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Nice p
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17. Mai 2006, 16:21
Beitrag #1 von 38
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo,
ich habe folgendes Problem: Als freie Grafikerin habe ich für eine Agentur eine Imagebroschüre gestaltet, 6 farbig (4-farbig und zwei Sonderfarben). Erstellt in InDesign 3.0.1. Die Druckerei hat sowohl die offenen Daten als auch ein pdf (erzeugt über postscript und distiller bekommen). Das Problem ist eine weiße Fläche, die mit 70% Transparenz über eine Volltonfläche läuft. Bei mir in Acrobat 6 sieht alles o.k. aus. Die Separationsvorschau zeigt mir an dieser Stelle 30% Pantone an – soweit korrekt. Ein Bekannter sagte mir, dass man in Acrobat 7 die Problematik schon erkennen kann. Beim Belichten dieser Daten ist der transparente Bereich weiß ohne jegliche Farbe. Das scheint offenbar ein Fehler von InDesign zu sein.

Die Druckerei hat den Fehler manuell korrigiert.

Nun soll ich die angefallene Arbeitszeit für die Korrektur und für die neuen Softproofs (ausgeschosssene Druckbogen als pdf) zahlen. Das ist recht viel Geld. Die Druckerei behauptet die Daten wären von mir falsch angeliefert worden.
Muss ich die angefallene Arbeitszeit für die Korrektur tatsächlich zahlen? Es ist eigentlich eine Unverschämtheit. Mich hätte diese Änderung inkl. neuer pdf schreiben etwa 15 Minuten gekostet. Nun soll ich 150 Euro dafür zahlen... :-/


Viele Grüße
Nicole

P.S.: Gibt es eigentlich für den Druckbereich auch Gutachter für solche Fälle? Nur rein interessehalber...
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Christoph Steffens  M 
Beiträge: 4751
17. Mai 2006, 16:43
Beitrag #2 von 38
Beitrag ID: #229741
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo,
ohne auf die technsichen Einzelheiten einzugehen möchte ich zwei Gedanken äußern.
1. Ob sich ein Teilnehmer des Workflows falsch verhalten hat, also falschen/fehlerhafte Daten geliefert wurden oder die Daten falsch/fehlerhaft verarbeitet wurden, ist nur dann zu klären, wenn man einen definierten Workflow hat. Das heißt, wenn es Absprachen darüber gibt, wie miteinander gearbeitet wird. Wenn es, wie üblich, keine Kommunikation zwischen Datenlieferant und Druckerei gibt (außer Angebot und Preisdrücken), also im Vorfeld nicht geklärt ist, was die Druckerei für Daten erwarten darf und welche Verarbeitung der Datenlieferant erwarten darf, kann man sich hinterher auch nicht beschweren, wenn es Chaos gibt. Gibt es Absprachen oder hat sich das Angebot auf einen Standard wie PDF/X bezogen?

2. Gutachten macht z.B. die Fogra oder der Bundesverband Druck (wen ich das richtig weiß), aber das dürfte teuerer Werden, als 150 Euro.

Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696
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Robert Zacherl p
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17. Mai 2006, 16:45
Beitrag #3 von 38
Beitrag ID: #229742
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Nicole,

das klingt in meinen Ohren so, als ob der Dienstleister ein überdruckendes Weiß, welches beim Preflight in den Daten gefunden wurde, auf aussparen gestellt hat, was dann dazu führte, dass die im Hintergrund liegende Sonderfarbe nicht mehr zum tragen kam.

Was passiert denn, wenn Sie die PDF-Datei in Ihrem Adobe Acrobat bei deaktiviert Überdruckenvorschau ansehen (nicht in der Separationsvorschau, sondern im normalen Darstellungsmodus)? Ist dann auch diese weiße Fläche zu sehen?

Weisse überdruckende Flächen/Elemente sind u.a. die Folge der Transparenzreduzierung. Deshalb muss man als Dienstleister sehr vorsichtig mit solchen pauschalen Eingriffen in Kundendaten sein. Zumindest müsste in so einem Fall, wenn also der Preflight-Report ein überdruckendes Weiß meldet, eine visuelle Prüfung der Daten stattfinden.
Sollte meine Vermutung zutreffen, hat diesen Fehler und die daraus entstandenen Kosten voll und ganz Ihr Dienstleister auf seine Kappe zu nehmen.

