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Moderne Fotografie

Thobie
Beiträge gesamt: 4021

6. Nov 2007, 01:15
Beitrag # 1 von 5
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Hallo,

eine Frage an die professionellen Fotografen unter Euch.

Ich habe mir gerade Fotos von professionellen Fotografen auf deren
Websites angeschaut.

Mir ist da ein gravierender Unterschied aufgefallen zu dem, was ich
vor 25 Jahren als Amateur mit einer analogen Yashica-
Spiegelrefliexkamera aus den Medien und von meinem Vater und meinem
Bruder – beides nebenbei professionelle Fotografen– gelernt hatte.

Heute bestehen Fotos meistens aus Fragmenten. Es werden Füße und
Schuhe abgebildet, der abgeschnittene Kopf eines Schauspielers und
andere Fragmente aus Architektur, Stillife oder ähnlichen Dinge.

Interessant fand ich den Kommentar eines Bekannten von mir, der freier
Mitarbeiter für die Welt am Sonntag ist und Artikel und Fotos liefert.
Ich bat ihn spaßeshalber, weil er daran interessiert ist, sich die
neuen Fotos meines 7-jährigen Sohnes auf dessen Website anzuschauen.
Es waren einige gelungene Portraitfotos dabei, auf denen mein Sohn
mich fotografiert hatte. Aber seltsamerweise fand der professionelle
Fotograf und Journalist just das Foto sehr gut, dass ich nicht gut
einstufte: Es zeigte den oberen Teil meines Kopfes, die Augen und
Haare waren zu sehen und die hochgeschobene Sonnenbrille. Und dazu den
Himmel mit einigen wenigen Bäumen, der ca. 90% des Fotos ausmachte.
Also alles abgeschnitten, gekürzt, verklärt, aus dem Rahmen gerissen,
zerstückelt.

Sind heutige Profi-Fotos so?

Ich finde es ja mutig, wenn in renommierten Zeitungen wie der
Süddeutschen o.ä. Menschen aus der Politik mit angeschnittenem Schädel
und der Rest des Fotos ist zu 90% der schwarze Hintergrund mit einem
Slogan aufgemacht werden: "Wo führt das noch alles hin?". Oder: "Wie
schwarz ist die Zukunft für Herrn XYZ?".

Das ist doch aber in kleinen Tageszeitungen, Wochenblättern oder
"normalen" Yellow-Press-Printprodukten nicht zu erwarten.

Als Vergleich: Ich hatte als 18-Jähriger und Amateur gelernt: Am
besten immer die ganze Person abbilden. Nicht den Kopf anschneiden.
Und auch nicht die Füße. Und das Foto ein wenig harmonisch
austarieren. Also ein wenig, aber nicht zu viel des Hintergrundes. Die
abzubildende Person muss in den Mittelpunkt des Bildes.

Das stimmt mit heutigen Fotos aber überhaupt nicht mehr überein.

Hat es da einen Wandel gegeben?



Thobie


--
Soeben erschienen: „Betrachtungen zur Typografie“ – ein Typobüchlein
zur Vermeidung der schlimmsten Typosünden
http://tinyurl.com/yukho5

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Moderne Fotografie

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

6. Nov 2007, 21:15
Beitrag # 2 von 5
Beitrag ID: #320942
Bewertung:
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Hallo Thobie,

