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Forenindex » PrePress allgemein » Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung » Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?

 



wildcat
Beiträge: 81

26. Jan 2012, 11:38

Beitrag #1 von 7
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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Hallo @all,

nun bin ich ja schon 20 Jahre im Geschäft und hab schon viel gesehen
und gemacht.
Und trotzdem hat mich (m)eine Druckerei neulich überrascht:
Inzwischen empfiehlt er seinen Kunden, Briefbögen und Visitenkarten
statt in Sonderfarben lieber in CMYK zu drucken. Natürlich nur, wo die
Umrechnung recht gut möglich ist (nicht bei z. B. Leucht- oder Metallicfarben).
Ja, stimmt, die Raster sind so fein und die Passer so gut, dass man oft
wirklich genau hingucken muss, um einen Unterschied zu erkennen.
Dann spricht natürlich auch der günstigere Preis dafür.

Aber trotzdem bin ich überrascht.
Ist das wirklich nicht mehr "üblich"?
Ist der Qualitäts-Bonus von "richtigen" Sonderfarben inzwischen dahin ...?

Wie haltet ihr das, sind Sonderfarben ein Luxus, den man nicht mehr "braucht"?
Es handelt sich um eine "richtige" Druckerei, keine Online-Druckerei ...


Schöne Grüße,
Ingrid
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Ralf Hobirk p
Beiträge: 4602

26. Jan 2012, 12:04

Beitrag #2 von 7
Beitrag ID: #488619

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Hallo Ingrid,

im Grunde hast du dir die Antwort selbst schon gegeben:

Zitat Ja, stimmt, die Raster sind so fein und die Passer so gut, dass man oft wirklich genau hingucken muss, um einen Unterschied zu erkennen.

Es gibt natürlich Farbtöne die mit CMYK nicht zu erzielen sind.

Zitat Dann spricht natürlich auch der günstigere Preis dafür.

Das ist der springende Punkt. Die Druckerei muss keine Sonderfarben kaufen. Und nicht kalkulieren, dass gerade bei kleineren Auflagen der Rest in der Dose vertrocknet.

Außerdem muss bei der Verwendung von Sonderfarben (Volltonfarben) vor und nach dem Druckvorgang jedes Mal die Maschine gewaschen werden. Das sind Standzeiten und Lohnkosten…

---
Sonnige Grüße aus Egypt Cool
Ralf
---
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El Gouna - Life as it should be!

als Antwort auf: [#488616] Top

stonie_pdm
Beiträge: 73

26. Jan 2012, 12:34

Beitrag #3 von 7
Beitrag ID: #488622

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Entscheidend ist vor allem, was der Kunde erwartet und was er bereit ist zu zahlen. Letztendlich bekomme ich beim Autohändler auch keinen Mercedes zum Preis eines Kleinwagens.
Wenn ich Wert auf eine möglichst einheitliche Wiedergabe meiner Hausfarbe lege kommt man an Sonderfarben kaum vorbei. Und mal ehrlich, selbst beim besten Passer und 80er Raster sieht Raster in einer 8 Pt Schrift bescheiden aus.

als Antwort auf: [#488619] Top

Ulrich Lüder p
Beiträge: 789

26. Jan 2012, 12:40

Beitrag #4 von 7
Beitrag ID: #488623

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Antwort auf [ wildcat ] Inzwischen empfiehlt er seinen Kunden, Briefbögen und Visitenkarten
statt in Sonderfarben lieber in CMYK zu drucken. Natürlich nur, wo die
Umrechnung recht gut möglich ist (nicht bei z. B. Leucht- oder Metallicfarben).

Ist der Qualitäts-Bonus von "richtigen" Sonderfarben inzwischen dahin ...?

Wie haltet ihr das, sind Sonderfarben ein Luxus, den man nicht mehr "braucht"?
Es handelt sich um eine "richtige" Druckerei, keine Online-Druckerei ...


hallo,

sogar unabhängig vom Preis ist durch den Einsatz einer Sonderfarbe nicht per se eine konsistentere Corporate Identity gewährleistet, wenn auf verschiedenen Substraten gedruckt wird. Und davon können bereits Visis auf Karton Sorte A und Briefpapier auf Papiersorte B betroffen sein.

Bei entsprechender Passgenauigkeit und farblicher "Machbarkeit" in CMYK sind große Flächen, die sich aus mehreren Farben zusammensetzen im Offset auch sicherer zu drucken als nur eine Vollton- (Sonder-) farbe, weil eventuelle "Unruhen" bezüglich Dichte/gleichmässiger Farbauftrag nicht so auffallen, bzw überhaupt gar nicht entstehen, vorausgesetzt einzelne Farbanteile liegen nicht unter 5 oder gar 3% ;-)

Wenn nicht mit einer Hausfarbe als Sonderfarbe (speziell ermittelt für ein bestimmtes Substrat) gearbeitet wird, dann ist es unter der Massgabe einer ordentlich gemäß PSO eingerichteten CMYK-Strecke sogar leichter dieselbe Farbe zwei oder drei Jahre zu reproduzieren. Siehe dazu auch hier: http://www.hilfdirselbst.ch/..._P447676.html#447676

Hängt aber natürlich nicht nur von den Kosten, sondern genauso vom Anspruch am Alleinstellungsmerkmal eines Logos ab, der sich allein schon durch eine dezidierte Farbauswahl zu erkennen gibt: Wenn sich der beabsichtigte Farbwert nun einmal in CMYK und dieser oder jenen Druckbedingung (Druckverfahren/Substrat) nicht genau abbilden lässt, dann geht´s ohne Sonderfarben schlicht nicht.

