[GastForen PrePress allgemein CMS (Color-Management) (Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

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(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

gromek
Beiträge gesamt: 100

7. Feb 2012, 12:12
Beitrag # 1 von 15
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hallo zusammen,

ich dachte immer, ich hätte das CMS bei InDesign etc. einigermaßen verstanden, aber jetzt gerate ich ins schwimmen:

ich habe in InDesign CS5 einen flyer erstellt, dessen farbauftrag im druck 300% nicht überschritten soll. dementsprechend habe ich – ganz klassisch – aus der datei eine Postscript-datei mittels des ausgabeprofils ISOcoated 300% erstellt und diese dann per Distiller in ein PDF destilliert.

das funktioniert für die reinen bilddateien tadellos, aber es stellt sich heraus, dass an einigen stellen, wo als multiplizierend eingestellte InDesign-vektorflächen (0/100/100/0) über dunklen bildstellen eines RGB-psd's liegen, die farbauftragswerte im PDF z.t. bei 370% liegen. ich dachte immer, solche verrechnungen würden bei der transparenzreduzierung (ist doch beim weg über PostScript-dateien immer der fall?) gemäß dem ausgabeprofil (also hier ISOcoated 300%) berücksichtigt. anscheinend nun doch nicht... ich möchte nun aber auch nicht das häkchen bei "CMYK-Werte beibehalten" entfernen, weil ich denke, dass dann mein 100% K text im dokument anders separiert wird.

kann man dem phänomen mit normalen "bordmitteln" der Creative Suite begegnen oder ist das irgendwie eine systematisch bedingte schwäche? umgehen kann man das problem zwar, indem die fraglichen, multiplizierenden flächen schon mit Photoshop im bild angelegt werden und nicht erst in InDesign, aber das relativiert doch ziemlich die nützlichkeit der InDesign-eigenen transparenteffekte, oder?

schon mal vielen dank vorab und beste grüße
gromek
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(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

Ulrich Lüder
Beiträge gesamt: 2298

7. Feb 2012, 14:06
Beitrag # 2 von 15
Beitrag ID: #489294
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hallo, vielleicht solltest Du diesen thread mal durchgehen (und eventuell sogar dort fortsetzen...) ;-).

http://www.hilfdirselbst.ch/..._P488882.html#488882

Denn: Ja, ist "systemimmanent": Bei "Werte erhalten"-Export PDF/x-1 oder PS-Datei drucken werden die transparente Situationen zwar "flach-"gerechnet (also vormals übereinanderliegende Objekte in nebeneinander liegende Bilder/Pfadkombinationen zerlegt, aber im Prinzip so, als ob Du in einem Ps-CMYK-Bild in einem Arbeitsfarbraum (Profil bedingt) mit TAC 300% dann noch Ebenen hinzufügst, füllst + multiplizierst und damit an manchen Stellen den Tac höher schraubst, als die Obergrenze des jeweiligen Profils der Ausgangsdatei, bzw Arbeitsschritt kurz nach Konvertierung von RGB in CMYK.

Auch in diesen Beiträgen (und bestimmt noch einigen anderen) ging es im Prinzip um denselben Überrsschungseffekt, dem Du gerade erliegst (und so mancher wahrscheinlich noch für sich entdecken wird):

(Edit: hatte erst die links zu den Usern gesetzt anstatt zu den Beiträgen, sorry!)
http://www.hilfdirselbst.ch/..._P462202.html#462202

http://www.hilfdirselbst.ch/..._P484351.html#484351

Gruß,

Ulrich


als Antwort auf: [#489282]
(Dieser Beitrag wurde von Ulrich Lüder am 7. Feb 2012, 14:12 geändert)

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

PDD
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7. Feb 2012, 14:39
Beitrag # 3 von 15
Beitrag ID: #489301
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Hallo Gromek,

Zitat ich dachte immer, solche verrechnungen würden bei der transparenzreduzierung (ist doch beim weg über PostScript-dateien immer der fall?) gemäß dem ausgabeprofil (also hier ISOcoated 300%) berücksichtigt.

