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masch
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22. Dez 2004, 20:52
Beitrag #1 von 3
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Bitte um Hilfestellung wg Diploamarbeit


Guten Tag an alle,

ich bin Student der Drucktechnik an der Bergischen Uni Wuppertal. Im Rahmen meiner Diplomarbeit bei Herrn Prof. Dr. Brües und Herrn Prof. Dr. Treichel bearbeite ich folgende Zragestellung:
Welche Fachkompetenzen benötigt das Berufsfeld Drucktechnik in Bezug auf Farbmanagement, um den aktuellen Anforderungen der Medienbranche gerecht werden zu können?

Neben der Frage nach den Anforderungen der Druckindustrie an die ausgebildeten MediengestalterInnen in Bezug auf Farbmanagement spielen die Grenzen der Anwendung der Technologie Farbmanagement in der Praxis eine wichtige Rolle.

Wie lässt sich den Auszubildenden z.B. erklären, dass unter bestimmten
Umständen ein Proof eines Motivs sich visuell von einem weiteren Proof, mit dem gleichen Motiv, unterscheidet, obwohl die Farbwerte, die auf dem Prüfstreifen gemessen wurden, innerhalb der geforderten Toleranzen liegen.
Diese Grenzen möchte ich u.a. anhand des Forgra Medienkeils 2.0 darstellen.

Hierfür bin ich auf eine Vielzahl praktischer Erfahrungen angewiesen und möchte Sie daher mir bitte Ihre praktischen Erfahrungen mit dem Forga Medienkeil 2.0, bezüglich solcher Grenzsituationen, mitteilen. Es gibt sicherlich noch andere Erfahrungen, als die oben beispielhaft angeführte.
Wäre es einigen von Ihnen vielleicht sogar möglich, mir Proofs, bei denen Fehler aufgetreten sind, zukommen zu lassen?

Bitte senden Sie Antworten direkt an meine mailadresse
masch@uni-wuppertal.de oder an meine unten angegebene Postadresse.

Die Ergebnisse meiner Auswertungen werden in Forschungsprojekte der Bergischen Universität Wuppertal, insbesondere im Bereich Colormangement, einfließen.


Viele Grüße

Martin Schröer

-----------
Martin Schröer
Ottweilerstr. 4
D 66113 Saarbrücken Top
 
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Thomas Richard  M  p
Beiträge: 17731
23. Dez 2004, 02:16
Beitrag #2 von 3
Beitrag ID: #132145
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Bitte um Hilfestellung wg Diploamarbeit


Hallo Martin,

> Wie lässt sich den Auszubildenden z.B. erklären, dass unter
> bestimmten Umständen ein Proof eines Motivs sich visuell von einem
> weiteren Proof, mit dem gleichen Motiv, unterscheidet, obwohl die
> Farbwerte, die auf dem Prüfstreifen gemessen wurden, innerhalb der > geforderten Toleranzen liegen.

Dazu sollte man ihnen als erstes ausreden, das der Medienkeil als quantitatives Bewertungsmittel für einen Proof taugt. Er sagt nur ob der Proof die Toleranzen für 40 Farben einhält.
Das reicht allemal um gelieferte Proofs grundsätzlich dahingehend zu prüfen, ob sie diesen Namen verdient haben, der richtige Outputintent gewählt wurde und ansonsten die Druckereinstellungen nicht durcheinander geraten sind. Und in der täglichen Inhouse Qualitätskontrolle, sind die Fogra Toleranzen wiederum nahezu belanglos. Wir haben hier eine Anpassung für eine Rolle die nahezu ISOcoated erreicht, aber eben für die konkrete Prduktion beim Papierweiss aus der Toleranz fällt. Für die konkrete Produktion ist dieser Proof sicherlich zweckdienlicher als ein komplett ISOcoated Konformer.
Was die Qualitätskontrolle im Hause per Medienkeil angeht, sollte man sich da anhand von Erfahrungen so nahe an die Schwankungsbreite der Geräte herantasten wie es Sinn macht, aber eben als sollwert auf die Optimalwerte des Gerätes gehen.
Des weiteren bieten sich z.B. individuelle Sollvorgaben für Fading empfindliche Material/Gerätekonfigurationen an. So legt man sich für eine Farbanpassung, die erst nach 24h optimale Farben erreicht, eine Sollvorgabe für unmittelbar aus dem Proofer gefallene Proofs an. Die hat dann sicherlich nicht die Fogra Sollwerte als Referenz, sondern eben ungefadete Farborte, von denen man aus Erfahrung weis, das sie sich noch an die richtigen Stelle setzen.

> Diese Grenzen möchte ich u.a. anhand des Forgra Medienkeils 2.0
> darstellen.

Eine Grenze des aktuellen Medienkeils ist das Fehlen eines geräteunabhängigen, farbig aufgebauten Neutral-Graukeils zur Beurteilung der Grauachse.


MfG

Thomas
als Antwort auf: [#132124] Top
 
Aleks
Beiträge: 205
4. Jan 2005, 09:12
Beitrag #3 von 3
Beitrag ID: #133735
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Bitte um Hilfestellung wg Diploamarbeit


Völlig korrekt, ein kleines Beispiel: Wir proofen in unserem Betrieb mit Epson 4000 und GMG relativ konstant und sind zufrieden, plötzlich können im Druck die Farben keineswegs erreicht werden. Medienkeil 2.0 liefert "TOP Werte". Die Lösung war eine verstellte Auflösung im RIP die bei der Profilierung der Daten eine enorme Farbverschiebung hervorruft, dieses Problem wird von einem Medienkeil nicht dokumentiert, kommt ein Kundenproof mit Medienkeil (der ok ist) kann ich immer noch nicht von einem korrekten Proof sprechen da ich solch einen Fehler nicht nachvollziehen könnte. Desweiteren fehlen die Neutralen Bereiche, wie schon erwähnt. Eine verbindliche Aussage bietet der Medienkeil nicht, er ist ein guter Anfang für eine dringend benötigte weiterentwicklungen....
als Antwort auf: [#132124] Top