[GastForen PrePress allgemein Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung Cleverprinting 2007

  • Suche
  • Hilfe
  • Lesezeichen
  • Benutzerliste
Themen
Beiträge
Moderatoren
Letzter Beitrag

Cleverprinting 2007

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6028

6. Okt 2006, 13:43
Beitrag # 1 von 16
Bewertung:
(5843 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo zusammen,

nach erster Durchsicht der neuen Cleverprinting-Broschüre würde ich gern einige Dinge zur Diskussion stellen.
Da HDS ja als Referenz-Forum genannt wird, dürften sich viele Leser, und hoffentlich auch Herr Piskulla, daran beteiligen, damit alle von der generell hervorragenden Broschüre optimal profitieren können.

Da in der Broschüre mehrere Themen behandelt werden, erachte ich dieses Forum für das richtige.

Themenkomplex Fonts und Postscript

Zitat von Seite 54
Der sicherste Weg zum PDF ist zur Zeit noch die Konvertierung von Postscript-Dateien mit dem Acrobat Distiller. Mittlerweile erlauben zwar auch fast alle DTP-Anwendungen einen direkten PDF-Export, der "klassische" Weg über eine Postscript-Datei und den Distiller erzeugt jedoch nach wie vor hochwertigere PDFs.


Diese Aussage ist meines Erachtens nicht haltbar. Ein aus Indesign CS2 exportiertes PDF ist ebenso "hochwertig" wie ein per Distiller erzeugtes PDF. Mich würde interessieren, worauf sich diese Aussage stützt.


Zitat von Seite 56 XPress 6.5 Composite CMYK ………RGB-Bilder werden CMYK


Das stimmt so nicht. Wenn es sich um EPS-Dateien handelt, die platziert wurden, lässt XPress bis einschließlich 6.52 diese unangetastet.

Gleiches gilt für Composite-RGB.

Acrobat & Distiller

Zitat von Seite 67 Druckkennlinien und Rastereinstellungen sollten Sie entfernen lassen.


Robert Zacherl bringt der HDS-Gemeinde fundiert begründet immer bei, dass Druckkennlinien anzuwenden sind.
Warum will Herr Piskulla die entfernen?


Proofs

Zitat von Seite 96 …sollten Sie Ihre Proofs unter Verwendung des Profils "ISOcoated.icc" erstellen lassen. Jede gute Druckerei sollte danach drucken können


ISOcoated ist sicherlich ein sehr gut nutzbares Profil. Wir haben zur Zeit kein besseres. Dass jede gute Druckerei genau danach drucken kann, ist allerdings ein Irrglaube. Keine Druckerei erreicht das aktuelle ISOcoated. Man muss sich bewusst sein, dass ISOcoated für die Praxis gut nutzbar, es aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es gibt Fälle, in denen ein ISOcoated-Proof nicht erreicht werden kann.
Wenn man das weiß, ist es für die heutige Praxis sehr gut geeignet.

Zitat von Seite 94 Denn ohne ein hochwertigers RIP ist auch der beste Tintenstrahldrucker nicht prooftauglich


Wenn es ausschließlich um die Farbverbindlichkeit geht, ist ein RIP nicht zwingend nötig. Ein korrekt konfiguriertes Acrobat Pro 7 in Verbindung mit einem per z.B. basiccolor-Software RGB-profiliertem Epson 2100 ist sehr wohl dazu in der Lage, Proofs zu erzeugen.



Generell fehlt mir in dem Kapitel die Erwähnung der visuellen Übereinstimmung eines Proofs mit der Referenz. Die ist nämlich für den Drucker, der an der Maschine abstimmt, mindestens genau so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als der MW.
Ich schaffe es ohne Probleme, den MW in die Toleranz zu bekommen bei einem visuell katastrophalen Ergebnis.



So, das fürs erste.

Ich hoffe auf eine konstruktive Diskussion.


Viele Grüße

Loethelm

------------------
Helfen Sie mit, damit HilfDirSelbst.ch weiterhin helfen kann.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/
------------------
X

Cleverprinting 2007

daben
Beiträge gesamt: 353

6. Okt 2006, 14:34
Beitrag # 2 von 16
Beitrag ID: #255049
Bewertung:
(5827 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo Loethelm,

zum Punkt Distiller kann ich Herrn Piskulla nur absolut recht geben. Sicher kann auch aus diversen Applikationen ein "gutes" PDF geschrieben werden. Der sicherste Weg ist aber nach wie vor Distiller. Als Drucker haben wir nach wie vor Probleme mit z.B. ID PDF egal aus welcher Version.
Das sind keine Handlingsfehler, sondern schon vielfach auch in HDS beschriebene Tücken.

