[GastForen PrePress allgemein PDF in der Druckvorstufe Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

  • Suche
  • Hilfe
  • Lesezeichen
  • Benutzerliste
Themen
Beiträge
Moderatoren
Letzter Beitrag

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

ytsejam
Beiträge gesamt: 2

4. Sep 2011, 16:38
Beitrag # 1 von 6
Bewertung:
(4208 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo liebe HilfDirSelbst.ch-Foristen,

ich bin gerade dabei für unsere Agentur ein Exposé über Print-QS zu verfassen und überlege gerade, ob es generell sinnvoller ist, die Erstellung von PDFs, die an die Druckerei(en) gehen via Acrobat Distiller oder den normalen Export via InDesign zu propagieren.

Bisher war (und bin) ich eigentlich der Meinung, dass ein PDF, über den Weg .ps –> Distiller erzeugt, der »sauberere« Weg ist. Allgemeine Lehre vor Jahren war zumindest (habe selbst in den 90ern noch »Schriftsetzer« gelernt), dass bei PDFs über InDesign gerade mit komplexen Verläufen, Transparenzen und/oder Überlagerungen Probleme beim Belichten auftauchen können. Der Distiller würde die Probleme jedoch schon beim schreiben des PDFs aufdecken.

Die logisch folgende Frage wäre für mich: sollte der Export direkt aus InDesign dem »Distiller-Weg« in nichts (also wirklich überhaupt nichts) nachstehen, weshalb gibt es den Distiller überhaupt noch?

Ich mache überdies immer wieder die Erfahrung, dass sich die direkt exportieren PDFs von Distiller-PDFs – mit identischen Joboptions geschrieben – in der Dateigröße z. T. erheblich unterscheiden. Es muss also de facto einen Unterschied geben.

Vielen Dank schonmal für hilfreiche Antworten. :)

Grüße und schönen Sonntag
/Heiko
X

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

4. Sep 2011, 17:09
Beitrag # 2 von 6
Beitrag ID: #479527
Bewertung:
(4193 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo Heiko und welcome auf HDS,

die Forensuche wird zu dieser Frage etliche Beiträge auswerfen.

Antwort auf: Bisher war (und bin) ich eigentlich der Meinung, dass ein PDF, über den Weg .ps –> Distiller erzeugt, der »sauberere« Weg ist.


Warum?
In Indesign nutzt du Grafikkonstrukte, die 1zu1 in PDF abbildbar sind, in PostScript nicht. Daher ist konzeptionell der Direktexport "sauberer".

Vor ein paar Jahren konnte durch Distillernutzung verhindert werden, das ältere RIPs vor Probleme gestellt wurden. Der Grund war aber veraltete Ausgabetechnologie, nicht der Direktexport.

Antwort auf: Ich mache überdies immer wieder die Erfahrung, dass sich die direkt exportieren PDFs von Distiller-PDFs – mit identischen Joboptions geschrieben – in der Dateigröße z. T. erheblich unterscheiden. Es muss also de facto einen Unterschied geben.


Wie stellst du fest, dass die Joboptions identisch sind?
Im GUI von Distiller und Indesign kann man gar nicht alle Settings sehen und zweitens sind die sichtbaren auch noch unterschiedlich.
Dann kommt noch dazu, dass Indesign einige unsichtbare Settings ungefragt ändert, die dann im Distiller zu anderen Ergebnissen führen.
Daher wird auch seit Ewigkeiten empfohlen, für Distiller und Indesign separate joboptions zu nutzen.


als Antwort auf: [#479520]

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

4. Sep 2011, 17:10
Beitrag # 3 von 6
Beitrag ID: #479528
Bewertung:
(4192 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Und als Ergänzung: Bevor du dir die Arbeit machst, schau doch mal, ob der PDFX-ready Leitfaden nicht schon vieles abdeckt.


als Antwort auf: [#479527]

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

ytsejam
Beiträge gesamt: 2

4. Sep 2011, 17:51
Beitrag # 4 von 6
Beitrag ID: #479529
Bewertung:
(4162 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hi und erst mal danke für die rasche Antwort (kann man Sonntags ja nicht unbedingt von ausgehen). Zunächst sei kurz gesagt, dass ich nat. auch die Forensuche bemüht habe, aber keine zufriedenstellende Antwort finden konnte (ohne nun behaupten zu wollen, „stundenlang“ gesucht zu haben).

Antwort auf: Wie stellst du fest, dass die Joboptions identisch sind?


Nun ja, ich habe die Distiller-Joboptions in InDesign über Adobe PDF-Vorgaben importiert. Das einzige, was ich manuell ändern bzw. hinzufügen musste, waren die Angaben über Beschnitt- bzw. Beschnittzugabemarken, was beim Distiller-Weg ja über die PS-Datei geschieht.

