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jensche
Beiträge: 72
29. Okt 2010, 13:22
Beitrag #1 von 10
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Farbdefinitions-Systematik


Hallo zusammen

Ich möchte gerne eine Diskussion zum folgenden Problematik und Arbeitsweise ansetzen.
Es geht um Farbdefinitionen bei der Definition von Richtlinien (Erstellung von CD Richtlinien) und der Bereitstellung der jeweiligen Daten. Es geht mir darum was macht Sinn was ist unsinnig. Vor- und Nachteile usw.


A) Pro Farbsystem eine Datei
Farbbestimmung und Datengrundlagen für die Nutzung in verschiedenen Farbsystemen (dargestellt unabhängig von der Dateiart):

Jeweilig EINE Datei pro Standardfarbsystem
– CMYK
– Pantone
usw.

Logonamen wären wie folgt:
Kunde_A_Wortmarke_2f_Pantone.eps
Kunde_A_Wortmarke_4c.eps

usw.

Vorteile:
– Industriestandard
– für jedes Farbsystem ein Logo
– einfache logische Nachvollziehbarkeit (keine erklärung nötig)
– Vorteile z.b. für IN-Rip Digital Druck Farbanpassungen Pauschal auf Pantonefarben (Fiery Rip z.b.)

Nachteile:
– viele Dateien
– höhere Fehlerquellen


B) Hybrid Logos
Zwei Standard Farbsysteme in einer Datei, d.h. Pantone Farbe definier und die CMYK Farbe richtig zugewiesen und erläutert. ((es geht nicht um die CMYK Standard Umwandlung von Pantone, sondern um spezifische Farbwerte die in CMYK hinterlegt werden))

Eine Datei für die Abdenkung der gängigsten 2 Standardfarbsystem
– Pantone und CMYK kombiniert die Definition wär denn P 485_M100Y100

Logonamen wir folgt:
Kunde_A_Wortmarke_farbig.eps

Vorteile:
– beide Systeme hinterlegt
– eine Datei für 2 Systeme

Nachteile:
– Erklärungsbedarf wenn jemand ein CMYK Logo braucht
– Kein Standard
– was macht man wenn man 2-5 Farbsysteme macht usw?


Gerne würde ich wissen wie ihr das sieht und handhabt.
Was macht Sinn, ist Nachvollziehbar usw.
(Dieser Beitrag wurde von jensche am 29. Okt 2010, 13:23 geändert)
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macbookmatthes
Beiträge: 289
29. Okt 2010, 14:16
Beitrag #2 von 10
Beitrag ID: #455597
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Farbdefinitions-Systematik


Lieber Kollege,

du beschäftigst dich sehr mit der DATEI-Systematik.

Die Farbe definiert sich aber "von hinten", also vom Endprodukt her.

Anders gesagt: WELCHES CMYK auf welchen Bedruckstoff in welchem Druckverfahren???

Das bestimmt das Aussehen eines Logos deutlich stärker und beschränkt bisweilen auch die Farbauswahl, auch wenn Kreative das nicht so gerne hören wollen.

Beste Grüße
m
als Antwort auf: [#455593] Top
 
jensche
Beiträge: 72
29. Okt 2010, 14:36
Beitrag #3 von 10
Beitrag ID: #455598
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Farbdefinitions-Systematik


Es geht mir nur darum, soll man Hybrid-Logos einsetzen oder Standards für diverse Farben.

A)
Kunde_A_Wortmarke_2f_Pantone.eps
Kunde_A_Wortmarke_4c.eps
usw

B)
Kunde_A_Wortmarke_farbig.eps

Idealerweise definiert man Farben die möglichst breit wiedergegeben werden können, und man nicht für Standardpapiere spezifisch andere werte hat (matt, gestrichen). Aber das ist eine Andere auch interessante Diskussion.

Die Problematik mit dem Aussehen ist ganz klar da und wird auch berücksichtigt.
als Antwort auf: [#455597] Top
 
jensche
Beiträge: 72
29. Okt 2010, 14:43
Beitrag #4 von 10
Beitrag ID: #455600
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Farbdefinitions-Systematik


also kurz:

soll man pro Farbsystem (und evtl. sogar pro Bedruckstoff) eine Datei machen, oder soll kombinationen machen.
als Antwort auf: [#455598] Top
 
macbookmatthes
Beiträge: 289
29. Okt 2010, 21:31
Beitrag #5 von 10
Beitrag ID: #455623
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Farbdefinitions-Systematik


Also nach meiner Erfahrung würde ich bevorzugen, pro Farbe und/oder Bedruckstoff eine Datei zu generieren.