Mit freundlichem Gruß

Robert Zacherl

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(Dieser Beitrag wurde von Robert Zacherl am 17. Mai 2006, 16:56 geändert)
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Dirk Simanek S
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17. Mai 2006, 16:56
Beitrag #4 von 38
Beitrag ID: #229747
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Nice,

ohne mich zuweit aus dem Fenster zu lehnen, glaube ich einfach das Sie einmal mehr einem Dienstleister begegnet sind der die Überdruckeinstellungen der PDF Datei nicht beachtet oder der RIP diese nicht korrekt umsetzen kann.
Habe zur Kontrolle nach Ihren Angaben mir einfach eine ID Datei gebaut und diese über PostScript Distiller zur PDF aus gegeben.
Die transparente Fläche steht wie richtigerweise erwartet auf überdrucken. Ist die Vorschau in Ihrem Acrobat aktiviert? (Acrobat 6 "Erweitert/Separationsvorschau"; Acrobat 7 "Erweitert/Ausgabe-Vorschau") Dann werden Sie die Datei korrekt angezeigt bekommen. Deaktivieren Sie diese Funktion sehen Sie die Datei so, wie sie fälschlicherweise ausgegeben wurde.
Über den technischen Hintergrund möchte ich mich jetzt nicht auslassen.

Wie gesagt das ist eine Ahnung ohne Ihre Datei gesehen zu haben.

Sie können mir die Datei auch gerne zukommen lassen mit der betreffenden Seite.

info@dtp-training.de
Mit freundlichen Grüßen

Dirk Simanek

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Linzenkirchner S
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17. Mai 2006, 17:02
Beitrag #5 von 38
Beitrag ID: #229748
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Antwort auf [ Nice ] Bei mir in Acrobat 6 sieht alles o.k. aus. Die Separationsvorschau zeigt mir an dieser Stelle 30% Pantone an – soweit korrekt. Ein Bekannter sagte mir, dass man in Acrobat 7 die Problematik schon erkennen kann.


Was sieht der Bekannte denn, was in Acrobat 6 nicht auftaucht?

Antwort auf [ Nice ] Beim Belichten dieser Daten ist der transparente Bereich weiß ohne jegliche Farbe. Das scheint offenbar ein Fehler von InDesign zu sein.



Kaum. Wenn das edin systematischer Fehler von Indesign wäre, würde Indesign wohl nicht mehr benutzt oder wir hätten schon oft von so einem Fehler gehört. Ich könnte mir mehrere Fehlerquellen denken (angefangen von falsch erstelltem PDF bis zu einem Fehler im RIP). Das zu klären ist ohne Datei nicht möglich.

Antwort auf [ Nice ] Die Druckerei hat den Fehler manuell korrigiert.


Na ja, besser so, als um eine verdruckte Auflage streiten ...

Antwort auf [ Nice ] P.S.: Gibt es eigentlich für den Druckbereich auch Gutachter für solche Fälle? Nur rein interessehalber...


Ja, zum Beispiel bei der FOGRA, aber nicht für 150,00 Euro :-)

Wobei mich weniger die 150 Euro stören würden sondern die Gefahr einer Wiederholung. Es wäre also sicher gut, die Ursache aufzuklären, aber dazu müssten wir einen Blick in die Datei werfen können.
-----
Peter Linzenkirchner
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Nice p
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17. Mai 2006, 17:05
Beitrag #6 von 38
Beitrag ID: #229750
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Christoph Steffens, Hallo Herr Zacherl,
vielen Dank für die Antworten.
@ Christoph Steffens: Leider gab es, wie Sie auch schon angemerkt haben, keine konkreten Absprachen. Da ich das Projekt sozusagen als Subunternehmer für die Agentur gemacht habe, hatte ich mit der Druckerei auch nur später bei den Problemen direkt zu tun.

Zudem war es mal wieder ein brandeiliges Projekt, bei dem ich spät abends noch die Druckdaten hochladen mußte, damit alles termingerecht fertig wird. Bei solchen Projekten passieren leider immer Fehler.