Zum Thema isocoated nur soviel. Es war noch nie so ruhig im Drucksaal. Es gibt einheitliche Proof, die nachvollziehbar sind. Und eine faire Chance visuell an ein brauchbares Ergebnis zu kommen. Manchmal besser, manchmal schlechter.
Auch wenn dieses Profil veraltet ist und überarbeitet werden muß, bzw. wird. Bald stehen die Neuen zur Verfügung, mal sehen ob sie wirklich besser sind.
Viel schlimmer in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, daß mittlerweile annähernd alles nach isocoated.icc konvertiert und geprooft wird. Egal ob Rollen- oder Bogenoffset, und egal welches Papier. Die max. Flächendeckung interessiert kaum einen Datenlieferanten und das Auflagenpapier auch nicht. Das wird immer mehr zum Problem, da in vielen Bereichen die Meinung herscht "jeder gute Drucker erreicht isocoated". Würde er auch, wenn die Bedingungen dazu stimmen. Ein isocoated Proof für einen Job der auf Offsetpapier gedruckt wird, wird aber nie erreicht werden.

Gruß Hans


als Antwort auf: [#255028]

Cleverprinting 2007

gremlin
Beiträge gesamt: 3586

6. Okt 2006, 14:55
Beitrag # 3 von 16
Beitrag ID: #255057
Bewertung:
(5817 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
hallo hans

Antwort auf [ daben ] zum Punkt Distiller kann ich Herrn Piskulla nur absolut recht geben. Sicher kann auch aus diversen Applikationen ein "gutes" PDF geschrieben werden. Der sicherste Weg ist aber nach wie vor Distiller. Als Drucker haben wir nach wie vor Probleme mit z.B. ID PDF egal aus welcher Version.
Das sind keine Handlingsfehler, sondern schon vielfach auch in HDS beschriebene Tücken.

damit sind wir wieder einmal mehr beim ausgelutschten thema "distiller oder export". ich dachte eigentlich, es dürfte inzwischen wirklich klar sein, dass es bei beiden arbeitsweisen bugs gibt und deshalb weder das eine, noch das andere pauschal als besser bezeichnet werden kann.
ich finde es echt ermüdend, immer wieder mit diesen behauptungen konfrontiert zu werden :-(

gruss. gremlin

"geht nicht" ist keine problembeschreibung...


als Antwort auf: [#255049]

Cleverprinting 2007

daben
Beiträge gesamt: 353

6. Okt 2006, 15:54
Beitrag # 4 von 16
Beitrag ID: #255076
Bewertung:
(5800 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo Gremlin,

mag ja sein, daß das Thema nervt. Aber mit genau dieser pauschalen Aussage fahren wir sehr gut. Distiller PDF bereiten uns weniger Probleme und bei rund 600.000 Seiten A4 im Jahr von allen erdenklichen Datenlieferanten, hat diese Aussage auch Ihre Berechtigung
Aus der Praxis eines Druckers kann ich definitiv sagen, daß exportierte PDF aus Indesign immer wieder erhebliche Probleme machen.

Zum Thema Ermüdung ein Tipp;
niemand wird gezwungen Themen zu kommentieren oder zu beantworten. Und bestehende Probleme werden nie ausgeräumt, sondern immer wieder auftauchen, weil sie immer wieder bei unterschiedlichen Leuten auftauchen.

Und auch davon lebt dieses Forum.


Gruß Hans


als Antwort auf: [#255057]

Cleverprinting 2007

gremlin
Beiträge gesamt: 3586

6. Okt 2006, 16:27
Beitrag # 5 von 16
Beitrag ID: #255084
Bewertung:
(5793 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
hallo hans

Antwort auf [ daben ] Distiller PDF bereiten uns weniger Probleme und bei rund 600.000 Seiten A4 im Jahr von allen erdenklichen Datenlieferanten, hat diese Aussage auch Ihre Berechtigung
Aus der Praxis eines Druckers kann ich definitiv sagen, daß exportierte PDF aus Indesign immer wieder erhebliche Probleme machen.

zwar hab ich die pro jahr bei uns ausgegebenen seiten nicht gezählt, aber ich kann selber eine solche aussage, dass export-pdf mehr probleme bereiten als distillierte, einfach nicht bestätigen. da wir ja ziemlich gleich gelagert zu sein scheinen (druckerei mit daten von unterschiedlichsten quellen), muss wohl die verarbeitende technologie den unterschied ausmachen...?

gruss. gremlin

"geht nicht" ist keine problembeschreibung...


als Antwort auf: [#255076]

Cleverprinting 2007

Christoph Steffens
Beiträge gesamt: 4807

6. Okt 2006, 16:30
Beitrag # 6 von 16
Beitrag ID: #255086
Bewertung:
(5793 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ daben ] mag ja sein, daß das Thema nervt. Aber mit genau dieser pauschalen Aussage fahren wir sehr gut.