Ja, beim Weg über PostScript findet aus InDesign heraus immer eine Transparenzreduzierung statt.
Wie Sie weiter unten korrekt angemerkt haben, wird die max. Flächendeckung des Ausgabeprofils nur angewendet, wenn die Option "CMYK-Werte beibehalten" deaktiviert ist. Denn nur dann erfolgt eine Farbkonvertierung vom InDesign-Dokumentfarbraum zum Ausgabeprofil. Leider bedeutet das eine CMYK-zu-CMYK-Transformation, die z.B. 100% Textschwarz in alle vier Prozessfarben umsepariert.

Ihre Frage nach einer Lösung ist also durchaus berechtigt, denn das Ergebnis aus InDesign nach der Farbkonvertierung ist in den meisten Fällen nicht erstrebenswert. Naheliegend wäre eine Veränderung des Dokumentfarbraums bereits in InDesign, jedoch führt das hier durch den Multipliziereneffekt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Sie haben mit der Creative-Suite aber alle notwendigen "Bormittel" dabei. Sie könnten beispielsweise in Acrobat über "Farben konvertieren" das distillte PDF umkonvertieren. Sie erstellen dazu die PostScript-Datei. Als Ausgabeprofil wählen Sie den Dokumentfarbraum und die Option "CMYK-Werte beibehalten" aktivieren Sie. Dieses wird distillt und als Erbebnis kommt das PDF mit dem zu hohen Farbauftrag heraus. Dieses PDF wird nun in Acrobat über "Farben konvertieren" in das eigentliche Zielprofil mit 300% Flächendeckung umkonvertiert. Im rechten Fensterteil bei "Konvertierungsprofil" das Zielprofil wählen und die "Einbettung" deaktivieren. Die unteren drei Optionen bei "Konvertierungsoptionen" aktivieren, damit der schwarze Text erhalten bleibt. Das Ergebnis ist eine farbreduzierte Datei mit korrektem Schwarzwert für den Text. Leider werden u.U. Sekundärfarben wie die rote Fläche aber abgewandelt.

Interessant ist hierbei, dass der antiquiert anmutende Weg über PostScript und Distiller der funktionierende ist. Exportiert man hingegen ein PDF direkt aus InDesign mit Live-Transparenzen wie es z.B. bei PDF/X-4 der Fall ist, dann ist eine Farbkonvertierung in Acrobat nicht möglich. Erst die transparenzreduzierten Daten können umkonvertiert werden. Sollte das auf Basis von PDF/X-4 erfolgen sind professionellere Werkzeuge und der Einsatz von DeviceLink-Profilen erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

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als Antwort auf: [#489282]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

Ulrich Lüder
Beiträge gesamt: 2298

7. Feb 2012, 15:21
Beitrag # 4 von 15
Beitrag ID: #489310
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Antwort auf [ PDD ] ...und als Erbebnis kommt das PDF mit dem zu hohen Farbauftrag heraus. Dieses PDF wird nun in Acrobat über "Farben konvertieren" in das eigentliche Zielprofil mit 300% Flächendeckung umkonvertiert. Im rechten Fensterteil bei "Konvertierungsprofil" das Zielprofil wählen und die "Einbettung" deaktivieren. Die unteren drei Optionen bei "Konvertierungsoptionen" aktivieren, damit der schwarze Text erhalten bleibt.

Das dürfte aber nur klappen, wenn in Acrobat ein anderer CMYK-Arbeitsfarbraum eingerichtet ist als das endgültige Zielprofil.

Gangbar wäre demnach die 1. PS-PDF-Datei mit noch zu hohem Farbauftrag in ISOcoatedv2 zu erstellen, dieses Profil als Arbeitsfarbraum in Acrobat zu definieren und dann von dort aus in ISOcoatedv2(300) via Fraben Konvertieren wie vorgeschlagen.

