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Farbverfälschungen nach Augenmaß korrigieren??

S.R.
Beiträge gesamt: 15

6. Aug 2004, 19:43
Beitrag # 1 von 3
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Ich habe nun schon viel in diesem Forum und woanders gelesen, habe mein bestes getan, um den Durchblick zu dieser Thematik selbst zu bekommen, habe mit Photoshop einiges praktisch nachexerziert, daher verzeiht doch meine immer noch wahrlich große Ratlosigkeit zum Thema Farbmanagement, die mich nun zwingt, eine Frage den Experten hier zu stellen, von der ich selbst nicht mal weiß, wie sie eigentlich lautet. Das ganze ist... so amorph...

Wenn ich ein Monitortestbild(Testbild aus dem Fotogeschäft, diese Bilder mit den Geschirr, den Farbtafeln, dem Rapsfeld, den beiden Ladys und so...) mit "RGB ohne Tags" in PS öffne, so stelle ich Farbidfferenzen zum Foto auf Papier fest, die ich nicht besonders angenehm finde.

Ich hatte eine Idee.

Wenn ich die Verfälschungen wertemäßig definere, kann ich sie mit umgekehrten Vorzeichen auf die Datei anwenden, um den Verfälschungen entgegenzuarbeiten.

Ich entdeckte nach Augenmaß mithilfe der selektiven Farbkorrektur folgendes (vorher konvertierte ich in AdobeRGB - was großartig nichts ändert):
Rot + 29% Cyan
Gelb + 14% Magenta
Blau + 35% Gelb
Cyan + 27% Magenta, +16% Gelb, +4% Schwarz
Magenta + 20% Cyan, +27% Gelb +7% Schwarz
Grün + 47% schwarz
(keine Garantie für Tippfehler!)

Anschließend noch: Tonwertkorrektur: Gammwert 1,13 und dann stimmt der Gesamteindruck.

Mit diesen Werten sehe ich auf dem Bildschirm, was ich in der Hand halte. (Ich weiß: Tageslicht, Neonröhre... es ist ein grobes Verfahren, das nicht vieles professinell berücksichtigt)

Meine Überlegungen, ich fasse nochmal zusammen, nun einerseits: Um bei einem beliebigen Bild wie bei einem Softproof zu beurteilen, wie es der (spezielle) Belichter auspuckt, brauche ich nur diese Werte eingeben.
Und andererseits: Um dieses Bild wiederrum so auspucken zu lassen, wie ich es auf dem Monitor sehe, brauche ich diese Werte nur mit verkehrten Vorzeichen eingeben und damit das Bild verändern.

Das ganze klappt tatsächlich wunderbar! Foto ist super.

Soweit. Nur nach allem, was hier in diesem Forum an Lösugnsmöglichkeiten für diese Probleme der Farbtreue, Monitorkalibrierungen, Profilwahl, Farbraumtheorien etc.. geschrieben wurde, habe ich das Gefühl, daß ich da Murks mache. Oder besser gesagt: Der Wurm ist woanders, aber ich umgehe ihn geschickt - was sich irgendwo mal rächen wird?!? Und professionell ist das bestimmt auch nicht.... und was habe ich da eigentlich gemacht???

Weiteres zur Information: Das Monitortestbild ist grell und leuchtend (ganz viel RGB eben?). Die Farbumfangswarnung bei CMYK EuroscaleCoated zeigt auch viele "undruckbare" Flächen.

Die Monitorpofil-Softproofs (Windows, Mac, Monitor) führen zu weiteren, heftigen Verfälschungen (blasser, heller, greller) Nun schrieb hier jemand: "Monitorprofil-RGB-Proof darf nichts am Bildeindruck verändern. Passiert doch etwas, ist entweder das Monitor-Profil schlecht oder es wirkt noch etwas wie Adobe Gamma." das macht mich unsicher, und ich kann mit diesem Satz nichts anfangen.

Mein Monitor hat nicht viel Möglichkeiten zum Kalibrieren: im Kontrollfeld: Temperatur auf 5700, Gamma auf MacIntosh-Standard, und diese Sachen mit Kontrast und Helligkeit mit dem Apfel im roten, grünen und blauen Feld). Und BITTE... ich habe nicht die Möglichkeiten, Geld für Kalibrierungssoftware auszugeben, verschwendet euch nicht mit Tipps dazu - ich habe sie alle schon gelesen.

