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Graph Drucula
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11. Aug 2003, 14:26
Beitrag #1 von 14
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richtig scannen und separieren


hallo experten,

aus sicht des anfängers für "highend" stellt sich mir folgende frage:
wenn ich aus ps6 heraus scanne und im scanner "icm" selektiert habe, sind dann die bilddaten bereits in das in den Farbeinstellungen von ps6 für den rgb-Arbeitsfarbraum gewählte icc-profil konvertiert oder liegen diese noch im rohscannformat vor und ist somit das icc-profil nur zugewiesen?
dh. wenn nun mit dem für richtig befundenen im rgb-modus zugewiesenen icc-profil nach cmyk separiert werden soll, müssen dann die rgb-bilddaten zuvor unter >modus>in profil konvertieren rgb-wunschprofil in das gwählte rgb-wunschprofil konvertiert werden bevor in einem weiteren Schritt dann mit dem gewünschten cmyk-icc-profil die separation erfolgt?
konkret: wenn mit einem mitgelieferten, in ps6 unter rgb-arbeitsfarbraum installiertem scannerprofil ein werksseitiger scanfarbfehler korrigiert wird, ist dieser dann bezüglich der separation schon eliminiert? beim profilwechsel (zuweisung) im rgb-modus bleibt er nämlich bei anderen profilen als dem mitgelieferten durchaus noch sichtbar und die wandlung nach cmyk auf basis des korrektur-profils zeigt große fabliche abwandlung gegenüber dem rgb. Top
 
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gpo p
Beiträge: 5500
11. Aug 2003, 17:22
Beitrag #2 von 14
Beitrag ID: #46935
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richtig scannen und separieren


Hi Graf Dracula:))

eine "nette" Frage ist das!!!....so habe ich auch immer gefragt...und eigentlich nie eine richtige Antwort bekommen(von den Druckern oder Scannerleuten die sowas verkaufen:((

Fakt dürfte folgendes sein...zuviele Profile sind der Tod des Farbmangement!

anderseits kaum eine Scanner(DTP Scanner) kommt mit "NULL" daher, anders gesagt, je nach alter der Lampe oder der Filter sind da wohl deutliche Abweichungen immer vorhanden( kann man ja in den Testen auch nachlesen!)
....und ein Profil ändert ja auch nicht komplett deine Bilddaten sondern "konvertiert" sie beim öffnen in das gewählte Profil!

In PS kannst du es ja so einstellen, dass du immer gefragt wirst.....was tun= Mit Profil===Ohne Profil===oder Zielprofil....! Je nach Art der Wahl sieht dein Bild unterschiedlich aus!(...was ja auch der Sinn dieser Aktion ausmacht)

In deinem Falle solltest du schauen, ob der Scanner so gut ist(auch seine Software),dass ein Ausgleich sofort im Scanner erfolgen kann, oder.....
die ganze Geschichte nach PS verlagern.

(Beispiel: ich habe einen Linotype S-UltraII mit NewColor4000 und ich nutze sein genrerisches RGB Profil===> in PS Habe ich RGB auf ECI-RGB eingestellt und komme damit bestens klar! Bilder die dann nach CMYK konvertiert werden bekommen die neuen ISOcoated SB Profile.....bisher geht die Rechnung auf:))

Was aber auch gehen sollte.....
du kannst ja deinen Scanner auch meist selbst kalibrieren....und als "dein Profil" abspeichern....(macht zwar Mörderarbeit aber lohnt durchaus)
Mfg gpo
als Antwort auf: [#46903] Top
 
Thomas Richard  M  p
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11. Aug 2003, 18:42
Beitrag #3 von 14
Beitrag ID: #46954
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richtig scannen und separieren


Hallo GPO,

also wenn sich Newcolor4000 so verhält wie Linocolor, so ist das generische Profil das Apple RGB. Nach da wird bei Linocolor unter Verwendung eines Scannerprofils von LCH nach RGB gewandelt.

Zur eigentlichen Frage:
Ein Scanner Profil ist dazu da, die Schwächen aber überempfindlichkeiten eines Scanners zu eliminieren. Je nach Scanprogramm wird nun dieses Profil angehängt (damit nachfolgende Programme wissen, was sie z.B: von einem Grün zu halten haben (Angenommen der Scanner hat eine Grünschwäche mit Tendenz zum bläulichen, dann steht in dem ScannerProfil: Mehr Grün aber ohne das blau zu sehr zu verstärken).
Ausserdem definiert sich über das Scannerprofil der Raum den der Scanner überhaupt wahrzunehmen in der Lage ist. (Weist man nun in PS einem Scan eines Scanners mit eher bescheidenem Farbraum (die billigeren und eigentlich alle Digicams) den ECI-RGB Farbraum zu, so ist das äusserst kontraproduktiv, da alles ritzebunt wird.

Will man nun möglichst originalgetreu reproduzieren, so muss einem Scan ein Scanner Profil zugewiesen werden, so das eine Referenz dieser Farben zum geräteunabhängigen Farbraum besteht (Wenn dieser Scanner 255R0G0B liefert, dann meint er den Lab Wert 55,82,71)
Würde man diesem Scan nun den ECI Farbraum zuweisen, so würde aus dem 255R ein 64,96,106.
Das ist meilenweit von dem entfernt was der Scanner mal zu sehen gemeint hat (Das hat jetzt nichts damit zu tun das das im Scanner leigende Rot vielleicht diesem Lab Wert entsprach).
Man könnte jetzt in Photoshop ins ECI Profil wandeln, dann blieben von den ehedem gescannten 255 rot nur noch 213 übrig, nebst beimischung von Schmutz in G&B. Das ist dann zwar farblich korrekt, man verliert aber fast ein fünftel der möglichen Tonwertstufen und läuft damit in die Gefahr Abrisse zu bekommen (die Bilder sind praktisch nicht mehr brauchbar per Gradationskurve zu beinflussen).
Also, an einen RGB-Scan gehört ein Scannerprofil damit klar ist, welche Farbe (in Lab) eigentlich mit den diversen R,G und B Kombinationen gemeint sind.
Der Arbeitsfarbraum spielt nur insofern eine Rolle, als das er alle Farben enthalten sollte die in den anfälligen RGB und CMYK Wandlungen anfallen. Ist dies nicht der Fall, so hat man Farbmetrisch eine ähnliche Konstellation wie mit dem 3 Meter Schrank vor der 2m hohen Tür.

