hallo,
sogar unabhängig vom Preis ist durch den Einsatz einer Sonderfarbe nicht per se eine konsistentere Corporate Identity gewährleistet, wenn auf verschiedenen Substraten gedruckt wird. Und davon können bereits Visis auf Karton Sorte A und Briefpapier auf Papiersorte B betroffen sein.
Bei entsprechender Passgenauigkeit und farblicher "Machbarkeit" in CMYK sind große Flächen, die sich aus mehreren Farben zusammensetzen im Offset auch sicherer zu drucken als nur eine Vollton- (Sonder-) farbe, weil eventuelle "Unruhen" bezüglich Dichte/gleichmässiger Farbauftrag nicht so auffallen, bzw überhaupt gar nicht entstehen, vorausgesetzt einzelne Farbanteile liegen nicht unter 5 oder gar 3% ;-)
Wenn nicht mit einer Hausfarbe als Sonderfarbe (speziell ermittelt für ein bestimmtes Substrat) gearbeitet wird, dann ist es unter der Massgabe einer ordentlich gemäß PSO eingerichteten CMYK-Strecke sogar leichter dieselbe Farbe zwei oder drei Jahre zu reproduzieren. Siehe dazu auch hier:
http://www.hilfdirselbst.ch/..._P447676.html#447676 Hängt aber natürlich nicht nur von den Kosten, sondern genauso vom Anspruch am Alleinstellungsmerkmal eines Logos ab, der sich allein schon durch eine dezidierte Farbauswahl zu erkennen gibt: Wenn sich der beabsichtigte Farbwert nun einmal in CMYK und dieser oder jenen Druckbedingung (Druckverfahren/Substrat) nicht genau abbilden lässt, dann geht´s ohne Sonderfarben schlicht nicht.
Es ist auch heute bei extremer Passgenauigkeit via CTP ein Unterschied, ob Briefbogen oder Visis auf einer A3-Maschine oder zu meheren Nutzen im Format A1 produziert werden. Je nach sonstiger Farbmenge auf dem Bogen passt das nicht immer überall gleich gut und ob dann bei einer in 7 pt gesetzten Bankverbindung wegen minimalem Fehlpasser bei dem einen oder anderen Nutzen unterschiedliche Strichstärken entstehen, ist somit nicht gänzlich ausgeschlossen.
Intelligenter allerdings hinsichtlich ökonomischer Überlegungen wäre meiner Meinung nach in der Tat eine Farbauswahl, die auch mit CMYK zu erzielen ist, auch vor dem Hintergrund eventueller digitaler Druckausführungen, die - je nach Technik - ja Sonderfarben ja auch nur in bestimmten Grenzen abbilden kann.
Und es spielt sicherlich auch der Verwendungszweck eine Rolle: Ob nun ein Zahnarzt sein Lieblingsgrün oder Blau auf seinem Briefpapier sehen will und sich daher eine Sonderfarbproduktion "gönnt" oder ein Konzern mit Millionenauflagen wie die Telekom Farbe und aufwendigere Produktionen einspart.
Gruß,
Ulrich