[GastForen PrePress allgemein CMS (Color-Management) ICC-Profil belichten?!

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ICC-Profil belichten?!

Fresh
Beiträge gesamt: 9

11. Nov 2004, 19:06
Beitrag # 1 von 7
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Hallo!

Ich habe eine TIF-Datei mit ICC-Profil abgespeichert, da die Farben sonst total verblassen. Ich habe diese TIF-Datei in eine Freehand-Datei eingebunden.

Nun möchte ich diese Freehand-Datei zu meinem Drucker schicken um sie belichten zu lassen. Dieser belichtet mit Postscipt 2 glaube ich. Meine Frage ist nun, ob bei ihm das ICC-Profil (bzw. das Bild) genau wie bei mir aussieht oder ob sich die Datei beim belichten irgendwie verändert?!

Sollte ich von der Datei vorher eine PDF erstellen oder kann ich ihm auch einfach eine Freehand-EPS rüberschicken?

Hab vorher noch nicht mit Profilen gearbeitet, aber der unterschied ist bei diesem Bild wirklich drastisch - somit wurde ich gezwungen ;-)

Danke für eine Antwort!!!

Gruß von
Ferdi
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ICC-Profil belichten?!

Fresh
Beiträge gesamt: 9

11. Nov 2004, 19:39
Beitrag # 2 von 7
Beitrag ID: #123720
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Übrigens: Das Bild sieht nur in Photoshop und als PDF farblich super aus. Ich muß diese PDF dann aber auch als "PDFX3" anlegen.
Ohne diese Einstellung wird das ICC-Profil anscheinend nicht in die PDF eingebunden.

Soll ich dem Drucker dann die PDFX3-Datei zusenden?!


als Antwort auf: [#123710]

ICC-Profil belichten?!

Robert Zacherl
Beiträge gesamt: 4153

11. Nov 2004, 20:44
Beitrag # 3 von 7
Beitrag ID: #123736
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Hallo Ferdi,

wenn Sie ein Profil in eine TIFF-Bilddatei einbetten, dann hat primär erst einmal nur die Bildbearbeitungs-Software etwas davon, wenn Sie das Bild später darin wieder einmal öffnen, weil dann das Programm weiß, in welchem Farbraum das Bild gespeichert worden war.

In einem Layoutprogramm in das Sie dieses TIFF-Bild platzieren, kommt das ICC-Profil nur dann zum Zuge, wenn dieses Programm Farbmanagement unterstützt und wenn es auch aktiviert ist. In diesem Fall wird das Profil erst einmal die Bildschirmdarstellung der Bildfarben optimieren, weil auch das Farbmanagement des Layoutprogramm nun weiß, um was für einen Farbraum es sich handelt (ansonsten würde beim Fehlen eines eingebetteten Profils das im Programm gewählte Standardprofil Verwendung finden, welches, wenn es falsch definiert ist, zu deutlich Farbverfälschungen führt).

Wenn Farbmanagement aktiviert ist und dieses auch beim Drucken aus dem Layoutprogramm Anwendung findet, dann ist entscheidend, ob der Bildgrundfarbraum CMYK ist und ob das im Druckdialog gewählte Zielprofil identisch ist mit dem Bildprofil oder nicht. Wenn ja, dann findet keine Farbraumtransformation statt und die Bildfarbdaten werden einfach 1:1 durchgereicht. Ist Bildfarbraum und Zielfarbraum jedoch unterschiedlich, dann findet eine Transformation beim Drucken statt. In beiden Fällen wird jedoch kein ICC-Profil mit ausgegeben. Zum einen weil PostScript gar keine ICC-Profile unterstützt und zum anderen weil bei aktivem Farbmanagement die Farbraumtransformation, falls notwendig, ja bereits stattfand und somit ein Anhängen von Kalibrierungsinformation zu einer weiteren, später stattfindenden Farbraumtransformation führen würde und somit die ja schon korrekten Farben in der Ausgabedatei nochmals transformiert werden würden. Denn kein Ausgabegerät kann geräteneutrale, kalibrierte Farbe drucken, sondern nur geräteabhängige Farben (deshlab heißt sie ja auch so).