Nun wird per 'in Profil konvertieren' (oder 'in CMYK wandeln' wenn man denn meint mit der in den Farbeinstellungen getroffenen Wahl immer gut zu fahren (persönliche Meinung: pfffft, dann kann man sich alles zuvor gemachte auch sparen)) und zumindestens einem verlgeichenden Blick in die Optionen: perzeptiv und relativ Farbmetrisch, in den ZielFarbraum z.B. ISO coatedsb konvertiert.

Stimmt nun die Kalibration des Monitors, so sollte bei Auswahl desselben Profils unter Proof am Monitor in etwa das zu sehen sein, was ein mit diesen CMYK Daten nach der ISO 12647-2 gedruckter Druck wiedergibt.

So wie ein ordentliches Monirotprofil hierbei die Relation zu den Farbwerten der ISO12647 wiedergibt, so muss ein Druckerprofil für z.B: einen Tintenstrahler diese Relation herstellen.
Das heißt, ausgehend von allen Farben die die Norm mit CMYK Werten zwischen 0 und 100% vorgibt, muss der Drucker diesen Farbraum auch darstellen können, ansonsten stehen wir wieder mit dem Schrank vor der Tür.
Das Druckerprofil sorgt also beim Proof dafür das nicht bei 100C0M0Y0K volltinte Cyan gepisst wird, sondern nur soviel Cyan wie dem LAB Wert für 100Cyan und evtl. noch ein wenig Magenta oder Gelb, zu sprühen ist, damit der normgerechte 100Cyan Farbwert auf dem Papier erscheint.

Nun stelle ich mir den geneigten Leser entweder mit Dampfwölkchen aus den Ohren, oder kopfschüttelnd mit den Worten ' der spinnt doch' auf den Lippen, vor. :-)

MfG

Thomas
als Antwort auf: [#46903]
(Dieser Beitrag wurde von Thomas Richard am 11. Aug 2003, 18:44 geändert)
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Graph Drucula
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11. Aug 2003, 21:44
Beitrag #4 von 14
Beitrag ID: #46962
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hallo thomas und gpo,
danke für die tiefschürfende antwort, das betrifft ja auch meine frage! Nun bestätigt sich mir, dass die thematik eben doch zu einer doktorarbeit gerät und hier ein wohl kompetenter doktorvater als tutor mitmischt. (echt interessant, wenn ich damit nur nicht gleichzeitig auch die brötchen verdienen müsste) ich bitte also um das nachsehen, dass sich hinter theoretischen verwirrungen immer auch mal ganz praktische fragen mischen...
also so aus meiner „studi-perspektive“ sieht das so aus, dass ich mit einem günstigen scanner einer profi-marke jetzt endlich mal highend produzieren möchte, da ich von der einschätzung ausgehe, dass die pc´s ja mittlerweile so leistungsfähig sind wie früher einmal mega-workstations waren und auch die ebv mit (billigen) markenscannern, guter software (photoshop, acrobat, etc...) meines erachtens gut ausreichende voraussetzungen für eine durchaus professionelle printproduktion bieten sollten. print - das ist rom und ich will auch am monitor schon die sonne möglichst so wie dort scheinen sehen, die temperaturen haben wir ja schon.
meine möglichkeiten erlauben es mir hier auch nicht aufwendige testreihen zu starten. (als referenz habe ich aber cmyk-originaldaten vom job eines profis und dessen gedrucktes werk, zweitens das rgb eines durch meinem scanner eingelesenes bild, das im ergebnis als monitorbild in ps6 die vorlage sehr gut widergibt (siehe unten).
ich gehe von der annahme aus, dass es möglich sein sollte mit diesen voraussetzungen eine zufriedenstellende printproduktiion zu bewerkstelligen. die weitere „aufrüstung“ (mit z.B. hardwarcalibration duch eye-one, scannerprofilierung von absolut highendgeräten und der totale durchblick kann dann ja schon noch geschehen, aber man muß doch nicht das semester mit der habilitation beginnen. das ist das verrückte an dieser materie, man kann eine doktorarbeit drüber schreiben, und doch muß die materie in der praxis doch so handlebar sein, dass ein halbwegs gebildeter mensch, sprich drucker oder druckvorlagenhersteller noch damit umgehen kann – sonst bleibt das mit farbmanagement halt immer nur eine sache der experten.
Ich bedanke mich natürlich für die äußerst sinnvollen theoretischen ausführungen, frage aber ob es denn zum allgemeinen verständnis und wegen der technischen möglichkeiten nicht auch möglich ist, das theoretische mit dem einfach praktikablen zu verbinden, dass einem halt nicht nut der rauch aus den ohren quillt sondern man auch gleichzeitig in der sache weiterkommt, weil sorgen nicht unbedingt das verständnis erlweichtern helfen.

dies ist die annahme.

zur praxis:

scannerprofil unter arbeitsfarbraum zunächst nicht installierbar:
ich habe ein zum scanner gehörendes icc-profil das ich aber zunächst gar nicht in ps unter arbeitsfarbraum anzeigen und installieren kann. Deshalb muß ich zunächst in ein aus ps in den arbeitsfarbraum anwählbares profil hineinscannen (wenn ich richtig verstanden habe, dann liegen die bilddaten als rohscan vor und haben lediglich ein tag angehängt das dann die optische erecheinung interpretiert, dh. mit jedem wechsel in ein anderes profil bleiben die bilddaten als basis noch erhalten und sind noch nicht konvertiert- es liegt also noch die maximale farbinformation vor.). in ps erscheint somit der scan noch mit dem herstellerbedingten farbstich.

anschließende zuweisung des hersteller rgb-icc-profils:
(profil ist installiert , ich weiß aber nicht ob das zum ps-standartumfang gehört oder sich mit der scannersoftware installiert hat)
Wenn ich nun dem bild das jetzt erst zur auswahl selektierbare hersteller-rgb-icc-profil zuweise (nicht konvertiere), dann entspricht mein monitorbild bei einer gescannten farbtife von 42 (bzw.16) bit zu ca. 99% der (aufsichts-)vorlage. (ich gehe davon aus, dass mir das zunächst einmal erspart den scanner zu kalibrieren oder ähnlich komplexe manipulationen vorzunehmen von denen ich noch zuwenig verstehe) bzw. mir das equipment fehlt.

weitergehende bildoptimierung , noch mit reiner profilzuweisung bewerkstelligt:
nun kann es sein, dass ich die vorlage aber noch optimieren möchte, zum beispiel eine größere farbigkeit erzielen möchte und dies mit adobe rgb ohne große farbkorrrektur (sättigung etc...) mittels profilzuweisung optisch erreiche.

separation:
Jetzt möchte ich nach cmyk-separieren (ofsetdruck gestrichen) und verwende dazu wohl am besten das iso-coated-icc profil und als rendering intent „pezeptiv“ oder ist wie von adobe empfohlen relativ farbmetrisch besser? als konvertierungsmethode wähle ich „icm“ weil ich gelesen habe, dass diese methode von heidelberger entwickelt wurde und ich mit einem windowsrechner (millenium) arbeite. sind das die richtigen einstellungen?