Ich wollte das auch nicht ernsthaft von einem Gutachter prüfen lassen. Aber anhand dieses Falls habe ich mich halt gefragt ob es sowas wie einen unabhängigen Gutachter gibt. Solche Fehler können ja auchmal bei einem richtig großen Projekt passieren und die Streit-Summen könnten dann etwas höher ausfallen. Danke für die Info.


Antwort auf [ Robert Zacherl ] das klingt in meinen Ohren so, als ob der Dienstleister ein überdruckendes Weiß, welche beim Preflight in den Daten gefunden wurde, auf aussparen gestellt hat, was dann dazu führte, dass die im Hintergrund liegende Sonderfarbe nicht mehr zum tragen kam.

Was passiert denn, wenn Sie die PDF-Datei in Ihrem Adobe Acrobat bei deaktiviert Überdruckenvorschau ansehen (nicht in der Separationsvorschau, sondern im normalen Darstellungsmodus)? Ist dann auch diese weiße Fläche zu sehen?

Ein Freund von mir hat mein pdf mit pitstop geprüft und hat dabei überrasscht festgestellt, dass an der besagten Stelle zwei Elemente liegen. Über dem korrekten Farbton liegt ein weißes Feld, das auf Überdrucken steht. Ihre Vermutung ist daher wohl richtig. Löscht man dieses Feld in PitStop ist alles in Ordnung.

Die Agentur hat die Druckdaten inzwischen noch zu einer weiteren Druckerei gegeben, die den "Fehler in meinen Daten" bestätigt hat. Bei der Ausgabe kamen sie zu dem gleichen Ergebnis.
Das scheint also eine Standardeinstellung der RIPs zu sein und somit muss ich wohl zähneknirschend die Bearbeitung zahlen.

Leider habe ich nur Acrobat 6 zur Verfügung. Dort habe ich bei ein- und ausgeschalteter Überdruckenvorschau die gleiche korrekte Bildschirmanzeige. Mein Bekannter sagte mir aber, dass die Vorschau in Acrobat 7 anders aussieht. Dort erkennt man den Fehler bei deaktivierte Überdruckenvorschau.

Die 150 Euro hätte ich dann vielleicht besser in ein Acrobat update investiert. ;-)

Ich werde demnächst dann doch wieder vorsichtiger und umsichtiger beim Gestalten mit Transparenzen umgehen.
als Antwort auf: [#229742] Top
 
Nice p
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17. Mai 2006, 17:13
Beitrag #7 von 38
Beitrag ID: #229755
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Da habe ich eben wohl zu langsam getippt. ;-)
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und die prompte Hilfestellung.

Wie gesagt, in Acrobat 7 erscheint die Fläche unten links offenbar bei ausgeschalteter Überdruckenvorschau weiß. In Acrobat 6 ist die Anzeige bei mir nahezu gleich. Kein Unterschied ob die Überdruckenvorschau aktiv oder inaktiv ist.


Ich habe aus der betreffenden Seite mal die Bilder rausgeschmissen, ein Druck-pdf auf gleichem Weg erzeugt wie die pdfs, die an die Druckerei gegangen sind Das pdf habe ich diesem Beitrag angehängt.. Das Problem ist das Feld unten links.


Nachtrag: Ich habe mal einen Screenshot meiner Acrobat-Vorschau angehängt. Ein Preflight in Acrobat hat mir keine Fehler angezeit...
als Antwort auf: [#229750]
(Dieser Beitrag wurde von Nice am 17. Mai 2006, 17:33 geändert)
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Anhang:
 
Robert Zacherl p
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17. Mai 2006, 17:34
Beitrag #8 von 38
Beitrag ID: #229758
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Nicole,

da ist kein überdruckendes, weisses Objekt in der PDF-Datei???

Zitat Die Agentur hat die Druckdaten inzwischen noch zu einer weiteren Druckerei gegeben, die den "Fehler in meinen Daten" bestätigt hat. Bei der Ausgabe kamen sie zu dem gleichen Ergebnis.
Das scheint also eine Standardeinstellung der RIPs zu sein und somit muss ich wohl zähneknirschend die Bearbeitung zahlen.


Nur weil eine Arbeitsweise (wie das pauschale Aussparen lassen von Weiss), welche definitiv nicht korrekt ist, weit verbreiteter Usus unter Dienstleistern ist, heißt das nicht, dass es Ihr Problem ist. Den Schuh würde ich mir definitiv nicht anziehen.

