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Milchfisch S
Beiträge: 138
8. Nov 2002, 11:13
Beitrag #1 von 8
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Probleme mit Farbeinstellungen


Guten Tag allerseits!

Ich habe da ein Problem, von dem ich vermute, dass es eigentlich gar keines ist...

Und zwar: Ich habe in InDesign2 ein Inserat zu Gestalten. Dieses soll S/W sein. Nun habe ich das Firmensignet, welches nur schwarz und weiss ist (schwarz = C0, M0, Y0, K100) es handelt sich dabei um ein Illustrator-File (V10).
Wenn ich dieses nun in InDesign auf schwarzem Hintergrund platziere, so erscheint mir das Schwarz ungleich zu dem des Logos.
Ich habe ausserdem noch folgendes gemacht: Ich Habe die Schrift, welche vorhanden ist schwarz eingefärbt. Nun mein wirkliches Problem: Um mir Gewissheit zu verschaffen, ob es sich wirklich beim Logo um schwarz handelt und im InDesign-File um einen anderen Wert, habe ich das ID-File als EPS exportiert, in Photoshop importiert und dann - zur Kontrolle - in ein gerastertes Bitmap umgewandelt: und siehe da: das Logo ist vollschwarz, der Rest (welchen ich in ID schwarz eingefärbt hatte) ist leicht gerastert, also etwas grau!

Ich habe in Illustrator, in Photoshop sowie in InDesign die selben Farbeinstellungen (Euroscale Coated v2). Somit sollten doch eigentlich solche Dinge nicht mehr passieren können, oder?

Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir da helfen, oder zumindest von gleichen Poblemen Berichten könntet...

Gruss Top
 
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Anonym
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8. Nov 2002, 15:24
Beitrag #2 von 8
Beitrag ID: #15914
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Probleme mit Farbeinstellungen


Farbmanagement ist ein sehr komplexes Thema. Konkrete Empfehlungen zu geben, ist ohne die Kenntnis des Workflows kaum möglich. Nur soviel, was das "Schwarz" betrifft, was grau wird. Dies passiert, wenn Profileinstellungen vorgenommen werden, die Farbraumtransformation zur Folge haben. So kann es passieren, daß im Workflow eine CMYK-Farbe nach LAB und wieder zurück nach CMYK transformiert wird. Im Falle von Schwarz (100%K, 0%C,0%M,0%Y) ist das dann aber kein Schwarz mehr, sondern wird aus allen Prozeßfarben aufgebaut, wobei der K-Anteil weniger als 100% ist. Und so ist es dann ein grau.

Gruß Torsten
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Michel Mayerle
Beiträge: 1047
8. Nov 2002, 15:46
Beitrag #3 von 8
Beitrag ID: #15916
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Probleme mit Farbeinstellungen


Hallo

Der Einsatz von durchgängigem Farbmanagement benötigt viel Erfahrung. Ich würde daher vorschlagen, dass das Farbmanagement in InDesign deaktiviert wird! Farbmanagement in InDesign macht im Moment meistens nur Sinn, wenn man den visuellen Eindruck eines Vierfarbenbildes am Monitor prüfen möchte. Da man bei der Ausgabe aber sehr genau aufpassen muss, was man macht, empfehle ich dringendst das Farbmanagement zu deaktivieren!

Wenn unbedingt mit aktiviertem ColorManagement gearbeitet werden muss, gibt es einen sogenannten PostScript-Prolog (kann man auf http://www.pdfx.de/download.html downloaden), den man mit dem Distiller einsetzen kann. Diese Prolog-Datei muss man in den Startup-Ordner des Distiller legen und in der Funktion "Erweitert" des Distillers die Funktion Prolo/Epilog verwenden aktivieren. Jetzt erzwingt die PS-Prolog-Datei während dem Distillen bei den Objekten, die wirklich Schwarz sein sollen, ein reines Schwarz. Ich empfehle aber unbedingt das Schwarz zu verwenden,welches in InDesign standardmässig als Schwarz bezeichnet wird.

Aber noch einmal, es wäre einfacher, wenn das Farbmanagement im InDesign für die Ausgabe nicht verwendet wird, weil einfach das Know-How dazu noch nicht ausgereift genug ist.

Mit freundlichen Grüssen
Michel Mayerle
als Antwort auf: [#15886] Top
 
Anonym
Beiträge: 22827
8. Nov 2002, 15:59
Beitrag #4 von 8
Beitrag ID: #15918
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Probleme mit Farbeinstellungen


Danke für die Tipps!