Softproof:
Nun würde ich mir natürlich gerne im Softproof anschauen wie der druck aussieht. Den monitor habe ich schon zuvor auf basis von adobe gamma rein visuell kalibriert (ich weiss dass es mit einem hardwarecalibrator besser wäre, aber ich hoffe doch dass ich da so gegen 95-97% praktikabel richtig liege) bin mir da aber nicht sicher ob ich das papierweis und die druckfarbe selektieren soll, da mein softproofbild dann so flau erscheint wie ich es eigentlich nicht haben möchte (wie erzeugt man denn da das richtige papierweis oder gar noch die druckfarbe, als papier möchte ich im endergebnis keine besonderen tönungen verwenden sondern ein standartweiss wie es üblicherweise für gestrichenen ofsetpapiere angeboten wird)) oder muß ich von diesem flauen ergebnis dann ausgehen und den kontrast etc. hochfahren, damit der druck/softproof dann wieder der vorlage entspricht?)
Ich habe bei eci gelesen, dass als rendering intent für das proof „absolut farbmetrisch“ und „druckschwarz plus papierfarbe“ zu wählen ist, gilt das nur für das hardproof oder auch schon für das softproof? Was sind die richtigen einstellungen in ps?

farbumfangwarnung:
Hier im photoshopforum gibt es die meines erachtens unkommentiert völlig irrige meinung, dass wenn die farbumfangwarnung sich bemerkbar macht man nur den sättigungsregler solange zurückfahren müsste bis die warnungen im bild verschwinden. Das iast meines wissens quatsch weil man dem bild dann die farbe nimmt. ich gehe bis jetzt davon aus, dass man mit den den farbwarnungen leben muß und die optimale farumrechnung in die nächstbesten farbwerte hier automatisch durch den optimalen intent (perzeptiv, relativ farbmetrisch?) automatisch erzeugt werden. lassen sich die farbwarnungen dadurch ignorieren oder muß man diese beachten und ggf. korrigieren? wo kontrolliere ich das?
Nun speichere ich (abgesehen von der frage der farbumfangwarnung) unter dem in den farbeinstellungen gewählten optionen „eingebettete profile beibehalten) das bild ab.
Im layoutprogramm bzw. in acrobat arbeite ich dann ohne farbmanagement (farbeinstellungen belassen), verwende also im weiteren die reinen cmyk-bilddaten/farbwerte ohne ein weiteres tagging der daten.

workfow (wenn ich ans ergenis denke wird mir ganz "flow"):
soweit meine (fehl?-) einschätzung zum workflow der gewünschten entstehung eines einfachen farbbildes, wie es diese doch millionenfach gibt.
Wenn mir nur mal eines gelänge ohne im druck dann die horrrovision erleben zu müssen.

also es muß nicht der rollsroyce und auch nicht die prachtstraße sein auf der ich nach rom pilgere. ich frag ja nur nach dem einfachen weg mit bescheidenem gefährt, bin aber durchaus ein geneigter zuhörer :)

mit freundlichen grüßen
graph von und zu drucula
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Thomas Richard  M  p
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11. Aug 2003, 22:50
Beitrag #5 von 14
Beitrag ID: #46967
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richtig scannen und separieren


Hallo Dracula,

den ersten Absatz lass ich jetzt mal geflissentlich aus - da versteh ich jetzt nicht was du willst - ich hab versucht es so praktisch wie möglich zu erklären.

zur Praxis:
1. Abs. : ok
2. Absatz soweit es deine Handlungen angeht auch, was deine Mutmassungen angeht:
Wenn dein Monitor im Wald steht, und davon müssen wir erstmal ausgehen, nützen dir die 99% übereinstimmung nichts. Wenn du ein Testchart hast, so gibt es zu jedem eine Tabelle die die Istwerte der Farbfelder enthält. Wenn dein Scan diese Werte im Lab oder mit entsprechend referenziertem RGB Farbraum, so ist der Scan ok.

>nun kann es sein, dass ich die vorlage aber noch optimieren möchte, zum beispiel eine größere farbigkeit erzielen möchte und dies mit adobe rgb ohne große farbkorrrektur (sättigung etc...) mittels profilzuweisung optisch erreiche.

Das geht, hat aber mit Colormanagement nix zu tun!

> Jetzt möchte ich nach cmyk-separieren (ofsetdruck gestrichen) und verwende dazu wohl am besten das iso-coated-icc profil und als rendering intent „pezeptiv“ oder ist wie von adobe empfohlen relativ farbmetrisch besser?

Zu dem thema kannst du dich hier noch anderweitig einlesen. Ich plädiere hier für Trial & error, da es stark vom Motiv abhängt (wieviele Farben liegen wie weit ausserhalb des Zielfarbraumes).

> als konvertierungsmethode wähle ich „icm“ weil ich gelesen habe, dass diese methode von heidelberger entwickelt wurde und ich mit einem windowsrechner (millenium) arbeite.

Das konvertierungsmodul scheint mir persönlich eher etwas philosophisches zu sein. Mir schwant aus der Vergangenheit nur noch, das es nicht überall in den Adobeprodukten wählbar ist und man dedshalb bei hauptsächlich Adobe basiertem Workflow auf die Adobe Engine zurückgreift (da die überall dort wo es nicht einstellbar ist, zum tragen kommt).

> ich hoffe doch dass ich da so gegen 95-97% praktikabel richtig liege)

Das ist jetzt Definitionsabhängig. Wenn 95% bedeutet das von 100 Testfeldern alle Farben Stimmen nur die 5 Grundfarben cyan blau magenta rot und gelb auch alle grün sind, erfüllt das auch deine Anforderung, ist aber absolut unbrauchbar!