Mit freundlichem Gruß

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#229755]
(Dieser Beitrag wurde von Robert Zacherl am 17. Mai 2006, 17:37 geändert)
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Nice p
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17. Mai 2006, 17:43
Beitrag #9 von 38
Beitrag ID: #229762
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Zitat Hallo Nicole,

da ist kein überdruckendes, weisses Objekt in der PDF-Datei???


Hallo Herr Zacherl,
Sie haben natürlich recht. Ich hatte die Datei nachträglich geändert. Nun aber die problembehaftete Version im Anhang.
Entschuldigung für die unnötige Arbeit.
als Antwort auf: [#229758]
(Dieser Beitrag wurde von Nice am 17. Mai 2006, 17:44 geändert)
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Anhang:
 
rohrfrei S
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17. Mai 2006, 17:43
Beitrag #10 von 38
Beitrag ID: #229763
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo miteinander,

wieder mal sehr interessantes und spannendes Thema hier.

Ich habe das jetzt auch mal nachgebaut und ein PS mit Distiller 6 und 7 zu PDF/X1a gewandelt.

Bei Distiller 6 hat die weiße Fläche mit Pitstop gemessen in allen Auszügen 0%.
Bei Distiller 7 hat die weiße Fläche mit Pitstop gemessen in schwarz 0,1%.

Demzufoge scheitert der Preflight-Check in Acrobat 7 auf überdruckendes weiß auch beim einen Dokument.

Könnte das mal bitte jemand gegenchecken?

Ich bin der Meinung, daß beide Distiller identisch konfiguriert sind, auch mit allen startups.

Gruß
als Antwort auf: [#229758] Top
 
rohrfrei S
Beiträge: 4367
17. Mai 2006, 18:04
Beitrag #11 von 38
Beitrag ID: #229765
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo nochmal,

grundsätzlich ist die sachliche Herangehensweise an das Problem natürlich vorbildlich. Und es wurde von den Experten hier ja auch schon eingekreist.

Trotzdem möchte ich noch mal auf die Verantwortung kommen.
Zitat Ich werde demnächst dann doch wieder vorsichtiger und umsichtiger beim Gestalten mit Transparenzen umgehen.

Unabhängig aller standardisierten Workflows ist es doch immer sinnvoll, besondere Umstände eines Auftrags zu kommunizieren. Der Datenersteller weiß doch am besten, was und wie er layoutet hat. Da kann die Information an den Dienstleister "Achtung Transparenz auf Seite 4711" sicher nicht schaden.

Es wurde bereist erwähnt, daß der Dienstleister einen Eingangsprüfung hätte machen müssen. Was spricht aber dagegen, wenn man vor der Weitergabe - trotz Terminstreß - eine Ausgangsprüfung macht? Die Werkzeuge sind doch vorhanden mittlerweile mit Acrobat.

Prüfung:
Zitat Nachtrag: Ich habe mal einen Screenshot meiner Acrobat-Vorschau angehängt. Ein Preflight in Acrobat hat mir keine Fehler angezeit...

Weil du das falsche Prüfprofil verwendet hast. In Acrobat 7 gibt es explizit die Prüfung auf überdruckende weiße Objekte. In Acrobat 6 kann man von Hause aus nur eine allgemeine "Liste aller überdruckender Elemente" erzeugen. Da kann das Ergebnis je nach Layout schon mal etwas umfangreicher ausfallen.

Zitat Die 150 Euro hätte ich dann vielleicht besser in ein Acrobat update investiert. ;-)

das Update lohnt sich auf jeden Fall - der 7er ist wirklich super

Zitat Wie gesagt, in Acrobat 7 erscheint die Fläche unten links offenbar bei ausgeschalteter Überdruckenvorschau weiß. In Acrobat 6 ist die Anzeige bei mir nahezu gleich. Kein Unterschied ob die Überdruckenvorschau aktiv oder inaktiv ist.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Acrobat 6 und 7 verhalten sich eigentlich identisch, was die Anzeige mit/ohne Überdruckenvorschau angeht. Komisch.

Vielleicht dröseln wir es ja noch auf.

