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3 Lesezeichen für überdrucken

CS3 - Problem (SCHWARZ) überdrucken in verb. mit Transparenz
[reply Andre ErbUm PitStops "Aussage" zu festigen oder zu widerlegen, habe ich das (falsche PDF) separiert aus Acrobat 8 ausgegeben und im Druckdialog dazu "Überdrucken beibehalten" eingeschaltet.

Hallo Herr Erb,

ich glaube, hier liegt ein großer irrtum vor.
PitStop Professional sagt Ihnen innerhalb des Enfocus Insteptor oder im Prüfbericht nur, ob für ein Seitenobjekt das Überdrucken-Flag gesetzt ist oder nicht (und den Status des OPM Flags). Das sagt aber nichts darüer aus, ob es dann auch tatsachlich zu einem Überdrucken in der Ausgabevorschau oder im Ausdruck kommt. Dies hängt von diversen weiteren Faktoren ab:
1) dem Farbraum des überdruckenden Objekts
2) dem Objekttyp des überdruckenden Objekts
3) dem Hintergrund-Farbraum

Zu 1) bestimmte Farbräume können schlicht und einfach nicht überdrucken. So z.B. kalbrierte Farbräume. Ebenso gibt es Farbraum-Kobinationen zwischen Vorder- und Hintergrund, die prinzipbedingt nicht überdrucken können (siehe auch 3.)
Zu 2) bestimmte Objekte, wie z.B. CMYK-Bilder oder CMYK Smooth Shadings, können prinzipbedingt CMYK Hintergrund-Farbräume nicht überdrucken, weil sie für alle vier CMYK-Farbkanäle Tonwerte definieren (siehe auch 3.)
zu 3) Es gibt niemals ein Überdrucken zwischen dem identischen Vordergrund und Hintergrund-Farbkanälen (z.B. kann Cyan niemals Cyan überdrucken). Im Fall von überdruckenden DeviceCMYK muss OPM = 1 gelten.

Die Überdrucken-Information, die Ihnen PitStop (oder jedes andere Prüfwerkzeug) liefert, alleine ist also wertlos. Erst in Kombination mit den oben genannten Attributen kann eine Aussage getroffen werden, ob ein Überdrucken zustande kommt oder eben nicht.
...
Robert Zacherl
3. Jul 2007, 12:21
Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe
Hallo,
ich habe folgendes Problem: Als freie Grafikerin habe ich für eine Agentur eine Imagebroschüre gestaltet, 6 farbig (4-farbig und zwei Sonderfarben). Erstellt in InDesign 3.0.1. Die Druckerei hat sowohl die offenen Daten als auch ein pdf (erzeugt über postscript und distiller bekommen). Das Problem ist eine weiße Fläche, die mit 70% Transparenz über eine Volltonfläche läuft. Bei mir in Acrobat 6 sieht alles o.k. aus. Die Separationsvorschau zeigt mir an dieser Stelle 30% Pantone an – soweit korrekt. Ein Bekannter sagte mir, dass man in Acrobat 7 die Problematik schon erkennen kann. Beim Belichten dieser Daten ist der transparente Bereich weiß ohne jegliche Farbe. Das scheint offenbar ein Fehler von InDesign zu sein.

Die Druckerei hat den Fehler manuell korrigiert.

Nun soll ich die angefallene Arbeitszeit für die Korrektur und für die neuen Softproofs (ausgeschosssene Druckbogen als pdf) zahlen. Das ist recht viel Geld. Die Druckerei behauptet die Daten wären von mir falsch angeliefert worden.
Muss ich die angefallene Arbeitszeit für die Korrektur tatsächlich zahlen? Es ist eigentlich eine Unverschämtheit. Mich hätte diese Änderung inkl. neuer pdf schreiben etwa 15 Minuten gekostet. Nun soll ich 150 Euro dafür zahlen... :-/


Viele Grüße
Nicole

P.S.: Gibt es eigentlich für den Druckbereich auch Gutachter für solche Fälle? Nur rein interessehalber...
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Nice
17. Mai 2006, 16:21
Weiss überdrucken bei ID-PDF
Hallo,

ich denke hier muss ganz klar unterschieden werden, was mit "Weiß" gemeint ist und über welches Druckverfahren wir sprechen.

Sprechen wir über eine opake Sonderfarbe "Weiß" so wie sie z.B. durchaus in speziellen Druckverfahren (Metallbedruck, Siebdruck, usw.) gebraucht wird oder über ein Weiß, welches das Fehlen von Farbauftrag repräsentiert (also klassischerweise 0% CMYK im Offsetdruck)?

Selbst bei den 0% CMYK muss man differenzieren zwischen Vektorobjekten die mit 0% CMYK gefüllt sind und überdrucken und z.B. einem überdruckenden CMYK-Bild, welches Pixel beinhaltet die in 0% CMYK eingefärbt sind. Letzteres wird z.B. von Adobe bei der Transparenzreduzierung eingesetzt, wenn per Transparenz freigestellte Bilddaten in Sonderfarben-Jobs Verwendung finden. Das ist dann aber auch wieder nicht der klassische Fall, denn hier wird ja das Bild als solches als überdruckend definiert und nicht die weissen Pixel im speziellen. Somit ist das kein Beisspiel dafür wo es sinnvoll sein kann, dass Weiß überdruckt.

Im Offsetbereich gilt also nur der spezielle Fall "weisses Vektorobjekt ist als überdruckend definiert". Weiß steht dabei stellvertretend für:
- 0% DeviceCMYK
- 0% Separation "Black"
- 0% DeviceN mit einem Colorant "Black"
- 100% DeviceGray

Ich kann zumindest spontan im Offsetbereich, wo ja mit lasierenden Druckfarben gearbeitet wird, keinen Fall konstruieren, wo ein Überdrucken eines solchermassen (siehe oben) weiß eingefärbten Vektorobjekts korrekt sein kann, weil es bekanntermassen (zumindest dann, wenn aufgrund des Hintergrund-Farbraums ein Überdrucken technisch überhaupt möglich und ggf. OPM = 1 gesetzt ist) zum Verschwinden des Objekts führt und man es somit genauso gut auch gleich weggelassen hätte können.
Sofern wir nicht mehr über lasierende Druckfarben sprechen, sieht die Sache ganz anders aus. Das ein Siebdrucker aber einen anderen Preflight anwenden muss als ein Offsetdrucker ist, so denke ich, auch klar.

Den Fall, dass ein Layouter versehentlich ein weisses Objekt im Layout hat, welches da gar nicht hingehört, dieses Objekt aber zufälligerweise als überdruckend definiert ist, so dass es letztendlich bei der Ausgabe wieder verschwindet, klammere ich hier mal aus ;-)
...
Robert Zacherl
15. Mär 2006, 10:12