Für andere Ausgabebedingungen braucht man dann aber Device-Link-Tools. Die, die ich kenne greifen aber auch nicht bei PDF/x-4, da ja auch hier objektorientiert konvertiert wird. (Wir haben ALWAN-CMYK-Optimizer im Einsatz und ich meine das entsprechende Callas Plugin greift dann auch nur bei Dokumenten bereits ohne entsprechende Live-Transparenzen)

An welche Werkzeuge denken Sie bei PDF/x-4 konkret?

Gruß,

Ulrich


als Antwort auf: [#489301]
(Dieser Beitrag wurde von Ulrich Lüder am 7. Feb 2012, 15:23 geändert)

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

gromek
Beiträge gesamt: 100

7. Feb 2012, 15:23
Beitrag # 5 von 15
Beitrag ID: #489311
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ja danke, Ulrich,

einen der threads hatte ich tatsächlich schon vorher gefunden, war mir aber nicht sicher, ob ich das richtig verstehe...

schon erstaunlich, dass eine inzwischen doch an und für sich so alltägliche design-/layoutsituation für solche überraschenden effekte sorgt. gerade wenn oft so (offensichtlich) verkürzt mit dem "richtigen" ausgabeprofil argumentiert wird, das man halt nur auswählen muss, um für gewisse druckstandards kompatible PDFs zu erhalten.

fast so überraschend wie die tatsache, dass man in einem CMYK-bild mit ISOcoated_300%-profil, ob nun mutwillig oder aus versehen – jedenfalls problemlos, bereiche mit satten 400 % farbdeckung unterbringen kann und diese sich trotz bzw. gerade wegen ebenfalls in InDesign gewähltem gleichen profil bis ins PDF "retten"...

man kann also eigentlich nicht genug darauf hinweisen, dass es so etwas wie die farbumfangswarnung in den diversen programmen gibt und dass man sie ruhig regelmäßig mal befragen sollte.

grüße
gromek


als Antwort auf: [#489294]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

PDD
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7. Feb 2012, 17:30
Beitrag # 6 von 15
Beitrag ID: #489323
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Hallo,

Zitat von Ulrich Lüder Für andere Ausgabebedingungen braucht man dann aber Device-Link-Tools. Die, die ich kenne greifen aber auch nicht bei PDF/x-4, da ja auch hier objektorientiert konvertiert wird. (Wir haben ALWAN-CMYK-Optimizer im Einsatz und ich meine das entsprechende Callas Plugin greift dann auch nur bei Dokumenten bereits ohne entsprechende Live-Transparenzen)

An welche Werkzeuge denken Sie bei PDF/x-4 konkret?

So weit ich das technisch beurteilen kann, wird mit echten Transparenzen kein gewünschtes Ergebnis möglich sein auf direktem Weg. Die Transparenzeinstellung "Multiplizieren" bewirkt in jedem Fall eine Abdunkelung des Bildbereichs. Wird nun mittels eines DeviceLink-Profils eine Reseparation ausgeführt, dann bewirkt dies eine präzise Umwandlung des unten liegendes Bildes in den Zielfarbraum. Das grafische Objekt mit der Sekundärfarbe 0/100/100/0 wird je nach gewählter Einstellung gar nicht oder nur minimal (evtl. auf 0/100/98/0) konvertiert, behält also seine abdunkelnde Wirkung mit ca. 200% bei. Wird diese auf das unterliegende Bild addiert (multipliziert) so ergibt sich eine nicht so hohe Farbreduktion wie eigentlich erwartet.

Ein Werkzeug, welches das direkt kann ist mir nicht bekannt. Sollte eine solche Farbreduktion trotzdem ausgeführt werden sollen, bleibt nur die intelligente Verknüpfung von verschiedenen Einzelarbeitsschritten, wie z.B. die automatische Prüfung des Gesamtfarbauftrags nach der Farbkonvertierung, was in einige Workflows möglich ist. Als letztes Mittel der Wahl bliebe noch die Transparenzreduzierung, was selbstverständlich nicht mehr mit dem Anspruch von PDF/X-4 in Einklang zu bringen ist.