also ich beobachte diese Art der "modernen Fotografie" auch schon eine ganze Weile. Und ich muß sagen, daß mir diese Bildgestaltung immer mehr gefällt. Wenn sich das Bild direkt auf den Text bezieht, dann sollte es natürlich gestalterisch nicht im Vordergrund stehen, sondern das Geschriebene untermauern.
Aber wenn Bilder die Seite auflockern sollen oder sie stehen als Gestaltungsmittel, dann finde ich, daß sie durchaus unkonventionell fotografiert sein dürfen.
Man findet solche "modernen" Bilder oft in Jugendzeitschriften oder in Publikationen, die eben mehr die jugendlichen Leser ansprichen. Aber auch in Zeitschriften wie z. B. von der AOK, die das Alter gesund und sportlich rüberbringt. Dann sind da schon mal solche Aufnahmen dabei, die die Senkrechte ins Wanken bringt und eben auch die abgeschnittenen Köpfe oder nur Detailaufnahmen.
Aber das ist ja gerade der Zeitgeist in unserem Beruf: Niemand macht mehr Gestaltung wie einst Neville Brody oder Carson. Alles zu seiner Zeit. Was damals revolutionär war mit kaputten Schriften und unlesbaren Texten erzeugt heute nur noch ein Gähnen.
Ich selbst habe auch schon rumexperimentiert mit "wilder Fotografie". Dank Digiknipse kostets ja nix mehr und man kanns gleich angucken.
Und ich muß sagen, daß ich immer mutiger werde, nicht zuletzt auch aufgrund den von Dir angesprochenen Webseiten, die man so im Netz findet.
Ich denke mal, daß eine fundierte Ausbildung eines Fotografen von wegen Bildgestaltung, Harmonie, Blickfang, Licht usw. nach wie vor das A und O eines guten Fotografen ist. Aber wie er nachher arbeitet, seine Bilder verkauft und vor Allem seine Kundschaft mit seiner Kunst beeindruckt, liegt an seiner Fantasie und an seinem Gespür, was erwartet wird.
Also einfach Oma, Opa und ihre Enkel im Garten vor die große Tanne stellen und abdrücken ist out.

- Jetzt habe ich gerade gesehen, daß Du Deine Frage nur an die professionellen Fotografen gestellt hast. Ich hoffe, meine unbedeutende Antwort ist trotzdem erlaubt.

[Edit]Dein Bild sieht man immer noch nicht. Zumindest ich nicht.[/Edit]
Gruß planobogen
______________________________________________________________________________

„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten". Aristoteles und Ich
______________________________________________________________________________




als Antwort auf: [#320837]
(Dieser Beitrag wurde von planobogen am 6. Nov 2007, 21:27 geändert)

Moderne Fotografie

gpo
Beiträge gesamt: 5520

7. Nov 2007, 00:32
Beitrag # 3 von 5
Beitrag ID: #320960
Bewertung:
(2349 mal gelesen)
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Moin,

na ja...ein wenig wird das nun schon übertrieben:))

ich habe auch nix dagegen, wenn man mal "neue Sehweisen" probiert,
die Leute die das machen vergessen leider nur...

unsere "eingebaute Dynamik" gemeint ist unsere genetische Vorlage,
....und die läst sich nun mal nicht so einfach wegdiskutieren.

seit jahrzehnten ist getestet worden...
was wir "wirklich sehen", oder "werbetechnisch sehen sollen"

davon haben die modernen "digitalknipser" noch nix gehört!!!
also gelassen bleiben, solche Eskapaden gab es in den 60er auch schon:))
Mfg gpo


als Antwort auf: [#320942]

Moderne Fotografie

Nitribeat
Beiträge gesamt:

30. Nov 2007, 09:17
Beitrag # 4 von 5
Beitrag ID: #325107
Bewertung:
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Moin,

ich würde mir da keine großen Gedanken drüber machen. Ein Vorredner hat schon Carson und Brody genannt. Solche Beispiele könnten wir mehren: ich sage nur LOMO. Irgend jemand macht Kaputtes salonfähig, eine Weile später machen es alle so, irgendwann mag's kein Mensch mehr sehen. Das hat sogar einen Namen: nennt sich "Mode".

Ich würde mir da das Kopfzerbrechen sparen. Es ist natürlich große Klasse, dass durch solche Trends einfach die alten Regeln gebrochen werden. Allerdings habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Leute, die solchen Trends nachrennen, gar nicht wissen, welche Regeln sie eigentlich da brechen. Das zu wissen gehört aber eigentlich zum Handwerk.

Dass solche "angeschnittenen" Detailaufnahmen nichts Neues sind, beweist etwa das Werk Ralph Gibsons (meines Alltime-Foto-Favoriten No.1) - nun, Gibson fing damit schon vor -zig Jahren an. Unscharfe Fotos, schlecht komponierte Fotos machten schon die Dadaisten, als die meisten Leute noch gar nicht wussten, wie das Fotografieren geht. Also auch nichts Neues unter der Sonne ;)

Noch was die angesprochene "Professionalität" angeht (die ich derzeit für mich nicht reklamieren kann, da ich die Fotografie nur noch als brotlose Kunst betreibe): in dem Punkt hat natürlich der Kunde das Sagen. GEO würde ich keine schrägen, unscharfen Fotos anbieten, genausowenig aber der de:bug Bilder a la Ansel Adams. (Abgesehen mal davon, dass ich der de:bug überhaupt nix mehr anbieten würde, so respektlos sie mit dem Bildmaterial und mit den Urheberrechten umgehen.)

