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Wolfgang Plietsch
Beiträge: 39
28. Apr 2004, 16:57
Beitrag #1 von 7
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Leute,
wie kann ich ein PDF erzeugen (bzw. mit welchem Hilfsprogramm zu Acrobat Distiller), in dem Schmuckfarben enthalten sind und keine Skalenfarben? Wie kann ich die Schmuckfarbe von zweifarbigen PDFs, welche zur Zeit als CMYK angelegt ist, als echte Schmuckfarbe wandeln? Wir bekommen immer wieder PDFs, die normalerweise zweifarbig sind. Beim Belichten kann ich aber nur die Skalenfarben belichten. Somit muss ich mit einem der Farbauszüge vorlieb nehmen, um den Film für die Schmuckfarbe zu erhalten. Oftmals ist aber der Magenta-Auszug gerastert, da die Farbe Rot aus 80% Magenta und 80% Gelb angelegt ist.
Natürlich wird jetzt jeder sagen, sag doch deinem Kunden, dass er mindestens eine Farbe zu 100% aus einer Skalenfarbe anlegen soll. Da ich aber von sehr vielen verschiedenen Kunden solche PDFs bekomme, suche ich nach einer Möglichkeit, wie ich schnell und unkompliziert eine Lösung im Haus realisieren kann.

Ich bin für jede Info dankbar

Wolfgang Top
 
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
28. Apr 2004, 19:14
Beitrag #2 von 7
Beitrag ID: #82506
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Herr Plietsch,

die einzige Software die mir hier in den kommt ist das Acrobat Plug-In Supercolor. Mit dessen Hilfe ist sowohl die Spot-nach-CMYK als auch CMYK-nach-Spot Transformation möglich. Im Gegensatz zu anderen Werkzeugen die letzteres auch für eine bestimmte CMYK-Mischfarbe beherrschen und diese dann in einen fixen Spot Tonwert wandeln (z.B. Enfocus PitStop) bietet Supercolor zusätzlich die Möglichkeit alle Abstufungen einer bestimmten CMYK-Mischfarbe in entsprechende Tonwerte einer Spot-Farbe zu konvertieren.

Allerdings ist der korrekte Weg natürlich schon, gleich von Anfang an ein PDF mit korrekt enthaltenen Sonderfarben zu erzeugen. Denn jeder korrigierende Eingriff in einen Datenbestand stellt für sich wieder eine potentielle Fehlerquelle dar.
Heutige, moderne Layoutprogramme sind durchaus in der Lage auch bei der unseparierten Ausgabe Sonderfarben wiedergeben zu können. Evtl. muss manchmal mit kleinen Tricks und Kniffen nachgeholfen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Rita
Beiträge: 234
28. Apr 2004, 19:21
Beitrag #3 von 7
Beitrag ID: #82507
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Schmuckfarben im PDF


hallo wolfgang,
ich steh - in zeiten, in denen alle druckereien nach pdfs zu schreien beginnen - vor dem gleichen problem: ich hab eine xpress datei, 2c: schwarz+1schmuckfarbe. kann ich ein entsprechendes 2c-pdf erstellen, oder gibts das gar nicht?

lieber robert,
leider versteh ich bei deiner antwort nur bahnhof, äh, bitte eine erklärung für einfache grafiker-gemüter... danke

rita
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
28. Apr 2004, 19:49
Beitrag #4 von 7
Beitrag ID: #82508
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Rita,

ja, warum soll das nicht gehen? Wie sollten sonst tausende von Betrieben tagtäglich auf PDF-Basis produzieren können?

Mischen Sie Ihre Sonderfarbe in QuarkXPress an und weisen Sie sie den entsprechenden Seitenelementen zu. Solange diese nur aus Text-, einfachen Grafikelementen und TIF-Strichbildern bestehen, gibt es überhaupt keine Probleme und die daraus mit Hilfe von Acrobat Distiller 4 (oder neuer) generierte PDF 1.3-Datei wird sofort die Sonderfarbe beinhalten.

Schwieriger wird es wenn komplexe Objekte die Sonderfarbe tragen sollen. So z.B. Farbverläufe oder in QuarkXPress eingefärbte Graustufen TIFF-Bilder. In diesem Fall müssen Sie die Fähigkeiten eines Acrobat Distiller 5 oder 6 extrem strapazieren und ihn die falsch von QuarkXpress 3, 4 und 5 ausgebenen Sonderfarbenverläufe wieder zurechtbiegen lassen. Wie das geht können Sie hier dutzendfach unter den Stichworten "Idiom Recognition" und "Creo Distiller Assitant" nachlesen.
Das Problem der eingefärbten TIFF-Bilder bekommen Sie durch Einsatz der kostenlosen Creo Color TIFF XTension in den Griff. Auch dazu finden mehr als genug Threads in diesem Forum.
Beide Probleme sind überigens auch alternativ durch Einsatz von QuarkXPress 6.x und dessen DeviceN Ausgabemodus lösbar.