Die einzigen mir bekannten Wege eine Ausgabedatei bzw. eine PDF-Datei mit eingebetteten (ICC-)Profilen zu erzeugen sind:
- Nativer PDF-Export aus Adobe InDesign mit aktivierter Option "ICC-Profile einschließen"
- Drucken aus Adobe InDesign mit Drucker-Profil "PostScript Farbmanagement"
- Drucken aus Adobe InDesign CS mit Ausgabemodus "Composite Unverändert"

Bei den beiden letztgenannten PostScript Ausgabemodi finden Sie aber aus dem bereits genannten Grund keine ICC-Profile vor sondern die PostScript Gegenstücke, die sog. CSAs (Color Space Arrays). Aus diesen kann dann ein Acrobat 6 Distiller bei der PDF-Erzeugung wieder rekonstruieren, welche ICC-Profile ursprünglich Verwendung fanden und wenn diese auf dem Rechner gefunden werden, dann werden sie anstelle der CSAs ins generierte PDF eingebettet. Zum heutigen Zeitpunkt schreiben meines Wissens nur Adobe Programme die für die CSA/ICC-Profil-Ersetzung notwendigen Zusatzinformationen in den PostScript-Code.

Was heißt das nun für Ihren konkreten Fall? Da Macromedia FreeHand die aufgezählten Ausgabemöglichkeiten eines Adobe InDesigns nicht annähernd aufweist, wird von Ihrem in das TIFF-Bild eingebetteten Profile definitiv nichts mehr in der Druckdatei zu finden sein. Das höchste der Gefühle wäre, dass ein aktives Farbmanagement in FreeHand die Profilinformation für eine Farbraumtransformation beim drucken nutzt um in den gewählten Zielfarbraum zu transformieren.

Um also zu erreichen, dass die Farben im PDF wieder richtig dargestellt und auch ausgegeben werden, muss die fehlende Profilinformation wieder auf geeignete Art und Weise hinzugefügt werden. Da Sie selbst bereits das Thema PDF/X angesprochen haben, wäre der beste Weg der, im Output Intent der PDF/X-Datei den verwendeten CMYK-Farbraum anzugeben. In Acrobat 6 Professional können Sie in den Voreinstellungen unter "Farbmanagement" u.a. einstellen, dass der Output Intent einer PDF/X-Datei die Acrobat Arbeitsfarbäume übersschreibt und somit u.a. die Darstellung der Farben am Monitor beeinflußt. Die korrekte Definition der Arbeitsfarbräume ist die zweite Methode. Dies wäre auch die einzige Lösung für Acrobat 5, welches die angesprochene "Output Intent" Option noch nicht aufwies.

Die dritte Methode wäre die fehlenden Profile im Acrobat Distiller hinzuzufügen indem im Abschnitt "Farbe" die Option "Alles für Farbmanagement kennzeichnen" aktiviert wird und die passenden Arbeitsfarbräume definiert werden. Ich würde davon aber abraten, da Sie auf diese Weise wieder die Farbe geräteneutral machen, was zu einer späteren Farbraumtransformation führen wird. Der Output Intent einer PDF/X-Datei birgt diese Gefahr nicht in sich.

Eine vierte Methode, die allerdings Zusatz-Software erforderlich macht, wäre das Hinzufügen der fehlenden Profile mit Hilfe eines Plug-Ins wie z.B. Enfocus PitStop Professional.

Wenn Sie das PDF korrekt erezugt und Acrobat 5 bzw. 6 richtig konfiguriert haben, sollten die darin enthaltenen Bilder eigentlich genauso aussehen wie in Adobe Photoshop.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#123710]

ICC-Profil belichten?!

Fresh
Beiträge gesamt: 9

11. Nov 2004, 23:34
Beitrag # 4 von 7
Beitrag ID: #123792
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Hallo Robert Zacherl,

vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Es hat mir sehr weiter geholfen!!! Ich werde das ganze dann mithilfe der PDFX lösen. Die Datei wir allerdings zum Belichten noch einmal in Quark oder Freehand montiert. Dies sollte ja aber kein Problem sein, da diese Programme ja auf die PDF als Ursprungsdatei zurückgreifen, oder sehe ich das falsch?

Nochmals vielen Dank für die Antwort!

Gruß von
Ferdinand Bönisch


als Antwort auf: [#123710]

ICC-Profil belichten?!

