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Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

farbauge
Beiträge gesamt: 844

24. Mär 2010, 14:30
Beitrag # 1 von 9
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Hallo zusammen,

ich leite z.Zt. ein Projekt, bei dem es im Kern um die Gründung eines Joint Ventures im Digitaldruckbereich geht, die beteiligten Partner stammen aus Deutschland und den USA.
Bei einigen Dingen, die zu meiner Frage oder euren Rückmeldungen gehören, muss ich mich im Moment noch etwas bedeckt ausdrücken, da bis zur Ankündigung am Markt ein strenges NDA gilt.

Bei den Vorgaben, die die Amerikaner ihren Kunden (also in den USA ausschließlich) für die Anlieferung der Druck-PDFs (PDF/X-1a) machen, kommt mir einiges spanisch vor.

Bevor ihr fragt, ob ich denn im Projekt keinen Fachmann habe, der dafür zuständig ist: für diesen Teil sind eben die US-Freunde zuständig, und von denen kommt ja das, was ich in Frage stelle. Ich brauche also ein paar Argumente.

1. Einzige Angabe zum Thema Farbe: die Datei muss in CMYK sein. Hä? Ja, welches CMYK denn, würde ich mich da fragen. Es gibt doch nicht einfach nur "CMYK". Im Falle eines Offsetdrucks ist die Sache ziemlich klar: Druckerei nach PSO, entsprechend Druckbedingung eines der ISO-Profile verwenden. Beim Digitaldruck sind - wie ich gelesen habe - Bemühungen im Gange, einen Standard zu schaffen, soll nicht unproblematisch sein, gibt es aber auf jeden Fall noch nicht.

Meine Vorstellung wäre, die US-Kollegen zu überzeugen, dass man den Kunden schon eine konkrete Vorgabe machen muss (ISO-coated und ISO-uncoated käme in Frage) und dann zusehen, dass die Drucker das ordentlich hinbekommen. Es wird sich um Maschinen wie z.B. HP Indigo (5500 oder 3050) handeln, teils vielleicht auch Océ 655, oder eine ganz neue Printergeneration, die über den Sommer dort im Beta-Test ist.

Wie würde man das sonst machen? Ich verstehe nicht, was die von ihren US-Kunden für Daten bekommen, wenn sie einfach nur "CMYK" sagen. Natürlich werden wir darüber reden, ich möchte mich aber vorab schlau machen.

2. In den Vorgaben stehen Rasterweiten drin. Nun habe ich zwar gelesen, dass Angaben zu Rastereinstellungen in PDF/X-1a erlaubt sind, aber ist das auch üblich? Wenn man dem Kunden Vorgaben über Mindestauflösungen für Bilder wie z.B. 300 ppi gibt, sollte das doch reichen. In Indesign kann man beim PDF-Export doch gar keine Rastereinstellungen vornehmen, oder? Über Distiller wohl schon, aber wozu?

3. Als Lacher am Rande: in den US-Vorgaben steht, dass Bildauflösungen von 72 ppi und weniger zurückgewiesen werden. Also, falls die mit 73 ppi aufwärts drucken sollten...Qualität a la God's own country.

Vielen Dank für etwas Schützenhilfe. Ich bin halt nicht der PrePress-Profi, sondern für das Gesamtprojekt (Baumaßnahmen, Geschäftsprozesse, IT, Logistik und und und) zuständig. Da hätte ich lieber einen PrePress-Mitarbeiter aus good old Germany, aber man kann eben nicht alles haben.

Gruß
Peter
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Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

Frank Fallgatter
Beiträge gesamt: 883

24. Mär 2010, 17:56
Beitrag # 2 von 9
Beitrag ID: #437568
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In einer der frühen Digitaldruckereien, in welcher ich Anfang der Neunziger arbeitete, gewann ich den Eindruck, dass überm Teich der Digitaldruck nach Schnelligkeit und erst viel später nach Qualität beurteilt wird. Diesbezüglich erstaunt mich diese Geschichte nicht wirklich.

Ich würde einen Probeballon steigen lassen (CM-Einstellung für die amerikanische Druckvorstufe) und denen einfach ein PDF schicken. Diesbezüglich ist Europa sowieso etwas weiter, also muss es kein PDF X ... sein.


Gruß
Frank


als Antwort auf: [#437549]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

farbauge
Beiträge gesamt: 844

24. Mär 2010, 18:18
Beitrag # 3 von 9
Beitrag ID: #437570
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Hallo Frank,

die Einschätzung der unterschiedlichen Qualitätsvorstellungen zwischen US und EUR trifft auf viele Bereiche zu.

Was den Versuchsballon angeht: es geht mir nicht darum, in den USA zu drucken. Ich will in Gesprächen mit unserem Joint Venture Partner Verständnis dafür schaffen, dass wir mit der Art von Informationen, die sie an ihre amerikanischen Kunden geben, in Deutschland nicht vernünftig arbeiten können. Dazu muss ich natürlich alternativ sagen können, wie es hier aussehen soll.

Grob gesprochen: deutscher Kunde muss wissen, was er als PDF zu liefern hat, Überprüfung und ggf. Bearbeitung finden in den USA statt, also müssen die Kollegen dort für den deutschen Markt nach unseren Vorgaben arbeiten, gedruckt wird dann hier in Deutschland.

