Wozu dem Leser ausgeschriebene Sätze liefern?
Die Formulierung der Botschaft in möglichst wenigen Stichworten ist der stärkste Beweis eines Autors für seinen Glauben an die Intelligenz des Lesers.
Die Verknappung der überflüssigen Worte und Zeichen spart Papier und Druck, macht die Bücher leichter und beansprucht weniger Lagerraum.
Ich wende mich gegen die o.g. Verknappungen der Zahlen auf das Nötigste. Redundanz fördert die Lesbarkeit und das Verständnis. Mein Kopf ist kein Computer, der beim Lesen - wie früher bei Uli, dem Fehlerteufel - unterschlagene Ziffern fortlaufend virtuell ergänzt und expandiert. Beim Lesen muß ich mich um andere Dinge kümmern als die Schreibfaulheit des Autors bzw. des Setzers zu kompensieren.
Unterm Strich ist das Problem möglicherweise in einer jahrzehntelangen Gewohnheit verankert. Aber man kann doch nicht alle Gewohnheiten zu jeder Zeit zur Disposition stellen. Gewohnheiten erleichtern die Orientierung und die Konzentration auf das Besondere.
Deshalb 1.457-1.487 und nimmer 1.457-87.
Eine Regel außer der Konvention ist mir dafür nicht bekannt.
Bist Du heimlich nicht auch ein Freund von Wiederholungen und Redundanz, sagst lieber etwas dreimal, wo's bloß einmal nötig wäre und willst ausgerechnet bei den Zahlen sparen? Ist das ein besonderer Beleg für die Unterstellung von Intelligenz und Kreativität beim Leser?
Martin Fischer
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