> papierweis und die druckfarbe selektieren soll, da mein softproofbild dann so flau erscheint wie ich es eigentlich nicht haben möchte (wie erzeugt man denn da das richtige papierweis oder gar noch die druckfarbe, als papier möchte ich im endergebnis keine besonderen tönungen verwenden sondern ein standartweiss wie es üblicherweise für gestrichenen ofsetpapiere angeboten wird)

der m.E. heikelste Punkt eines Softproofs. Auch aufgrund von Schwächen des LAb Farbraumes, ist es am Monitor ohne händisches Tuning nicht möglich ein ordentliches Papierweiss hinzubekommen.
hir kommt dann auch noch die Farbtemperatur und die Leuchtdichte des Monitos zum tragen, die sich in dem Bereich alle ziemlich mimosig benehmen.

> Ich habe bei eci gelesen, dass als rendering intent für das proof „absolut farbmetrisch“ und „druckschwarz plus papierfarbe“ zu wählen ist, gilt das nur für das hardproof oder auch schon für das softproof?

Eigentlich auch für den Softproof aber siehe oben.
Absolut farbmetrisch unterscheidet sich ja dadurch, das der hellste Punkt nicht nix ist, sondern die Farbe des Mediums des zu erzielenden Druckes. Nur so ist es möglich mit einer Sorte Papier im Proofer andere Druckverfahren auf unterschiedlichen Medien zu simulieren.

> lassen sich die farbwarnungen dadurch ignorieren oder muß man diese beachten und ggf. korrigieren? wo kontrolliere ich das?

Ignorieren ist das falsche Wort, man muss sie hinnehmen.
Mittels der Einstellung Farbmetrisch oder Perzeptiv kann man sich entscheiden ob man die eine oder andere Verlustvariante wählt. Mittels der Sättigungs herabregelung kann man evtl. (hab ich noch nicht probiert) einen mittelweg finden der einem eher behagt.

Hier kommt wieder mein Beispiel mit der roten Rose. So ziemlich die komplette Blüte befindet sich außerhalb des Zielfarbraumes.
Relativ Farbmetrisch kappt alles außerhalb - die Zeichnung ist futsch die Rose sieht aus wie mit 100M100Y per 'Fläche füllen' eingefärbt.
Perzeptiv staucht den buntesten Wert der Rose auf 100m100y zurück, die weniger intensiven entsprechend weniger mitdem Effekt, das die Stellen der Blüte die eigentlich mit 100m100y 1:1 reproduzierbar gewesen wären, bei 85m85y landen, also eigentlich wissentlich falsch separiert werden. Das hat allerdings den Vorteil das die Blütenblätter ihre Zeichnung und Modulation erhalten.


> Im layoutprogramm bzw. in acrobat arbeite ich dann ohne farbmanagement (farbeinstellungen belassen), verwende also im weiteren die reinen cmyk-bilddaten/farbwerte ohne ein weiteres tagging der daten.

Das ist korrekt so, den ein umtaggen ist nur erlaubt wenn das getaggte Profil falsch ist, ansonstetn ist transformation angesagt.

> soweit meine (fehl?-) einschätzung zum workflow der gewünschten entstehung eines einfachen farbbildes, wie es diese doch millionenfach gibt.

Wir sind ja auch noch nicht fertig.
für den Druck auf einer Maschine die gemäss ISO 12647-2 druckt hast du deinen Job gemacht. Für einen Hardproof gilt es nun eine Druckerkalibration zu erstellen (Druck definierter Farbfelder und vergleich der Ist und Zielwerte.
dadurch erhalte ich ein Profil das mir beschreibt was ich bei bestimmten Eingabewerten hinten herausbekomme. Mit dem Separationsprofil verrechnet wird es somit möglich die eingehenden CMYK Werte so vom Proofer aufs Paier zu bekommen, wie sie gedruckt auszusehen haben.

Über die Differenzen von Theorie und Praxis und vor allem die Notwendigkeit des manuellen tunings dürfte auch das nächste Digitalproofforum Aufschluss geben (18.+19.9. Wuppertal, http://www.digitalproof-forum.de).

MfG

Thomas
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Klaus Mahler
Beiträge: 16
13. Aug 2003, 11:47
Beitrag #6 von 14
Beitrag ID: #47163
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Ich habe mir verschiedenes aus den Foren zusammengelesen und da auch noch ein paar Fragen. Ich hoffe nicht zuviele ähnliche Fragen zu stellen aber entweder widerspechen Äußerungen von Thomas meiner Fachliteratur oder ich habe auf getoßene und gestellte Fragen (ohne gleich das ganze Forum leergelesen zu haben)noch nicht die gewünschte praxisorientierte Antwort erhalten, möchte aber weiterkommen.
Vorneweg die Fragen:
1.)Ist ein in den ps6 RGB-Arbeitsfarbraum hineingescanntes Bild hinein bereits bereits in dieses ICC-Profil nun denn konvertiert oder besitzt es noch alle Quellfarbwerte und läßt sich beliebig mit anderen Profilen (am besten natürlich mit dem Scanprofil) zuweisen?
2.)soll/muß/darf ein RGB-Scan mit nur zugewiesenem Profil vor Farbseparation nach CMYK in das gewünschte (Scan) Profil konvertiert sein oder ist es für die separation genausogut wenn nicht besser, wenn dem Scan das passende RGB-Profil nur zugewiesen ist?
3.) Ist, weil doch sämtliche normierten Farbräume der ICC-Profile auf Basis von LAB-Farbraumdefinitionen definiert sind, es nicht am besten, wenn einemal die farbwerte für ein bild optisch stimmen (Scanprofil plus ggf. Farbkorrektur) es nicht am besten, das Bild jetzt in Lab zu definieren, und ist dieser farbraum für die Umwandlung nach wer weis wohin (z.B. iso-coated-sb) der beste, weil größte farbraum, in den alles hineinpaßt, auf den sich alles bezieht?
4) oder ist für die Praxis dann (nach Frage-Schritt 1 bzw.2) die Zuweisung (Konvertierung?) nach eci-RGB (bzw. Adobe 98) auch ein gute Ausgangsbasis für die Separation mit iso-coated-sb (bzw. euroscala coated 2 von Adobe)

und das denke ich mir dabei (muß nicht für den Vorteil einer schnellen Antwort, ich muß jetz nämlich anfangen zu produzieren) gelesen werden.

