Hallo,
Antwort auf: können wir mal die Kirche im Dorf lassen? Oder mal ein paar Beispiele sehen, wo sich das Downsampling soooooooo negativ auf die Qualität auswirkt? Gerne mal als Vergleich zwischen mit und ohne Downsampling.
http://kaiser-edv.de/tmp/Downsample-Schredder.zip (3 MByte)
Archiv enthält Joboptions, PDF-Dateien und dazu passende Prüfreporte -- mal mit original pdfxready.ch-Einstellungen, mal mit korrigierten:
Unkorrigierte Settings.pdf
Unkorrigierte Settings_report.txt
PDFX-ready-coatedSheet_Dist7.joboptions
Korrigierte Settings.pdf
Korrigierte Settings_report.txt
PDFX-ready-coatedSheet_Dist7_repaired.joboptions
An obigen Dateien sieht man schön den Effekt, daß Bilder von ca. 428 dpi auf 300 dpi kaputtgerechnet werden, sobald deren effektive Auflösung den Schwellwert von ca. 400 dpi (bei DownsampleTreshold von 1,33) überschreitet.
Zur Beurteilung der Bildqualität am Besten per Touchup-Werkzeug das jeweils unterste platzierte Bild extrahieren und in Bildverarbeitung ansehen, um Antialiasing-Einflüsse von Acrobat auszuschließen.
Antwort auf: Über copydot-Daten brauchen wir nicht zu diskutieren, da ist die Situation klar und ein Downsampling verbietet sich.
Sagst Du das bitte Stephan Jaeggi? Der hat in seinen aktuellen Joboptions Folgendes stehen:
/DownsampleMonoImages true
/MonoImageDownsampleType /Bicubic
/MonoImageResolution 1200
/MonoImageDepth -1
/MonoImageDownsampleThreshold 1.50000
Bei den meisten anderen Stellen/Quellen findet man wenigstens 2400 dpi, was dann erst Strichscans ab 3600 dpi betrifft. BTW: Bei Strichabbildungen ist ein Herunterrechnen in jedem Fall katastrophal, selbst mit einem DownsampleTreshold von 2.0 oder mehr -- einfach mal selbst ausprobieren.
Antwort auf: Aber ist es bei den ganz "normalen" Akzidenzen wirklich so ein Riesenproblem?
Ja, natürlich. Es ist ein Problem, das sich aber nur bei gewissen Motiven wirklich bemerkbar macht. Einem bewölkten Himmel sieht man das Downsampling nicht an, wohingegen eine Produktabbildung mit scharfen, v.a. schrägen Konturen (Schubladen, Kanten, irgendwelche Details) definitiv das Downsampling nicht überlebt --> kaputtgerechnet.
Probier's einfach aus und lad Dir eine Abbildung mit klaren Konturen, die idealerweise in Winkeln um die 10° auftreten, in ein Layoutprogramm, skalier das Ganze so, daß Du über den Downsample-Schwellwert kommst (bei den "PDFX-ready-coatedSheet_Dist7.joboptions" in obigem Archiv reicht dafür der skalierte Einbau eines 300 dpi Bildes auf 74% --> 405 dpi
effektive Auflösung). Und überzeug Dich einfach selbst.
Antwort auf: Wenn ja, was soll ich dann im Layout machen? Verbietet sich dann auch ein Verkleinern von Bildern auf 70%? Ich glaube, das würde wohl niemand ernsthaft einfordern.
Äh, die Lösung ist doch supersimpel.
Kein Downsampling bzw. Anheben des DownsampleTreshold auf mindestens 2.0 -- dann hat der Distiller schon kaum mehr eine Chance, etwas wirklich kaputtzurechnen. Das ist doch das eigentliche Problem, nicht die Skalierung im Layout-Programm.
Ich glaube auch, daß genau dieser Zusammenhang (zwischen Downsample-Schwellwert, der anhand der
effektiven Auflösung nach Platzierung im Layout zuschlägt, und reiner Bildauflösung --> 300 dpi Bildauflösung, 50% Skalierung --> 600 dpi effektive Auflösung) das ist, weshalb das Problem nicht erkannt wird bzw. regelmäßig an völlig anderer Stelle vermutet wird (Quark oder InDesign sind schuld, Helios ist schuld, das RIP ist schuld...)
Antwort auf: Man kann sich das Problem bewußt machen und auch darüber diskutieren, völlig klar. Aber ist das praxisgerecht?
Aber hallo... ich hätte das ja auch nicht vermutet, doch es scheint ein Riesenproblem zu sein, dessen Ursache aber so gut wie nicht bekannt ist und die aus der branchenweiten Verbreitung von in diesem Punkt allesamt suboptimalen Joboptions resultiert. Sprich, ein Problem das, schwer zu reproduzieren scheint (weil tritt "offensichtlich" nur bei manchen Abbildungen auf, deren effektive Auflösung sich eben im Grenzbereich bewegt) und dessen Ursache ganz woanders vermutet wird (denn die Joboptions stammen ja von anerkannten Experten und können gar nicht dafür verantwortlich sein).
Antwort auf: Dann wundert mich vielmehr die Zielauflösung von 300 dpi bei den PDF-Ready-joboptions im Zeitalter von 70er und 80er Raster. Das halte ich für diskussionswürdiger...
Ich nicht angesichts heute üblicher Rasterizer bei der Ausgabe. Der früher pessimistisch angesetzte Qualitätsfaktor von 2 (60er Raster und 300 dpi effektive Bildauflösung) wird halt beim 80er Raster dann nur zu 1,33. Das wirkt sich aber visuell weit weniger kraß aus, als wenn Bilddaten mit einer effektiven Auflösung von knapp über 400 dpi durch den Distiller auf 300 dpi kaputtgerechnet werden. Außer man kann Treppenstufen an Konturen einen ästhetischen Reiz abgewinnen. Dann ist natürlich alles in Ordnung ;-)
Gruss,
Thomas