Robert Zacherl
Beiträge gesamt: 4153

12. Nov 2004, 08:37
Beitrag # 5 von 7
Beitrag ID: #123832
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Hallo Herr Bönisch,

davon kann ich in beiden Fällen (sowohl für QuarkXPress bis einschließlich Version 5 als auch Macromedia FreeHand) nur dringendst abraten. Platzieren Sie keine PDF-Dateien in diesen Programmen, da deren PDF-Importqualitäten nicht ausreichend sind, um PDF 1.3 Dateien, welche anspruchsvolle PostScript 3 Konstrukte wie z.B. Smooth Shadings und DeviceN-Farbräume beinhalten, verlustfrei zu importieren.
Wenn das Ausgangsmaterial PDF ist, dann ist es für diese Applikationen das Beste aus diesen PDFs mit Hilfe von Acrobat 5.0.5 oder neuer eine EPS-Datei zu erzeugen. Wenn es verlustfrei sein soll, dann muss dies eine PostScript 3 EPS-Datei sein. Dies setzt natürlich auf Seiten des Dienstleisters PostScript 3 Ausgabesysteme voraus. Außerdem verbietet es dann den Einsatz der Programm-eigenen Farbseparation, sondern erzwingt den Einsatz der in-RIP Separation eines solchen Belichters.

Was Sie mit

> Dies sollte ja aber kein Problem sein, da diese Programme ja auf die PDF als Ursprungsdatei zurückgreifen,
> oder sehe ich das falsch?

meinten ist mir nicht klar.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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als Antwort auf: [#123710]

ICC-Profil belichten?!

Fresh
Beiträge gesamt: 9

13. Nov 2004, 19:16
Beitrag # 6 von 7
Beitrag ID: #124276
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Hallo Herr Zacherl,

ich werde meinen Drucker fragen, ob sein Belichter mit Postsctipt 3 belichtet. Können PDFs in Quark 6.1 Verlustfrei importiert und ausbelichtet werden?

Gruß von
Ferdinand Bönisch


als Antwort auf: [#123710]

ICC-Profil belichten?!

Robert Zacherl
Beiträge gesamt: 4153

13. Nov 2004, 21:28
Beitrag # 7 von 7
Beitrag ID: #124286
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Hallo Herr Bönisch,

Sie frugen:
> Können PDFs in Quark 6.1 Verlustfrei importiert und ausbelichtet werden?

Solange wir über eine maximale PDF-Version 1.3 reden, dann lautet die Antwort in Bezug auf den Import "Beinahe" und in Bezug auf die Ausgabe "das hängt vom Ausgabegerät und der Ausgabemethode ab".

Da QuarkXPress keine Transparenz unterstützt ist klar, dass keine höhere PDF-Version als PDF 1.3 verlustfrei importiert werden kann. Dies ist umso kritischer als dass der PDF-Importfilter anstandslos eine PDF 1.4 Datei samt Transparenzen importiert und dabei sang und klanglos aus transparenten Objekten opake Objekte macht.
Der PDF 1.3 Import klappt aber inzwischen bis auf kleine Ausrutscher recht gut (wenn auch nicht ebenbürtig mit einem Adobe InDesign).

Was jedem Anwender klar sein muss ist die Tatsache, dass beim Import eine Wandlung in ein PostScript 3 EPS stattfindet. Dies bringt zwei Dinge mit sich:
- es muss ein PostScript 3 Ausgabegerät vorhanden sein, um die Daten verlustfrei wiedergeben zu können
- der Einsatz der on-Host Farbseparation ist mit großer Wahrscheinlichkeit zum scheitern verurteilt, weil diese Technologie nicht mit den entstehenden Farbräumen und Konstrukten klarkommt. Es kann zu flaschen Separationsergebnissen und PostScript-Fehlern kommen. Es muss also die in-RIP Separation eines PostScript 3 Belichter-RIPs zum Einsatz kommen (die leider bis heute nicht aus QuarkXPress heraus steuerbar ist).

Ich würde also auf Nummer sicher gehen und zu platzierende PDF-Dateien zuerst in ein PostScript 3 EPS wandeln und dieses dann platzieren (was evtl. vorhandene Transparenzen auch verflacht).
Auch hier gilt dann natürlich das oben Gesagte in Bezug auf die Ausgabe und Separation.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Zacherl

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