Dann schlage ich vor, dass wir alle Autos abschaffen. Immerhin ist die Menschheit Jahrtausende ohne auch zurecht gekommen.

Antwort auf [ daben ] Zum Thema Ermüdung ein Tipp;
niemand wird gezwungen Themen zu kommentieren oder zu beantworten. Und bestehende Probleme werden nie ausgeräumt, sondern immer wieder auftauchen, weil sie immer wieder bei unterschiedlichen Leuten auftauchen.

Ihr könnt von mir aus arbeiten wie Ihr wollt.
Mir schwillt nur der Kamm, wenn man anderen Menschen den "Tipp" gibt den Umweg übder den Dirstiller zu gehen, obwohl man mit einem hervoragenden PDF-Erzeugerprogramm wie InDesign CS oder CS2 arbeitet.

Dadurch wird Einsteigern eine große Chance genommen die Werkzeuge in der Art effektiv zu nutzen, wie sie es potentiell hergeben.
Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696


als Antwort auf: [#255076]

Cleverprinting 2007

Obermayr
Beiträge gesamt: 542

6. Okt 2006, 17:26
Beitrag # 7 von 16
Beitrag ID: #255093
Bewertung:
(5786 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Ich klinke mich jetzt auch kurz ein, bevor das hier zu unsachlich wird, schließlich "kenne" ich das neue Cleverprinting schon ein paar Tage länger, als seitdem es jetzt veröffentlich wurde.

Die Argumente die hier gebracht werden, sind von der technischen Seite her natürlich korrekt. In dem Bereich, in dem ich hauptsächlich zu Hause bin, als bei QuarkXPress, habe ich auch im Vorfeld argumentiert, dass der PDF-Export in den meisten Fällen ein ausreichend gutes, hochwertiges Ergebniss erziehlt. Bei InDesign gilt dies sicherlich auch oder noch mehr.

Wir vergessen bei dieser technischen Sichtweise vielleicht aber ein bißchen zu sehr, wer den eigentlich die Zielgruppe von Cleverprinting ist: Das sind eben die Azubis, die Berufschüler, "Grafiker" und die "PrePress Greenhorns". Ein methodisches Konzept, für diese Zielgruppe muss fachlich und im Umfang dicht und knapp sein um nicht anzuöden. Und es muss möglichst konsistent über das ganze Buch "funktionieren". Sprich die Verfahrenswege und Workflows, die in den einzelnen Bereichen empfohlen werden, sollten so ähnlich wie möglich sein. Sonst lauft man mitunter in Argumentationsprobleme, wenn für einzelne Programme oder Versionsnummern plötzlich andere Regeln gelten. Sehr komplexe Fallunterscheidungen können dann schnell den engen Rahmen sprengen. Und das ist eben genau nicht das Ziel einer Basis-Einführung in diese Themen.

Genau dieser Grundkonflikt ist es: Fachliche Tiefe vs. Einfache Erklärung. Kann man das unter einen Hut bringen? Uns würde es zwar freuen, wenn alle möglichen Fallstricke, Ausnahmen und alternative Wege aufgezeigt würden, aber ist davon nicht ein Einsteiger hoffnungslos überfordert?

Nicht das ich jetzt falsch verstanden werde: Auch präferiere den PDF Direktexport. Das Zitat ist in seiner Wertung auch etwas unglücklich. Im Kapitel zu QXP 7 steht unter diesem Thema übrigens:

Zitat Die PDF-Exportfunktion von QuarkXPress 7 erzeugt brachbare und belichtungsfähige PDFs


Man könnte z.B. auch über den perzeptiven RI diskutieren. Aber manchmal gibt es eben kein "richtig" oder "falsch", sondern einfach zwei mögliche Wege, die einer speziellen Fallunterscheidung bedürfen.

