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Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

Martin Fischer
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24. Okt 2011, 15:02
Beitrag # 1 von 13
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Hallo,

ein Kunde möchte PDF-Dokumente mit eingebetteten Schriften, die ihm in der Vergangenheit für die Weiterleitung in eine Druckerei zur Herstellung von Drucksachen zur Verfügung gestellt wurden, nun auch für eine kostenpflichtige Veröffentlichung im Internet verwenden.

Bezüglich der Wahrung der Lizenzrechte hinsichtlich der Einbettung der Schriften in die PDF-Datei für die Druckerei wurde von mir als dem Satzhersteller/PDF-Ersteller Sorge getragen. Allerdings habe ich mich in der Vergangenheit nur bei einzelnen Schriften von besonderen Anbietern um eine Lizenz zur Verwendung der Schriften in PDF-Dokumenten, die außerhalb meines Einfluss- und Entscheidungsbereichs im Internet angeboten werden sollen, gekümmert.


1. Hat die Veröffentlichung von PDF-Dokumenten, die von mir für den Druck hergestellt wurden, durch den Kunden für mich als den Hersteller der PDF-Dateien, der für die Einbettung der Fonts verantwortlich ist, eine rechtliche Konsequenz oder kann es mir persönlich egal sein, was der Kunde mit den einmal für den Druck gelieferten PDFs anstellt?

Sprich: Muss ich mich in Abhängigkeit von der weiteren Nutzung der PDF-Datei durch den Kunden ggf. persönlich um eine Erweiterung der Lizenz für die Schriften kümmern oder ist das eine Angelegenheit, die nur meinen Kunden betrifft?


2. Welche Rechte hinsichtlich der Verwendung von eingebetteten Schriften werden mit der Übergabe der PDF-Datei an den Empfänger übertragen?
Die Schriften schlafen eingebettet in der PDF und sollen so auch verweilen. Sie haben keinen anderen Job, als die Inhalte in ihrer einmal 'gegossenen' Form zum Ausdruck zu bringen.

Sprich: Kann der Kunde die PDF-Dateien, für deren Erstellung ein externer Dienstleister verantwortlich war und der für die Herstellung der PDFs (und die Weitergabe zur Druckerei) die notwendigen Lizenzen vorweist, ohne eigene Lizenz für die in der PDF-Datei enthaltenen Schriften digital veröffentlichen, weil er die Schriften für die Verbreitung der Daten (von der technischen Seite her betrachtet) im Prinzip gar nicht braucht?
Von seiner Seite sind schließlich keine weiteren Eingriffe in die PDF-Datei notwendig. Sind mit den Schriften auch deren Rechte eingebettet und kann der Kunde die PDF so, wie sie ist, ins Netz stellen?


3. Muss der Kunde eventuell alle Schriften von allen seinen Lieferanten für die Veröffentlichung der PDFs nachlizensieren?
Hätte er darüberhinaus prinzipiell die Möglichkeit, eine 100er bzw. einer 1000er Lizenz für sich und alle seine Dienstleister zu erwerben, damit alle Verwendungsrechte von der Satzherstellung über die Lieferung zur Druckerei bis zur digitalen Publikation an allen Zwischenstationen abgedeckt sind?


4. Muss/kann der Kunde die Lizenzrechte der vom Lieferanten verwendeten Schriften einsehen, um daraus Rückschlüsse auf seine rechtlichen Grenzen bei der digitalen Veröffentlichung ziehen zu können?

Diese Frage zielt auf die Unterscheidung der Lizenzrechte von Schriften, die vor ca. 2000 entwickelt bzw. erworben wurden und die wesentlich schärferen Lizenzrechte für die Schriften, die danach erworben wurden.

Außerdem zielt die Frage darauf, dass der Umfang der Lizenzrechte bei unterschiedlichen Schriftenhersteller unterschiedlich ist.
Liefert ein Setzer eine PDF mit einer Schrift, die bei A*** lizenziert ist und ein anderer Setzer eine PDF mit der gleichen Schrift, die bei L*** lizenziert ist, braucht dann auch der Kunde die Lizenz doppelt, einmal bei A*** und einmal bei L***?


5 Gibt es Literatur bzw. eine Quelle im Internet, welche die mit diesem Thema verbundene Problematik hinsichtlich der Lizenzrechte für bei der Herstellung, Verbreitung und Nutzung von Daten mit lizenzpflichtigen Schriften allgemein verständlich darstellt?


6. Man weiß irgendwie diffus und vom Hörensagen, dass Verstöße gegen das Lizenzrecht der Nutzung von Schriften ein juristisches Nachspiel haben können (Exekutive). Gibt es konkrete Belege von Streitfällen, die vor Gericht und zu einem Urteil gekommen sind, und über das dabei angewandte Strafmaß?
Blieb es bei der Aufforderung zur nachträglichen Lizenzierung oder war dabei die Leistung von Schadensersatz zu erbringen?
Gibt es dokumentierte Beispiele von solchen Prozessen, welche die Risiken bei einem Lizenzverstoß im Zusammenhang mit der Nutzung von Schriften deutlich vor Augen führen?


