatte ich erst CMYK eingestellt, da nebst dem RGB-Bild auch «korrekte» CMYK-Bilder vorhanden sind, also Composite-Grau und Composite-RGB nicht in Frage kommen. Auch mit der In-Rip-Separationseinstellung wird wieder nach CMYK gewandelt.

Was also geschieht hier?

Habe noch kurz als Test die Direktexport-Funktion getestet und unter «Erweitert» die Option Farbe auf «unverändert lassen» gestellt, da kam das Bild RGB an.

Das RGB habe ich als TIFF gespeichert, mal mit und mal ohne angehängtem Profil.

Wer kann mir weiterhelfen?

Gruss
jan Top
 
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Jan Oser
Beiträge: 48
14. Mai 2003, 14:55
Beitrag #2 von 9
Beitrag ID: #35323
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


Hoppla. Hatte mich zwar eingeloggd, muss aber beim durchstöbern des Archivs vor dem posting rausgeflogen sein. Also hier bin ich... :-)
als Antwort auf: [#35312] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
14. Mai 2003, 18:22
Beitrag #3 von 9
Beitrag ID: #35383
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


Herr Oser,

jedes halbwegs professionelle Layoutprogramm ist standardmässig so ausgelegt, dass es im CMYK-Farbraum ausgibt. Dies gilt unabhängig davon, ob das Farbmanagement auf Applikationsebene aktiviert ist oder nicht (dies würde nur die Güte der Farbraumtransformation beeinflussen).
In QuarkXPress hat der Anwender die Möglichkeit durch Wahl des PPDs und/oder durch Wahl des Ausgabemodus (Composite-CMYK oder Composite-RGB) den Ausgabefarbraum zu wählen. Wenn ein PPD gewählt wird, welches intern RGB als Standardfarbraum deklariert (wie z.B. das alte Acrobat Distiller 3 PPD), dann schlägt QuarkXpress sogar standardmässig Composite-RGb vor.
In Adobe InDesign ist es im Grunde genommen genauso. Sie steuern bei deaktiviertem Farbmanagement durch die Wahl des Ausgabe-PPDs und/oder der Ausgabeoptionen, welcher Ausgabefarbraum (Graustufen, RGB oder CMYK) von Adobe InDesign generiert wird.
Diese Methode hat natürlich einen großen Haken. Da Sie sich auf einen Farbraum festlegen, heißt dies bei Dokumenten die gemischte Farbräume beinhalten (z.B. Text in CMYK und Bilder in RGB), dass immer die nicht im gewählten Ausgabefarbraum vorliegenden Objekte einer Farbraumtransformation unterliegt.

Aus diesem Grund gibt es in Adobe InDesign die Möglichkeit das Pseudo-Ausgabe-Profil "PostScript-/Drucker-Farbmanagement" zu verwenden. Dies bewirkt, dass Dokumentfarben soweit möglich unverändert ausgegeben werden. Leider führt diese Option aber auch dazu, dass im Dokument angelegte, geräteabhängige CMYK-Farben (wie z.B. der schwarze Text) ein Quellprofil zugewiesen bekommen (das, welches laut Farbmanagement-Einstellungen als CMYK-Arbeitsfarbraum-Profil eingestellt ist) und somit zu einer geräteneutralen Farbbeschreibung werden. Dies wiederum führt dazu, dass auch diese Farben bei der Ausgabe einer unfreiwilligen Farbraumtransformation (CMYK->Lab/XYZ->CMYK) unterliegen.

Um dies zu verhindern, hat Olaf Drümmer eine kleine Prolog-Datei für den Acrobat Distiller entwickelt, welche diese unfreiwillige Profilierung zum Zeitpunkt der PDF-Erzeugung rückgängig macht.
Sie finden diese Prolog-Datei zusammen mit der Anleitung wie sie korrekt einzusetzen ist im Download-Bereich der http://www.pdfx3.org Website ( http://www.pdfx3.org/download.html ). Das Dokument das Sie sich unbedingt herunterladen und durchlesen sollten ist das "PDF/X-3 Kochbuch Rezept 2", welches genau den von Ihnen angestrebten Workflow beschreibt.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Anonym
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14. Mai 2003, 19:22
Beitrag #4 von 9
Beitrag ID: #35400
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


ich weiss ja nicht, wie das mit der ausgabe in indesign so ist. in xpress wird ein rgb-EPS im gegensatz zu einem rgb-TIFF bei der composite-ausgabe (aus einigermassen plausiblen gründen) nicht nach cmyk transformiert. davon ausgehend, dass sich dies in indesign mit gegebenen einstellungen gleich verhält, ist das möglicherweise die einfachste art, um zum gewünschten demo-effekt zu kommen.