Nach kurz zur QXP 6.5 und den Export von RGB-EPSen: Das ist auch korrekt. Genauso wie m.E. erwähenswert gewessen wäre, dass bei "Unverändert" die Passkreuze RGB werden. Auch in XPress 7 ist es nicht ganz so einfach eine Spotfarbe auf 4C umzulegen (Stichwort Umrechnen von Vektor-EPS). Und so gibt es eben überall Erweiterungen, Ergänzungen, Gegenargumente. Die Frage ist, muss ein Einsteiger dass alles schon zwingend wissen, wenn hier tlw. noch viel substanzielleres Wissen fehlt?

Meine Gedanken dazu...
Georg Obermayr

------
NEU: Das Buch zu agilem Publishing:
http://www.agile-publishing.de/go-book

Twitter: http://www.twitter.com/georgobermayr


als Antwort auf: [#255086]

Cleverprinting 2007

gremlin
Beiträge gesamt: 3586

6. Okt 2006, 18:33
Beitrag # 8 von 16
Beitrag ID: #255107
Bewertung:
(5773 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
hallo georg

ich gebe dir vollkommen recht, dass ein solches werk der zielgruppe entsprechend passend einfach und kompakt gehalten werden soll.

betreffend der jetzt so heiss diskutierten aussage: das ziel ist, dem unbedarften anwender einen gangbaren weg aufzuzeigen. dass dieser jener über ps/distiller ist, ist ja okay, da sag ich überhaupt nichts dagegen. aber es darf nicht gleichzeitig eine behauptung in die welt gesetzt werden über eine andere, nicht diskutierte arbeitsweise, die ja - wie du auch sagst - sachlich betrachtet nicht stimmt.

... wenn ich's mir gerade nochmal so durch den kopf gehen lasse, wird mir bewusst, dass ja gerade wegen der angesprochenen zielgruppe keine falschinformationen oder halbwahrheiten drin stehen dürfen - denn genau diese leute sind ja gar nicht in der lage, diese als solche zu erkennen. also heisst doch die devise: nicht zu viele aussagen, aber die dafür hieb- und stichfest!

gruss. gremlin

"geht nicht" ist keine problembeschreibung...


als Antwort auf: [#255093]

Cleverprinting 2007

Christoph Steffens
Beiträge gesamt: 4807

6. Okt 2006, 19:42
Beitrag # 9 von 16
Beitrag ID: #255121
Bewertung:
(5758 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Man möge mir die Wortglauberei verzeihen, aber ich denke es lohnt sich. Und wie Gremlin bin ich auch der Meinung, dass gerade weil sich das Werk an "Anfänger" richtet, es sich lohnt, die Formulierungen genau zu überdenken.

Zitat von Seite 54 Der sicherste Weg zum PDF ist zur Zeit noch die Konvertierung von Postscript-Dateien mit dem Acrobat Distiller. Mittlerweile erlauben zwar auch fast alle DTP-Anwendungen einen direkten PDF-Export, der "klassische" Weg über eine Postscript-Datei und den Distiller erzeugt jedoch nach wie vor hochwertigere PDFs.

Es ist nämlich nicht der sicherste Weg ein PDF zu machen. Ggf. kann man die Meinung vertreten, dass ein so erzeugtes PDF von mehr Workflows verarbeitet werden kann als direkt exportierte. So, wie es formuliert ist, wird, und da wiederhole ich mich, den Leuten eine wichtige, wenn nicht entscheidene Funktion moderner Layoutprogramme beraubt.
Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696


als Antwort auf: [#255028]

Cleverprinting 2007

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4437

6. Okt 2006, 20:19
Beitrag # 10 von 16
Beitrag ID: #255122
Bewertung:
(5745 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo,

grundsätzlich denke ich, daß Cleverprinting eine super Sache ist und die Broschüre in der neuen Fassung noch mal deutlich besser geworden ist.

Was mir aufgefallen ist:

Fehlerfreies PostScript am PC:
Es wird zwar auf die Softfont-Problematik hingewiesen aber nicht auf die Sache mit "grauen PS-Code". Ist das beim Adobe-PDF korrekt voreingestellt, passt es beim Adobe-PS-Universal-Treiber nicht. Da muß man das manuell umstellen. Finde ich schon wichtig und das fehtl irgendwie, um es komplett zu machen.

