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Profile beibehalten oder löschen?

Lady Stardust
Beiträge gesamt: 803

26. Jun 2005, 14:42
Beitrag # 1 von 9
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Hallo an alle!

Ich arbeite gerade an einem Buchprojekt, bei dem so etwa in der letzten Minute die Druckerei gewechselt wurde. Zuvor sollte mit Profilen gearbeitet werden, jetzt ist Seperation nach Settings basierend auf Euroscala uncoated v2 gefragt. Die entsprechende Settings-Datei für Photoshop habe ich von der Druckerei erhalten. Jetzt frage ich mich nur, was ich mit den noch nicht bearbeiteten Bilddateien machen soll, die allesamt mit eingebetteten Profilen vorliegen (Rohscans wurden mit profiliertem Scanner erstellt und in ECI-RGB konvertiert abgespeichert, Digitaldaten aus Kameras liegen im jeweiligen Kameraprofiel vor und einige CMYK-Bilder in ISOcoated oder auch Euroscala uncoated).

Soll ich nun die Profile beibehalten und die Dateien nach der Bearbeitung einfach über "Modus/in Profil konvertieren..." in den vorgegebenen CMYK-Arbeitsfarbraum umwandeln? Oder solle ich die Profile aus allen Dateien löschen und ohne Farbmanagement weiterarbeiten, also nach erfolgter Bildbearbeitung einen einfachen Moduswandel vornehmen? (Ich arbeite übrigens mit Photoshop CS.) Wie verhält es sich dann aber mit der Möglichkeit zum Softproof in Photoshop (mein Monitor ist natürlich korrekt kalibriert)? Kann mich bei profillosen Dateien noch auf die Monitoranzeige verlassen, oder muss ich dann mit Farbatlanten arbeiten? (Auf eine Papierweiß-Simulation muss ich ja aufgrund des Nicht-Farbmanagement-Workflows bei der Druckerei ohnehin verzichten.)

Die Bilddaten werden später übrigens in ein Quark-Layout eingebunden, das dann mit von der Druckerei vorgegebenen Einstellungen ausgegeben und in ein Druck-PDF umgewandelt wird, wobei im Distiller unter dem Reiter "Farbe" bei Punkt Farbmanagement "Farbe nicht ändern" aktiviert sein soll.

Nun noch kurz ein weiteres Problem, das zwar nichts mit Farbmanagement zu tun hat, aber trotzdem mit obigen Verwirrungen in Zusammenhang steht: Die zuvor erwähnte Photoshop-Settings-Datei wurde mir in einer Mail zugestellt, die auch den Hinweis erhielt, das der Gesamtfarbauftrag beim Druck bei 350 Prozent liege. In der Settings-Datei sind jedoch 400 Prozent voreingestellt. Dies scheint mir auf den ersten Blick etwas viel zu sein, daher würde ich das ganze lieber auf die angegebenen 350 Prozent zurück korrigieren. Aber was sagen die Druckexperten dazu?

Es wäre toll, wenn mir hier jemand helfen könnte. Bei dem Verlag, für den ich arbeite, herrscht nämlich Megachaos. Andauernd ändern sich meine Ansprechpartner, weil die vorangegangenen entlassen werden oder Urlaub haben, und die neuen dann überhaupt nicht wissen worum es geht. Und an die Druckerei weiterleiten kann meine Fragen scheinbar auch niemand - zumindest bestehen die Antworten auf meine wiederholten Nachfragen immer nur aus leeren Worthülsen, was an meinem Abgabetermin aber leider auch nichts ändert. Das Forum hier ist daher meine letzte Hoffnung.

Vielen lieben Dank schon einmal,
Lady S.
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bus
Beiträge gesamt: 39

26. Jun 2005, 18:22
Beitrag # 2 von 9
Beitrag ID: #174450
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Hallo Lady,

einfach gesagt: konvertieren. Bilddaten archivieren würde ich zunächst so, wie sie hier vorliegen. Etwas anderes ist es mit den Daten als Druckunterlagen. Diese müssen von dir in den vom Verlag vorgegebenen Farbraum Euroscala uncoated v2 konvertiert werden. Quelle = ECI bzw. Kamera-Profil - je nachdem -, Ziel = Euroscala uncoated v2. Die Druckerei wird dies gewiss nicht tun. Da die Verlags-Druckerei bereits angesagt hat, dass sie fest mit eingehenden Euroscala-uncoated-Daten rechnet, braucht diese Information nicht mehr notwendigerweise über ein angehängtes/eingebettetes Euroscala-uncoated-v2-Profil zurückgegeben zu werden. Es kann aber nicht schaden, das Profil nochmal mit beizulegen.

Zum Softproof müssen deine Daten im RGB-Arbeitsfarbraum vorliegen. Die Kamera-Daten müssen darum auch in einen geeigneten Farbraum konvertiert werden. Das ganze Werk ist am einfachsten zu handhaben, wenn sie ebenfalls in ECI-RGB überführt werden. Quelle = Kamera (aber nicht sRGB, sondern "Kamera", andernfalls wechselst du nur für diese Bilder den Arbeitsfarbraum auf sRGB), Ziel = ECI. Dann hast du im Softproof eine Vorschau auf Euroscala uncoated. Papierweiß und schwarze Druckfarbe lässt du ohne Normlicht besser weg.

Gruß B-)


als Antwort auf: [#174438]
(Dieser Beitrag wurde von bus am 26. Jun 2005, 18:42 geändert)

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loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

27. Jun 2005, 10:51
Beitrag # 3 von 9
Beitrag ID: #174533
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Zitat Zum Softproof müssen deine Daten im RGB-Arbeitsfarbraum vorliegen.


Falsch.