gruss. gremlin
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Anonym
Beiträge: 22827
14. Mai 2003, 19:22
Beitrag #5 von 9
Beitrag ID: #35401
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


ps: xpress 4.11 - vielleicht verhält sich ja eine neuere version anders

gruss. gremlin
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
14. Mai 2003, 23:28
Beitrag #6 von 9
Beitrag ID: #35417
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


Gremlin,

kein Layoutprogramm wandelt den/die in einem platzierten EPS enthaltenen Farbraum/Farbräume bei der composite PostScript-Ausgabe in einen bestimmten Ausgabefarbraum um. Ein EPS ist immer selbststeuernd. Selbst wenn die Programme es wollten, können sie es nicht, weil PostScript eben ein Programmiersprache ist und somit ohne einen Interpretationsprozeß keine Analyse der enthaltenen Farben geschweige denn ein gezielter Eingriff möglich ist. Das kann sich sowohl im professionellen Bereich zunutze machen als auch in Bereichen in denen mit nicht-professionellen Lösungen wie z.B. den Office-Produkten von Microsoft gearbeitet wird. Ein in Word platziertes CMYK-TIFF wird unweigerlich nach RGB konvertiert. Ein CMYK EPS-Bild dagegen bleibt als solches erhalten.
Da Adobe InDesign beim nativen PDF-Export einen Interpretationsprozess zwangsläufig durchführt (irgendwie muß ja schließlich aus dem PostScript-Code der EPS-Datei PDF erzeugt werden), ist hier sehr wohl eine gleichzeitige Farbraumtransformation möglich.

Die Autarkheit von EPS-Dateien hat ihre Vor- und Nachteile.
Wenn der Farbraum beim Speichern des EPSes richtig gewählt ist, garantiert dieses Speicherformat eine Art Immunität der Farben bis zum Ausgabeprozeß unabhängig von Farbmanagement und Ausgabeeinstellungen. Wenn der Farbraum im EPS allerdings von Anfang an falsch gewählt ist, dann sieht es zumindest bei der PostScript-basierten Ausgabe ziemlich düster aus.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Anonym
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15. Mai 2003, 07:35
Beitrag #7 von 9
Beitrag ID: #35427
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


grüezi herr zacherl

eigentlich hatte ich mir das genauso gedacht, wie sie es nun ausgeführt haben. ich wollte mich einfach vorsichtig ausdrücken, um nicht aus versehen vielleicht etwas zu behaupten, das gar nicht stimmt. aber gegen ein klares wort von einem spezialisten ist natürlich nie etwas einzuwenden! ;-)

gruss. gremlin
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Jan Oser
Beiträge: 48
15. Mai 2003, 09:06
Beitrag #8 von 9
Beitrag ID: #35440
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


Guten Tag zusammen

Besten Dank, Herr Zacherl, für Ihre einmal mehr sehr fundierten und gut verständliche Ausführungen; bringt mich einiges weiter in diesem Thema.

Lieber Gremlin, auch Dir herzlichen Dank für den Tipp mit dem EPS; hatte das zwar auch schon mal mitbekommen, kam aber in dieser Situation nicht auf diese Idee. Werde dies für den hier benötigten Demozweck einsetzen.

Also nochmals herzlichen Dank und einen schönen Tag
Gruss
Jan
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Haeme Ulrich
Beiträge: 3102
17. Mai 2003, 00:09
Beitrag #9 von 9
Beitrag ID: #35716
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PDF/X-3 aus InDesing, RGB wird CMYK


In Adobe InDesign gibt es noch die Möglichkeit, PDF direkt zu exportierten. Und hier sind dann Farbraumtransformationen auch an EPS-Dateien möglich. Grund ist: Die EPS-Dateien werden beim Export interpretiert.

Herzliche Grüsse
Haeme Ulrich
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