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Rendering Intent

mediachris
Beiträge gesamt: 12

19. Jan 2011, 20:51
Beitrag # 1 von 8
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Guten Tag zusammen,

ich habe folgende Fragen:

es heißt immer, dass zum Proofen (darunter verstehe ich einen Hardproof (Digitalproof)) das Rendering Intent "Absolut Farbmetrisch" benutzt werden soll. Ich weiß, dass das RI abs. fm. den Weißpunkt des Ausgabemediums simuliert. Soweit ok.

1. Aber: ein Proofer ist doch nur ein Proofer, wenn er den Zielfarbraum simulieren kann. Warum muss also, zum Proofen - wie ja auch im Medienstandard angegeben - absolut fm. als RI benutzt werden, wenn doch der Proofer durch sein Zielprofil sowieso den Weißraum des zu simulierenden Bedruckstoffes erhält. Wäre das nicht "doppelt gemoppelt"? Ich beziehe mich auf die Abb. des medienneutralen Workflows im MSD auf S. 7.

2. Ausgehend von der Abb. im MSD: Das hier angegebene Zielprofil Proofer macht doch nur in dem Zusammenhang Sinn, dass mein Proofer profiliert ist, also zur Korrektur seiner Farbfehler mit seinem eigenen ICC-Profil arbeitet. Die zu simulierende Druckbedingung ist doch wichtig; diese muss ich ja dem RIP mitteilen (was ich ja auch im RIP kann ...). Und genau hier sagt der MSD wird das Zielprofil mit abs. fm. berücksichtigt.

Zusammenfassend laufen meine beiden Fragen aber eigentlich nur darauf hinaus: warum absolut farbmetrisch!

Vielen Dank für eine kurze Hilfe bzw. eine kleine Lehrstunde!
Christian Reif
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Rendering Intent

loethelm
  
Beiträge gesamt: 6029

19. Jan 2011, 21:11
Beitrag # 2 von 8
Beitrag ID: #462258
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Hallo und welcome auf hds,

Antwort auf: durch sein Zielprofil sowieso den Weißraum des zu simulierenden Bedruckstoffes erhält.


Was ist ein Weißraum?

Antwort auf: warum absolut farbmetrisch!


Damit der Proof so aussieht wie das, was er simulieren soll, wenn beides nebeneinander liegt.


als Antwort auf: [#462256]

Rendering Intent

mediachris
Beiträge gesamt: 12

19. Jan 2011, 21:23
Beitrag # 3 von 8
Beitrag ID: #462260
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Hallo Loethelm,

entschuldige, es ist schon etwas spät: nicht Weißraum, sondern Weißpunkt.

Damit der Proof so aussieht wie das, was er simulieren soll, wenn beides nebeneinander liegt.

-> Ist mir klar. Ich proofe ja nicht auf Auflagenpapier. Daher muss der Bedruckstoff des Zielmediums simuliert werden. Aber erreicht das der Proofer denn ...

Ha, gerade fällt der Groschen pfennigweise. An der von mir beschriebenen Stelle erfolgt ja logischerweise wieder eine Farbraumtransformation vom Quell- ins Zielprofil. Und das RI abs. fm. gibt dem Proofer ja dann genau den Befehl den Bedruckstoff zu simulieren. Richtig?

Danke, man muss nur mal drüber reden ...
Christian


als Antwort auf: [#462258]

Rendering Intent

olaflist
Beiträge gesamt: 1400

22. Jan 2011, 13:19
Beitrag # 4 von 8
Beitrag ID: #462570
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Weisspunkt = Papier"farbe"

Zwei mögliche Kontexte:
- Proofer druckt auf Auflagenpapier (oder Papier, das die gleiche "Farbe" wie das Auflagenpapier hat); -> Weisspunkt ergibt sich von selbst -> relativ farbmetrisch proofen
- Proofer druckt auf anderem Papier (auf dem aber durch den Proofdruckprozess die Papieroberfläche so eingefärbt werden kann, das sie wie das Auflagenpapier aussieht) -> absolut farbmetrisch proofen

Olaf


als Antwort auf: [#462260]

Rendering Intent

mediachris
Beiträge gesamt: 12

23. Jan 2011, 14:32
Beitrag # 5 von 8
Beitrag ID: #462651
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Hallo Olaf,

da wir in der Schule keinen Proofer besitzen: kann ich denn bei der Erstellung eines Proofs, dem Proofer vorgeben, dass er ein entsprechendes Rendering Intent verwenden soll?

VG Christian


als Antwort auf: [#462570]

Rendering Intent

olaflist
Beiträge gesamt: 1400

23. Jan 2011, 19:31
Beitrag # 6 von 8
Beitrag ID: #462670
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Beim Proofen nimmt man immer nur entweder relativ oder absolut farbmetrisch - je nachdem was für Papier verwendet wird.