7. Wie kann ein Verstoß gegen die Lizenz einer Schrift praktisch ermittelt werden? Wie hat man sich das Vorgehen des Geschädigten/Verfolgers konkret vorzustellen?

Macht der wie die GEZ eine Stichprobe und prüft eine Firma/eine Person und fordert ggf. den Nachweis für die Lizenz ein?

Werden die im Internet veröffentlichten PDF-Dateien systematisch nach den darin enthaltenen Schriften abgegrast und mit Unterlagen zu den Lizenzinhabern abgeglichen?

Wenn ich meine (bzw. der Kunde seine) Schrift nicht direkt bei A* oder L*, sondern bei einem Zwischenhändler oder von einem Kollegen (nachweisbar) erworben hat und der Erwerb der Lizenz nicht beim Lizenzgeber dokumentiert ist, stehen wir dann erst mal unter Generalverdacht des Verstoßes gegen die Lizenz?


8. Worin liegt der Nachweis für die innerhalb einer Lizenz rechtmäßig erfolgte Nutzung einer Schrift? Genügt die Rechnung oder müssen die im Produkt (Schriftenpaket) ausgewiesenen, zum Zeitpunkt des Kaufs gültigen Nutzungsrechte im Zusammenhang mit der Rechnung dokumentiert sein?

Mir graut es vor der Vorstellung eines kombinierten Nachweises, da Rechnungen und Schriften-Disketten, -CDs, -DVDs in den letzten 20 Jahren getrennt und an unterschiedlichen Orten abgelegt wurden. Teils sind die Disketten (Floppys) nicht mehr lesbar. Das Finanzamt interessiert sich nach ein paar Jahren nicht mehr für die Unterlagen. Aber die Unterlagen für Schriftenlizenzen können jahrzehntelang zurückliegen ...


9. Mit der Absicht meines Kunden, die von mir hergestellten PDF-Daten im Internet zu veröffentlichen baut sich von mir ein Tsunami an juristischen Fragen auf, den ich im Moment noch nicht überschauen kann, der mich zu überrollen droht. Der Handlungsbedarf wird nicht zuletzt aufgrund der einfachen Kontrollierbarkeit der veröffentlichten Dokumente und der Unumkehrbarkeit des Veröffentlichungsprozesses (das Internet vergisst nichts und nie und verzeiht keinen Fehler) verschärft. Ich wünschte mir einen verständlichen Leitfaden.
Gibt es so etwas von Seiten der Schriftenhäuser/-vertreiber oder anderen kompetenten Institutionen?


10. Wie habt Ihr Euch zu diesen Themen schlau gemacht und abgesichert?

(Dieser Beitrag wurde von Martin Fischer am 24. Okt 2011, 15:14 geändert)
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Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

typografie.info
Beiträge gesamt: 403

24. Okt 2011, 16:03
Beitrag # 2 von 13
Beitrag ID: #482929
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Puh, das ist ganz schön viel auf einmal.

Ich fange mal von hinten an: Der Nachweis der Lizenz kann normalerweise über den Anbieter erfolgen. Sprich: wenn du deine Schrift bei MyFonts, FontShop oder wo auch immer gekauft hast, ist diese Lizenz dort auch in der Datenbank auffindbar. Dass du deinerseits solche Lizenzen einfach ausdruckst und abheftest, erleichtert die Sache natürlich für Dich.

Der Fall, dass du die PDFs als externer Dienstleister erstellst und der Kunde sie dann publiziert, ist nicht so ohne. Ich denke, du wirst leider nicht drum herum kommen, dass wirklich jeweils im konkreten Fall mit Schriftanbietern auszumachen. Denn gerade in diesem Punkt unterscheiden sich die Lizenzen deutlich.
Das gilt natürlich nur für den Fall, dass überhaupt Einschränkungen bezüglich der PDF-Weitergabe bestehen. Wenn die PDF-Weitergabe nicht eingeschränkt ist, dann ist die Verbreitung der PDFs auch keine »Nutzung der Fontdateien« und es spielt überhaupt keine Rolle, wer sie ursprünglich erstellt hat. Gemäß unserer EULA dürftest du bzw. dein Kunde die Fonts zum Beispiel beliebig für kostenlose PDFs benutzen, nicht jedoch für kommerzielle elektronische Bücher, Magazine etc. Aber andere Hersteller gestatten auch die kostenlose Nutzung der PDFs im Internet nur gegen zusätzliche Lizenzgebühren.

