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gremlin
Beiträge: 3584
3. Okt 2002, 09:33
Beitrag #1 von 6
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nochmal truetypes einbetten...


aus dem thread http://www.hilfdirselbst.ch/...22&topic_id=2641 bin ich leider nicht ganz schlau geworden, deshalb möchte ich nochmal nachfragen.

ich habe einen kunden, der aus word (auf pc) per distiller 5 ein pdf machen sollte. wir sind inzwischen beim dritten versuch. das erste pdf wurde laut info mit distiller 5 erstellt - allerdings waren nicht alle schriften eingebettet. gemäss pitstop-report sind arial und diverse schriften im stil "TT60o00" als type 1 eingebettet sind (alle untergruppen), nicht aber die wichtigste, eine frutiger (light+bold).
ich hatte ihn nun gerade am telefon für den versuch 3. dabei hat er gesagt, dass er direkt über den drucken-dialog das pdf erzeugen kann - das stimmt so, seit distiller 5 ist das möglich, oder? (wir arbeiten noch mit acrobat 4 und auf mac.) bei schriften einbetten hab ich ihn nun dahin gelotst, dass er mal versucht, die fragliche frutiger aus der schriftenliste auszuwählen und ins feld "immer einbetten" zu bewegen. offenbar hatte er gleich mehrere verschiedene frutiger, aber wie er sagt, liessen sich einige davon mit fehlermeldung "...nicht möglich..." nicht fürs immer einbetten auswählen.

da ich hier von diesen einbettungs-flags in truetype-schriften gelesen habe, frage ich mich jetzt, ob diese probleme genau darauf hindeuten? wenn ja: was habe ich nun für möglichkeiten?
folgendes kann ich nicht tun:
- dem kunden irgendwelche schriftmanipulationen zumuten
- das word-file zu uns übernehmen, da unser (pc-)word den umbruch über den haufen wirft (es handelt sich um ein 84 seiten langes dokument!
- die frutiger in acrobat nachträglich einbetten, da wir wie erwähnt auf mac arbeiten. beim versuch werden alle umlaute falsch konvertiert (ä = ‰...). könnte da eventuell abhilfe geschafft werden, wenn ich vom kunden die pc-truetype-frutiger verlange und (halt illegalerweise) diese in einen mac-font wandle?

danke für rasche hilfe! Top
 
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gremlin
Beiträge: 3584
3. Okt 2002, 09:41
Beitrag #2 von 6
Beitrag ID: #12938
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nochmal truetypes einbetten...


wie erkenne ich eigentlich, dass fehlgeschlagene einbettungsversuche an dem besagten flag liegen? bringt distiller die fehlermeldung?
als Antwort auf: [#12937] Top
 
Robert Zacherl p
Beiträge: 4153
3. Okt 2002, 12:02
Beitrag #3 von 6
Beitrag ID: #12952
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nochmal truetypes einbetten...


Gremlin,

wenn eine TrueType- oder OpenType-Schrift tatsächlich aus lizenzrechtlichen Gründen nicht in die PDF-Datei eingebettet werden kann, dann erscheint eine sehr charakteristische Fehler-/Warnmeldung im Acrobat Distiller.
Diese lautet im Distiller 4:
%%[ Error: FONTNAME cannot be embedded due to licensing restrictions.]%%
%%[ Error: invalidfont; OffendingCommand: show ]%%

Stack:
-file-


%%[ Flushing: rest of job (to end-of-file) will be ignored ]%%
%%[ Warning: PostScript error. No PDF file produced. ] %%

Im Distiller 5 wird zusätzlich der Fonthersteller angegeben:
%%[ Error: FONTNAME cannot be embedded due to licensing restrictions.]%%
%%[ Font vendor (HERSTELLER) does not permit this font to be embedded in PDF.]%%
%%[ Error: invalidfont; OffendingCommand: show ]%%

Stack:
-file-


%%[ Flushing: rest of job (to end-of-file) will be ignored ]%%
%%[ Warning: PostScript error. No PDF file produced. ] %%

Somit belibt einem diese Ursache sicherlich nicht verborgen, wenn der Distiller richtig konfiguriert ist (Option: "Alle Schriften einbetten").

Eine Aufnahme einer oder mehrerer Schriftschnitte in das Distiller-Fenster "Immer einbetten" bewirkt überhaupt nichts, wenn bereits die Option "Alle Schriften einbetten" aktiviert ist. Diese ist nur sinnvoll wenn das globale Einbetten von Fonts ausgeschaltet ist.

Sie müssen Ihren Word-Anwender dazu bringen einen aktuellen Adobe-PostScript-Treiber einzusetzen (z.B. den virtuellen Drucker "Acrobat Distiller" der bei der Installation von Acrobat erstellt wurde oder bei Bedarf einen neuen zu installieren (Universal Printer Installer 1.0.6 von der Adobe Website). Anschließend muss dieser Treiber einmalig korrekt konfiguriert werden.
Dies geschieht im Drucker-Kontrollfeld von Windows. Man klickt den Drucker mit der rechten Maustaste an und geht in die Option "Druckeinstellungen->Layout-Erweitert" (die Bezeichnung ist von Treiber zu Treiber unterscheidlich). Darin findet man eine Option namens "TrueType-Schriftart", die eine Konfiguration der TrueType-Einbettung ermöglicht. Hier muss "Als Softfont in den Drucker laden" eingestellt sein.
Weiter unten findet man noch eine Option namens "Poscript-Optionen". Hier legt man im Bereich "TrueType-Downloadoptionen" fest, wie die im Layout verwendeten TrueType-Fonts in die Druckdatei gespeichert werden. Die Standardeinstellung "Automatisch" muss unbedingt entweder in "TrueType/Typ 42" oder "Umriss/Outline" (was einer Wandlung in einen PostScript Type 1 Fonts entspricht) geändert werden. Wenn keine Probleme mit Lizenzflags zu erwarten sind, empfehlen wir "TrueType". Wenn obige Meldungen beim Distillen erscheinen, dann sollte auf "Umriss" umgestellt werden.
In jedem Fall werden die TrueType-Fonts jedoch nur als Untergruppe eingebettet. Dies ist ein nicht beeinflußbarer Austomatismus des Treibers bzw. von Acrobat Distiller.