Trotz ausführlicher Erörterung sind mir einfache fragen noch nicht ganz klar, wo ich für einen Tip dankbar wäre.
Also: Ich habe wie beschrieben nicht technische Möglichkeiten und Equipment um eine wie von Thomas beschrieben hochprofesssionelle Produktion zu fahren und gehe jetzt mit den Möglichkeiten ganz pragmatisch um.
"Ein scan-RGB braucht ein Scannerprofil" weil darin für den normierten, geräteneutralen LAB-Farbraum die Definition für die Farbwerte stehen. Das zeigt mir auch das Ergebnis am Monitor, der die Farben sehr nahe an der Vorlage darstellt.
Was ich nicht verstehe ist, dass ich jetzt nicht in den Labraum wechseln soll, den Rolf Gierling in seinem Werk "Farbmanagement" als die beste Ausgangsbasis für den modernen cms-workflow bezeichnet. Also es wundert mich wenn ich von Thomas höre, die Qualität des Scanprofils sei die Lab-Farbwert bezogene Zuordnung der Scan-RGB-Daten. Ich hatte das so verstenden, dass Lab das größte Scheunentor samt Haus (Farbraum) ist um mit dem Scan-RGB-Schrank ins Haus zu kommen und dass sich von dort aus auch alle anderen kleineren Häuser (zB. CMYK-Farbräume, RGB-Farbräume etc.) optimal mit dem beötigten (über LAB definierten Farbwerte) versorgen könnten. (deshalb funktionierts wohl umgekehrt nicht, dass man direkt in eci-RGB scannt, weil die Scan-RGB-Farbwerte eben eindere RGB/LAB Definitionen aufweisen als die eci-RGB/Lab-Farbwerte, so kam das bei mir jedenfalls an...?
also, kann ich jetzt zunächst mal von der Voraussetzung ausgehen, dass
1. ein aus Fotoshop in den definierten RGB-Arbeitsfarbraum hineingescanntes Bild noch alle Quellfarbinformationen besitzt und nicht bereits in den Arbeitsfarbraum konvertiert ist, sondern diese Quellfarbwerte lediglich das Arbeitsfarbraumprofiil lediglich als Interpretationskarte haben, die sich über Profil zuweisen noch beliebig verschieben läßt. Ja?!!?
Dann ist klar, dass mit dem nun zugeordneten Scanprofil Epson Pefection 1640-ICC die Darstellung stimmiger wird.
Und weil die Sache jetzt optimiert kerrekt korrigiert aussieht wie man es über eine manuelle farbkorrektur nur zeitaufwendig wenn überhaupt so gut bewerkstelligt bekommt, sollte man, wenn man doch jetzt, bei Inkaufnahme des Verlustes von Farbinformation, die Farbwerte in dieses RGB-Profil konvertieren.
Wobei sich mir die Frage stellt, was für die Umwandlung nach CMYK dann besser ist a) die noch vollständigen Farberte plus zugewiesenem (getaggten?) Scanprofil oder b) von den bereits in das Scanprofil konvertierten (und somit reduzierten Farbinformationen) oder c)von dem auf Basis des zugeordneten Scanprofils konvertiertem LAB-Farbraum (so würde ich Rolf Gierling verstehen)

die Konvertierung nach Scan-RGB-ICC bzw. LAB brächte im Umgang mit den Profilen den Vorteil, dass man jetzt, nachdem das Bild ja über das farbkorrigierende (über ICC-profilintern(?)auf Basis von Lab definierte) in seine Farbwerten nach der allgemein gültigen LAB-Farbnorm beschrieben ist, dass jetzt andere Standartprofile ( die ja auch auf Basis LAB-Norm heraus definiert sind) weiterverwendbar wären um das Bild auf Normbasis nach gewünschter Richtung sinnvoll (nicht nach unkalkulierbaren farbverrückten Tunings, "ritzebunt") zu optimieren.
Geht das, oder verliert das Bild bei einer über das Scanprofil hinausgehenden weiteren Profilzuweisung (darf/muß das auch nochmal eine weitere RGB-Konvertierung sein?) zuviel Farbinformation (dürfte eigendlich bei einer perzeptiven Umwandlung nicht der Fall sein, weil die ja im gammut mapping nur verbiegt und nicht wie bei relativ farbmetrisch abschneidet). Und es drohen dann wegen verlorener farbinformation bei der abschließenden datenreduzierung in den kleinen CMYK-Farbraum die befürchteten Abrisse?

Bis auf weiteres


klaus
als Antwort auf: [#46903] Top
 
Thomas Richard  M  p
Beiträge: 17355
13. Aug 2003, 18:37
Beitrag #7 von 14
Beitrag ID: #47215
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richtig scannen und separieren


Hallo Klaus,

zu 1.)
Wie scannst du ? Was Kann das Scanprogramm an Profilen einbinden, oder was gibt es aus?
Wenn du uns das verrätst, kann dir einer der das Programm/PlugIn kennt, sicherlich mehr sagen.

zu 2.) Mit rücksicht darauf das jede Konvertrierung Rundungsungenauigkeiten und im Workflow weiterhin Fehlerpotential (wie waren die Randbedingungen (Engine, RI,...)) ist taggen der bessere Weg wenn man einen CMYK Datenbestand anstrebt. Will man sein Archiv/Datenbestand auf RGB Daten aufbauen, so sollte man in ein std. RGB konvertieren um homogene Daten aus verschiedenen Quellen zu haben.

zu 3.) siehe (leider etwas fehlplazierten) Thread im PS Forum.
Ich habe Rolf Gierling nicht gelesen, bei mir fliegen

Digitales Colormanagement. Farbe in der Publishing-Praxis. von Jan-Peter Homann

Color Management mit ICC-Profilen in der Praxis von Marco Cattarozzi

und
Real World Color Management von Bruce Fraseru.a.
(Das ist ein Buch das trotz oder geade wegen der amerikanischen Neigung zur Vereinfachung trotz englisdch für jede Menge Aha-Erlebnisse sorgt)

rum.

Lab ist der richtige Farbraum, nur die Umsetzung in Postscript bzw. Photoshop, das nur mit 8Bit rund läuft, ist eine Krücke.
Hier ist der ICE-RGB Farbraum zur Zeit der beste Kompromiss der gerade so alles enthält was einem an Drucken (incl. Sonderfarben), Filmaterial, Scanner und Digitalkamera CCDs und Monitoren abdeckt. Und nicht so wie WideGammut RGB, wo man im RGB fleissig an den Kurven biegt, aber nichts davon mitbekommt, weil alles ausserhalb dessen ist, was der Monitor hergibt.

4.) hab ich wohl mit den obigen Punkten bereits abgehandelt.