Kein PDF/X im Distiller:
Ich finde die Aussage am allerschlechtesten in der gesamten Broschüre. Die nachfolgende Argumentation ist ja in sich stimmig, aber daraus zu schlußfolgern, daß man auf PDF/X im Distiller verzichten soll, ist doch schlicht hahnebüchen. Ich prüfe schon ganz gerne direkt bei der Erstellung auf technische Korrektheit der Daten. Wenn da ne Schrift fehlt, braucht man doch gar nicht erst weiter machen. Jede Prüfung soll so früh wie möglich erfolgen. Und im Distiller ist es sehr wohl möglich auch die Bildauflösung als Zwangskriterium für den Erfolg zu deklarieren - hier ist schlicht ein Fehler eingebaut. Das man dann für weitere technische und inhaltliche oder motivabhängige Prüfungen weitere Werkzeuge wie den Acrobat-Preflight oder Pitstop u.ä. verwendet steht ja nichts im Wege.

PostScript erstellen allgemein:
Schon seit der ersten Ausgabe ist in den Screenshots von XPress und InDesign die Inkludierung der leeren Seiten DEAKTIVIERT. Das ist genau so ein Fehler. Leere Seiten müssen immer mit eingebunden werden. Wie soll sonst im Anschluß ausgeschossen werden, wenn in einem Buch Vakatseiten enthalten sind (z.B. am Kapitelende)? Also das ist auch wirklich unentschuldbar in meinen Augen.

PDF-Export vs. Distiller:
Hier im Forum ist tatsächlich schon so viel geschrieben worden zu dem Thema. Und egal auf welcher Seite ich stehe, ich finde immer das was für meine Argumentation passt. Allerdings glaube ich, daß es pro Distiller ein paar gute Argumente gibt. Ich will nicht alles wieder aufwärmen:
- EPS-Umgang von ID-CS2
- Farbräume
- einige Beiträge von Herrn Zacherl (natürlich)

Wobei ich der Meinung bin, daß es meistens tatsächlich wohl eher am weiteren Workflow liegt und nicht an den Daten selbst (s. Argumentation gremlin-daben, wobei ich gremlin zustimmen möchte). Allerdings glaube ich, daß es für die Zielgruppe durchaus ok sein kann, so zu argumentieren.

Im Falle von ID und der CS/CS2 ist es ja gewohnheitsmässig eher unproblematisch bzw. sogar total problemlos. Aber wenn ich das total verallgemeinere und mir den PDF-Export von Freehand oder Corel vorstelle, dann würde ich das immer mehr unterschreiben.

Bin auf Eure Meinungen gespannt.

Gruß


als Antwort auf: [#255121]

Cleverprinting 2007

daben
Beiträge gesamt: 353

6. Okt 2006, 21:06
Beitrag # 11 von 16
Beitrag ID: #255128
Bewertung:
(5727 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo,

natürlich kann man besonders aus ID CS2 ganz hervorragende PDF exportieren, die auch zu 99,9 Prozent blitzsaubere Ergebnisse bringen.

Die Erfahrung bei uns hat aber gezeigt, daß der Weg über Distiller sicherer ist insbesondere dann wenn Transparenzen im Spiel sind.

Das betrifft natürlich ausschließlich unsere Lieferanten, unseren Workflow, unsere Druckerei und unser Personal.

Ich bin dankbar dafür, daß gerade der angesprochenen Zielgruppe dieser Weg nahegelgt wird. Schließlich haben wir alle klein angefangen und nicht gleich mit dem gesamten Spektrum des Machbaren rumgespielt.

Erst wenn man versteht was man tut macht es Sinn alle Möglichkeiten zu nutzen.

Gruß Hans


als Antwort auf: [#255028]

Cleverprinting 2007

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6028

7. Okt 2006, 14:42
Beitrag # 12 von 16
Beitrag ID: #255172
Bewertung:
(5680 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Obermayr ] Man könnte z.B. auch über den perzeptiven RI diskutieren. Aber manchmal gibt es eben kein "richtig" oder "falsch", sondern einfach zwei mögliche Wege, die einer speziellen Fallunterscheidung bedürfen.


Darüber kann man diskutieren und wird nie zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Daher habe ich diesen Punkt bewusst aus meiner Liste herausgelassen.

Was mir nur negativ zu den RIs aufgefallen ist, ist dass der absolut farbmetrische RI als "Spot-Farben-Konverter" herausgestellt wird. Dass er eigentlich klassischerweise zum Proofing zu gebrauchen ist, wird gar nicht wirklich erwähnt.