Meinen Artikel »Mythos Schriftlizenzen« kennst du eventuell, aber solche speziellen Fälle werden da natürlich auch nicht behandelt.
http://www.typografie.info/...thos-Schriftlizenzen


als Antwort auf: [#482919]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

Martin Fischer
Beiträge gesamt: 12668

24. Okt 2011, 16:39
Beitrag # 3 von 13
Beitrag ID: #482935
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Hallo Ralf,

hab Dank für Deine Antwort.

Antwort auf: du wirst leider nicht drum herum kommen, dass wirklich jeweils im konkreten Fall mit Schriftanbietern auszumachen.


So etwas hatte ich befürchtet.
Aber ist das tatsächlich mein Problem als externer Dienstleister?
Diese Abklärung sollte doch eher der Kunde vornehmen, denn die digitale Publikation erfolgt in seinem Interesse. Nach dem Satz und der Lieferung der Druckdaten ist mir im Prinzip egal, was mit der Datei passiert, die dem Kunden ausgeliefert wurde.
Ich bin schließlich nicht der verlängerte Arm der Schriftenpolizei.

Andererseits stelle ich mir den bürokratischen Aufwand für den Kunden als außerordentlich hoch vor, wenn er von jedem Dienstleister die EULA für jede verwendete Schrift für jedes gesetzte Werk (mit vom Kaufdatum abhängigen Lizenzbedingungen) einfordern, einsehen und verstehen muss.

Verfahren Verlage, die digital publizieren, tatsächlich in dieser Weise?
Das muss sich doch in irgendeiner Form vereinfachen lassen, wenn die Lizenzen nicht zu Selbstmördern werden sollen.

Danke auch für Deinen Hinweis auf Deinen Artikel »Mythos Schriftlizenzen« und die Broschüren vom FontShop und LinoType.

Ich werde mir alles bei Gelegenheit genauer anschauen.
Heute hat mir das Thema schon zu viel Zeit gestohlen.


als Antwort auf: [#482929]
(Dieser Beitrag wurde von Martin Fischer am 24. Okt 2011, 16:40 geändert)

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

mk-will
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24. Okt 2011, 17:47
Beitrag # 4 von 13
Beitrag ID: #482940
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Hallo Martin,

ich bin der Meinung, daß Du das Pferd von der falschen Seite aufzäumst.

Wenn Du von Deinem Kunden/Auftraggeber den Auftrag erhälst, eine Publikation für Ihn zu erstellen und ein PDF zu liefern, bist Du im Normalfall sein Erfüllungsgehilfe.
-> Rechtlich muß Dein Auftraggeber dafür sorgen, daß alles korrekt zugeht.
D.h. auch, daß sich Dein Auftraggeber selbst um die benötigten Schriftlizenzen kümmern muß.

Ausnahme: in Eurem Vertrag ist die Leistung "benötigte Schriftlizenzen werden von M. Fischer bereitgestellt" explizit enthalten (inkl. Extravergütung).
Dann wiederum muß der Schriftlizenzerwerb von Dir aber auch explizit so gestaltet sein, daß Du die Lizenz für Deinen Kunden miterwirbst.

Und dann muß im Vertrag ebenfalls geregelt sein, welchen Umfang die Lizenz haben soll und daß eine Nutzung des gelieferten PDFs nur im vereinbarten Rahmen (hier Druck) gestattet ist.

Ich lehne derartiges grundsätzlich ab.
Kunden müssen die benötigten Lizenzen immer selbst erwerben.

Im ürbigen kann niemand verlangen, daß Du Deine Kunden auf legales Handeln hin überprüfst.

Zu 2.
Gar keine.
Deswegen dürfen Schriften auch nicht aus einem PDF extrahierbar sein (andernfalls hätte Adobe niemals das Einverständnis der anderen Schriftenhersteller zur Einbettung erhalten).
-> Deswegen nutzen weder Acrobat noch AI die in einem PDF enthaltene Schriftinformation, wenn der Text bearbeitet wird, sondern ausschließlich die auf dem aktuellen System vorhandenen Schriften.

Zu 3. & 4.
Der Kunde sollte (muß?) die Lizenzen selbst besitzen.
Andernfalls kann er als Auftraggeber evtl. Probleme bekommen, wenn seine Auftragnehmer als Erfüllungsgehilfen in seinem Namen arbeiten.

Zu 6.
Schriften unterliegen dem Urheberrecht wie jede künstlerische Schöpfung.
Ein Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen berechtigt den Rechteinhaber zu klagen.
Den Lizenzverstoß zu beweisen ist meist schwierig.

Zu 7.
Suche ein PDF im Internet.
Prüfe, welche Schriften enthalten sind.
Prüfe als Rechteinhaber, ob der PDF-Verantwortliche als Kunde der Schrift(en) und mit welcher Lizenz eingetragen ist.
Problem: der Aufwand ist normalerweise größer als der evtl. mögliche Schadensersatz.