Mit freundlichen Grüßen

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als Antwort auf: [#489310]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

Ulrich Lüder
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7. Feb 2012, 19:37
Beitrag # 7 von 15
Beitrag ID: #489329
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Antwort auf [ PDD ] ...Sollte das auf Basis von PDF/X-4 erfolgen sind professionellere Werkzeuge und der Einsatz von DeviceLink-Profilen erforderlich.

+
Antwort auf [ PDD ] So weit ich das technisch beurteilen kann, wird mit echten Transparenzen kein gewünschtes Ergebnis möglich sein auf direktem Weg.

+
Antwort auf [ PDD ] Als letztes Mittel der Wahl bliebe noch die Transparenzreduzierung, was selbstverständlich nicht mehr mit dem Anspruch von PDF/X-4 in Einklang zu bringen ist.


Demnach sind bei PDF/x-4 mit entsprechenden Situationen weniger besondere Werkzeuge, sondern viel mehr
Entscheidungen erforderlich, nicht wahr? ;-)

Gruß,

Ulrich


als Antwort auf: [#489301]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

PDD
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8. Feb 2012, 08:37
Beitrag # 8 von 15
Beitrag ID: #489355
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Zitat von Ulrich Lüder Demnach sind bei PDF/x-4 mit entsprechenden Situationen weniger besondere Werkzeuge, sondern viel mehr
Entscheidungen erforderlich, nicht wahr? ;-)

Evtl. habe ich mir hier nicht ganz klar ausgedrückt. Obwohl ich PDF/X-4 geschrieben habe, bezog ich mich hierbei auf Acrobat. Obwohl Acrobat ein geniales Werkzeug ist, so ist damit nicht alles möglich. So ist es in dem von mir erwähnten "Farben konvertieren" leider nicht möglich, DeviceLink-Profile zu verwenden. Hier muss man auf andere Werkzeuge ausweichen.

Aber Sie haben sicherlich recht, dass es optimal ist, wenn gute Werkzeuge mit entsprechendem Know-How verknüpft werden. Nur so sind optimale Ergebnisse möglich.

Mit freundlichen Grüßen

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als Antwort auf: [#489329]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

Ulrich Lüder
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8. Feb 2012, 11:57
Beitrag # 9 von 15
Beitrag ID: #489386
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Hallo PDD,

bitte mein gestriges Insistieren nicht misverstehen ;-)

Mir geht es in erster Linie darum, (aus eigenem Interesse als Daten empfangender Druckdienstleister) lediglich dem Irrglauben vorzubeugen, dass mit dem Format PDF/x-4 nun alle bisherigen Probleme gelöst sind und endlich per se ein in wirklich allen Belangen praktikabler Druckstandard damit vorliegt:

Sehr streng genommen ist es doch so, dass eine PDF/x-4-Datei mit relevanten Situationen dem Medienstandard Druck 2010 (Extrakt aus ISO Norm 12647) dann nicht mehr entspricht, (dort: Seite 8, Punkt B.2.5 Maximale Tonwertsumme Bogenoffset ≦ 340%, möglichst ≦ 330%)

Es gibt hin und wieder durchaus Objekt-Konstellationen, die derartig kompliziert aufgebaut sind, dass ich mich auch nach eingehender Betrachtung einer solchen Situation nicht wirklich sicher sein kann, ob durch die notwendige, von mir auszuführenden Massnahmen Reduzierung + Konvertierung nicht doch irgendwo eine Veränderung hervorgerufen werden würde, derart, dass ich dann vorbeugend eingreifend an anderer Stelle gleichzeitig etwas "kaputt repariere" und trotz fixem Termin der Urheber der Datei aber leider "in Urlaub" ist. ;-)

Ob ich ein Tiefschwarz nun von 360% auf 330% neuberechne, dürfte sich im Druckergebnis auch visuell schwerlich erkennen lassen bei gleitenden Übergängen, aber bei mehreren beteiligten Verläufen zudem mit scharfen Abgrenzungen zueinander sich überlagernd, bzw bei der Problematik "identische" Fondfarbe/Bildrand, da könnte ja schon mal ein ürsprünglich beabsichtigtes Erscheinungsbild lädiert werden, jedenfalls bei automatisierter Verarbeitung.