Gibt es eine empfehlenswerte Lektüre zum Thema Color-Management? Ich habe da noch keinerlei Durchblick, was beispielsweise die Vorteile beim Einsatz des CMS sind (ausgenommen konsistenter Farben beim Austausch zwischen den Adobe-Programmen)

Ich meinerseits habe einfach eine bessere Übereinstimmung zwischen kalibrierter Bildschirmanzeige und Printprodukten zu erkennen geglaubt... Aber das kann ja nicht alles sein, was sich hinter einer derartig komplexen Materie versteckt...

-Stephan-
als Antwort auf: [#15886] Top
 
Michel Mayerle
Beiträge: 1047
8. Nov 2002, 16:26
Beitrag #5 von 8
Beitrag ID: #15920
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Probleme mit Farbeinstellungen


Das Color Management verfolgt folgende Ziele:

Das Farbliche Erscheinungsbild soll auf allen im Workflow beteiligten Geräten ähnlich erscheinen:

Der Scan soll am Monitor ähnlich wie das Original aussehen

Ein Farbproof soll möglichst gleich aussehen wie das Original und das Bild am Monitor

Der gedruckte Bogen soll dem Original, dem Bild am Monitor sowie dem Proof möglichst entsprechen.

Diese Ziele kennen Sie ja bereits. Doch das ist noch nicht ganz alles. Ein wesentliches Ziel von Color Management liegt auch darin, das zu erwartende Druckergebnis bereits am Monitor simulieren zu können. Hierzu werden aus dem Ausgabeprofilen die notwendigen Informationen genommen, damit das Erscheinungsbild bereits am Monitor als Softproog betrachtet werden kann. Ein kalibirierter sowie profilierter Monitor ist natürlich notwendig!

Der Einsatz eines guten Softproofs steht einem Hardproof in nichts nach!

Des weiteren möchte man mit ColorManagement erreichen, dass die Bilddaten medienneutral archiviert werden können und dass ein Druckerzeugnis auch in einem Jahr unter gleichen Bedingungen reproduziert werden kann wie früher.

Mit freundlichen Grüssen
Michel Mayerle
als Antwort auf: [#15886] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
8. Nov 2002, 23:09
Beitrag #6 von 8
Beitrag ID: #15949
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Probleme mit Farbeinstellungen


Hallo Herr Mayerle,

ich gehe mit Ihrer Antwort nicht ganz konform.

Der Anwender schreibt, dass er mit Adobe InDesign 2.0 arbeitet. Adobe hat in dieser Softwareversion eine klare Trennung zwischen einem Farbmanagement für die korrekte Darstellung von Farbe am Bildschirm und einer korrigierten Farbausgabe implementiert. Man kann also sehr wohl mit aktiviertem Farbmanagement arbeiten und profitiert dann von der verbindlicheren Farbdarstellung am Monitor. Nur beim Drucken aus Adobe InDesign 2.0 sollte man halt die Finger vom Farbmanagement lassen, wenn man nicht weiß was man da tut.

Es ist in einem Standard CMYK-Workflow sehr wohl möglich aus Adobe InDesign CMYK-Farben unverändert auszugeben ohne auf Tricks wie die Prolog-Datei von Herrn Drümmer zurückgreifen zu müssen. Der Weg zum Erfolg führt ganz einfach darüber, dass man Adobe InDesign (oder auch jedem anderen Farbmanagement-fähigen Programm) signalisiert, dass das CMYK, welches man im Dokument angemischt und auf Objekte angewendet hat, bereits in dem beim Drucken ausgewählten Zielfarbraum vorliegt. Somit liegt für die Software keine Notwendigkeit einer farblichen Umrechnung vor und die Farbwerte bleiben folglich unangetastet. Den Fehler, den gerade InDesign-Anwender immer wieder begehen (vor allem in Version 1.52) ist der, dass unterschiedliche CMYK-Quell- und Ziel- respektive Ausgabeprofile definiert werden. Dies führt unweigerlich zu einer CMYK-Lab-CMYK-Wandlung, welche wiederum zu völlig veränderten CMYK-Werten führt. Die Folge ist z.B., dass der schwarze Text auf allen vier Farbauszügen erscheint und auch im Schwarzauszug nicht mehr den ursprünglich angelegten Tonwert trägt.