Und da Schriften auch über verschiedene Händler verkauft werden, ist ein Abgleich besonders schwierig.

Zu 8.
Noch müßte man Dir einen Verstoß nachweisen.
Du mußt nicht Deine Unschuld belegen.
Von daher reicht erstmal eine Rechnung über den legalen Kauf der Schrift.

Zu 9.
Solange Du als Erfüllungsgehilfe Deines Auftraggebers tätig wirst, kannst Du Dir meiner Meinung nach jedes Nachdenken darüber ersparen, da sich Dein Kunde darum kümmern muß.


Wenn Du wirklich genauer wissen willst, wie sich Deine rechtliche Situation darstellt, mußt Du sowieso einen in Urheberrechts-/Lizenz-/Vertragsfragen versierten Anwalt befragen.
Dazu wirst Du im Internet eh keine 100%ig verläßlichen Infos finden.

Gruß
Stephan


als Antwort auf: [#482935]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

Martin Fischer
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24. Okt 2011, 19:07
Beitrag # 5 von 13
Beitrag ID: #482943
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Hallo Stefan,

Antwort auf: Wenn Du von Deinem Kunden/Auftraggeber den Auftrag erhälst, eine Publikation für Ihn zu erstellen und ein PDF zu liefern, bist Du im Normalfall sein Erfüllungsgehilfe.
-> Rechtlich muß Dein Auftraggeber dafür sorgen, daß alles korrekt zugeht.
D.h. auch, daß sich Dein Auftraggeber selbst um die benötigten Schriftlizenzen kümmern muß.


Hm, mein Auftraggeber schreibt mir Satzanweisungen mit bestimmten Schriftangaben, übernimmt den Umbruch auf Papier zur Weiterleitung an Autoren zur Korrektur und nach mehreren Korrekturdurchgängen erhält er von mir eine PDF-Datei mit eingebetteten Schriften auf Datenträger zur Weiterleitung an die Druckerei, die die PDF-Datei ohne weitere Eingriffe in die Datei selbst belichtet.

So weit hat mein Auftraggeber keine eigene Verwendung für die Schrift.
Er spielt lediglich eine Rolle als Übermittler von Produkten (Papierausdrucke, PDF-Datei) an andere beteiligte Personen (Autoren) und Dienstleister (Druckerei).

Deswegen hat er zunächst auch keine Veranlassung, sich eine eigene Lizenz zu erwerben. Vielmehr verlässt er sich darauf, dass ich als Dienstleister meine Leistungen im Rahmen des geltenden Rechts erbringe und dazu gehört eben auch, dass ich mir für die Schriften, mit welchen in den Satz herstelle, eine entsprechende Lizenz zu deren Nutzung besorge.

Die Sache ändert sich aber vermutlich in dem Moment, wenn mein Auftraggeber über seine Rolle als Übermittler der eingebetteten Schriften in einer PDF-Datei an die Druckerei hinausgeht und die Datei mit enthaltener Software (eingebetteten Schriften) anfängt an Endkunden zu verkaufen.
An diesem Punkt bin ich mir unsicher, was sich damit an der Situation für den Kunden bzw. für mich verändert.

Aus den Nutzungsrechte(n) für Schriften der Adobe Type Library (ATL) entnehme ich:

Zitat Vorschau und Druck: Die Schrift darf für die Anzeige auf dem Bildschirm und/oder das Ausdrucken vollständig oder teilweise in ein elektronisches Dokument eingebettet werden. Zur weiteren Bearbeitung des Dokuments oder zur Bearbeitung oder Erstellung anderer Dokumente darf die eingebettete Schrift jedoch nicht genutzt werden. Die meisten Adobe Type Library-Schriften sind mit der Einbettungsberechtigung „Vorschau und Druck“ versehen.


Mein Auftraggeber will die PDF-Dateien weder bearbeiten noch die darin enthaltenen Schriften für die Erstellung anderer Dokumente nutzen. Er stellt sie auch nicht zu diesem Zweck den bezahlenden Kunden zur Verfügung. Sondern der Kunde soll sie nur lesen (und im Extremfall in Teilen auch selbst drucken).

Die Schrift wird im ganzen Entwicklungsprozess eigentlich nur von einer Instanz zur Herstellung von Dokumenten verwendet, und das bin ich, der Setzer.

Ich bin mir nun unsicher, ob gemäß den Richtlinien der oben angegebenen ATL der Verlag tatsächlich vom Einkauf einer Lizenz für den Vertrieb der von mir unter Wahrung der Lizenz hergestellten Dokumente entbunden ist.

Darüberhinaus bin ich mir unsicher, ob ich gegen Lizenzbestimmungen verstoße, wenn ich die PDF-Datei nicht nur zum Zwecke der Vorschau und des Drucks, sondern wissentlich auch zum kostenpflichtigen Vertrieb über einen Online-Shop des Verlags überlasse.