Einmal von unsachgemäßer Verwendung der "Farbe" Passmarken abgesehen und zudem möglicherweise bewusst vorgenommener Einstellungen mit überdruckenden Sonderfarben, entstehen solche Situationen ja auch schon mal ohne Verwendung von Transparenzen.

Die Vorkommnisse, die uns hier beschäftigen, sind sicher nicht Legion, nicht immer gleich gefährlich und lassen sich mittels entsprechender Preflights mehr oder weniger umständlich auch aufspüren.

Auch muss ja auch nicht immer gleich ein gesamtes, mehrseitiges Dokument korrigiert werden, sondern bei Bedenken hinsichtlich der Druckausführung lediglich die betroffenen Stellen oder Seiten.

Und dennoch, auch rückschliessend daraus, wie diese Thematik bisher in diesem Forum besprochen wird:
Diese kleine (aber deshalb nicht gänzlich zu vernachlässigende) Gefahr ist sicher auch erfahrenen Profis (nicht nur bei X4-Verarbeitung) in letzter Konsequenz nicht gänzlich bewusst:
Es werden bestimmt einige Workflows (mehrere hintereinander geschaltete Software-Komponenten + Routinen) bedient, bei denen ein X4-Preflight zu Beginn einer Verarbeitung zwar anschlägt, eine entsprechende Meldung dann aber im Irrtum befindlich "ignoriert" wird, weil davon ausgegangen wird, das im RIP dann endgültig auf TAC des OI gerechnet wird. (Ich selbst wähnte mich mangels besseren Wissens jedenfalls auch erst zu Unrecht auf der sicheren Seite, als wir dazu übergegangen sind, mit Device-Link-Software zu arbeiten.)


Ist denn eigentlich überhöhter Gesamtfarbauftrag in der Datei für elektrofotografische Technik (Laserdruck) gleichsam unbedeutend wie bei Tintenstrahl auf entsprechend geeigneten Substraten, bei dem ja zumindest via Proof-RIP noch einmal ein spezifischer Gesamt-Farbauftrag definiert werden kann? Oder lässt sich das für "Laserdruck"-Verfahren so nicht verallgemeinern?

Gruß,

Ulrich


als Antwort auf: [#489355]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

PDD
Beiträge gesamt:

8. Feb 2012, 12:52
Beitrag # 10 von 15
Beitrag ID: #489399
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Hallo,

eine sehr gute Zusammenfassung der Problematik wie ich finde.

Zitat Ist denn eigentlich überhöhter Gesamtfarbauftrag in der Datei für elektrofotografische Technik (Laserdruck) gleichsam unbedeutend wie bei Tintenstrahl auf entsprechend geeigneten Substraten, bei dem ja zumindest via Proof-RIP noch einmal ein spezifischer Gesamt-Farbauftrag definiert werden kann? Oder lässt sich das für "Laserdruck"-Verfahren so nicht verallgemeinern?

Ich würde die Frage gerne beantworten, in dem wir uns bewußt machen, warum ein zu hoher Gesamtfarbauftrag im Offset Probleme bereitet. Ablegen wäre z.B. ein Problem. Zu lange Trockungszeit vor der Weiterverarbeitung bei den heutzutage üblichen Terminvorgaben ein anderes. Diese Folgeerscheinungen sind im xerografischen Druckverfahren eigentlich unbekannt, da der Druckbogen ja bei hoher Temperatur fixiert wird und somit tatsächlich "trocken" die Maschine verlässt und sofort weiterverarbeitet werden kann. Der Gesamtfarbauftrag ist somit sicherlich unkritischer als im Offset, was systembedingt ist.