Zu deinen Gedanken:
Wenn Herr Gierling das empfiehlt ohne die Prämisse auf mehr als 8bit auszuweichen, ist er meines Erachtens nach ein Schelm. (jetzt muss ich mir den wohl auch noch zulegen um das nachvollziehen zu können)
Was deine Vermutungen bzgl. Scannerprofil und direktes Scannen in ECI angeht, vermute ich das dir immer noch nicht ganz klar ist, das RGB alles sein kann. Ohne Bezug (zugewiesenes Profil) oder Absolut aber mit Referenz (Konvertiert unter Beibehaltung des Zielprofils als Referenz) kann 255R im RGB so ziemlich jeder Rotton sein.
Ein Scanner Profil macht zweierlei. Er definiert zum einen den Farbraum des Scanners und damit liefert er eine Referenz für die R,G unb Werte die er erfasst, zum anderen korrigiert es die physikalischen unzulänglichkeiten des Gerätes, aber auch des Films), um möglichst realitätsnahe Farben zu erhalten.
Noch zum Thema Lab als Arbeitsfarbraum: Vor dem Problem des zu grossen und auch nur Teilgefüllten Raummodells des LAB stand auch Anfang der 90er Jahre die Firma Hell, später Linotype, jetzt Heidelberger mit ihren Bildbearbeitungsprogrammen. Sie schuffen das LCH Modell, das wie das Lab Modell alle sichtbaren Farben umfasst aber den Vorteil hat, das alle 3 Kanäle auch eindeutigen Farbdefinitiionen zugeordnet sind - soll heissen, das alle Kombinationen aus 3 8bittigen Werten, einer Farbe entsprechen und nicht wie im Lab, wo ein Großteil der Tripel brach liegt.
bei L=0 ist energetisches Vakuum, kein einziges Photon egal welcher Wellenlänge kommt an. demnach sind a und b auch 0. Was aber niemand hindert, wie mich jetzt, gerade mal den Lab Farbton 0,85,-17 zu definieren. - Es gibt ihn aber nicht! Da nützt es auch nicht, wenn man in PS im Lab Bild den L-Kanal mit Schwarz füllt und immer noch was sieht wenn man a und b verändert - das ist Mummenschanz.

BTW fällt mir ein, dass wir zur völligen Verwirrung bzw. Desillusionierung das Thema Metamerie noch garnicht angesprochen haben: Wer will noch mal wer hat noch nicht...

Deine Annahme zu dem Epson Scanner:
Hier muss man ausholen. Das wissen um Farbraum transformationen ist Gold Wert, der Schritt dieses Knowhow per ICC Offenzulegen hat die Firma Hell quasi zu Grunde gerichtet. (Es wäre ihnen sicherlich nicht besser gegangen wenn sie es nicht getan hätten, da ihnen andere in Sachen know how auf den Fersen waren und es früher oder später öffentlich zugängig gemacht hätte.
Die optische Charakteristik eines Farbaufnehmers (mir fällt geade kein anderer Oberbegriff für Auge, CCD, Film... ein) ist alles andere als Linear und bedarf ausgiebiger Tests und Verfeinerungen um ein möglichst komplettes Spektrum der Farben aufzunehmen. dieses Mühsam erarbeitete Wissen, das bei jeder Änderung von z.B. Optik, Belichtungsautomatik, Empfindlichkeit,... sprich aller zu berücksichtigenden Einflussgrößen, zumindestens zu prüfen, wenn nicht sogar anzupassen ist, liegt (oder kann liegen) in einem Geräte ICC Profil. Da CCDs niocht jedermansHardware ist, und alle Hersteller auf eine Hand voll zulieferer zurückgreift, wachen die Scanner und Kamera Hersteller peinlichst darauf, das dieses Wissen um Hopp oder Flopp eines Gerätes nicht jedem offen in die Hände fällt, so kann man z.B. bei Nikon Scannern ICC Profile zur Scannerkalibrierung erstellen, diese werden bei der Bildausgabe aber dann zu Apple, Colormatch, SRGB... (man kann auch ECI-RGB nicht einfach dazustellen und sagen: da hät ich's jetzt gern hin) verrechnet. Nach dem Motto: Du bekommst ein farbverbindlichen Scann, wir sagen dir aber nicht, wie wir's hinbekommen haben.

> Geht das, oder verliert das Bild bei einer über das Scanprofil hinausgehenden weiteren Profilzuweisung (darf/muß das auch nochmal eine weitere RGB-Konvertierung sein?)

Zuweisung geht immer nur eine. Wie sollte auch eine Zuweisung auf 2 Referenzen aussehen?
Was theoretisch ginge wäre die Verrechnung 2er Profile zu einem, so das aus dem Scanner gleich ECI konforme Daten fallen. Das bringt einen aber nicht wirklich weiter, da aus dem Individuellen Scannerprofil und dem Std ECI Profil wieder ein Individuelles Profil entsteht.

Das bringt quasi nichts.
Ein weiterer Aspekt bei der RGB Profilierung ist der Platzbedarf. Gut ECI RGB ist gerade mal 3K gross aber auf einer Homepage mit jeder Menge Slices läppert sich das, wenn man da jedem das selbe Profil mitgibt.
Von daher ist auch immer noch zu klären ob in einem getaggten Bild das ganze Profil steckt oder nur der Name als Referenz, was im Falle sRGB ja reichen würde, um so ziemlich überall korrekt verstanden zu werden.

Von daher macht es auch keinen Sinn, in Ps zwar das Colourmanagement ISO/ECI konform einzurichten, die Bilder dann aber ohne Profile abzuspeichern, da keiner wissen kann wie er sie zu bewerten hat.

MfG

Thomas
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Klaus Mahler
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13. Aug 2003, 21:43
Beitrag #8 von 14
Beitrag ID: #47226
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richtig scannen und separieren