Andererseits käme es mir sehr, sehr seltsam vor, wenn ich kleiner Wicht und Schriftsetzer mir erlauben würde, meinem Auftraggeber Bedingungen für die Verwendung von PDF-Dokumenten bei Lieferungen von darin eingebundenen Schriften vertraglich einzufordern. Das kann doch nicht sein.

Ich ahne (weiß es aber noch nicht sicher), dass ich dem Verlag mit jeder PDF-Datei die EULAs zu den eingebetteten Schriften mitliefere, damit er sich vergewissern kann, was er im Rahmen dieser EULA als 'Händler' des Dokuments mit den eingebetteten Schriften ohne weitere Lizenzierung unternehmen darf.

Aber was ist das im Falle der ATL-Bestimmungen?
Darf mein Auftraggeber das PDF-Dokument mit eingebetteten Fonts ohne eine weitere Lizenz (etwa zur Online-Nutzung) zu erwerben, kommerziell verbreiten?

Immerhin nutzt er die darin enthaltenen Schriften nicht zur Bearbeitung des Dokuments und auch nicht zur Herstellung neuer Dokumente mit diesen Schriften.
Und er stellt sie auch nicht zu diesem Zweck zur Verfügung, sondern hat ein eigenes Interesse an einer kontrollierten Verbreitung der nicht manipulierbaren Daten.


Antwort auf: Der Kunde sollte (muß?) die Lizenzen selbst besitzen.

Das ist mir neu und hätte aus meiner Sicht in der Vergangenheit bei der alleinigen Herstellung von Druckdaten auch keinen Sinn gemacht. Wozu sollte der Verlag eine Lizenz des Fonts selbst besitzen müssen? Er arbeitet ja nicht mit ihr, sondern schreibt sie nur vor (in der Satzanweisung) und schaut sie sich an (in der Korrektur).


Antwort auf: Wenn Du wirklich genauer wissen willst, wie sich Deine rechtliche Situation darstellt, mußt Du sowieso einen in Urheberrechts-/Lizenz-/Vertragsfragen versierten Anwalt befragen.
Dazu wirst Du im Internet eh keine 100%ig verläßlichen Infos finden.


Heilig's Blechle. ;-)
Selbst einen Anwalt konsultieren, nur weil sich mein Kunde dafür entscheidet, meine PDFs nun auch anderweitig als nur für den Druck zu verwenden?

Ich will nicht Anwälte ernähren, sondern schöne Bücher machen. ;-)
Völlig wurscht, ob sie auf Papier oder am Monitor gelesen werden.

Aber ich gebe Dir Recht.
Eine rechtsverbindliche Antwort werde ich nur über einen Anwalt erhalten.
Aber im Vorfeld wollte ich schon mal das Terrain abstecken. Möglicherweise muss nicht ich den Anwalt ernähren, sondern mein Auftraggeber.
Dann könnte ich mich weiterhin auf die Ernährung meiner Familie konzentrieren. ;-)


(Entschuldigung für das Abschweifen ins Lächerliche.
Es handelt sich um eine Entspannungsübung.
Aber im Kern sind meine Fragen und Antworten sehr ernst gemeint.)



als Antwort auf: [#482940]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

typografie.info
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24. Okt 2011, 19:35
Beitrag # 6 von 13
Beitrag ID: #482945
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Also dem Urheberrecht unterliegen Schriften nun leider eben gerade nicht. Oder zumindest wurde dieses in Verhandlungen für gängige Schriften nie vor Gericht durchgesetzt. Es kommen aber der Schutz als Geschmacksmuster oder der Schutz des Software-Codes (Hinting etc.) infrage, sowie in den allermeisten Fällen der sehr starke Markenschutz des Names.

Als Designer muss man durchaus aufpassen, da man ja eben den Lizenzvertrag mit dem Schriftanbieter eingeht und diesen eben leicht brechen kann. Wie eben durch den Fall, dass man etwas tut, was nicht abgedeckt war, wie z.B. die Online-Verbreitung.

Auf anwaltliche Hilfe würde ich da nicht hoffen, da das Thema selbst für Experten für Online-Recht/Urheberrecht/Software-Recht extrem speziell ist und die Präzedenz-Fälle selten. Klarheit gibt es da erst nach einem Verfahren, nicht in der Beratung … ;-)

Deshalb wie gesagt: Schau dir die konkrete(n) EULA(s) an, und wenn es Einschränkungen bezüglich der Online-Verbreitung gibt, ruf die Foundry an und lass Dir notfalls ein Angebot machen. Dann ist die Sache für Dich, Deinen Kunden und den Schriftanbieter geklärt.