Was ich aber für sehr wichtig halte ist, dass keine Halbwahrheiten drin stehen sollten, da, wie gremlin treffend sagt, die Zielgruppe diese nicht als solche erkennen kann.

Wenn dort steht, dass ein "Composite-CMYK" alle RGB-Bilder zu CMYK konvertiert, dann glaubt das der Einsteiger, und fragt dann hier nach, wieso sein EPS denn als RGB im PDF gelandet ist.
Ebenso verhält es sich mit Spot-Vektor-EPS aus XPress 7.
Diese Sonder-Fälle müssen meines Erachtens Erwähnung finden.

Aber haben sie ja durch diese Diskussion jetzt ;-)


Antwort auf [ daben ] Die Erfahrung bei uns hat aber gezeigt, daß der Weg über Distiller sicherer ist insbesondere dann wenn Transparenzen im Spiel sind.


Komisch. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein Acrobat Pro 7 in Sonderfällen eine optisch bessere Transparenzreduzierung vornimmt, als ein Indesign CS. Dies kann man sich ausschließlich durch den Export eines PDF 1.4 mit Transparenzen zu Nutze machen.


Viele Grüße

Loethelm

------------------
Helfen Sie mit, damit HilfDirSelbst.ch weiterhin helfen kann.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/
------------------


als Antwort auf: [#255128]

Cleverprinting 2007

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18683

7. Okt 2006, 15:08
Beitrag # 13 von 16
Beitrag ID: #255174
Bewertung:
(5668 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ loethelm ] Was mir nur negativ zu den RIs aufgefallen ist, ist dass der absolut farbmetrische RI als "Spot-Farben-Konverter" herausgestellt wird. Dass er eigentlich klassischerweise zum Proofing zu gebrauchen ist, wird gar nicht wirklich erwähnt.

Beruht aber doch auf der selben Prämisse. Man hat Lab-Werte die sich aus real gedruckten Farben bzw. deren Messungen ableiten. Somit muss auch immer das Papier mit rein.
Mit nicht viel mehr als dem letzten Satz wäre das ja auch abzuhandeln.


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/


als Antwort auf: [#255172]

Cleverprinting 2007

Obermayr
Beiträge gesamt: 542

7. Okt 2006, 15:58
Beitrag # 14 von 16
Beitrag ID: #255177
Bewertung:
(5655 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ loethelm ] Was ich aber für sehr wichtig halte ist, dass keine Halbwahrheiten drin stehen sollten, da, wie gremlin treffend sagt, die Zielgruppe diese nicht als solche erkennen kann.


Schon richtig, das mit den Halbwahrheiten...
Ich habe mir jetzt aber nochmal den betreffenden Abschnitt auf Seite 69 durchgelesen und denke schon, dass wir diesen Kontext etwas übersehen haben:

Zitat von Cleverprinting Seite 69 XPress 7, Indesign CS 2 u. Illustrator CS2 beherschen dem PDF-Export so gut, dass man ihn in diesen Programmen durchaus verwenden kann. Aber Vorsicht: Beim PDF-Export ist es möglich, Transparenzen, Ebenen und ICC-Profile mit in die PDF-Datei zu schreiben. Diese Funktionen können in der Druckvorstufe zu ernsthaften Problemen führen. Der sicherste Weg...


Die Argumentation ist also: Programme A, B und C können Top PDFs schreiben, haben aber u.U. Funktionsmöglichkeiten im Gepäck die später evtl. zu Problemen führen können. Daher sei es sicherer über den Distiller u. PS zu gehen, wo es eben diese Funktionen nicht gibt.

Die Kochrezepte zum PDF-Export, die sich anschließen, beschreiben daher auch einen "sicheren" Weg für gute Druck-PDFs. Ich würde das ganze also nicht so radikal sehen: Wenn Christian Piskulla den Weg wirklich ablehnen würde, hätte er ihn wohl gar nicht erst beschrieben. Das einzige was er aus meiner Sicht sagt, ist das hier noch mehr Möglichkeiten lauern, als sie heute schon zuverlässig überall verarbeitet werden können.

Zitat von loethelm Diese Sonder-Fälle müssen meines Erachtens Erwähnung finden.

Finde ich nicht. Auch ich hätte gerne eine 300+ Seiten-Wälzer in der Hand in dem alle möglichen Vor- und Nachteile bzw. Fallstricke der Programme und Workflows im Detail ausgeführt werden. Dann könnte auch ich inhaltlich an manchen Stellen noch etwas mehr rausziehen.