Sofern Sie Acrobat 6 Professional einsetzen können Sie wunderschön mit Hilfe dessen Separationsvorschau prüfen, ob die Sonderfarbe im PDF enthalten ist und welchen Seitenobjekten sie zugewiesen ist.

Was gibt es sonst noch zu beachten? Duplex-Bilder müssen in Adobe Photoshop 5.0.2 oder neuer gespeichert werden. DCS-Bilder sind im PDF-Workflow tabu. Hier bietet sich der Einsatz einer Lösung wie DCSMerger oder der Workaround eines "Photoshop PDF" Bildes an, welches in Acrobat als als Level 2 EPS exportiert und dann im Layout platziert wird an.

Reichen diese Mittel nicht mehr aus oder hat man keinen Einfluß darauf wie das PDF erezugt wird, dann muss eben zu Werkzeugen wie dem bereits angesprochenen Heidelberg Supercolor gegriffen werden.

Das waren in knapper komapkter Form die Geheimnisse der Sonderfarben-Verarbeitung für einen QuarkXPress- und PDF-Anwender.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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Anonym
Beiträge: 22827
30. Apr 2004, 11:16
Beitrag #5 von 7
Beitrag ID: #82909
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Herr Zacherl,
vielen Dank für die umfangreichen Informationen.
Leider stehe ich immer noch vor dem Problem, wie ich aus Adobe Acrobat 5 die Schmuckfarbe separieren kann. Eine zweifarbige PDF-Datei aus Schwarz und HKS 13 wird auf unserem Belichter immer in 4c ausgegeben. Wir arbeiten mit dem Apogee PDF-Rip 1.0. Kann es sein, dass es an dem RIP liegt?

Gruß und vielen Dank für eine Antwort

Wolfgang Plietsch
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Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
30. Apr 2004, 11:36
Beitrag #6 von 7
Beitrag ID: #82911
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Herr plietsch,

der erste Schritt ist festzustellen, ob es am erzeugten PDF oder an Ihrem RIP bzw. dessen Ansteuerung/Konfiguration liegt.
Da Acrobat Versionen vor Version 6 keine Möglichkeiten bieten Sonderfarben zu "sehen" bzw. zu kontrollieren, müssen Sie ein entsprechendes Plug-in einsetzen.
Hier gibt es diverse Lösungen für jeden Geschmack und jedes Budget.

Ein sehr gutes und in der Demoversion sogar kostenloses Farbmeßwerkzeug ist das Acrobat Plug-In "Heidelberg Supercolor". Damit können Sie Seitenobjekte anklicken und es zeigt Ihnen dessen Farbe an. Sofern hier die Sonderfarbe angezeigt wird, liegt es also nicht am PDF, sondern am Ausgabeprozeß.

Da Acrobat 5 auch keine Farbseparation eingebaut hat (auch dieses Feature ist erst jetzt in der aktuellen 6er Version verfügbar) haben Sie nur die Möglichkeit entweder unsepariert also composite auf ihren RIP zu drucken und dessen in-RIP Separation zu nutzen. Da Acrobat 5 aber nicht die Steuerinformation für die in-RIP Separation mit ausgeben kann, sind Sie auf Gedeih und Verderb den Fähigkeiten und der Konfiguration Ihres RIPs ausgeliefert. Aus eigener Erfahrung weiß ist, dass nicht aktuelle AGFA PDF RIPs standardmässig bei einer unkontrollierten in-RIP Separation alle Sonderfarben nach CMYK konvertieren und alle vier CMYK-Farbauszüge ausgeben.

Entweder bringen Sie also Ihren RIP auf einen aktuellen Stand (was ich Ihnen eh nur dringends anraten kann) oder Sie setzen auch hier entsprechende Hilfsmittel ein. Hier käme wie gesagt Acrobat 6 Profesional in Frage oder ein Plug-in namens ARTS PDF Crackerjack. beide bieten die Möglichkeit einer gesteuerten in-RIP Separation bei der Sie bestimmen können welche Farbauszüge generiert werden sollen.

Demoversionen von Supercolor und Crackerjack finden Sie auf unserer Website.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#82472] Top
 
Wolfgang Plietsch
Beiträge: 39
30. Apr 2004, 13:43
Beitrag #7 von 7
Beitrag ID: #82952
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Schmuckfarben im PDF


Hallo Herr Zacherl,
das war noch einmal sehr informativ. Ich werde mir mal die Demoversion von Crackerjack herunterladen. Auf der Drupa werde ich mir ebenfalls Informationen von AGFA holen, wie ich am besten unseren RIP updaten kann.
Sie haben mir sehr geholfen.
Recht herzlichen Dank nach Hamburg
und sonnige Grüße aus Simbach a. Inn.

Wolfgang Plietsch
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