Gruß
als Antwort auf: [#229762] Top
 
Linzenkirchner S
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17. Mai 2006, 18:43
Beitrag #12 von 38
Beitrag ID: #229769
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Zitat Unabhängig aller standardisierten Workflows ist es doch immer sinnvoll, besondere Umstände eines Auftrags zu kommunizieren. Der Datenersteller weiß doch am besten, was und wie er layoutet hat. Da kann die Information an den Dienstleister "Achtung Transparenz auf Seite 4711" sicher nicht schaden.


Wäre hier falsch, da die Transparenz ja richtig reduziert wurde. Wenn, dann dieser Hinweis: Achtung, auf Seite xyz gibt es ein überdruckendes Weiss, das ist korrekt und darf nicht ausgespart werden! Wieviele Dienstleister würden jetzt wohl den Kopf schütteln und trotzdem Aussparen?

Zitat Es wurde bereist erwähnt, daß der Dienstleister einen Eingangsprüfung hätte machen müssen.


Hat er vielleicht. Und was hat er gefunden? Ein überdruckendes Weiss, das er automatisch auf aussparend stellt - und damit den Fehler erst produziert.

Zitat Was spricht aber dagegen, wenn man vor der Weitergabe - trotz Terminstreß - eine Ausgangsprüfung macht? Die Werkzeuge sind doch vorhanden mittlerweile mit Acrobat.


Nichts spricht dagegen. Aber ihre Daten waren in Ordnung, das überdruckende Weiss ist prinzipiell korrekt. Es wurde nur falsch ausgegeben.

Zitat Weil du das falsche Prüfprofil verwendet hast. In Acrobat 7 gibt es explizit die Prüfung auf überdruckende weiße Objekte.


Dann hätte sie das überdruckende Weiss gefunden. Aber falsch wäre das deshalb immer noch nicht. Wieso sollte sie etwas ändern, was bei aktivierter Überdruckenvorschau richtig und bei nicht aktivierter falsch aussieht? Transparenz wird oft in überdruckende Objekte reduziert und die resultierenden Objekte sehen generell erst bei aktivierter Überdruckenvorschau richtig aus.

Zitat Die 150 Euro hätte ich dann vielleicht besser in ein Acrobat update investiert. ;-)
das Update lohnt sich auf jeden Fall - der 7er ist wirklich super


Ja, da muss ich in jedem Fall zustimmen. Wenn sich ein Update lohnt, dann das auf Acrobat 7.

Viele Grüße
Peter Linzenkirchner
-----
Peter Linzenkirchner
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als Antwort auf: [#229765] Top
 
rohrfrei S
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17. Mai 2006, 20:02
Beitrag #13 von 38
Beitrag ID: #229776
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Peter,

du hast ja prinzipiell Recht. Ich sehe die Sache aber von beiden Seiten. Und genau deshalb kann ich diese Pauschalaussagen hier, daß die Daten korrekt sind, auch nicht zu 100% unterschreiben. Ich wüßte nicht, ob das als "belichtungsfertige Daten" anzusehen wäre. Die dadurch entstehenden Probleme liegen ja auf der Hand.

Wenn man sich mal diesen konkreten Fall ansieht, dann muß doch wohl die Frage erlaubt sein, warum man überhaupt so arbeitet. Da soll eine Sonderfarbe aufgerastert werden. Aber anstatt ein zweites Objekt aufzuziehen und das entsprechend einzufärben wird mit Transparenzen gearbeitet. Ok, wäre ja nicht so schlimm, wenn es nicht ausgerechnet "Weiß" wäre.

Und das stimmt ja noch nicht einmal. In InDesign heißt es explizit "Papier". Wie kann ich dann auf die Idee kommen, ein Objekt in Papier einzufärben und das auf transparent zu stellen? Wie bitte schön, soll denn das Papier transparent werden? Das mag man zwar in ID so anwenden können, aber wenn man über den Bildschirm hinausdenkt und sich einfach vor Augen führt, was das eigentlich bedeutet, dann muß man doch zu dem Schluß kommen, daß es eigentlich überhaupt keinen Sinn macht. Auch bei komplexeren Objekten wie Ellipsen, könnte man sich anders behelfen - ohne jeglichen Zeitverlust. Denn zwei Objekte muß ich in jedem Fall aufziehen.