In einer Test-Datei mit 5 Seiten Text ohne Bilder und/oder Flächen/Verläufe o. ä. erhielt ich z. B. beim PS –> Distiller-PDF eine Dateigröße von 557 kB, bei der Version via „Exportieren“ ist das PDF 623 kB groß. Folglich muss es ja einen unterschied geben.

Den PDF X ready-Guide habe ich mir runtergeladen. Danke für den Tipp. Dort steht zu meiner Frage z. B. folgender Satz:

Zitat Bei Adobe InDesign ist dabei ab CS2 der direkte PDF-Export zu bevorzugen. Die Einstellungsmöglichkeiten
sind denen des Adobe Distillers sehr ähnlich, weshalb der Distiller bei Adobe InDesignbasierten Workflows heute
nicht mehr benötigt wird.


Das mag sein, ja. Nur eine plausible oder für mich befriedigende Begründung wird nicht erwähnt. Vielleicht übertreibe ich auch mit meiner Wissbegierde, aber einen (oder sogar mehrere) plausible Gründe würden mich schon interessieren.

Aber immerhin ist es schon mal hilfreich zu wissen, dass man keinen „Mist“ produziert, wenn den Weg über den Export geht. :)

Gruß
/H


als Antwort auf: [#479527]

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

4. Sep 2011, 18:25
Beitrag # 5 von 6
Beitrag ID: #479535
Bewertung:
(4145 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf: Nun ja, ich habe die Distiller-Joboptions in InDesign über Adobe PDF-Vorgaben importiert. Das einzige, was ich manuell ändern bzw. hinzufügen musste, waren die Angaben über Beschnitt- bzw. Beschnittzugabemarken, was beim Distiller-Weg ja über die PS-Datei geschieht.


Dann öffne mal eine Distiller-Joboption in einem Texteditor. Speichere eine Kopie.
Importiere diese in Indesign, ändere nichts, speichere sie und öffne sie dann auch in einem Texteditor.

Antwort auf: aber einen (oder sogar mehrere) plausible Gründe würden mich schon interessieren.


1) Der Export erlaubt das Nutzen aller PDF-Funktionen wie Ebenen und Transparenzen.
2) Man kann sehr einfach mit RGB-Bildern im Layout arbeiten und kann beim Export die Bilddaten für die jeweils passende Druckbedingung konvertieren lassen.
3) Die Exportsettings lassen sich sehr leicht kontrollieren.
4) Man kann PDF/X-4 schreiben
5) Die Schrifteinbettung ist sicherer (in dem Sinne, dass es nicht möglich ist, Schriften von der Einbettung explizit auszunehmen)

Reicht das für's erste?

Ach so, und dass im Leitfaden ab CS2 steht, hat einzig den Grund, dass das Handling von CMYK-Tonwerten idiotensicher machbar ist (das ist in CS auch möglich, aber man braucht mehr Disziplin) und dass CS immer CID-Fonts ins PDF schreibt, die bei älteren Ausgabesystemen Probleme machen.


als Antwort auf: [#479529]

Print-PDF: Erstellung über Distiller oder über Exportieren (CS5)?

Linzenkirchner
Beiträge gesamt: 864

4. Sep 2011, 20:43
Beitrag # 6 von 6
Beitrag ID: #479538
Bewertung:
(4104 mal gelesen)
URL zum Beitrag
Beitrag als Lesezeichen
Hallo,

Antwort auf [ ytsejam ] Nun ja, ich habe die Distiller-Joboptions in InDesign über Adobe PDF-Vorgaben importiert. Das einzige, was ich manuell ändern bzw. hinzufügen musste, waren die Angaben über Beschnitt- bzw. Beschnittzugabemarken, was beim Distiller-Weg ja über die PS-Datei geschieht.


Auf keinen Fall machen, das Ergebnis ist völlig anders, als du denkst - selbst dann, wenn die Einstellungen intern völlig identisch wären (was sie m. W. nicht sind). Sie wirken sich nämlich anders aus. Grund: der Distiller bekommt PostScript geliefert, der Export von Indesign bekommt Indesign-Daten.

Zum Beispiel: die an sich harmlose Einstellung zur PDF-Version im Distiller in der Einstellung Druckausgabe-Qualität (PDF 1.4) führt in Indesign automatisch dazu, dass Transparenzen nativ in das PDF übernommen werden. Ganz einfach, weil PDF 1.4 Transparenzen kann und Indesign das berücksichtigt. Kein Problem, wenn das so gewollt ist, und wenn ein modernes RIP die Ausgabe übernimmt. Andernfalls ein kleines Problem ...

Warum ist das im Distiller nicht so? Weil der Distiller Postscript bekommt und Postscript keine Transparenzen enthalten kann. Deshalb ist es völlig egal, ob im Distiller PDF 1.4, 1.5 oder noch höher eingestellt wird: Es kann ja nichts kommen, was Postscript nicht kann, also was solls ...