Beispiel für aktuelle Verfahren in diesem Bereich aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten:
http://blog.extensis.com/font-compliance/rick-santorums-website-using-pirated-font-leads-to-2-million-lawsuit.php
http://blog.extensis.com/font-compliance/harry-potter-and-the-dangers-of-font-non-compliance.php


als Antwort auf: [#482943]
(Dieser Beitrag wurde von typografie.info am 24. Okt 2011, 19:52 geändert)

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

mk-will
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24. Okt 2011, 21:01
Beitrag # 7 von 13
Beitrag ID: #482948
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Hallo Martin,

was Dein Auftraggeber letztlich tun will oder nicht tun will bzw. wollte, ist eine Sache.

Wichtiger ist, welche Pflichten sich für Ihn aus seinem Status als Dein Auftraggeber ergeben.

Und zweitens, welche Pflichten sich ergeben, wenn er dann etwas anderes/neues machen will.

Ich bin der Meinung, daß sich aus seinem Status als Auftraggeber und seinem finanziellen Nutzen aus dem fertigen Produkt gewisse Pflichten ergeben.


Andererseits hast Du gem. ATL-Lizenz das Recht PDFs inkl. Schriften weiterzugeben.
Und Dein Auftraggeber ist höchstwahrscheinlich nicht an die EULA gebunden, da sie für ihn "überraschend" ist (juristisch gesehen).
Für andere Schriften müßtest Du die jeweilge EULA prüfen.

Und ich bin der Meinung, solange Du die jeweilige EULA einhälst, kann Dir niemand an den Karren fahren.
Für die "Taten" Deines Auftraggebers kann man Dich nicht verantwortlich machen.


Letztlich ist meiner Ansicht nach entscheidend, wie euer Vetragsverhältnis zu bewerten ist (Erfüllungsgehilfe ja/nein).

Und wie gesagt, daß kann nur ein Fachanwalt beurteilen.

Beste Grüße
Stephan


als Antwort auf: [#482943]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

Martin Fischer
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24. Okt 2011, 22:26
Beitrag # 8 von 13
Beitrag ID: #482950
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Hallo Ralf,

ich habe nun (nochmals) einen Versuch unternommen, Richtlinien für die kommerzielle Verwendung von eingebetteten Schriften in PDF-Dateien aus der EULA für Adobe Font Folio 11 und Adobe Font Folio OpenType Edition herauszulesen. Und ich muss zugeben, ich bin abermals daran gescheitert, das, was dort geschrieben steht, für meine/unsere Situation klar zu verstehen.

Vermutlich sollte ich mir besonders "4. Einschränkungen" ansehen.
Aus den Punkten "Schutzvermerke", "Keine Änderungen", "Keine Entbündelung", "Keine Übertragung und "Updates" kann ich spontan keine Einschränkung bzgl. der Verbreitung von PDFs mit eingebetteten Schriften erkennen.

Punkt 14.7.5 scheint das Drucken und Kucken zuzulassen. Schweigt sich aber darüber aus, ob nur ein beschränkter Personenkreis kucken darf oder alle, sei's gegen Bezahlung oder ohne.

Zitat 14.7.5 Sie dürfen Kopien der Schrifttypensoftware in Ihre elektronischen Dokumente integrieren um diese zu drucken oder anzusehen.


Dein abschreckendes Beispiel http://blog.extensis.com/...t-non-compliance.php zeigt, wie leicht man für etwas, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, dran kommen kann.

Zitat ... because no one who is associated with the production of various shirts, bags, stationary and other items using the Cezanne Regular font ever purchased a license to use the font in this way.

Hab ich's richtig verstanden?
Keiner der an der Produktion der Taschen Beteiligten hatte eine Lizenz für die Cezanne und deswegen kam's zur 2 Milllionen $ Strafe?

Heißt das nun, in meinem Fall würde die Strafe für meinen Auftraggeber, wenn's denn so weit käme, mit Sicherheit geringer ausfallen, weil ich ihm am Ende mit einer einfachen 5er Lizenz zur Seite stehen könnte?

Oder lag's daran, dass die Schrift nicht hätte zum Bedrucken von Taschen verwendet werden dürfen, weil's die EULA nicht ausdrücklich zuließ?


Kann ich die zitierten Passagen aus der EULA zur Font Folio 11 dahingehend interpretieren, dass ich dem Verlag nun eine PDF mit eingebetteten Schriften der FontFolio für 5 Anwender/Arbeitsplätze (sind also nach mir immerhin noch 4 weitere frei) bedenkenlos zum kommerziellen Vertrieb zur Verfügung stellen kann oder nicht?