Es reicht, wenn sie eindeutig beschrieben sind. Ein zuweisen des Kameraprofils reicht völlig aus.


als Antwort auf: [#174450]

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Lady Stardust
Beiträge gesamt: 803

27. Jun 2005, 11:18
Beitrag # 4 von 9
Beitrag ID: #174540
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Hallo bus, hallo loethelm,

vielen Dank für Eure Antworten.

Zunächst noch mal zur Rekapitulation: Ich arbeite mit den eingebetteten Profilen weiter und konvertiere die Dateien dann in den von der Druckerei vorgegebenen Euroscala-uncoated-Farbraum, auch wenn es sich hierbein nicht um ein .icc-Profil handelt. Beim Abspeichern der umgewandelten CMYK-Daten muss ich deshalb auch kein Profil mit einbinden.

Bus meint nun:

Zitat Es kann aber nicht schaden, das Profil nochmal mit beizulegen.


Ich habe hingegen gehört, dass es durchaus Druckereien bzw. Drucker gibt, denen die Haare zu Berge stehen, wenn sie Druckdaten mit eingebundenen Profilen bekommen. Oder sind das Ammenmärchen?


@loethelm

Zitat Ein zuweisen des Kameraprofils reicht völlig aus.


Heißt das, ich muss, anders als bus sagte, auch für sRGB-Daten meinen Arbeitsfarbraum nicht wechseln? Das wäre nämlich auch das erste Mal, das ich so was höre.

Vielleicht kann mir auch kurz noch jemand was zu meiner Frage mit dem Gesamtfarbauftrag (350 oder 400 Prozent) sagen.

Danke,
Lady S.


als Antwort auf: [#174533]

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uwitberg
Beiträge gesamt: 259

27. Jun 2005, 11:46
Beitrag # 5 von 9
Beitrag ID: #174543
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400 Prozent wären nicht nur ETWAS zuviel! 350 % eignen sich für gestrichenes Papier, bei ungestrichenem (uncoated) allerhöchstens 320 %.


als Antwort auf: [#174540]

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loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

27. Jun 2005, 12:06
Beitrag # 6 von 9
Beitrag ID: #174549
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Antwort auf: Heißt das, ich muss, anders als bus sagte, auch für sRGB-Daten meinen Arbeitsfarbraum nicht wechseln? Das wäre nämlich auch das erste Mal, das ich so was höre.


Du musst deinen Arbeitsfarbraum theoretisch nie wechseln.
Antwort auf: Vielleicht kann mir auch kurz noch jemand was zu meiner Frage mit dem Gesamtfarbauftrag (350 oder 400 Prozent) sagen.

Danke,
Lady S.


Wie bereits gesagt, höchstens 320% für uncoated.

Bei Rollenoffset noch weniger.


als Antwort auf: [#174540]

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Lady Stardust
Beiträge gesamt: 803

27. Jun 2005, 12:17
Beitrag # 7 von 9
Beitrag ID: #174550
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Hallo uwitberg,

Zitat 400 Prozent wären nicht nur ETWAS zuviel!


Ok, ok. Ich wollte mich nicht zu lautstark wundern. Aber 350% ist der Wert, der mir von der Druckerei eindeutig genannt wurde, also werde ich den einstellen. Ich habe sage und schreibe zwei Monate gebraucht, mit heißen Ohren vom telefonieren und wunden Fingerspitzen vom emailschreiben, um überhaupt irgendwelche Angaben zu bekommen. Daher übergebe ich jetzt ohne allzu viel schlechten Gewissens der Druckerei den schwarzen Peter für den Fall, das was schief läuft.

Trotzdem bzw. gerade deshalb vielen Dank an alle, die mir bislang geholfen haben. Das Forum hier ist wirklich erste Sahne. (Hab daher auch gerade mal einen kleinen Obolus in die Forumskasse entrichtet und möchte das gleich auch jedem weiter empfehlen, dem hier ebenso fachkundig geholfen wurde wie mir.)

Grüße,
Lady S.


als Antwort auf: [#174543]

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Thomas Richard
  
Beiträge gesamt: 19364

28. Jun 2005, 00:01
Beitrag # 8 von 9
Beitrag ID: #174673
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Hallo,

das Euroscale uncoated V2 Profil von Adobe hat für perzeptiv und rel. Farbmetr. eine max. Flächendeckung von 260%(65/50/50/95), für abs.Farbmetrisches RI einen von 252%.

Wo sind denn die 400% her?

Bzgl. Obulus: Das Forum dankt Smile


als Antwort auf: [#174550]

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boskop
  
Beiträge gesamt: 3465

28. Jun 2005, 07:03
Beitrag # 9 von 9
Beitrag ID: #174689
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Hallo Lady Stardust

Zitat Ich habe hingegen gehört, dass es durchaus Druckereien bzw. Drucker gibt, denen die Haare zu Berge stehen, wenn sie Druckdaten mit eingebundenen Profilen bekommen. Oder sind das Ammenmärchen?

Vielleicht kann mir auch kurz noch jemand was zu meiner Frage mit dem Gesamtfarbauftrag


Die Drucker gibt es halt schon, wenn sie nämlich ihren Workflow nicht im Griff haben. Für solche musst Du die Bilder in den Ausgabefarbraum (hier Euroscale Uncoated) transformieren. Ein Drucker, der Dir für uncoated 350% angibt und eine Einstellungsdatei mit 400% liefert, wird wohl wirklich nicht viel von Datenübernahme verstehen. Meine Empfehlung: Liefere ihm die Daten So wie er sie haben will und übertrage ihm die Verantwortung (schriftlich) - für alles andere bleibt Dir wohl kaum Zeit.


als Antwort auf: [#174540]
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