Also bitte nie die Distiller-Optionen im Indesign verwenden, sondern immer eigene anlegen. Oder die vorhandenen PDF/X-1a (CMYK-Workflow) resp. PDF/X-4-Einstellungen (medienneutraler Workflow) verwenden. Die sind ziemlich durchdacht.

---

Warum trotzdem den Export verwenden?

Postscript ist nach meiner Einschätzung sterbende Technologie, Neuerungen finden nur noch direkt im PDF statt. Wenn die Leistungsfähigkeit morderner RIPs genutzt werden soll, so müssen auch die Features moderner PDFs genutzt werden, z. B. im Bereich des Farbmanagements oder Transparenzen. Das geht aber nur über den Export, weil über ein vorangehendes Postscript-Schreiben diese Features alle entfernt werden (müssen). Die Zukunft gehört dem PDF und damit dem Export.

Was ja nicht heißt, dass der Weg über den Distiller nicht gehen würde. Nur: was Ende der 90er pauschal richtig war, ist heute nur noch ein möglicher Weg. Und einfach nicht (mehr) der modernste, schnellste und leistungsfähigste.

Last but not Least: Die PDF-Erstellung geht über den Export einfacher, schneller und sicherer (passende Settings vorausgesetzt). Ausserdem brauchts kein Acrobat dazu ... für viele ein wichtiges Argument :-)

---

PS: es ist ein Irrtum, anzunehmen, bei der Postscript-Erstellung aus Indesign würde mit den Daten "nichts passieren".

Selbstverständlich verändert und konvertiert Indesign die Daten bei der Postscript-Erstellung in einem ganz erheblichen Umfang. Zum Beispiel wenn RGB-Bilder im Dokument eingesetzt werden und sich auf einer Seite zusätzlich eine Transparenz befindet: Dann konvertiert Indesign bei der Postscript-Erstellung die gesamte Seite zuerst in den Transparenz-Reduktions-Farbraum (Transparenzfüllraum, wie es jetzt heißt - standardmäßig das CMYK, das als Arbeitsfarbraum der Datei definiert wurde), reduziert anschließend die Transparenzen und schreibt danach die Postscript-Datei.

Und wenn du den Postscript-Erstellungsdialog durchsiehst, (Karteikarte Erweitert) so wirst du sehen, dass dort bei den Transparenz-Einstellungen als Standard Mittlere Auflösung definiert ist (150 ppi). Das ist zu wenig. Wenn du diesen Weg gehst, musst du dir also eigene Settings für die Postscript-Erstellung anlegen oder jedesmal umstellen auf Hohe Auflösung.

Gruß


als Antwort auf: [#479529]
X

Aktuell

Web / SEO / Blockchain / Betriebssystem
unsplash_300

Veranstaltungskalender

Hier können Sie Ihre Anlässe eintragen, welche einen Zusammenhang mit den Angeboten von HilfDirSelbst.ch wie z.B. Adobe InDesign, Photoshop, Illustrator, PDF, Pitstop, Affinity, Marketing, SEO, Büro- und Rechtsthemen etc. haben. Die Einträge werden moderiert freigeschaltet. Dies wird werktags üblicherweise innert 24 Stunden erfolgen.

pdf-icon Hier eine kleine Anleitung hinsichtlich Bedeutung der auszufüllenden Formularfelder.

Veranstaltungen
01.12.2022

Online
Donnerstag, 01. Dez. 2022, 10.00 - 10.45 Uhr

Webinar

Die drei ColorLogic-Programme ZePrA, CoPrA und ColorAnt sind in neuen Versionen mit vielen neuen Funktionen im Jahr 2022 veröffentlich worden oder werden in Kürze veröffentlicht (ColorAnt 9). In unserem ca. 45 minütigen kostenlosen Webinar zeigen wir Ihnen einige dieser neuen Funktionen mit dem Schwerpunkt auf Automatisierung und Produktivitätssteigerungen.

Ja

Organisator: Impressed GmbH

Kontaktinformation: Silvia Noack, E-Mailsnoack AT impressed DOT de

https://www.impressed.de/schulung.php?c=sDetail&sid=311

ColorLogic Update-Webinar ZePrA 10, CoPrA 9 und ColorAnt 9
Veranstaltungen
02.02.2023

Prozesse optimieren und effizient gestalten

Zürich
Donnerstag, 02. Feb. 2023, 08.00 - 10.00 Uhr

Digitalisierung, Webauftritt

Digitalisierung mitgestalten - Worauf kommt es an? Wie wichtig ist die Webseite? Webseite mit Word Press? Interne Prozesse optimieren

Ja

Organisator: B. Isik - SNF Academy

Kontaktinformation: Birol Isik, E-Mailinfo AT bkcc DOT ch

https://digitalisierung-heute.ch/digitalisierung-informationstag-schweiz/