Zuletzt ist es noch sehr wichtig unter "Druckeinstellungen->Adobe-PDF-Einstellungen" die Option "Schriften nicht an Distiller senden" zu deaktivieren und das ganze mit "Übernehmen" zur Standardkonfiguration zu machen.

Sollte Ihr Kunde jetzt tatsächlich die benötigten Schriften auf dem Rechner haben (dies ist natürlich immer Voraussetzung), wird er so ein PDF erzeugen in dem alle benötigten Fonts eingebettet sind.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl
als Antwort auf: [#12937]
(Dieser Beitrag wurde von Robert Zacherl am 3. Okt 2002, 12:13 geändert)
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Anonym
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4. Okt 2002, 12:54
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nochmal truetypes einbetten...


grüezi herr zacherl

herzlichen dank für ihre ausführliche antwort! natürlich haben sie den nagel auf den kopf getroffen.

ich habe ihre antwort unserem kunden weitergeleitet - aber leider hat dann die bürokratie zugeschlagen. der kunde selbst konnte die einstellungen nicht ändern (admin-rechte erforderlich). der informatik-dienst des kunden hat sich quergestellt und gemeint, die vorgeschlagenen änderungen auch nichts bringen würden. sie würden vorschlagen, dass a) man die distiller-einstellung "monitor" wählen soll oder b) wir ((als teil eines grossen schweizer medien-konzerns)) doch bestimmt auch eine frutiger haben müssten. punkt.
das sind doch lächerliche aussagen und beweisen nur, dass die entsprechende person weder von pdf und druckvorstufe eine ahnung noch das problem mit der schrift erfasst hat.

inzwischen habe ich meinerseits etwas gebastelt - haarsträubend, das darf man gar nicht erzählen! -, und heute morgen habe ich vom kunden nun leihweise die original-frutiger erhalten. anhand ihrer tipps konnte ich das problem reproduzieren und auch aushebeln. d.h. wenn sich die kunden-informatiker nicht so anstellen würden, hätte sich die sache schon gestern fast erledigt. "fast", weil ich noch ein problem entdeckt habe. da aber zu erwarten ist, dass wir einen weiteren gleich gearteten auftrag erhalten werden (sprachversion), sollten wir bis zu diesem verbindlich sagen können, wie der kunde seinen drucker konfigurieren muss (grrrr, er MUSS!).

bei meinen heutigen tests habe ich folgendes festgestellt: stelle ich "TrueType-Schriftarten senden als:" auf "Konturschriftarten", wird die halbfette frutiger zu fett (quasi "Black"). d.h. es liegt leicht versetzt viermal dieselbe schrift aufeinander! diese schrift ist im word-dokument als "Frutiger 45 Light" und dann per "F" fett gestellt. installiert habe ich die "Frutiger Light" wie auch die "Frutiger Light, Bold". testeshalber habe ich die truetype-einstellung des druckers auf "Bitmap" gesetzt, und siehe da, die bold-schrift sah auch wieder bold aus. kann ich dem kunden diese einstellung angeben oder gibt es einen vorbehalt gegen "Bitmap"? woran liegt es, dass bei "Konturenschriften" die schrift vierfach erscheint?

herzlichen dank für ihre hilfe!

ps: den distiller-drucker habe ich unter win95 mit dem universal installer 1.0.5 (adobe ps 4.5.3) eingerichtet.
als Antwort auf: [#12937] Top
 
Haeme Ulrich
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4. Okt 2002, 15:00
Beitrag #5 von 6
Beitrag ID: #13050
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nochmal truetypes einbetten...


Wenn Du die Schrift als BitMap schickt, erstellst Du Type3-Fonts. Als Outline Type 1-Fonts ohne Hinting. Dies dürfte auch der Grund sein, warum die Schriftstärke nicht mehr stimmt. Wenn Du nun also mit BitMap arbeiten willst, dann musst Du sicherstellen, dass bei der Ausgabe von Type3-Fonts in Deinem Workflow keine Probleme auftreten. Grundsätzlich sind Type 3 minderwertiger als Type 1. Sie können aber zusätzlich Graustufen verwenden.

Gruss
Häme Ulrich
http://www.ulrich-media.ch
als Antwort auf: [#12937] Top
 
Anonym
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4. Okt 2002, 15:28
Beitrag #6 von 6
Beitrag ID: #13052
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nochmal truetypes einbetten...


Hallo anonymer Poster,

wenn in einer PostScript- oder PDF-Datei mehrere Kopien eines Zeichens leicht versetzt übereinanderliegen (meistens vier Lagen, die jeweils nach links oben, rechts oben, links unten und rechts unten versetzt sind), dann ist dies ein Indiz für einen künstlichen Halbfett-Shriftstil. Es wurde also im Layout eine Schrift über das Stil-Menü künstlich halbfett gestellt und nicht, wie es korrekt wäre, der entsprechende halbfette Schriftschnitt ausgewählt.
Dieses versetzte Überlagern mehrerer Textschichten ist neben der Ausgabe des Textes mit einer dünnen Kontur einer der beiden möglichen Strategien des PostScript-Treibers bzw. der druckenden Applikation, um den künstlichen Halbfett-Stil herbeizuführen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl
als Antwort auf: [#12937] Top
 
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