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Blocksatz in Brief

jensche
Beiträge gesamt: 75

13. Nov 2019, 15:36
Beitrag # 1 von 5
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Heute hatte ich eine Diskussion mit einem Kunden. Er fragte mich warum man in einem Brief nicht Blocksatz machen kann. Er hätte gerne in seinem Brief Blocksatz.

Ich habe ihm dann folgendes mit Links usw. geschrieben:

Briefe sind Linksbündig, E-Mails auch. Darum sollten Briefe immer Linksbündig sein.
Hier wird gut erklärt warum man Blocksatz nicht macht und es eine Typische Sünde ist:

https://www.sekretaria.de/.../din-5008/blocksatz/
98 Prozent der Geschäftskorrespondenz wird inzwischen mit dem PC geschrieben. Häufig werden dabei Gestaltungsmöglichkeiten der Textverarbeitung genutzt, die nicht sinnvoll sind. Eine typische „Sünde“ in der modernen Geschäfts-Korrespondenz: Blocksatz.

Was der Blocksatz bewirkt

Dabei wird der Brieftext so formatiert, dass alle Zeilen die gleiche Länge haben. Durch die Formatierung entstehen zwischen den einzelnen Wörtern unterschiedlich große Zwischenräume.

„Flattersatz“ statt Blocksatz

Verwenden Sie besser den sogenannten „Flattersatz“ für Ihre Briefe.

Der Vorteil: Durch die unterschiedliche Länge der einzelnen Zeilen wirkt der Brief lebendiger und individueller. Werbetexter sind inzwischen sogar dazu übergegangen, vollständig auf die Trennung am Zeilenende zu verzichten.

Der Grund: Der Inhalt der Briefe kann schneller und einfacher erfasst werden, weil zusammenhängende Informationen nicht auseinandergerissen werden. Das folgende Beispiel zeigt einen Brieftext ohne Trennungen im typischen Flattersatz:


https://www.textakademie.de/...t-in-verkaufsmedien/

Hin und wieder sieht man sie doch: Briefe in Blocksatz. Sie wirken dann zwar irgendwie vornehm, aber so richtig nimmt man ihnen das Briefsein nicht ab. Der Grund: Briefe sind linksbündig. E-Mails auch. Die Orientierung am linken Rand hat einfach mit der Geschichte des Briefes zu tun. Wir lesen von links nach rechts und wir schreiben von links nach rechts. In der Schreibmaschinenzeit war es dann so, dass man nach dem Klingelsignal den Schlitten, in den das Papier gespannt war, wieder nach links geschoben hat. Linksbündig ist also von jeher "antrainiert" und "gelernt".


Verzichten Sie in Ihrer Korrespondenz komplett auf Blocksatz

Viele Chefs finden, dass ein im Blocksatz geschriebener Text viel schöner aussieht als ein im Flattersatz geschriebener Text. Dennoch sollten Sie sich dadurch nicht beirren lassen. Der Blocksatz sieht vielleicht oberflächlich betrachtet eleganter aus, ist aber wesentlich schlechter zu lesen als der Flattersatz

https://www.experto.de/...t-auf-blocksatz.html



Nun kommt die Frage:
"...Wenn eine Broschüre/Magazin/Zeitung auch auf mit Blocksatz für Lesbarkeit Optimiert wird, warum der Brief nicht? Ist doch der gleiche Ansatz..."