So, meine .02 Oiro
Und jetzt guess who I am


als Antwort auf: [#320960]

Moderne Fotografie

christophk
Beiträge gesamt: 2

11. Dez 2007, 15:32
Beitrag # 5 von 5
Beitrag ID: #326683
Bewertung:
(2106 mal gelesen)
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Hallo Thobie

Viel neues kann ich nicht sagen. Du hast ja bereits super Antworten bekommen.

Als ehemaliger Berufsfotograf, so gesehen ist Deine Frage auch nicht an mich gerichtet, will ich doch noch meinen Senf dazugeben.

Einerseits ist die Berufsfotografie, wie viele andere Arbeiten auch, eine technische Arbeit. Die gestalterischen Grundregeln haben sich nicht so sehr verändert. Doch einige Fotografen kümmern sich keinen Deut um diese. Persönlich finde ich das richtig, so entstehen auch Fotos wie von dir beschrieben und noch ganz andere. Wenn ich im voraus wüsste, welcher dieser Fotografen oder Trends (Mode), erfolgreich sein wird, hätte ich keine Zeit hier zu antworten, sonder müsste mich darum kümmern, wie ich meine Kohle wieder los werde.

Die meisten Fotografen bekommen einen Auftrag, den sie gemäss dem Wunsch des Auftragsgeber umsetzten. Das ist Arbeit wie die meisten andern auch. Doch es gibt auch die Künstler, die machen Fotos und wer will darf diese kaufen (spreche nicht von Paparazzis).

So sind Emotionen heute sicher wichtiger als Dokumentation. Bilder lügen mehr als 1000 Worte!

Amerikanische Bilder, nicht immer aber immer öfter, sind farblich so übersättigt, dass es mir selten gefällt. Meine Pastas werden durch ein Kilo Salz auch nicht besser. Aber eben das ist Geschmackssache.

In diesem Sinne: Fotografiere wie es Dir gefällt, wenn’s sein muss was der Auftraggeber will!

Viel Spass

Christoph


als Antwort auf: [#320942]
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08.11.2022

Frankfurt, Fraport Conference Center
Dienstag, 08. Nov. 2022, 13.30 - 18.00 Uhr

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Auf der Enfocus World Tour stellen wir Ihnen gemeinsam mit Enfocus die aktuellen Highlights von Enfocus Switch und dem Impressed Workflow Server (IWS) vor. Wir präsentieren Ihnen anhand typischer Aufgabenstellungen in einem modernen Produktionsbetrieb die Möglichkeiten, die Enfocus Switch für die Automatisierung und Standardisierung von Abläufen bietet. Wir haben sowohl für Produktionsverantwortliche als auch technisch Interessierte ein spannendes Programm vorbereitet, bei dem Sie sicherlich viel Neues erfahren werden, welches Sie in Ihrem eigenen Betrieb umsetzen können. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus eine hervorragende Möglichkeit, sich mit anderen Anwendern und Workflow-Spezialisten auszutauschen und Antworten auf konkrete Aufgabenstellungen zu erhalten, welche Sie mit Hilfe von Enfocus Switch/IWS umsetzen möchten.

Wir sind jeweils an 2 Tagen in Frankfurt, Hamburg und München vor Ort. Der erste (halbe) Tag richtet sich in erster Linie an Betriebsleiter und Produktionsverantwortliche in Druckereien - ist also weniger technisch orientiert - sondern gibt einen Überblick zu den heutigen Möglichkeiten einer automatisierten Produktion.

Der zweite Tag (Switch Anwender-Treffen) richtet sich an bestehende Switch-Anwender und Administratoren.

Anmeldung und weitere Infos: https://www.impressed.de/schulung.php?c=sDetail&sid=310

Ja

Organisator: Enfocus/Impressed

Kontaktinformation: Silvia Noack, E-Mailsnoack AT impressed DOT de

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Enfocus World Tour 2022
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