Hi Thomas und die anderen...
wärmsten Dank für deine eingehenden statements und
weiterführende Farbnphilosophie:-)))! Ich kann das leider nur mit weiteren
Fragen gutmachen :-))). Es ist spät und ich bin dran, deshalb vorerst das mir Wichtige in Kürze:
zu 1.)
Ich scanne im 42bit-Modus, (was in Photoshop dann als 16 bit angezeigt wird).
Ich bin mir noch nicht ganz sicher was besser ist, ob ich in einem oder mehreren Durchgängen scannen soll. Die Scasoftware bietet mir zwar umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten, die von kontrast, gamma, Sättigung bis hin zu Farbmanipulationern reichen, diese sind dann allerdings komplett deaktiviert, wenn die Einstellung mit der konkreten Bezeichnung "ICM/SRGB" gewählt ist,
unter der ich scanne. (Ergebnis sieht optisch schon weitaus besser aus als wenn ich im Scanmenue manipuliere). Im Arbeitfarbraum in ps6 habe ich dann zunächst irgend ein RGB z.B. das ECI, geladen, und das bild erscheint dann mit dem Einlesen entsprechend der Charakteristik des gewählten ICC-Profils.
Testscans in alle möglichen, auch farblich extreme ICC-Profile haben dann ergeben, dass wenn ich allen Testscans wieder das gleiche Profil zuweise, alle Bilder (gleiche Motive) absolut identisch aussehen. deshalb gehe ich davon aus, dass die Farbwerte noch vollumfänglich unkonvertiert als Rohscan vorliegen.
Über das ICC-Profil-Archiv (wie gesagt ich kann das Epson-1640iger profil nicht in den Farbeinstellungen von ps installieren sondern erst über Modus>Profil zuweisen) weise ich dann das entspechende Epsonprofil dem 42bit bild zu. Es gibt dabei ein Profil für Aufsichtsvorlage und eines für Film (TPU).
Bei einem 24-bit-Scan erzeugt das Epson-ICC bei Aufsichtsvorlage ein wesentlich helleres Bild als die Vorlage und bei einem Diascan das TPU-Profil ein zu helles und grünstichiges Bild-dh. sie funktionnieren optisch nur gut bei 42-bit-Bldern.

zu 2) was ist ein std-RGB?
zu 3) was ist ein ICE-RGB-Farbraum? ich kenne nur ECI-RGB und CIE-RGB. ICE kenne
ich nur als was ganz abgefahrenes auf ner anderen Schine:-)))???:-(
ebenfalls zu 3) du sagst LAB sei wegen der Verluste nicht zu empfehlen für 8bit Bilder. Funktioniert er denn bei 42 (16) Bit. Das könnte Vorteile beim Zusammenkopieren von bildern bringen weil mann dann nämlich in den Composings unterschieliche Farbräume integrieren könnte, was das Colormanagement von ps ja sonst beim einkopieren nicht zuläßt.

Was Rolf Gierling anbetrifft, da muß ich nochmal nachschlagen. Das präzisiere ich dann später. Auf jedenfall gehts morgen ab zu den Testbelichtungen via pdf unter Beachtung der Empfehlung ausdem PDF-Forum (ungetaggte CMYK-Bilddaten!) und wies dann rauskommt erzähle ich auch noch.

vorerst danke, freut mich zu hören. Gruß

Klaus
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Thomas Richard  M  p
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14. Aug 2003, 15:27
Beitrag #9 von 14
Beitrag ID: #47330
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richtig scannen und separieren


Hallo Klaus,

> Ich scanne im 42bit-Modus, (was in Photoshop dann als 16 bit angezeigt wird).

Das bedeutet das du pro RGB Kanal 14 Bit hast.
Photoshop kan mehr als 8 Bit nur über die Krücke das quasi 2 x 8 Bit übereinandergelgt werden. Deswegen immer 16, die 2 Bit fallen dann einfach untern Tisch.

> Bei einem 24-bit-Scan erzeugt das Epson-ICC bei Aufsichtsvorlage ein wesentlich helleres Bild als die Vorlage und bei einem Diascan das TPU-Profil ein zu helles und grünstichiges Bild-dh. sie funktionnieren optisch nur gut bei 42-bit-Bldern.

Kann sein das das jetzt gehässig klingt, aber nach dem was du vorher geschrieben hast, vermute ich fast, das es unter 42 bit garnicht funktioniert und unter 24bit eben nur schlecht.

> zu 2) was ist ein std-RGB?
eben eines der RGBs die mit PS auf die Platte gespült werden, bzw ECI-RGB. Also keine Scanner-/Monitor- oder in Ps per 'Farben: eigene' hingebogene Profile.

> zu 3) was ist ein ICE-RGB-Farbraum? ich kenne nur ECI-RGB und CIE-RGB. ICE kenne
ich nur als was ganz abgefahrenes auf ner anderen Schine:-)))???:-(

Sorry, ich meine immer ECI.

> ebenfalls zu 3) du sagst LAB sei wegen der Verluste nicht zu empfehlen für 8bit Bilder. Funktioniert er denn bei 42 (16) Bit. Das könnte Vorteile beim Zusammenkopieren von bildern bringen weil mann dann nämlich in den Composings unterschieliche Farbräume integrieren könnte, was das Colormanagement von ps ja sonst beim einkopieren nicht zuläßt.

Du willst mir nicht erzählen, dass du Composing im Lab machen willst? Da funktioniert doch so gut wie nichts, was man für ein ordentliches Composing braucht.
Wie auch immer, auch der Lab Farbraum würde nicht mehrere Farbräume zu lassen, denn bei Lab gilt das Highlander Prinzip: Es kann nur einen geben.
Ausserdem macht es PS doch korrekt, wenn Bilder die ein Profil angefügt haben, wird mit diesem zum Arbeitsprofil der Montage gewandelt, ist das Bild in einen anderen Arbeitsfarbraum gewwandelt worden, so enhält es den dazugehörigen Verweis und kann auch in den aktuellen Farbraum transformiert werden.

Gierling ist bestellt, werden ihn mir dann mal zu Gemüte führen.


MfG

Thomas
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Klaus Mahler
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15. Aug 2003, 15:02
Beitrag #10 von 14
Beitrag ID: #47453
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Hallo Thomas
Vielen Dank für deine unermüdlich nachhaltige Informationspolitik, wenngleich sehr lehrreich so muß ich doch wieder mit Fragen
kontern:-))
Also zunächstmal: die Epsonprofile sind die gesuchten Scannerprofile für Aufsichts und Durchlichfunktion mit den Spezifikationen zur Weiterverarbeitung im CMS. Ein gutes Bild ergeben sie wie gesagt aber nur im 42 Bitmodus. Den Scan kann man nur die Epsonprofile zuweisen, sie lassen sich nicht in ein Epsonprofil (RGB nach RGB) konvertieren (weil sie nur unter Profiil zuweisen angezeigt werden, nicht aber im menü >konvertieren aufgeführt sind) um dann zu sehen was dann mit den farbkorrigierten Werten in einem anderen RGB-Farbraum passiert.
Die 24Bit-Bilder werden jedoch mit dem Epsonprofil viel zu dunkel, sie sehen wiederum mit dem Adobe98-Profil in Kontrast und Helligkeit einigermaßen richtig aus, abgeshen von dem Himbeerstich. Im Eci-RGB, etc. sind sie jedoch zu hell und zu flach und das brachte mich auf die Idee mal unter >Farbeinstellungen >ECI-RGB, Adobe98, etc..>eigene nachzusehen welche Spezifikationen diverse RGB-ICC aufweisen. Und siehe da: das Adobe und das SRGB haben ein Gamma von 2.2 und das ECI, Apple, und Color Match haben nur 1.8.
Heißt das, dass die Fogra/Eci ihre ICC´s nur für die Applegemeinde normiert haben und die Winleute nach dem Motto alles so schööön bunt hier in die Röhre gucken?
Aber mal im Ernst: muss auf der Windowsplattform, die ja mit 2.2 Gamma läuft, hier bei den Profilen individuell das Gamma hochgesetzt werden oder müssen gar noch andere Werte aus dem Adobe Gamma bzw. der Monitorspezifikation hier eingetragen werden, damit die Profile auch auf der Winschine das zeigen für das sie geeicht wurden?