(Dieser Beitrag wurde von jensche am 13. Nov 2019, 15:37 geändert)
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Blocksatz in Brief

typografie.info
Beiträge gesamt: 402

14. Nov 2019, 13:21
Beitrag # 2 von 5
Beitrag ID: #572841
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Briefe bzw. Geschäftspost können freilich auch im Blocksatz stehen. Der Verweis auf die Brieftradition ändert daran (für mich) auch wenig. Man schaue sich mal Briefe der letzten Jahrhunderte an. Ein blocksatzartiges Erscheinen war da nichts ungewöhnliches.
Ich würde einem Kunden nun vielleicht auch nicht gerade zu Blocksatz raten, da in der Hand von Laien die Chance größer ist, dass auseinandergerissene Zeilen entstehen und nicht nachkorrigiert werden. Ansonsten hätte ich mit sauberem (automatischem oder manuell korrigiertem) Blocksatz aber keine Probleme.

https://www.typografie.info


als Antwort auf: [#572816]

Blocksatz in Brief

JohanneS.
Beiträge gesamt: 995

14. Nov 2019, 14:12
Beitrag # 3 von 5
Beitrag ID: #572843
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Moin jensche,

die Rückfrage Deiner Auftraggeberin ist ganz richtig.
Besser lesbar — so einfach lässt sich das nicht beantworten. Irgendwann las ich mal einen Zeitungsartikel über Flatter- und Blocksatz, der mittendrin von jenem auf diesen wechselte. Ohne Hinweis hätte ich es wohl nicht gemerkt. Aber ja, die immer gleichen Wortabstände machten das ein wenig angenehmer beim Lesen.
In der »Detailtypografie« von Forssmann und de Jong findet sich ein anderer Aspekt: Was für eine Schriftart wird für Briefe benutzt?
Sie plädieren für schreibmaschinenartige Schriften, weil man bei »richtigen Satzschriften« auch alle typografischen Regeln beachten sollte (muss?). Schreibt man hingegen mit der »Schreibmaschine«, dann hat man beispielsweise nur "diese" Anführungszeichen. Und zur Schreibmaschine passt nur Flattersatz.

Grüße
Johannes


als Antwort auf: [#572841]

Blocksatz in Brief

Henry
Beiträge gesamt: 874

14. Nov 2019, 14:22
Beitrag # 4 von 5
Beitrag ID: #572844
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Hätte Microsoft damals im WORD als "Standard"-Absatzformatvorgabe statt "linkbündig" (zufällig) den "Blocksatz" gewählt, würden heutzutage sicher über 90% der Briefe entsprechend geschrieben. Ganz egal, was irgendwelche Experten darüber sagen/ten.


als Antwort auf: [#572816]

Blocksatz in Brief

kreativeminderheit
Beiträge gesamt: 90

14. Nov 2019, 14:45
Beitrag # 5 von 5
Beitrag ID: #572846
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Hallo Jensche,

meine Meinung ist, dass gut gemachter (!) Flatter- sowie Blocksatz gut lesbar ist.

Wichtig finde ich, den Kontext: Ist der "Rest" unruhig und bunt, bietet sich schon mal Blocksatz an, um Ruhe hinein zu bringen... ist das Umfeld eher statisch und "blockig", lockert der Flattersatz das entsprechend auf.

Ich habe für meine Kunden, mit dieser Sichtweise, schon das eine oder andere empfohlen bei Brieftexten.

Eine gekonnte Nachbearbeitung von Worttrennungen, Umbrüchen, Wortabständen etc. für gut lesbaren Text ist ja letztlich immer notwendig.

Das hängt dann auch vom Kunden ab... da erlebe ich sehr große Unerschiede.

Ich spreche Empfehlungen aus und ab dann passiert solches und solches ;-/...

Ich habe in meinen Schulungen auch schon von streng und festgelegten Schriftgrößen und Satzarten gehört (oft in Behörden), egal was es ist, worum es geht, das Papierformat ist und das drumherum.

Ich spreche meine Empfehlungen immer klar und eutlich aus.
Was danach passiert, ist so eine Sache.

Sehr gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, Kopien aus dem wunderbaren Werk "Erste Hilfe in Typografie" Kunden als Beispiel zu senden.

Damit konnte ich schon oft überzeugen.

"Der Prophet gilt Nichts im eigenen Land..." ;-/

Besten Gruß

Charlotte


als Antwort auf: [#572816]
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