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Anonym
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2. Sep 2003, 16:14
Beitrag #1 von 3
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PPD beim PDF-Export


Hallo Zusammen,

Ich habe schon öfters gehört, dass beim Erstellen einer PostScript Datei aus InDesign (die anschließend über den Distiller in ein PDF konvertier werden soll) ausschließlich die Distiller-PPD verwendet werden soll.
Von Druckereien werden aber immer wieder PPD-Dateien angeboten, die für die PostScript Erstellung verwendet werden sollen.
Soweit ich den ganzen Prozeß verstehe, packe ich in diesem Falle einige Druckerspezifische Informationen in die PostScript Datei, konvertiere diese in ein PDF (das PDF sollte demnach von diesen geräteabhängigen Informationen gebrauch gemacht haben) und gebe das PDF abschließend auf dem Drucker aus von dem ich die PPD für das PostScript-File verwendet habe. Insofern verstehe ich nicht ganz, warum dieser Weg falsch ist.

Was könnte bei dieser Vorgehensweise schiefgehen bzw. auf was sollte man achten?

vielen Dank
Stefan Kerschbaumer Top
 
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
2. Sep 2003, 18:33
Beitrag #2 von 3
Beitrag ID: #49550
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PPD beim PDF-Export


Hallo Herr Kerschbaumer,

der Weg über die PPD des Ausgabegeräts des Dienstleisters ist aus folgenden Gründen falsch:

- Sie bombardieren den PostScript-Interpreter im Acrobat Distiller mit gerätespezifischer information die für den Interpreter im Ausgabegerät optimal sind aber sicher nicht für den im Distiller enthaltenen (weil die Chance, dass die beiden identisch sind annähernd Null sind)
- Sie verwenden ein PostScript-File mit mit integrierter gerätespezifischer information und wollen daraus ein geräteneutrales Datenformat, welches PDF nunmal darstellt, erstellen lassen. Das passt irgendwie nicht zusammen, oder?
- Sie provozieren Qualitätsverluste, weil die PPD-Datei des Ausgabegeräts evtl.
- einen PostScript Level unter 3 signalisiert und damit die Leistungsfähigkeit PostScript 3 fähiger Layoutprogramme beschnitten wird
- keinen TrueType-Raster signalisiert und somit TrueType-Fonts unter Verlust von Qualität in Type 1 Fonts konvertiert werden
- haufenweise Schriften als resident (also im RIP verfügbar) auflistet, die dem RIP aber nicht dem Acrobat Distiller zur Verfügung stehen und Applikationen wie Adobe PageMaker dazu verleitet bestimmte Fonts nicht mit auszugeben
- nicht CMYK, sondern Graustufen oder RGB als Standardfarbraum deklariert, was zu einer Farbraumtransformation während des Ausdrucks führen kann

Vielleicht sehen Sie's auch einfach so: Wir können Ihnen dutzende von Beispielen präsentieren in denen die Verwendung eines Geräte-PPDs zu negativen Effekten geführt hat. Ich kenne aber kein einziges Beispiel bei dem die korrekte Verwendung der Acrobat Distiller PPD zu einem schlechteren PDF geführt hätte als die Verwendung einer Geräte-PPD.

Das soll nicht heißen, dass man die Distiller-PPD nicht noch optimieren könnte. Wir bieten unseren Kunden bereits seit Jahren eine modifizierte Distiller PPD an, die metrische Seitenformate (in Normal und Extra Größe), eine fixe Auflösung von 2400 dpi, eine Standard-Rasterweite von 150 lpi und nur einem einzigen residenten Font, nämlich der Courier, beinhaltet.

Das soll auch nicht heißen, dass man mit einer Geräte-PPD kein gutes PDF erzeugen kann. Aber wer vermag schon abzuschätzen, welche PPD gefahrlos eingesetzt werden kann und welche nicht?
Wer also das Risiko liebt, soll gerne so weiterarbeiten. Wer an einem sicheren Workflow interessiert ist sollte auf solche Experimente besser verzichten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

************************
IMPRESSED GmbH
http://www.impressed.de
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Rob J Hall
Beiträge: 75
3. Sep 2003, 18:09
Beitrag #3 von 3
Beitrag ID: #49681
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PPD beim PDF-Export


Robert Zacherls Aufführung ist tadellos. Es bleibt lediglich zu ergänzen, das viel Druckereien auch Distiller JobOptions - Einstellungs dateien - anbieten, die das Einstellen des Distillers für Hausspezifischen Druckjobs erleichtern.
Nicht mit PPDs zu verwechseln!
rjh
als Antwort auf: [#49546] Top