Mit freundlichen Grüßen

-------------
http://www.premium-digitaldruck.de


als Antwort auf: [#489386]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

drerol74
Beiträge gesamt: 501

8. Feb 2012, 14:19
Beitrag # 11 von 15
Beitrag ID: #489421
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Hallo zusammen,

sehr interessante Diskussion zu einem Thema, das in der Praxis öfter mal vorkommt - auch für mich von der „anderen Seite“.

Ist denn die Verwendung von Device-Link-Profilen zur Reduzierung des Gesamtfarbauftrages im Druckereialltag übliche Praxis oder eher noch die Ausnahme?

Hatte erst letzte Woche den Fall: Bild (PSO-Uncoated) darüber Farbfläche (auf Multiplizieren) Klar, mein Fehler. Aber wie würdet Ihr, als Druckdienstleister, denn in so einem Fall handelt? Kunden informieren?

Schöne Grüße
Roland


als Antwort auf: [#489399]
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(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

mpeter
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8. Feb 2012, 16:00
Beitrag # 12 von 15
Beitrag ID: #489444
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Hi,
auf jeden Fall Kunden informieren. Dann besprechen ob neue Daten geliefert werden oder die Druckerei das richtet. Sonst gibt es ja auch keinen Lerneffekt.


als Antwort auf: [#489421]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

Ulrich Lüder
Beiträge gesamt: 2298

8. Feb 2012, 17:07
Beitrag # 13 von 15
Beitrag ID: #489463
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hallo

Antwort auf [ drerol74 ] Ist denn die Verwendung von Device-Link-Profilen zur Reduzierung des Gesamtfarbauftrages im Druckereialltag übliche Praxis oder eher noch die Ausnahme?


Keine Ahnung, wie weit das mittlerweile tatsächlich verbreitet ist. Zum Teil geht´s ja gar nicht ohne heutzutage, aber ob das nun mittels einzelner Profile geschieht oder via Farb-Server hängt sicher von der Kunden- oder Auftragstruktur der Druckereien ab. Letzteres gehört jedenfalls sicher nicht zur Standard-Ausrüstung und macht aus kaufmännischer Sicht mehr Sinn je mehr Farbe in der Gesamtproduktion auch damit eingespart werden kann.

Du hast aber schon verstanden, daß eine Device-Link-Konvertierung hier nicht in jedem Fall gegriffen hätte? (Bei angelieferter PDF über Postscript, X1 +X3 erzeugt ja, keinesfalls aber bei X4 bzw noch vorhandenen Live-Transparenzen im PDF!)


Antwort auf [ drerol74 ] Hatte erst letzte Woche den Fall: Bild (PSO-Uncoated) darüber Farbfläche (auf Multiplizieren) Klar, mein Fehler. Aber wie würdet Ihr, als Druckdienstleister, denn in so einem Fall handelt? Kunden informieren?

+
Antwort auf [ mpeter ] auf jeden Fall Kunden informieren. Dann besprechen ob neue Daten geliefert werden oder die Druckerei das richtet. Sonst gibt es ja auch keinen Lerneffekt.


Das hängt von vielen Faktoren ab (in der Regel wohl eher nicht): Als Vorstufler ist das Abwägen zwischen "Auf die Nerven gehen" und "angenehmer, verlässlicher Zusammenarbeit" eigentlich ein ewig währender Eier-Tanz ;-)

Wenn ich von Dir eine korrekte X1-Datei bekommen hätte und wir in einem Vorgespräch uns darauf verständigt hätten, das Du die Daten bereits für Uncoated aufarbeitest und mir dann mein Preflight gesagt hätte "Objekte mit über 316% Farbauftrag" wäre ich aber doch irgendwie stutzig geworden. Bei bereits bestehendem Kontakt hätte ich Dich möglicherweise auch verständigt deswegen, halt je nach Einschätzung darüber, ob Dich als Kunde ein Feedback erwärmt oder vergrault, aber bestimmt nicht bei einzelnen mir unbedenklich erscheinenden Stellen.