Tja, was soll man davon ahalten?

Grüße, Steff.
X

Farbverfälschungen nach Augenmaß korrigieren??

Thomas Richard
  
Beiträge gesamt: 19079

7. Aug 2004, 02:10
Beitrag # 2 von 3
Beitrag ID: #101601
Bewertung:
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Hallo Steff,

Dann fangen wir doch mal von hinten an...

wenn's kein Messgerät sein darf du aber derartig starke Diskrepanzen in den Farben hast (steht die sel. FaKo auf relativ oder absolut?), wirst du nicht wirklich glücklich werden - wie auch...

Dein Monitor zeigt irgendwelche Mondfarben, das muss man ihm entweder abgewöhnen, da er aber keine grossartigen Einstellungen bietet, und die 5700K an sich auch sehr gut sind, bleibt eigentlich nur ein Gamma Korrektur (die du ja auch an den Bildern vornimmst), erledigen lassen, wenn du den Monitor heller drehst.

Ansonsten sind deinen enormen Korrekturen an den Komplementärfarben bei der sel. FaKo ein Indiz dafür, das du das Bild einfach im falschen RGb Farbraum geöffnet hast.

Bevor du aber so heftig an Monitor und Bildern drehst, solltest du also beim öffnen des Testbildes mal Versuchen durch probieren herauszufinden, welches RGB Profil beim Zuweisen am ehesten Sinn macht, denn gerade so ein Testbild macht heutzutage ohne Profil überhaupt keinen Sinn mehr. Aber eben per Bild - Modus - Profil zuweisen...


> Das ganze klappt tatsächlich wunderbar! Foto ist super.

Was du da tust, ist quasi von Hand, das Monitorprofil mit dem Ausgabeprofil der Proofansicht zu verrechnen, so wie es eigentlich das CMM System für dich tun sollte, du biegst den Monitor so hin, das er sich wie ein Belichter benimmt. Hättest du ein ordentliches Monitor und Belichterprofil, so würde das von selbst geschehen, und du könntest anhand dessen was du am Schirm siehst deine Korrekturen 'auf schön' so machen wie du sie dort für nötig empfindest.

> Das Monitortestbild ist grell und leuchtend (ganz viel RGB eben?).
> Die Farbumfangswarnung bei CMYK EuroscaleCoated zeigt auch viele
> "undruckbare" Flächen.

Das liegt sicherlich an einem zu großen Arbeitsfarbraum in Photoshop, in dem das Bild per Zuweisung landet, wenn es kein eigenes Profil hat. Probier dort mal einstweilen sRGB oder AppleRGB und du wirst mit natürlicheren, nicht zu bunten Farben belohnt.

Dementsprechend ist natürlich auch die Farbraumwarnung entsprechend stark, da die Differenz zwischen RGB Arbeitsfarbraum und CMYK Farbraum so gewaltig ist, und du ein Bild mit Gewalt auf diesen großen RGB Farbraum gehoben hast.

> Die Monitorpofil-Softproofs (Windows, Mac, Monitor) führen zu
> weiteren, heftigen Verfälschungen (blasser, heller, greller) Nun
> schrieb hier jemand: "Monitorprofil-RGB-Proof darf nichts am
> Bildeindruck verändern. Passiert doch etwas, ist entweder das
> Monitor-Profil schlecht oder es wirkt noch etwas wie Adobe Gamma."
> das macht mich unsicher, und ich kann mit diesem Satz nichts
> anfangen.

So...
Schaun wir mal... wie erklär ich's dem Kinde...