Aber verstetzt euch doch mal in die Situation des Mediengestalter-Azubis 2. Lehrjahr, und für die ist das geschrieben!
Dort geht es doch noch um viel grundlegendere Fragen, etwa: Was ist Lab? Was sind Farbräume? Was ist ein RI? Warum sollte ich PDFs verwenden und wo liegen die Vorteile?

Das sind die Verständnisfragen um die es geht und die sind eben viel grundsätzlicher. Nicht, hat Programm A in Version 1 ein Problem mit Format XYZ und in Version 2 nicht mehr?

Aus meinem Verständniss heraus soll Cleverprinting Hunger machen auf diese Details, aus deren Problematiken heraus dann eben auch die Erfahrung für den Beruf entsteht. Ich glaube auch nicht, dass diese ganzen Details am Stück da überhaupt schon geistig verarbeitet werden könnten.

Georg Obermayr

------
NEU: Das Buch zu agilem Publishing:
http://www.agile-publishing.de/go-book

Twitter: http://www.twitter.com/georgobermayr


als Antwort auf: [#255172]

Cleverprinting 2007

Christian Piskulla
Beiträge gesamt: 7

8. Okt 2006, 20:20
Beitrag # 15 von 16
Beitrag ID: #255248
Bewertung:
(5570 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo allerseits und vielen Dank an alle für die vielen Anregungen. Bevor ich im einzelnen auf die Themen dieser Diskussion eingehe, vielleicht zunächst einmal ein paar einleitende Worte zum CP-Ratgeber...

Der Cleverprinting-Ratgeber ist ursprünglich mal für absolute Laien und Einsteiger konzipiert worden. Also für Druckereikunden, die völlig überfordert vom Thema PDF und Colormanagement irgend welche Einstellungen vornehmen und sich dann wundern, wenn der Auftrag in die Hose geht. Er war nie als Informationsquelle für PrePress-Cracks gedacht.

Als ehemaliger Druckvorstufenleiter, der bereits im Digitaldruck, im Bogen- sowie im Rollenoffsetdruck Erfahrungen sammeln konnte, habe ich versucht, in meiner Broschüre vor allem auf "branchenübergreifende" Einstellungen zu setzen. Die Broschüre soll allen Anwendern behilflich sein, egal ob Sie nun etwas auf einem Tintenstrahler ausdrucken oder ein PDF für einen Tiefdruck-Auftrag erstellen.

Bei der Erstellung einer Broschüre wie dem CP-Ratgeber gibt es allerdings zwei Probleme: den Leser und das Thema. 95% der Leser wollen nur wissen, wie sie möglichst schnell zu einem Ergebnis kommen, zu viele Erklärungen sind ausdrücklich unerwünscht. Zudem ist das Thema Druckdaten ist so Komplex, dass man einen 600-seitigen Ratgeber schreiben könnte - er hätte immer noch Lücken (den könnte man dann auch nicht mehr für lau zum Download stellen).

Fehler darf so eine Broschüre natürlich nicht haben, aber ich habe nie behauptet, dass der Cleverprinting-Ratgeber der Weisheit letzter Schluss ist, denn einen "Königsweg" gibt es bei der PDF-Erstellung und beim Colormanagement nicht - dafür ist das Thema Druckdaten einfach zu vielschichtig. Mein Ansatz ist viel mehr der, dass ich die PDF-Erstellung möglichst einfach erklären und Fehlerquellen auf Seiten des Anwenders dabei möglichst ausschliessen will. Daher der explizite Hinweis auf den "klassischen" Weg über den Distiller - womit wir beim Thema sind.

Selbstverständlich kann ich mit InDesign absolut hochwertige PDFs exportieren. Das Problem ist nur, dass der Export für den Laien reichlich Fallstricke beinhaltet. Wenn mir beispielsweise eine Druckerei ein Setting zur Verfügung stellt, welches Acrobat 1.4-kompatible PDFs erzeugt, dann werden beim PDF-Export die im Dokument befindlichen Transparenzen mit ausgegeben...eine häufige Fehlerquelle, die schon viele Reklamationen verursacht hat. Auch werden beim Export oftmals aus Unwissenheit Profile mit eingebettet, auch dies eine häufige Fehlerquelle. Beim Drucken einer PS-Datei scheiden diese Fehlerquellen schon mal aus...