Braucht zwar einen minmal intelligenteren Benutzer beim Einsetzen oder versenden der logos, aber umgekehrt bin ich auch nicht überzeugt.

Beste Grüße
m
als Antwort auf: [#455600] Top
 
drwitt
Beiträge: 52
30. Okt 2010, 10:12
Beitrag #6 von 10
Beitrag ID: #455629
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Farbdefinitions-Systematik


Guten Morgen!

Wir haben in meiner letzten Agentur auch ein Vierteljahr mit Hybridlogos experimentiert, ich kann nur abraten. Das andere System – eine Datei für einen Zweck – ist ein bisschen sicherer, nicht mehr und nicht weniger (ich rate ein bisschen weniger ab).

Hybrid-Logos aus Spotfarben mit manuell angepassten CMYK-Werten geht schief, wenn nicht alle Mitarbeiter der Agentur und nachfolgende Dienstleister 100% firm in Farbmanagement sind, und es nicht "den" CMYK-Wert für alle Zwecke gibt, wie macbookmatthes schon schrieb. Der eine Reinzeichner hats eilig und konvertiert dann nach CMYK im verknüpften Logo (natürlich mit Speichern), weil er im Hinterkopf hat, in der Logodatei sei ein brauchbares CMYK hinterlegt, im nächsten Dokument nimmt er den Pantoneton aus der Farbtafel und konvertiert dann das Farbfeld, weil er es letztens im Logo ja auch so gemacht hat, und schon haste zwei CYMKs im Rennen, und ein Jahr später wird das Dokument recycelt, die Farben gar nicht mehr konvertiert, weil, is ja schon CMYK... Und der nächste wundert sich, warum in der Pantonedatei nur CMYK drin ist... alles gesehen und erlebt.

Besser bin ich damit gefahren, je ein Logo für jeden Zweck zu machen. Bei Wechsel des Druckverfahrens haben wir dann einfach die passende Datei platziert, bzw. der Reinzeichner konnte anhand des Dateinamens schon in der Verknüpfungspalette sehen, was im Logo drin ist. Weil keine Profile dran waren, gabs auch keinen Ärger mit ungewollten Farbkonvertierungen, so dass auch unsere Nicht-Farbmanagement-Kundigen eine farblich taugliche Reinzeichnung machen konnten. Die Dateien hießen dann:

kunde-logo-2c-Lab.eps (Masterfile mit Lab-Farben)
kunde-logo-2c-coated.eps (Pantone whatever)
kunde-logo-2c-coated-metallic.eps (ggf.)
kunde-logo-2c-uncoated.eps
kunde-logo-4c-cmyk_coated_F39.eps
kunde-logo-4c-cmyk_coated_F27.eps
kunde-logo-4c-cmyk_uncoated_F47.eps
(usw., jeweils als EPS/Illu8, AI/Illu10-ohne-Schickschnack, Druck-PDF-ohne-X)

Diese Systematik ist flexibel, ausbaufähig und im Finder/Explorer sortierbar. Und ist geeignet, die Produktionssicherheit zu erhöhen. Für uns als Corporate-Design-Agentur lag es nahe, diese Systematik auf auch auf den Anwenderkreis "Kunde" auszuweiten, also:

...Für Screenanwendungen und Internet:
kunde-logo-sRGB-150px-trans.png
kunde-logo-sRGB-150px.jpg
kunde-logo-sRGB-150px.gif
(und das Ganze nochmal für 250px und 600px)

..und für Office:
kunde-logo-sRGB-5cm.tif
kunde-logo-sRGB-5cm-grau.tif
kunde-logo-sRGB-5cm-strich.tif
(bei 600ppi und das Ganze nochmal für 10cm und 20cm)

Das Ganze haben wir dann dem Kunden auf Silberscheibe im attraktiven DVD-Cover mit kompletter Doku in zweifacher Ausfertigung ausgehändigt. Die Doku erläutert den DVD-Inhalt in einfacher Sprache von zwei Seiten: einmal wofür die einzelnen Dateien jeweils gut sind, und einmal, welche Datei der Kunde nehmen soll, wenn er Briefbögen/Anzeigen/LKWs/Kafeetassen/etc. drucken will – und dass er bei allen anderen Dingen uns jederzeit anrufen kann und im Zweifel seinem Dienstleister die ganze DVD gibt, und wenn das zeitlich nicht reicht, soll er die F39- und die 2c-Pantone-Datei per Mail verschicken. So haben wir uns das gedacht, und dass wir damit die Welt retten, natürlich.

