Hallo Ralf
Antwort auf: Was ich aber tue: Solche Bilder ohne Versatz duplizieren, beim Bild auf der linken Seite die rechte Rahmenkante in den Bund ziehen und auf der rechten Seite umgekehrt. Dann wird das Bild innerhalb des linken Rahmens um 3 mm nach links verschoben und innerhalb des rechten Rahmens um 3 mm nach rechts. Damit verschwindet nichts oder kaum etwas Bildwichtiges im Klebebund.
Das ist eine der üblichen Methoden, aber gedacht ist es m.E. anders.
Grundsätzlich muss man bei der Bundverdrängung berücksichtigen, wie stark das Werk ist, wie Steif das Papier und wie eng die Bindung ist.
Je weniger weit man den Bund im aufgeklappten Zustand plan bekommt, je mehr Bildinhalt verschwindet in dieser verbleibenden Kluft, und umso mehr muss man evtl. Motivteile doppelt abbilden, damit
a) kein Sprung in Diagonalen entsteht (Ralf, hast du mal ein Photo deiner Beipieldoppelseite im gedruckten Zustand, diese beige Markise ist prädestiniert, um abzuschätzen wieviel Bild nun doppelt ist oder aber fehlt)
und
b) kein weißer Blitzer im Bund entsteht.
b) lässt sich definitiv vermeiden, indem man einfach die Einzelseiten mit einfach durchlaufendem Motiv mit umlaufendem Beschnitt ausgibt, bzw. doppelseitige PDFs erstellt, die dann in der Ausschiesssoftware mit entsprechendem Beschnitt von der gegenüberliegenden Seite platziert werden.
für a) muss man wissen, wieviel da letztendlich beim aktuell anstehenden Projekt durch Rückenstärke, Papiersteifheit und Klebung verschluckt wird. Ich hab hier ein Projekt da steht die rechte Hälfte 8mm weiter rechts als die linke, also werden die beiden Teile des Motivs um jeweils 4mm rausgeschoben.
Und wenn für diesen Sachverhalt beim Kunden die Einsicht fehlt, dann muss er entweder mit fehlenden Bildpartien im Bund leben, oder er muss für separat erstellte, getweakte Ansichts-PDFs mit deutlich eingeschränkter Verbindlichkeit, zu zahlen bereit sein – in doppelter Hinsicht.