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@Nice:
das ist kein persönlicher Angriff - lediglich eine Feststellung der Arbeitsweise in ID
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Zitat Dann hätte sie das überdruckende Weiss gefunden. Aber falsch wäre das deshalb immer noch nicht. Wieso sollte sie etwas ändern, was bei aktivierter Überdruckenvorschau richtig und bei nicht aktivierter falsch aussieht? Transparenz wird oft in überdruckende Objekte reduziert und die resultierenden Objekte sehen generell erst bei aktivierter Überdruckenvorschau richtig aus.

wie gesagt, das stimmt prinzipiell, aber Weiß (Papier) ist einfach ein Sonderfall

Es ist klar, daß man sich als Dienstleister darüber bewußt sein muß, daß diese Standard-Einstellung mit dem Korrigieren von überdruckendem Weiß in Zeiten von Transparenzreduzierung überdenkenswert ist. Aber für die meisten Dienstleister dürfte ein generelles Deaktivieren dieser Funktion wahrscheinlich auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Bleibt also nur wieder die manuelle Prüfung mit den einschlägigen Werkzeugen. Wie das in die heutigen Kalkulationen passen soll, dürfte dem Einen oder Anderen wahrscheinlich einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Daher gilt um so mehr in beiderseitigem Interesse: Kommunikation miteinander.

Ist aber tatsächlich ein gutes Beispiel.

Gruß
als Antwort auf: [#229769] Top
 
Nice p
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17. Mai 2006, 20:40
Beitrag #14 von 38
Beitrag ID: #229783
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Zitat Wenn man sich mal diesen konkreten Fall ansieht, dann muß doch wohl die Frage erlaubt sein, warum man überhaupt so arbeitet. Da soll eine Sonderfarbe aufgerastert werden. Aber anstatt ein zweites Objekt aufzuziehen und das entsprechend einzufärben wird mit Transparenzen gearbeitet. Ok, wäre ja nicht so schlimm, wenn es nicht ausgerechnet "Weiß" wäre.


Hallo Rohrfrei,
danke für die ehrliche Meinung. In oben beschriebenem Fall haben Sie eindeutig den Nagel auf den Kopf getroffen. Nach dem Dilemma mit der Druckerei habe ich die beiden Objekte (es betraf lediglich zwei Seiten des Dokumentes) in 30% Pantone gewandelt. Um ein wenig zu meiner Ehrenrettung (nicht als Entschuldigung) zu sagen: Auf der Seite liegt oben ein Bild. Der transparente Bereich links geht komplett über die ganze Seite, deckt also das Bild oben und den blauen Balken unten ab.

Die Erläuterung mit der Farbe "Papier" leuchtet ein, war mir aber nie so bewusst. Ich habe früher ausschließlich mit QuarkXpress (bis Version 4) gearbeitet und da war Weiß für mich immer eine "normale Farbe".

Ich hake das Ganze mal unter "Lehrgeld" ab und habe daraus auch gelernt. So weiß ich worauf ich in Zukunft achten muss.

Was die Kommunikation betrifft, habe ich im Vorfeld mit der Druckerei telefoniert und mir wurde gesagt, dass es völlig o.k. ist, wenn ich ein pdfx/3-konformes pdf liefere. Ich hatte auch nachgefragt ob ich wegen der Sonderfarbe oder dem Silber noch etwas beachten müsse und dies wurde verneint. Natürlich kann der Dienstleister nicht jede Eventualität berücksichtigen. Er hätte aber vielleicht auf eine Transparenz-Problematik verweisen können.

Aber nochmal ganz kurz zu meinem Verständnis:
Würde man das pdf auf einem "neutralen" Rip (falls man das überhaupt so bezeichnen kann und darf) ausgeben und bei der Ausgabe die Einstellungen des pdf nicht vom Rip überschrieben werden würden, wäre die Ausgabe dann korrekt?

Sollte der Dienstleister dann dem Druckvorlagenhersteller/Designer/Layouter nicht eine Liste an die Hand geben welche Einstellungen durch das RIP überschrieben werden? Selbst wenn es sich um "sinnvolle Standardeinstellunge" handelt?