In Adobe InDesign 1.52 muss um das zu verhindern einfach nur in "Farbeinstellungen für Dokument" als CMYK-Profil "Separationsprofil verwenden" eingestellt werden.
Somit paßt sich der CMYK-Quellfarbraum automatisch dem in "Farbeinstellungen für Anwendung" gewählten Zielfarbraum (Option "Separationen") an. Wenn CMYK Quell- und Zielprofil identisch sind, erfolgt keine Farbraumtransformation.

In InDesign 2.0 ist es eigentlich noch viel einfacher. Hier wählt man im Druckdialog unter dem Bereich "Farbmanagement" und dessen Unteroption "Druckfarbraum" einfach die Option "Dokument-CMYK". Dadurch wird der zum Zeitpunkt des Anlegens des neuen Dokuments gewählte CMYK-Arbeitsfarbraum für die Ausgabe verwendet. Wiederum erfolgt keine Umrechnung der CMYK-Farbwerte. Wichtig ist, dass man vor dem Anlegen eines neuen Dokuments bereits die richtigen Arbeitsfarbräume definiert. Diese "brennen" sich nämlich in das angelegte Dokument ein (es kann zwar mit der Funktion "Profil zuweisen" auch nachträglich geändert werden, die angelegten Seitenobjket behalten aber diesen Dokumentfarbraum bei).

Was Ihre Anmerkung bzgl. der Verwendung der Acrobat Distiller Prolog-Datei von Herrn Drümmer betrifft: Dieser Patch ist für einen gänzlichen anderen Zweck entwickelt worden. Nämlich für einen Worklow bei dem Farben bevorzugt geräteneutral (also in nicht-DeviceCMYK-Farbräumen) ausgegeben werden sollen. Wenn dann verhindert werden soll, dass fixe, vorgegebene CMYK-Farbwerte einer später notwendigen Farbraumtransformation unterzogen werden, dann macht dieser Patch Sinn.
Die Prolog-Datei darf übrigens nicht in den Startup-Ordner des Distillers gelegt werden, da es eben keine Startup- sondern eine Prolog-Datei ist. Diese muss entweder im Ordner "Data" im Acrobat-Programmordner liegen oder in einem der überwachten Ordner des Acrob at Distiller (wenn im Hotfolder-Modus distillt wird).

Bitte nehmen Sie mir diesen Versuch der Richtigstellungen nicht übel. Aber wie Sie schon völlig korrekt erwähnten ist Farbmanagement keine triviale Thematik. Die vielen Halbwahrheiten die zu diesem Thema tagtäglich verkündet werden, machen die Sache für den Einsteiger aber keinesfalls einfacher. Dann muss man als solcher vielleicht wirklich zu dem Schluß kommen, dass es am besten ist, es einfach ausgeschaltet zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl
als Antwort auf: [#15886] Top
 
Michel Mayerle
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10. Nov 2002, 19:47
Beitrag #7 von 8
Beitrag ID: #16007
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Probleme mit Farbeinstellungen


Sehr geehrter Herr Zacherl

Sie wissen, dass ich mich immer gerne von Ihnen belehren lasse :-) Im Grossen und Ganzen sind wir ja einer Meinung. Ich vertrete einfach die Meinung, dass ein durchgängiges Farbmanagement für viele Anwender noch zu früh ist, weil oft das nötige KnowHow fehlt. Es ist aber absolut klar, dass mit Adobe InDesign2 die nötigen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um Farbmanagement auch korrekt betreiben zu können.

Mit freundlichen Grüssen
Michel Mayerle
als Antwort auf: [#15886] Top
 
Michel Mayerle
Beiträge: 1047
11. Nov 2002, 07:51
Beitrag #8 von 8
Beitrag ID: #16019
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Probleme mit Farbeinstellungen


Uebrigens:

Der Einsatz eines Softproofes finde ich absolut sinnvoll. Es macht absolut Sinn, das spätere Ergebnis am Bildschirm visuell prüfen zu können. Schweizer ColorManagement-Spezialisten gehen sogar teilweise so weit, dass Sie gewissen Kunden abraten, ein Hardproof für die blosse Farbkontrolle zu erstellen. Die Qualität eines guiten Softproofes ist absolut hervorragend, es wäre schade, wenn diese Funktion nicht genutzt würde. Ich bin mit Ihnen also absolut einer Meinung wenn Sie sagen, dass Softproof eine gute Sache sei.

Mit freundlichen Grüssen
Michel Mayerle
als Antwort auf: [#15886] Top
 
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