Es ist auch heute bei extremer Passgenauigkeit via CTP ein Unterschied, ob Briefbogen oder Visis auf einer A3-Maschine oder zu meheren Nutzen im Format A1 produziert werden. Je nach sonstiger Farbmenge auf dem Bogen passt das nicht immer überall gleich gut und ob dann bei einer in 7 pt gesetzten Bankverbindung wegen minimalem Fehlpasser bei dem einen oder anderen Nutzen unterschiedliche Strichstärken entstehen, ist somit nicht gänzlich ausgeschlossen.

Intelligenter allerdings hinsichtlich ökonomischer Überlegungen wäre meiner Meinung nach in der Tat eine Farbauswahl, die auch mit CMYK zu erzielen ist, auch vor dem Hintergrund eventueller digitaler Druckausführungen, die - je nach Technik - ja Sonderfarben ja auch nur in bestimmten Grenzen abbilden kann.

Und es spielt sicherlich auch der Verwendungszweck eine Rolle: Ob nun ein Zahnarzt sein Lieblingsgrün oder Blau auf seinem Briefpapier sehen will und sich daher eine Sonderfarbproduktion "gönnt" oder ein Konzern mit Millionenauflagen wie die Telekom Farbe und aufwendigere Produktionen einspart.

Gruß,

Ulrich

als Antwort auf: [#488616]

(Dieser Beitrag wurde von Ulrich Lüder am 26. Jan 2012, 12:48 geändert)
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Thomas Richard  M  p
Beiträge: 14835

27. Jan 2012, 01:44

Beitrag #5 von 7
Beitrag ID: #488658

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Antwort auf [ wildcat ] Wie haltet ihr das, sind Sonderfarben ein Luxus, den man nicht mehr "braucht"?
Es handelt sich um eine "richtige" Druckerei, keine Online-Druckerei ...

Wer sagt was zu wem!

Der Drucker, als Kredit abstotternder Unternehmer mit inzwischen durchweg mindestens 4-Farbmaschinen, hat ein wirtschaftliches Problem die 4 farbige Maschine abzubezahlen, wenn er sie als ein- oder zweifarbenmaschine Kalkulieren muss.

Das steht in einem krassen Missverhältnis zu den Zeiten in denen auf einer 1-Farbenmaschine die Auftragszeit für Sonderfarbe + Schwarz nur die Hälfte dessen Betrug, was ein 4-farbiger Job bei gleicher Auflage benötigte.

Einfach gesagt: Früher hat die Sonderfarbe Zeit und Kosten gespart, heute verursacht sie zusätzliche Kosten. Von daher ist der Drucker froh, wenn er die Maschine nicht nur nicht extra waschen muss, sondern sie auch guten Gewissens zum vollen Stundensatz in Rechnung stellen kann.


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

als Antwort auf: [#488616] Top

wildcat
Beiträge: 81

27. Jan 2012, 17:55

Beitrag #6 von 7
Beitrag ID: #488712

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Danke für eure Antworten.

Im Grunde habe ich mir das so auch zusammengereimt.

Antwort auf [ stonie_pdm ] Und mal ehrlich, selbst beim besten Passer und 80er Raster sieht Raster in einer 8 Pt Schrift bescheiden aus.

Stimmt aber leider auch. Und diesen Fall hat man eben auch immer wieder ...
jedenfalls bei BB (ungestrichen)


Antwort auf [ Ulrich Lüder ] Intelligenter allerdings hinsichtlich ökonomischer Überlegungen wäre meiner Meinung nach in der Tat eine Farbauswahl, die auch mit CMYK zu erzielen ist, auch vor dem Hintergrund eventueller digitaler Druckausführungen, die - je nach Technik - ja Sonderfarben ja auch nur in bestimmten Grenzen abbilden kann.


Bei Neuentwicklungen lohnt es sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken ...


Schönes Wochenende,
Ingrid

als Antwort auf: [#488658] Top

matmax S
Beiträge: 500

16. Apr 2012, 14:44

Beitrag #7 von 7
Beitrag ID: #493470

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Sonderfarben in Geschäftsausstattung nicht mehr "üblich"?


Ich habe mit einem Kunden auch eine Sonderfarben-Odyssee hinter mir. Dieser beklagte immer die "Wolkigkeit"/fehlende Homogenität in den Farbflächen. Wir wechselten die Druckerei, es wurde besser, war aber immer noch auffällig. Nach zahlreichen Druckabnahmen und Nachbesserungen druckten wir aus Zeitmangel einmal Visitenkarten in einer Onlinedruckerei. Uns siehe da: Der Kunde war vollstens zufrieden und die Karten sagen auch besser aus! Da bestätigte mir der Drucker auch, dass 4c u.U. manchmal (bei großen Farbflächen) besser ist (wenn die Farbe denn darstellbar ist). Außerdem eröffnete er mir die vielfältigen Pantone-Probleme und wie schwer es ist die Farbe/Farbklime über unterschiedliche Bedruckstoffe konstant zu halten … Diese "Empfehlung" hätte ich mir von dem Drucker schon früher gewünscht. Da wäre allen geholfen gewesen …
Beste Grüße! matmax

OS X 10.6 CS3

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