Druckkennlinien (DKL) haben wir vor ca. 5-10 Jahren verwendet, um den Punktzuwachs von Bildern zu steuern. Das war allerdings zu einer Zeit, wo der Kunde noch Filme oder vorseparierte PS-Files geliefert hat. Wir haben unserem Kunden eine DKL zur Verfügung gestellt, diese hat er in Photoshop in die Bilder eingebaut und das Bild anschliessend mit der DKL gesichert. Dem Bild sieht man zunächst einmal nicht an, dass da eine DKL drinsteckt. Erst bei der Separation im Layoutprogramm oder im RIP wurde die DKL ausgelesen und die Bilddaten dem Punktzuwachs entsprechend korrigiert ausgegeben. Wenn jetzt der Kunde Jahre später die Daten an eine andere Druckerei weitergibt, dann kann es passieren, dass die DKL auch dort ausgegeben wird, wenn sie noch in den Bilddaten steckt... Die Druckerei wird sich wundern, warum die Bilder viel zu hell rauskommen, denn unsere DKL war für einen Punktzuwachs von 25% ausgelegt....

Noch mal zurück zum CP-Ratgeber:

Wenn man jemanden über den Tisch zieht, dann muss man dabei so vorgehen, dass die dabei entstehende Reibungshitze als Nestwärme empfunden wird. Der Cleverprinting-Ratgeber soll dem Kunden die Angst vor dem Thema PDF und Colormanagement nehmen, ihm aber auch klar machen, dass ein PDF nicht gleich ein PDF ist und ein mitdenken seinerseits erforderlich ist. Schliesslich wollen wir doch alle, dass mehr korrekte PDFs geliefert werden. Wenn mann jemanden überzeugen will, neue Technologien zu verwenden, dann muss man ihm diese schmackhaft machen und ihn nicht mit etlichen Details verschrecken.

Bitte habt Verständnis dafür, wenn ich hier (und in anderen Foren) nicht zu jedem Thema aus dem CP-Ratgeber Stellung beziehen kann, denn dafür reicht meine Zeit schlicht nicht aus.

Tschüss - Christian Piskulla


als Antwort auf: [#255177]
X

Veranstaltungskalender

Hier können Sie Ihre Anlässe eintragen, welche einen Zusammenhang mit den Angeboten von HilfDirSelbst.ch wie z.B. Adobe InDesign, Photoshop, Illustrator, PDF, Pitstop, Affinity, Marketing, SEO, Büro- und Rechtsthemen etc. haben. Die Einträge werden moderiert freigeschaltet. Dies wird werktags üblicherweise innert 24 Stunden erfolgen.

pdf-icon Hier eine kleine Anleitung hinsichtlich Bedeutung der auszufüllenden Formularfelder.

Veranstaltungen
05.02.2021 - 05.11.2021

Digicomp Academy AG, Limmatstrasse 50, 8005 Zürich
Freitag, 05. Feb. 2021, 13.00 Uhr - Freitag, 05. Nov. 2021, 17.00 Uhr

Lehrgang

Bilden Sie sich zum zertifizierten Publishing-Multimedia-Profi aus. Neben Fotografie und Video befassen Sie sich mit der Medienproduktion, digitalen Publikationen und dem Webdesign für Desktop- und mobile Endgeräte.

Preis: CHF 10'500.-
Dauer: 30 Tage (ca. 210 Lektionen) – Unterricht findet jeweils am Freitag von 13 - 19 Uhr und Samstag von 09 - 17 Uhr statt

Ja

Organisator: Digicomp Academy AG

Kontaktinformation: Kundenberater-Team, E-Mailkundenberatung AT digicomp DOT ch

digicomp.ch/d/9PM

Veranstaltungen
05.03.2021 - 30.04.2021

Digicomp Academy AG, Zürich oder virtuell
Freitag, 05. März 2021, 13.00 Uhr - Freitag, 30. Apr. 2021, 17.00 Uhr

Lehrgang

Im berufsbegleitenden Web Publisher Lehrgang vertiefen Sie Ihr Wissen rund um das Thema Screendesign und die Umsetzung von Websites. Wir befähigen Sie dazu selbständig und professionell Ihren Webauftritt zu planen und in die Realität umzusetzen.

Preis: CHF 3'250.–
Dauer: 8.5 Tage - Unterricht findet jeweils am Freitag von 13 - 19 Uhr und Samstag von 09 - 17 Uhr statt.

Ja

Organisator: Digicomp Academy AG

Kontaktinformation: Kundenberater-Team, E-Mailkundenberatung AT digicomp DOT ch

digicomp.ch/d/9PWEB