Zunächst geht es mir nur um konkrete Antworten von Fachleuten auf meine beiden Fragen zum Farbraum und zu Rastereinstellungen ja oder nein.

Gruß
Peter


als Antwort auf: [#437568]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

loethelm
Beiträge gesamt: 6029

24. Mär 2010, 20:56
Beitrag # 4 von 9
Beitrag ID: #437578
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Hallo,

reine Vermutung wo das herkommt:
Die Amis stehen zur Zeit auf etwas, was sich mit "Wenn das Grau überall gleich ist, ist alles gut" auf den Punkt bringen lässt. Bei dem Ansatz ist's ihnen egal, welches CMYK reinkommt. Es wird einfach jeder Prozess daraufhin getrimmt, dass das Grau überall die Vorgaben der "G7-Kurve" erfüllt.
Alle Erklärungen dazu sind mit größter Vorsicht zu genießen.


als Antwort auf: [#437549]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4470

24. Mär 2010, 21:44
Beitrag # 5 von 9
Beitrag ID: #437583
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Hallo,

Zitat Vielen Dank für etwas Schützenhilfe.

ich finde die genannten Punkte alle nachvollziehbar. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Gruß


als Antwort auf: [#437549]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

farbauge
Beiträge gesamt: 844

25. Mär 2010, 09:54
Beitrag # 6 von 9
Beitrag ID: #437624
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Hallo Loethelm,

vielen Dank, das ist schon mal eine sehr brauchbare Information. Im Moment habe ich mir nur den Text im ColorWiki
durchgelesen, die weiterführenden Links werde ich mir natürlich auch ansehen. Hört sich bis dahin tatsächlich etwas optimistisch an. Ich bin außerdem gespannt, ob unsere Partner auch auf G7 abzielen.

Kannst du mir noch etwas zu dem Punkt "Rastervorgaben" sagen?

Gruß

Peter


als Antwort auf: [#437578]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

farbauge
Beiträge gesamt: 844

25. Mär 2010, 09:56
Beitrag # 7 von 9
Beitrag ID: #437625
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Hallo rohrfrei,

welche Punkte findest du nachvollziehbar: die der Amis oder meine Gegenargumente?

Gruß
Peter


als Antwort auf: [#437583]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4470

25. Mär 2010, 12:36
Beitrag # 8 von 9
Beitrag ID: #437680
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Hallo,

nein, ich meine Deine Ausführungen. Die Gegenfragen sind absolut berechtigt.

Bezgl. der Rastervorgaben kann ich mir keinen Reim darauf machen. Ein PDF ist ja erstmal auflösungsneutral, d.h. ungerastert im eigentlichen Sinn wenn ich das mal mit 1 bit TIFF vergleiche. Im PDF können zwar Rastervorgaben definiert werden, die der Dienstleister dann nach eigenem Geschmack anwenden oder verwerfen kann, aber das macht für mich keinen Sinn. Zumal du richtig anmerkst, das es gar nicht so einfach ist, diese Rasterparameter per ID-Export willentlich zu erzeugen. Meine Erfahrung ist die, dass evtl. enthaltene Rasterparameter immer unbeabsichtigt im PDF sind und wenn, dann immer nur mit dem Eintrag "default", was dann eh egal ist, da nicht parametrisiert. Ich würde diesen Punkt streichen.

Was hat denn so eine Indigo überhaupt für eine Rasterweite? Im Digitaldruck kann man doch auch synthetische Angaben von z.B. 250 lpi machen, oder? Noch ein Grund, darauf zu verzichten.

Gruß


als Antwort auf: [#437625]

Digitaldruck: Sinnvolle Vorgaben für Content-Lieferanten

farbauge
Beiträge gesamt: 844

25. Mär 2010, 13:50
Beitrag # 9 von 9
Beitrag ID: #437705
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Hallo rohrfrei,

das beruhigt mich ja schon mal ;-)

Aus dem Datenblatt der Indigo 5500:

"Bildqualität Auflösung: 812, 1.219 dpi mit 8 Bit, 2.438 x 2.438 dpi im Hochauflösungsmodus (HDI)
Rasterung 144, 160, 175, 180, 230 lpi (entspricht ca. 60er-, 70er-, 90er-Raster)"

Hm, ich dachte immer, bei 8 Bit habe ich Rasterzellen von 16x16 dots, das gäbe bei 1219 dpi (wenn sie denn dpi und nicht ppi meinen, geht ja auch gerne durcheinander) mal gerade 76 lpi oder in deutsch einen 30er Raster. Wenn die 2438 dpi auch noch mit 8 Bit Auflösung gemeint sind, wäre das klassisch 150 lpi, also 60er.

Wo die anderen Zahlen herkommen, wer weiß? Meinst du das mit "synthetischen Angaben"?

Aber egal, deine Antwort bestätigt, dass eine Einstellung im PDF gespeichert einfach keinen Sinn macht. Abbildungen sollten eine passende Auflösung in ppi haben (wäre dann zu klären, je nachdem, was für die Maschine nun stimmt, irgendwas zwischen 150 und 300 ppi).

Bezüglich der Farben ist der Hinweis von Loethelm auf die G7-Spezifikation echt interessant. Es hört sich fast zu schön an, um wahr zu sein. Wenn man da tiefer nachliest, landet man am Ende doch wieder bei ICC-Profilen.

Gruß
Peter


als Antwort auf: [#437680]
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