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Klaus Mahler
Beiträge: 16
24. Jul 2003, 12:11
Beitrag #1 von 7
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PS-PDF Generierung via Distiller


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte gerne einen Katalog als in Distiller 5 geschriebenen PDF-Datei an
eine Druckerei zur direkten CTP-Ausbelichtung (Ausschießen und Rasterung erfolgt
durch Druckerei) weitergeben.
Die Bildaten wurden in Photoshop 6 erzeugt und basierend auf Farbmanagement in
Photoshop von RGB (bzw. LAB)mit dem von der Fogra empfohlenen und von eci
produziertem CMYK-ICC-Profil Nr. 19 (coated, sb, 115 g/qm, 70iger Raster)
separiert (über Modus RGB bzw. LAB nach CMYK).
Danach wurden die Bilddaten in das Layoutprogramm Calamus SL 2002 geladenund
platziert und aus Calamus wurde eine PS-Datei geschrieben. Calamus ist
allerdings nicht in der Lage Farbmanagement zu verarbeiten und importiert
die reinen Bilddaten ohne eine ICC-Profilierung. In der erzeugten PS Datei
sind also die Bilddaten in separierter Form ohne zugewiesenem Profil und ohne
Rasterung integriert.

Meine frage ist nun, muss in Distiller das in Photoshop verwendete für diese
Ofsett-Produktion als ideal definierte Fogra/eci CMYK-ICC-Profil (Nr. 19) in das
Farbmanagement integriert werden oder muss der Druckerei dieses Profil
mitgegeben werden bzw. ist das Profil für die Weiterverarbeitung (Ausschießen,
Rasterung, CTP-Belichtung) unwichtig, da die Bilddaten ja schon separiert sind?

Welches wären die diesbezüglich idealen Einstellungen in Distiller?

(Die Anfrage betrifft nur das Farbmanagement, da bereits eien positive
Erfahrungen über eine im CMYK-Modus bewerkstelligte Duplexproduktion vorliegt.)

Mit bitte um Antwort und freundlichen Dank

Klaus Mahler
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
24. Jul 2003, 12:46
Beitrag #2 von 7
Beitrag ID: #44815
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PS-PDF Generierung via Distiller


Hallo Herr mahler,

in Ihrem Fall hat die Farbraumtransformation in den gewünschten Zielfarbraum (ISO Coated sb) bereits in Adobe Photoshop stattgefunden. Aus diesem Grund muss es eigentlich Ihr Bestreben sein, dass ungewollte weitere Farbraumtransformationen zu späteren Zeitpunkten unterbleiben. Wenn Sie nun aber im Layoutprogramm oder im Acrobat Distiller wieder eine Kalibrierungsinformation an die Farbdaten anhängen würden, dann würde genau dies geschehen. Sie würden nämlich aus den DeviceCMYK-Farben des Dokuments ICC-profilierte (oder zumindest kalibrierte) Farbräume erzeugen, die dann geräteneutral sind. Da aber kein Ausgabegerät dieser Welt geräteneutrale Farbe ausgeben kann, muss spätestens im Ausgabegerät eine erneute Farbraumtransformation stattfinden. In Ihrem Fall wäre dies eine CMYK-nach-CMYK-Transformation, die zu deutliche Tonwertänderungen in den einzelnen Farbkanälen führen würde..

Aus diesem Grund sollten Sie einerseits froh sein, dass Calamus nicht dazwischenfunkt und auch um Gottes Willen nicht im Acrobat Distiller nachträglich taggen (ICC-Profile anhängen).

Wenn Sie nach einem Weg suchen, dem Dienstleister zu signalisieren, dass Ihre Farbdaten bereits im richtigen Farbraum vorliegen, dann bietet sich die Erezugung von PDF/X-1a Dateien an. Deren "Output Intent" beinhaltet ein ICC-Profil, welches die beabsichtigen Ausgabebedingungen (= engl. Output Intent) in wiedergibt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass auszuschließen ist, dass dieses Profil bzw. dieser Output Intent unbeabsichtigt die Farbwiedergabe beeinflußt.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Klaus Mahler
Beiträge: 16
29. Jul 2003, 20:34
Beitrag #3 von 7
Beitrag ID: #45536
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PS-PDF Generierung via Distiller


Lieber robert zacherl,
vielen dank für die klärende Antwort.

Betreffend dem output-intent habe ich noch ne Frage:
Bisher habe ich meine PDF-Datei über den Acrobat 5.0 Distiller mit den von der Druckerei mir gelieferten Joboptions bewerkstelligt. Nun ist mir bekannt, dass das PDF/x 1a-Format ideal für den Einsatz von 4C-PDF ist und ich habe mir auch die sharewarversionen pdfinspektor 2 und PDF/X 3 inspektor von Callas unter zusatzmodule in Acrobat 5 installiert.
Mal abgesehen von der Tatsache dass eine (recht vage eingestellte) Prüfung der von Calamus geschriebenen PS-Datei die über Distiller dann zu PDF konvertiert wurde, lauter Warnmeldungen bringt (das liegt am Sonderweg der Calamus-PS-Generierung, die aber in der Belichter/Druck-Praxis trotz Warnmeldugen einwandfreie Ergebnisse bringt), frager ich wie kann ich aus Acrobat 5.0 eine PDF/x 1a-Datei erzeugen? welche Einstellungen muß ich da vornehmen?

klaus
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
29. Jul 2003, 22:19
Beitrag #4 von 7
Beitrag ID: #45542
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PS-PDF Generierung via Distiller


Hallo Herr Mahler,

bitte erwecken Sie hier keine falschen Hoffnungen. Nur der PDF/X-3 Inspector ist kostenlos nicht aber der Callas pdfInspektor 2, der funktional auch weit mehr bietet.