Bei "anonymen" PDF/X-1 (nicht persönlich bekannten Absendern) mit OI ISOUncoated würde ich dann via Farb-Server den Farbauftrag unkommuniziert reduzieren. In der Regel bekomme ich aber auch für Uncoated-Produktionen Daten für gestrichenes Papier und dann wäre in unserem Hause in jedem Fall konvertiert worden (inclusive Farbauftragsreduzierung).

Ganz heikel in Zusammenhang mit Uncoated-Daten sind aber genau solche Geschichten: "Anonym" geliefertes, unstandardisiertes reines CMYK-PDF, bei denen teilweise bereits Uncoated Bilder verarbeitet worden sind und teilweise nicht. Dann kann ich eigentlich ohne OI nur an Hand des Gesamtfarbauftrags einzelner Bilder Rückschlüsse darauf ziehen, für welche Ausgabebedingung hier gearbeitet wurde und dann alles komplett auf Uncoated Device-linken, ausgehend von einem willkürlich festgelegtem (ISOCoated-) Farbraum (wobei dann natürlich die Uncoated-Daten dann blasser würden).

Der Umstand bei dem es in dieser Diskussion hier geht, spuckt mir dabei natürlich noch zusätzlich in die Suppe!

Je nach Über- (oder Unterforderung) flutscht mir auch schon mal etwas durch, was andere dann hoffentlich noch rechtzeitig nach mir - oder eben vor mir - entdecken ;-)

Gruß,

Ulrich


als Antwort auf: [#489421]
(Dieser Beitrag wurde von Ulrich Lüder am 8. Feb 2012, 17:12 geändert)

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

drerol74
Beiträge gesamt: 501

8. Feb 2012, 18:18
Beitrag # 14 von 15
Beitrag ID: #489486
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Ja, das mit X4 ist mir jetzt schon klar. Mache zurzeit noch alles in X1a.

Manchmal würde ich mir mehr Feedback von der Druckerei wünschen. Auch wenn das Endergebnis dann stimmt, ich weiß ja nicht, ob die Aufbereitung immer in Ordnung war. Und bei einer anderen Druckerei hat man dann eventuell weniger Glück. Aber wie du schon sagtest: Man will dem Kunden nicht auf die Nerven gehen, wenig Zeit, … Ist auch verständlich.

Auf jeden Fall sehr interessant, das einmal aus Sicht der Druckvorstufe zu erfahren.

Der Vollständigkeit halber:
In dem konkreten Fall (reduziertes PDF, es musste schnell gehen) hat bei mir ein Öffnen der betroffen (Bild-)Stelle aus Acrobat und ein „In Profil umwandeln“ in Photoshop geholfen. Quick and dirty … Vielleicht hilft es mal jemanden.

Schöne Grüße
Roland


als Antwort auf: [#489463]

(Viel) zu hoher Farbauftrag im PDF trotz richtigem(?) Ausgabeprofil

olaflist
Beiträge gesamt: 1400

9. Feb 2012, 16:38
Beitrag # 15 von 15
Beitrag ID: #489549
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Nur der Vollständigkeit halber:

man konnte immer schon durch Überdruckende Objekte beliebige Flächendeckungen produzieren, also zB 4 Vektorobjekte mit jeweils 100% Cyan, Magenta, Yellow und Black überdruckend übereinander ergibt ganz solide 400%.

Mit Reseparation, DeviceLink & Co kommt man dem nicht bei. Man kann das aber abprüfen ("effektiver Farbauftrag" in Preflight oder pdfToolbox), and dann darauf reagieren.


Mit PDF/X-4 bzw. Transparenz ist eine weitere Möglichkeit entstanden, Blödsinn zu machen (v.a. mit dem "Multiplizieren" Blend Mode).

Olaf


als Antwort auf: [#489486]
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