Und der Verlag müsste seinerseits auch keine weiteren Lizenzen für die Fonts der FontoFolio 11 für den kommerziellen Vertrieb von PDFs mit eingebetteten Fonts erwerben, da das Weitergeben zum Drucken und Betrachten in meiner Lizenz bereits enthalten ist?
Kann ich also den Verlag mit dieser Aussage und den Hinweis auf 14.7.5 entlasten?
Bei anderen Fonts wäre genauer zu prüfen, was deren EULA sagt, aber diese FontFolio-EULA ist ein Muster für die Freigabe von PDFs mit eingebetteten Schriften zum kommerziellen Vertrieb, wenn damit nur Drucken und Schauen verbunden sind?


Antwort auf [ Stephan ] Andererseits hast Du gem. ATL-Lizenz das Recht PDFs inkl. Schriften weiterzugeben.
Und Dein Auftraggeber ist höchstwahrscheinlich nicht an die EULA gebunden, da sie für ihn "überraschend" ist (juristisch gesehen).
Für andere Schriften müßtest Du die jeweilge EULA prüfen.


Das dürfte durch den oben zitierten Satz aus der EULA bestätigt sein.

Antwort auf [ Stephan ] Und ich bin der Meinung, solange Du die jeweilige EULA einhälst, kann Dir niemand an den Karren fahren.
Für die "Taten" Deines Auftraggebers kann man Dich nicht verantwortlich machen.

Das entlastet mich nach der Aufregung von heute früh nun stark.

Antwort auf [ Stephan ] Letztlich ist meiner Ansicht nach entscheidend, wie euer Vetragsverhältnis zu bewerten ist (Erfüllungsgehilfe ja/nein).


Vermutlich bin ich tatsächlich "Erfüllungsgehilfe".
Die Kreativität ist beschränkt. Die Gestaltung aufgrund der Satzanweisung weitgehend vorgegeben. Auch das Finanzamt nimmt mir keine Kreativität ab
Deswegen bezahle ich auch Gewerbesteuer und den IHK-Zwangsbeitrag.

Aber was macht der "Erfüllungsgehilfe" juristisch aus mir?
Liegt damit die Hauptlast bei meinem Auftraggeber und ich kann mich im Zweifelsfall auf ihn berufen?



Noch eine anschließende Frage:
1. Durch die Umwandlung von bestimmten Schriften, etwa Fremdalphabete Griechisch, Hebräisch, Koptisch, Syrisch ..., die in Zitaten vorkommen, in Kurven mit IntelliPDF Curves bin ich lizenzrechtlich bei der Weitergabe zum kommerziellen Vertrieb aus dem Schneider, weil ich einerseits die Lizenz für die Arbeit mit dem Font erworben habe und andererseits nicht den eingebetteten Font, sondern dessen in Kurven umgewandelte Abbild in der PDF-Datei – auf Kosten der Durchsuchbarkeit – weitergebe?
2. Gibt es u.U. via Acrobat OCR die Möglichkeit, aus den Pfaden wieder durchsuchbaren Text (ohne Verwendung des Fonts) zu generieren?
Oder funktioniert in Acrobat OCR nur bei gerasterten Vorlagen und nicht bei Kurven?


als Antwort auf: [#482945]
(Dieser Beitrag wurde von Martin Fischer am 24. Okt 2011, 22:28 geändert)

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

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25. Okt 2011, 09:16
Beitrag # 9 von 13
Beitrag ID: #482955
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Die Fontfolio-EULA schränkt die PDF-Nutzung lediglich in der Form ein, dass bearbeitbare PDFs nicht in dieser Lizenz enthalten sind. Ansonsten kann mit den PDFs im Sinne des Anschauend und Verbreitens gemacht werden, was immer man möchte. Da muss man sich überhaupt keine Gedanken machen.


als Antwort auf: [#482950]

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Martin Fischer
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25. Okt 2011, 10:40
Beitrag # 10 von 13
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Antwort auf: Ansonsten kann mit den PDFs im Sinne des Anschauend und Verbreitens gemacht werden, was immer man möchte. Da muss man sich überhaupt keine Gedanken machen.

Das ist gut zu wissen und erleichtert das Verfahren wesentlich.
Damit sind zumindest die Grundschriften abgedeckt.
Und die Fremdalphabete lassen sich durch Umwandlung der Zeichen in Pfade lizenzrechtlich entschärfen.

Was genau bezeichnet eigentlich der Begriff bearbeitbares PDF?
Bezeichnet dies direkt die Sicherheitsstufe "Ändern des Dokuments zulässig" und die entsprechend beschränkten Fonts dürften darin nicht enthalten sein, solange "zulässige Änderungen" nicht auf "nicht zulässig" stehen oder reicht es, wenn die Fonts als Subset in einer höheren Kompatibilitätsebene (6/7 und höher) der PDF-Datei enthalten sind?

Heißt das z.B., dass eine PDF-Datei auch nicht Änderungen zum Einfügen, Löschen und Umstellen von Seiten oder Ausfüllen von Formularen erlauben darf?