Was verstehen Sie unter "vage eingestellte Prüfung"? Haben Sie eines der in beiden Plug-Ins mitgelieferten PDF/X-Prüfprofile verwendet?
Was für Warnmeldungen waren dies die Sie während der Prüfung erhielten?
Was meinen Sie mit "Sonderweg" in Bezug auf die PostScript-Generierung in Calamus?

Mit Acrobat 4 oder 5 alleine können Sie keine PDF/X-konformen PDF-Dateien erzeugen. Sie benötigen dazu ein zusätzliches Plug-In. Zwei davon haben Sie schon getestet. Allerdings kann der PDF/X-3 Inspector, wie der Name schon andeutet, nur PDF/X-3 konforme Daten erzeugen. Solange Sie sichergestellt haben, dass keine geräteneutralen Farbbeschreibungen in der PDF-Datei vorkommen, ist eine CMYK PDF/X-3 Datei ebenbürtig mit einer PDF/X-1a Datei. Callas pdfInspektor 2 ist in der Lage beide PDF/X-Normen zu erfüllen.
Eine weitere Alternative wäre das Update auf Acrobat 6 Professional, welches die überarbeitete Preflight-Technologie des Callas pdfInspektors standardmässig beinhaltet. Da der Updatepreis für Acrobat 6 Professional genauso hoch ist wie der Preis des Callas Plug-Ins ist ersteres sicherlich das attraktivere Angebot.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Klaus Mahler
Beiträge: 16
14. Aug 2003, 14:18
Beitrag #5 von 7
Beitrag ID: #47317
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PS-PDF Generierung via Distiller


sehr geehrter Herr Zacherl,
vielen dank für ihre Nachricht, die mir hilfreich war.
Betreffend des PDF-inspektors 2, ist zu sagen, dass dieser wie auch der kostenlose pdfx3-inspektor tatsächlich als von der website von Callas downloadbar ist. Allerdings ist der Funktionsumfang der Demoversion eingeschränkt und die Prüffunktion nur einigemale ausführbar. danach wird man zur registrierung aufgefordert.
Da ich jedoch zunächst auf CMYK-Basis arbeite und sowieso mit einem DTP-Programm (Calamus-SL), dessen PDF-Codierung erprobterweise trotz Fehlermeldungen der Prüfsoftware der Druckerrei im Duplexmodus bisher einwandfrei funktioniert, genügt mir der PDFx3-Inspektor.
Betreff des Fehlerprotokolls werde ich mich aber nochmal melden.

Viele Dank für ihre Hilfe auf diesem neuen und komplexen Feld von Acrobat, dessen Produkt-Neueinführung Acrobat6 von Adobe ich in Zürich miterleben konnte, auf das ich aber noch nicht gewechselt habe (Acrobat 5).
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Klaus Mahler
Beiträge: 16
14. Aug 2003, 14:44
Beitrag #6 von 7
Beitrag ID: #47322
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PS-PDF Generierung via Distiller


Aprospos:
"Solange Sie sichergestellt haben, dass keine geräteneutralen Farbbeschreibungen in der PDF-Datei vorkommen, ist eine CMYK PDF/X-3 Datei ebenbürtig mit einer PDF/X-1a Datei."

Was verstehen sie in diesem kontext als geräteneutral? Ich kenne nur die bezeichnungen für geräteunabhängige Farbmodelle: = xyz-Farbmodell, Yxy-farbmodell, YCC-Farbmodell der Foto CD, das wahrnehmungsangepaßte LCh-Farbmodell und vor allem das LAB-Farbmodell

und die geräteabhängigen Farbmodelle:
RGB, HSB, CMY und CMY+K

Also konkrete Frage: welche Dateiarten mit welchen Kürzeln dürfen drin vorkommen und welche nicht?

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Mahler
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
14. Aug 2003, 15:28
Beitrag #7 von 7
Beitrag ID: #47331
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PS-PDF Generierung via Distiller


Herr mahler,

PostScript (seit Level 2) und PDF (seit PDF 1.2) unterstützen geräteneutrale Farbräume.
Diese sind im PostScript-Umfeld:
- CIEBasedA
- CIEBasedABC
- CIEBasedDEF
- CIEBasedDEFG

Die Pendants im PDF-Umfeld sind:
- CalGray
- CalRGB
- Lab
- ICCBased

In allen Fällen zeichnen sich diese Farbräume gegenüber den geräteabhängigen PostScript- und PDF-Farbräumen durch zusätzliche Kalibrierungsinformationen aus (z.B. Weisspunkt und Schwarzpunkt).

Demgegenüber stehen die geräteabhängigen Farbräume die nur die Kanalanzahl und die absoluten Tonwerte wiedergeben.

Diese sind unter PostScript und PDF identisch:
- DeviceGray
- DeviceRGB
- DeviceCMYK
- Separation
- DeviceN

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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