Gruß

klaus
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Klaus Mahler
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15. Aug 2003, 15:28
Beitrag #11 von 14
Beitrag ID: #47459
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Hi Thomas,
ach, und was die mögliche sRGB-Dreistigkeit der Nikonesen angeht, sowas minderwertiges einem Scanner beizugeben muß ich noch folgende Beobachtung zum Besten geben.
Das 42Bit Bild angetagged mit dem Epson 1640iger-Profil (das ja beim 24Bit-bild viel zu dunkel erscheint) sieht nahezu identisch aus wie das 24 Bitbild mit dem sRGB-Profil belegt. Beide geben einen visuell recht realistischen Eindruck der Vorlage, wobei das 42-iger in gleichem Tonwert aber noch etwas gesättigter erscheint.
Nun hoffe ich, dass dies frei nach dem Motto "what you see ist what get" -immerhin stimmt ja der visuelle Eindruck - ich trotz der Befürchtung einen vollwertigen Farbraum für die Farbraumtransformation nach CMYK-habe.

klaus
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Thomas Richard  M  p
Beiträge: 17355
17. Aug 2003, 14:23
Beitrag #12 von 14
Beitrag ID: #47582
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Hallo Klaus,

> Heißt das, dass die Fogra/Eci ihre ICC´s nur für die Applegemeinde normiert haben und die Winleute nach dem Motto alles so schööön bunt hier in die Röhre gucken?

Das hat historische Gründe.
Der Firma Microsoft kam es in erster Linie auf knackige Farben und einen hohen Kontrast für ihre Office Anwendungen an. hier ist das höhere Gamma mit seinem helleren Weiß auch eindeutig die richtige Wahl.
Im Apple Dunstkreis schwirrte, seit man sich Gedanken um konsistente Farben machte, immer schon die Verbindlichkeit in Sachen Druck in den Hirnen der Macher herum. Aus diesem Grund ist ein gemässigtes Gamma, das insgesammt wesentlich flauer ist, dafür aber in Lichtern und Tiefen eine bessere Differenzierung zulässt, die bessere Wahl. Was nützt mir ein Gamma am Monitor das ich mit Papier nur nachempfinden kann wenn ich ein Blatt Papier auf einen Leuchtkasten lege oder fürs tiefste Schwarz mit schwarzem Samt kaschiere?

> Aber mal im Ernst: muss auf der Windowsplattform, die ja mit 2.2 Gamma läuft, hier bei den Profilen individuell das Gamma hochgesetzt werden oder müssen gar noch andere Werte aus dem Adobe Gamma bzw. der Monitorspezifikation hier eingetragen werden, damit die Profile auch auf der Winschine das zeigen für das sie geeicht wurden?

Es muss einfach nur passen. Ein Profil das von einem Gamma von 2.2 ausgeht muss auch im Monitorprofil entsprechend besetzt sein und umgekehrt genauso.

> Das 42Bit Bild angetagged mit dem Epson 1640iger-Profil (das ja beim 24Bit-bild viel zu dunkel erscheint) sieht nahezu identisch aus wie das 24 Bitbild mit dem sRGB-Profil belegt. Beide geben einen visuell recht realistischen Eindruck der Vorlage, wobei das 42-iger in gleichem Tonwert aber noch etwas gesättigter erscheint.

Das ist das was ich oben meinte. Wenn die Profile im richtigen Gamma verwendet werden, sehen sie auch gut aus. Der leichte Unterschied zwischen der 1640.icc, 42Bit, Gamma1.8 Version und der sRGB, 24Bit, Gamma 2.2 Version ist das was du durch den größeren Farbraum des Scanners gewinnst, wenn du ihn den ausreizt. Befinden sich alle Farben einer Vorlage in dem Farbraum den sRGB beschreibt vor, so nützt dir ein größerer Farbraum nicht viel. Wenn er viel zu groß ist und du nur eine begrenzte Datentiefe hast, schadet er letztendlich; aber das hatten wir ja schon.

MfG

Thomas
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(Dieser Beitrag wurde von Thomas Richard am 17. Aug 2003, 18:30 geändert)
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Klaus Mahler
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18. Aug 2003, 14:36
Beitrag #13 von 14
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richtig scannen und separieren


Hallo Thomas,
echt klasse dein infotainment! :-)
Das wirft natürlich wieder Verständnisfragen auf: Heißt das, wenn ich dich also richtig interpretiere, dass der Win-User nun vor Anwendung von Fotoshop und ECI-RGB um die richtige Wirkung und Ausgangsbasis im Win-CMS zu haben, bei der Monitorkalibration mit Adobe Gamma statt wie für Win empfohlen 2.2, nun den Gammmawert 1.8 einzutragen hat, bei dem normalerweise die Bilder zu flau wirken (bisher ging ich davon aus, dass ein Bild unter Win mit gamma 2.2 gleich aussieht wie ein Bild unter Mac mit Gamma 1.8) oder muß er in der Profilbeschreibung im Photoshopeinstellungsmenüe was dran drehen?

Mfg
Klaus
als Antwort auf: [#46903] Top
 
Thomas Richard  M  p
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20. Aug 2003, 18:13
Beitrag #14 von 14
Beitrag ID: #48039
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Hallo Klaus,


pffft... gute Frage... nächste bitte...

Aber im Ernst, da muss ich mal in mich und meine Bücher und Notizen gehen...

Unter Vorbehalt: sowohl ein Monitor als auch ein Arbeitsraum RGB Profil enthält das dazugehörige Gamma und die Farbtemperatur. Ist der Monitor nun entsprechend Eingestellt, sollte das CMM das eigentlich herausrechnen können. Wobei... wie soll ein 5000° K, 1.8er Gamma Monitor ein 9300er 2.2 darstellen können???

MfG

Thomas
als Antwort auf: [#46903] Top
 
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