So eine DVD-Hülle sieht geil aus im Regal, der Kunde "hat sein Corporate Design in der Hand" – aber es hat gefühlt nie ein Kunde oder Dienstleister gelesen. Regelmäßig ein dreiviertel Jahr nach Einführung des neuen CD kam dann die Anfrage per Mail, ob wir dem Kunden nochmal sein Logo senden können – ohne Angabe, wofür... oder wir sahen seine Word-Anzeige mit verpixeltem Logo in schreienden Farben in der Zeitung...

Meine Moral von der Geschicht: Auch "eine Datei pro Zweck" ist nicht für alle Lebenslagen gut. Man einige sich hausintern auf eine Konvention, wie mans machen will, aber gebe es auf, mit einem "System" die Welt retten zu wollen.

Schönes Wochenende!

Carsten.
als Antwort auf: [#455593] Top
 
jensche
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2. Nov 2010, 08:26
Beitrag #7 von 10
Beitrag ID: #455723
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Farbdefinitions-Systematik


Hallo Carsten

Danke, das tönt einleuchtend.

Ich komme eben auch von einer grösseren Agentur für CD/CI. Jetzt bin ich in einer neuen Agentur wo sie eben nur diese Hybrid Logos einsetzen und diese richtig verteidigen.

Ich sehe das nämlich so, klare Logodefinition, klare einfache Handhabung, kein Erklärungsbedarf, weniger Aufwand.

Denn im Idealfall sollte der Benutzer des Logos, diese nicht öffnen (z.b. in Illustrator), sondern nur benutzen.
als Antwort auf: [#455629]
(Dieser Beitrag wurde von jensche am 2. Nov 2010, 08:32 geändert)
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jensche
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6. Feb 2017, 09:52
Beitrag #8 von 10
Beitrag ID: #555352
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Farbdefinitions-Systematik


Hallo zusammen

Ich eröffne diesen Thread nochmals.

Grundsätzlich immer noch die Dikusssion bezüglich Datenformaten.

1. Welche sind Eure Standards? PNG, PDF (Druck), EPS (Druck), JPG, WMF (Office), SVG (Web)?


2. Die oben genannte Problematik ist immer noch bestehend:
Hybrid Varianten:

Sprich 1 Logo für Pantone und CMYK welches folgendermassen heisst:
Logo Kunde P 485_M100Y100.eps

Sprich ein Volltonlogo für Pantone mit den richtigen CMYK Tönen hinterlegt und den Werten angeschrieben.
Was spricht dafür, was dagegen?
als Antwort auf: [#455723] Top
 
Meister Propper S
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16. Feb 2017, 21:54
Beitrag #9 von 10
Beitrag ID: #555687
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Farbdefinitions-Systematik


Antwort auf: Was spricht dafür, was dagegen?


Guten Abend, ich habe nur quergelesen und deshalb kann ich natürlich mit meiner Meinung total falsch liegen. Als Druckdienstleister finde ich es einfach optimal wenn Sonderfarben richtig angelegt und tituliert werden. Als Beispiel habe ich heute ein PDF bekommen mit der Farbinformation "P288C". Suboptimal und musste wieder kommunizieren. Meine Vermutung war richtig und der Kunde meinte "PANTONE 288 C". Die Lösung ist ganz einfach! Eigentlich setzt fast jede Druckerei Farbserver ein die genau zur Produktionsstrecke die Dateien verrechnen. Ohne eindeutige und korrekte Informationen erzeugen diese Daten Fehler. Also bleibt doch einfach bei dem PDF/X-4 Standard – das es nunmehr seit fast 10 Jahren gibt – arbeite sauber!

Ich glaube Deine Druckerei des Vertrauens wird Dir sehr dankbar sein!
als Antwort auf: [#555352]
(Dieser Beitrag wurde von Meister Propper am 16. Feb 2017, 21:57 geändert)
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Meister Propper S
Beiträge: 1243
16. Feb 2017, 22:13
Beitrag #10 von 10
Beitrag ID: #555688
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Farbdefinitions-Systematik


Nur zu Info! Normalerweise sind im Farbserver spektrale Informationen der Sonderfarben wie Pantone, HKS, RAL, ... vorhanden. Nach einem mathematischen Modell (Qualität hängt vom Anbieter ab) werden daraufhin die Farben auf die Produktionsstrecke (Kombination Maschine, Material, Geschwindigkeit, ...) "gemappt" um das bestmögliche Ergebnis mit der gewünschten Kombination zu erhalten.
als Antwort auf: [#555687] Top
 
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