Wenn du ein RGB Bild hast, so ist es erstmal fast egal welches Profil diesem Bild zugewiesen ist. Sehen tust du immer nur das, was dein Monitor auch hergibt. Man kann ja nur reduzierend korrigierend auf die Darstellung einwirken, nur weil ein Bild ein Profil besitzt, das Farben kennt, die dein Monitor nicht in der Lage ist, darzustellen, kann er das plätzlich... das wäre klasse, dann wäre jede alte Mähre durch zuweisung des Richtigen Prfils plötzlich Prooftauglich ;-)

Also, sehen tust du bei Profilen die kleinere Farbräume, als das deines Monitors beschreiben, das was diese Profile verlangen. Bei größeren Profilen, ist eben dort Schluss, wo dein Monitor nicht mehr kann. Allerdings kommt als Rendering Intent (in PS: Priorität), als die Regel wie Farbräume aufeinander abgebildet werden, beim Monitor gemeinhin das perzeptive zum Einsatz. Dieses sorgtfür ein harmonischeren gesammteindruck beim Kappen des größeren Farbraums, als das rel. Farbmetrische, da der große Farbraum in den kleineren hineinskaliert wird, die ehedem bunteste Farbe des großen Farbraums wird zur buntesten des Zielfarbraums. Weniger bunte entsprechend weniger. Wenn du jetzt also ein AdobeRGB prfiliertes Bild amMonitor hast, das mittels Monitorprofil auch ohne Proofansicht auf dein Monitorprofil reduziert wird, so kann es bei Anwendung der Proofansicht, allein schon durch ein anderes rendering Intent zu Unterschieden kommen. Passt dein Monitorprofil aber gar nicht zum Gerät, so kann es dort zu seltsamen Effekten kommen, nämlich derart das es bunter statt weniger bunt wird, oder die Farben schillern, oder wandern.

Zum testen kannst du dir mal ein Bild in RGB erzeugen mit Verläufen der Primärfarben oder nimm das mit dem ich gerade heumexperimentiere:
http://www.e-b-v.de/...S/prim-verlaeufe.jpg

Wenn du dir die einzelnen Kanäle zu gemüte führst, siehst du das sie hamronisch un glatt von 0-255 reichen. Auf dem Bildschirm tut sich bei aktivierter Vorschau unter 'Profile zuweisen' folgendes:

a) zugewiesenes Profil > Monitorprofil:
zB: Wide Gammut,ECI-RGB, AdobeRGB
Es gibt Sprünge und harte Abrisse in den Verläufen und die gesättigten Bereich sind platt. eben weil sie außerhalb dessen liegen was überhaupt darstellbar ist.

b) zugewiesenes Profil < Monitorprofil:
z.B: sRGB oder std, Monitorprofile die mit Apple Monitor Assistent erstellt werden (z.B: FarbLCD der Powerbooks; warum die immer so winzig sind weiss ich auch nicht. Wert damit sein Powerbook profiliert, kann auch gleich auf SW umschalten ;-)
Farben werden blass, Verläufe sind weich und gleichmässig, evtl. treten aber schmale Stufen auf (Quantisierungsproblem, da für die 255 Stufen der Verläufe eben keine 255 Stufen der Grafikkarte mehr zur Verfügung stehen, da diese ja durchs Profil gedrosselt wird).

c) zugewiesenes Profil = Monitorprofil:

Maximum an Farben und weicheste, Sufenloseste Verläufe, da eben das an RGB Info was im Bild steht, 1:1 durch die Grafikkarte durchgereicht wird ins Display.
Hat man nun z.B: das Phänomen das ein anderes als das Monitorprofil so aussieht, wie es das Monitorprofil tuen sollte, so ist das aktuelle Monitorprofil nicht so gelungen/passend.

So, hoffe weitergeholfen, und nicht nur noch mehr Verwirrung gestiftet zu haben.

MfG

Thomas


als Antwort auf: [#101559]

Farbverfälschungen nach Augenmaß korrigieren??

S.R.
Beiträge gesamt: 15

7. Aug 2004, 14:35
Beitrag # 3 von 3
Beitrag ID: #101624
Bewertung:
(2339 mal gelesen)
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Vielen Dank. Ich werde in Ruhe deine Aussagen verarbeiten und versuchen, umzusetzen... ich melde mich dann wieder; wird ´ne Woche dauern.