In der Proofer-Konfiguration kann das in anders benannten Settings versteckt sein (z.B. Papierweiss simulieren Ja/Nein).

Kommt am Ende sehr auf das verwendete Proof-System an. Derjenige der es bedient, sollte aber ohne weitere Anweisung von woanders her wissen, was er einstellen muss.

Olaf


als Antwort auf: [#462651]

Rendering Intent

qualidat
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26. Jan 2011, 10:57
Beitrag # 7 von 8
Beitrag ID: #462906
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Die Renderingintents dienen ja normalerweise dazu, einen zu großen Quellfarbraum mittels nuterschiedlicher Strategie in einen kleineren Zielfarbraum zu konvertieren.
Ein Proof soll aber nicht so gut drucken, wie er kann, sondern einen fremden Prozess simulieren (mit dessen Einschränkungen). Deshalb abs. farbmetrisch, weil da eben Nichts transformiert wird, nur evtl. geclippt ... und auch keine Weisspunktanpassung (rel. farbmetrisch), denn wenn das zu simulierende Papier gelblich ist, dann ist es eben gelblich.

Genau genommen benötigt ein Proofystem zwei Profile:
- eines für "sich selbst" (Drucker, Papier), damit das System genau "weiss", wo im Farbraum etwas landet, was es ausgibt
- und eines für den zu simulierenden Prozess.


als Antwort auf: [#462670]

Rendering Intent

Thobie
Beiträge gesamt: 4040

27. Jan 2011, 03:06
Beitrag # 8 von 8
Beitrag ID: #463014
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Antwort auf [ loethelm ] Was ist ein Weißraum?

Aus meinem Posting in einer Mailingliste, wenn auch OT:

"Ich darf Dir mal eine aktuelle Erfahrung mit einem Kunden vermitteln, die jenseits aller Programmierkenntnisse von Deiner Seite liegt, sondern den Begriff Design betrifft.

Es geht um den Begriff "Weißraum". Ein technischer Begriff. Das ist ein Bereich auf der Seite in einem gedruckten Mehrseiter, auf dem nichts ist. Weiß. Aber er dient dem Auge des Lesers, sich zu orientieren.

Kunde: Partei in Hamburg vor der Bürgeschaftswahl. 8-seitige Wahlkampfbroschüre.

Aufbau: Vorder-/Rückseite, Seite 2 Vorwort des Vorsitzenden. Inhaltlich: 5 Seiten zu Sozialem, Verkehr, Senioren, Kultur usw.

Der Inhalt ist optisch schön aufgebaut. Jede der fünf Themen-Seiten hat den gleichen Aufbau: Kopfzeile, Seitenzahl, (unterschiedliches) Foto an der gleichen Stelle, Text, Parteilogo. Der Leser sieht also gleich, "Ah, hier werden auf fünf (!) Seiten fünf (!) Themenfelder abgehandelt. Zu jedem Themenfeld steht was anderes im Text – logisch."

Nun hat die Partei bei einem Thema viel zu sagen: Seite ist gefüllt. Zu einem anderen Thema wenig zu sagen: Seite ist nur halb gefüllt. Also eine leere halbe Seite = Weißraum!

Nun kommt die Geschäftsführerin und sagt: "Herr Biedermann, sollten wir das nicht anders gestalten oder irgendwie auffüllen, wenn da so viel leerer Raum ist?"

Meine Argumente: Weißraum. Schlüssige optische Darstellung für den Leser: Je Thema eine Seite. Immer gleiche attraktive Aufmachung. Aber eben unterschiedlich langer Text, wie es so vorkommt. Gibt dem Leser Halt. Er kann sich in der Broschüre orientieren. Es macht ihm Spaß, in der Broschüre zu blättern und die Themen zu lesen, weil er sich optisch orientieren kann und er weiß, wo er sich in der Broschüre bewegt usw.

Und dann mein Hinweise: Ich habe genügend Kunden, die pflastern wirklich jeden Zentimeter an "Weißraum" mit irgend einem Textrahmen zu, weil sie sagen: "Oh Gott, leerer Raum, da MUSS was rein!" Das Ganze wird dann zugekleistert, niemand, der normalen Willens ist, will so eine Seite noch lesen. Aber Hauptsache, die Information wurde reingepackt. Es sieht grässlich aus. Es ist eine reine Bleiwüste. Aber: Der Kunde – entgegen meines Beispiels oben, in dem er sich überzeugen ließ und meine Worte und Argumente annahm, seufz! – lässt sich nicht überzeugen. Kunde ist König. Also mache ich es so, obwohl es Sch… aussieht.

Das sind einige wenige Erlebnisse beim Designen von Broschüren. Und dies nur zu EINEM Thema!"

Liebe Grüße



Thobie


als Antwort auf: [#462258]
(Dieser Beitrag wurde von Thobie am 27. Jan 2011, 03:07 geändert)
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