Oder sind nur Änderungen betroffen, die mit dem Einsatz der Schrift verbunden sind (Textänderungen)?


als Antwort auf: [#482955]

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mk-will
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25. Okt 2011, 10:52
Beitrag # 11 von 13
Beitrag ID: #482963
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Hallo Martin,

die Fragen kann Dir wirklich nur ein Anwalt beantworten.

Suche mal nach Erfüllungsgehilfe bei Google.
Ich nehme an, die jursitischen Definitionen/Texte werden Dir nicht wirklich weiterhelfen.

Und ich kann das letztlich auch nicht, da bei der Beurteilung eure vertraglichen Regelungen ebenfalls eine Rolle spielen.
Eine Frage wäre: Werkvertrag oder Dienstvertrag?
Meist letzteres.


Zitat von Martin Fischer Aber was macht der "Erfüllungsgehilfe" juristisch aus mir?

Dritten gegenüber wirst Du zu einem Quasi-Angestellten Deines Auftraggebers, so daß Dein Auftraggeber für ein evtl. juristisches Fehlverhalten Deinserseits im Rahmen Deiner Arbeit für ihn haftbar gemacht werden kann (ein fast schon juristisch verklausulierter Satz).

Zitat von Martin Fischer Liegt damit die Hauptlast bei meinem Auftraggeber und ich kann mich im Zweifelsfall auf ihn berufen?

Das hängt davon ab, wer warum Schadensersatz geltend machen will.

Die Frage, die sich letztlich stellt, ist ja: benötigt Dein Auftraggeber ebenfalls Schriftlizenzen, wenn Du als Erfüllungsgehilfe für ihn tätig sein solltest.
Oder reicht es, wenn Du die Schrift-Lizenzen hast.
Und welche Art von Lizenzen Du brauchst, insbesondere, wenn Dein Auftraggeber sein Vertriebsmodell ändert.
Und wer diese bezahlen muß.


Den Extensis-Blog solltest Du nicht überbewerten, da es sich um amerikanisches Recht handelt, das sich deutlich von unserem unterscheidet (das mußte auch MS schon schmerzlich feststellen).
Aus dem Blog geht nicht eindeutig hervor, ob gar keine oder die falsche Lizenz vorhanden war, es hört sich nach "gar keine" an.

Interessant ist, daß eben auch NBC als Auftraggeber haftbar gemacht werden soll (wahrscheinlich ist die eigentlich Arbeit ja von einer Agentur erledigt worden).


Acrobat OCR funktioniert meines Wissens nur mit Bitmap-Vorlagen.
Aber meine letzten Versuche mit Acrobat OCR waren zu v8 Zeiten.

Ich würde an Deiner Stelle sehr ernsthaft darüber nachdenken, einem Anwalt zu seinem Brot zu verhelfen, damit Du wenigstens eine grobe Vorstellung von Deinem "Restrisiko" bekommst.

btw: Hast Du eine Rechtschutzversicherung, die Deine Tätigkeit abdeckt?

Gruß
Stephan


als Antwort auf: [#482950]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

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25. Okt 2011, 11:42
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In einem bearbeitbaren PDF ist die Schrift vollständig eingebettet und ein Dritter kann dann z.B. mit Acrobat Pro Texte ändern. Dabei wird die Schrift quasi als ob sie installiert wäre genutzt und dass ist in Standard-Lizenzen immer ausgeschlossen.
Das gilt auch für Formular-PDFs sofern die Eingabefelder die eingebettete Schrift benutzten und nicht etwa einen lokal installierten Systemfont.

Standardmäßig werden PDFs ja aber (z.B. InDesign) automatisch mit Subsetting ausgeliefert, also nur mit den tatsächlich verwendeten Zeichen. Dies ist aus Sicht der Schriftanbieter in aller Regel als Schutzmaßnahme ausreichend.


als Antwort auf: [#482961]

Lizenz zur Verwendung von Schriften in digitalen Publikationen

Martin Fischer
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25. Okt 2011, 12:08
Beitrag # 13 von 13
Beitrag ID: #482972
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Antwort auf: Standardmäßig werden PDFs ja aber (z.B. InDesign) automatisch mit Subsetting ausgeliefert, also nur mit den tatsächlich verwendeten Zeichen. Dies ist aus Sicht der Schriftanbieter in aller Regel als Schutzmaßnahme ausreichend.


Danke Ralf und Stephan für Eure Geduld und Eure zahlreichen Hinweise zum Thema.

Damit bin ich nun in den letzten 24 Stunden einen großen Schritt weitergekommen.
Und vielleicht helfen diese Informationen darüberhinaus noch dem ein oder anderen, der über eine Recherche auf diese Seite gelangt.


als Antwort auf: [#482968]
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pdf-icon Hier eine kleine Anleitung hinsichtlich Bedeutung der auszufüllenden Formularfelder.

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