Grüße und schönes Wochenende, Steff


als Antwort auf: [#101559]

Aktuell

Veranstaltungskalender

Hier können Sie Ihre Anlässe eintragen, welche einen Zusammenhang mit den Angeboten von HilfDirSelbst.ch wie z.B. Adobe InDesign, Photoshop, Illustrator, PDF, Pitstop, Affinity, Marketing, SEO, Büro- und Rechtsthemen etc. haben. Die Einträge werden moderiert freigeschaltet. Dies wird werktags üblicherweise innert 24 Stunden erfolgen.

pdf-icon Hier eine kleine Anleitung hinsichtlich Bedeutung der auszufüllenden Formularfelder.

Veranstaltungen
29.09.2022

IDUGS#85 Press2id

Zoom Meeting
Donnerstag, 29. Sept. 2022, 19.00 - 21.00 Uhr

Vortrag

Kennst du WordPress? Vielleicht. Verwendest du WordPress? Ja, klar! WordPress ist das am weitesten verbreitete System für die Erstellung von Webseiten. Um Webseitenbau soll es auf dieser IDUG aber nicht gehen. Gregor zeigt press2id (github.com/grefel/press2id). Seine Open-Source-Lösung für die Verbindung von Web und InDesign. Richtig gelesen: InDesign liest mithilfe von press2id die Inhalte der WordPress-Webseiten und generiert daraus Zeitschriften, Kataloge, Programmhefte oder Bierdeckel (das zeigen wir natürlich auch!). So wird die „Content First“ Theorie zu einer konkret anwendbaren Praxis, ohne gleich die ganz großen Räder zu drehen. Versprochen: Jeder kann nach der IDUG innerhalb kürzester Zeit Daten von WordPress nach InDesign importieren. Aber Achtung: Prinzipiell kann press2id aus jeder Website, oder besser Contentmanagementsystem (CMS) Daten auslesen und nach InDesign importieren! Spannend, oder? Danach geht es in die Praxis: Stefan hat die Webseite des Parktheater Iserlohn (parktheater-iserlohn.de) gestaltet. Die gedruckten Spielpläne (parktheater-iserlohn.de/interaktive-spielplaene) werden mit press2id realisiert. Wir schauen in den Maschinenraum und zeigen, wie die Lösung des Projekts realisiert wurde.

Nein

Organisator: InDesign Usergroup Stuttgart

Kontaktinformation: Christoph Steffens, E-Mailidug AT satzkiste DOT de

https://idugs85.eventbrite.de/

Von Wordpress nach InDesign
Veranstaltungen
08.11.2022

Frankfurt, Fraport Conference Center
Dienstag, 08. Nov. 2022, 13.30 - 18.00 Uhr

Seminar

Auf der Enfocus World Tour stellen wir Ihnen gemeinsam mit Enfocus die aktuellen Highlights von Enfocus Switch und dem Impressed Workflow Server (IWS) vor. Wir präsentieren Ihnen anhand typischer Aufgabenstellungen in einem modernen Produktionsbetrieb die Möglichkeiten, die Enfocus Switch für die Automatisierung und Standardisierung von Abläufen bietet. Wir haben sowohl für Produktionsverantwortliche als auch technisch Interessierte ein spannendes Programm vorbereitet, bei dem Sie sicherlich viel Neues erfahren werden, welches Sie in Ihrem eigenen Betrieb umsetzen können. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus eine hervorragende Möglichkeit, sich mit anderen Anwendern und Workflow-Spezialisten auszutauschen und Antworten auf konkrete Aufgabenstellungen zu erhalten, welche Sie mit Hilfe von Enfocus Switch/IWS umsetzen möchten.

Wir sind jeweils an 2 Tagen in Frankfurt, Hamburg und München vor Ort. Der erste (halbe) Tag richtet sich in erster Linie an Betriebsleiter und Produktionsverantwortliche in Druckereien - ist also weniger technisch orientiert - sondern gibt einen Überblick zu den heutigen Möglichkeiten einer automatisierten Produktion.

Der zweite Tag (Switch Anwender-Treffen) richtet sich an bestehende Switch-Anwender und Administratoren.

Anmeldung und weitere Infos: https://www.impressed.de/schulung.php?c=sDetail&sid=310

Ja

Organisator: Enfocus/Impressed

Kontaktinformation: Silvia Noack, E-Mailsnoack AT impressed DOT de

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Enfocus World Tour 2022