Viele Grüße und danke an alle für die hilfreiche Unterstützung und Stellungnahme
Nicole
als Antwort auf: [#229776]
(Dieser Beitrag wurde von Nice am 17. Mai 2006, 20:44 geändert)
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rohrfrei S
Beiträge: 4367
17. Mai 2006, 21:11
Beitrag #15 von 38
Beitrag ID: #229790
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Fehler bei Transparenz über Volltonfarbe


Hallo Nice,

Zitat Aber nochmal ganz kurz zu meinem Verständnis:
Würde man das pdf auf einem "neutralen" Rip (falls man das überhaupt so bezeichnen kann und darf) ausgeben und bei der Ausgabe die Einstellungen des pdf nicht vom Rip überschrieben werden würden, wäre die Ausgabe dann korrekt?

Wenn man sich die anderen Antworten hier so ansieht, dann müßte man die Frage mit "Ja" beantworten. Das PDF ist ja erstmal dateitechnisch ok. In so fern wurde ja alles richtig gemacht. Auf was sollen Sie sich auch stützen, wenn nicht auf die Standardwerkzeuge InDesign und Acrobat/Distiller? Also wenn die es nicht richtig machen, wer soll es dann können?

Der Knackpunkt - in meinen Augen - ist halt das Weiß, welches mit Papierweiß gleichzusetzen ist. Der Fehler ist ja wohl offensichtlich so entstanden, daß die Überdruckeninformation (die korrekterweise bei der Transparenzreduzierung entstanden ist) im RIP eliminiert wurde. Würde man darauf verzichten, wäre die Ausgabe höchstwahrscheinlich so erfolgt, wie erwartet. Aber das kann ja nur derjenige beeinflussen, der das RIP konfiguriert. (Hier bin ich schon jetzt auf die Antwort von Herrn Zacherl gespannt.)

Ich werde das morgen selber mal bei uns im Workflow ausprobieren. Wäre es möglich, daß Sie die Datei nocheinmal nativ aus InDesign MIT Transparenzen exportieren und hier online stellen? Also NICHT als PDF/X-3, sondern irgendeine Einstellung, die die Transparenz NICHT reduziert. Ich möchte gerne mal testen, was passiert, wenn man das PDF mit Transparenzen vom Workflow flatten läßt und dann anschließend weiterverarbeitet.

Was ist denn jetzt mit der Überdruckenvorschau von Acrobat 6/7 bzw. der dazugehörigen Separations-/Ausgabevorschau und dem Unterschied zwischen beiden? Gibt es da neue Erkenntnisse?

Zitat Ich hatte auch nachgefragt ob ich wegen der Sonderfarbe oder dem Silber noch etwas beachten müsse und dies wurde verneint.

hm, bei Silber ist eigentlich immer etwas zu berücksichtigen. Auch hier wieder das Thema überdrucken. Diese Antwort wundert mich.

Zitat Natürlich kann der Dienstleister nicht jede Eventualität berücksichtigen. Er hätte aber vielleicht auf eine Transparenz-Problematik verweisen können.

Interessant wäre evtl. zu erfahren, von welchen Daten überhaupt belichtet wurde, wenn sowohl die offenen ID-Daten als auch PDF angeliefert wurde.

Zitat Sollte der Dienstleister dann dem Druckvorlagenhersteller/Designer/Layouter nicht eine Liste an die Hand geben welche Einstellungen durch das RIP überschrieben werden? Selbst wenn es sich um "sinnvolle Standardeinstellunge" handelt?

das kann u.U. eine recht lange Liste werden. Das fängt ja bei verschiedensten PDF-Eigenheiten wie Transferkurven, Farbraumtransformationen, Überdruckeneinstellungen an und geht bis zu den Rastereinstellungen des Ausgabegeräts (CtP). Ich schätze mal, das ca. 3-5% aller Dienstleister eine vollständige (!) Liste darüber überhaupt erstellen können, da sie gar nicht jede Einstellung im Einzelnen kennen. Auf der anderen Seite dürfte das Verständnis dieser Liste bei den "Druckvorlagenhersteller/Designer/Layouter" nicht viel höher sein. Wer weiß schon/will wissen welche Gradationskurve für die Kompensierung des Tonwertzuwachses z.B. für die 1. oder 2. Sonderfarbe verwendet wird.

Gruß
als Antwort auf: [#229783] Top
 
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