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Adam
Beiträge: 1
30. Dez 2004, 11:22
Beitrag #1 von 8
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Hallo Forum,
ich hab im alten Jahr noch ein dringendes Problem:
Objekt: Zeitungsinserate 2c (schwarz und Sonderfarbe HKS)

Über einer Farbfläche (HKS) steht ein Text. Der Text bekommt in ID einen Schlagschatten in der Indesign-Ansicht geht das und sieht auch OK aus. Jetzt mache ich daraus ein PDF (sowohl direkt aus ID als auch der Weg über Postscript drucken/Distiller). Im PDF ist dann in der Farbfläche unter der Schrift einfach ein weißes Rechteck ausgespart!!!
Testweise hab ich Farbfläche in Prozess-4c angelegt, dann funktioniert alles wie erwartet.

Was mach ich falsch?
Hilfe, der Anzeigentermin naht schneller als das Jahresende! ;-) Top
 
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Christoph Steffens  M 
Beiträge: 4745
30. Dez 2004, 12:35
Beitrag #2 von 8
Beitrag ID: #133154
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Hallo,
hast du denn in Acrobat die Überdruckenvorschau aktiviert?

Grüßle
Christoph Steffens
http://www.indesign-worker.com
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Gerald Singelmann  M  p
Beiträge: 6178
30. Dez 2004, 14:37
Beitrag #3 von 8
Beitrag ID: #133179
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Ergänzend zur Antwort von Christoph Steffens: ein normaler Schlagschatten wird durch ein CMYK-Pixelobjekt umgesetzt. Wenn der Schatten über einer Prozessfarbe liegt, muss in dieser Schnittmenge ein komplett neues Pixelbild berechnet werden, in dem die Farbe vom Hintergrund und vom Schatten fertig miteinander verrechnet und gemischt sind.
Liegt im Hintergrund eine Schmuckfarbe, braucht InDesign keine Mischfarbe zu berechnen, es reicht, das Pixelobjekt vom Schatten auf Überdrucken zu stellen. Dadurch bleibt die Schmuckfarbe im Hintergrund erhalten und wird bei der separierten Ausgabe korrekt sichtbar.
Um diese Ausgabe zu simulieren ist die Überdruckenvorschau da.

mfg
Gerald Singelmann
als Antwort auf: [#133142] Top
 
Anonym
Beiträge: 22827
30. Dez 2004, 14:59
Beitrag #4 von 8
Beitrag ID: #133183
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Hallo und danke für die schnellen Reaktionen,

die Überdruckenvorschau war tatsächlich nicht aktiviert.
Da sieht es auf dem Monitor jetzt schon besser aus. Wenn ich die Datei aber auf den s/w-Laser schicke zeigt Sie das Problem noch immer.
Was passiert wen ich dem Kunden zur Freigab das PDF maile (Arobat Reader!), kann/muß er da auch die Überdruckenvorschau einstellen?Geht das da überhaupt? Was sieht er?

Was passiert wenn ich die Datei beim Verlag abgebe, wird das richtig belichtet?

Ich hab nicht begriffen warum, das PDF bei der Schmuckfarbe anders berechnet wird als bei Prozessfarbe? Wo ist der Unterschied ob im Hintergrund 100% HKSxx oder 100% Prozess-magenta liegt?

Grüße und schon mal Danke für weitere Erklärungen
Wilfried Adam
als Antwort auf: [#133142] Top
 
Christoph Steffens  M 
Beiträge: 4745
30. Dez 2004, 15:07
Beitrag #5 von 8
Beitrag ID: #133185
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


> Wenn ich die Datei aber auf den s/w-Laser schicke zeigt
> Sie das Problem noch immer.
Du musst auch beim Drucken auf einem Composite-Drucker die Überdruckenvorschau einschalten. Schau mal in den Druckereinstellungen nach (Composite Drucker sind das Gegenteil von Ausgabegeräten, die separiert ausgeben. Composite Drucker drucken farrbig, Separierende Geräte wie Belichter geben einzelne Farbauszüge aus.)

> Was passiert wen ich dem Kunden zur Freigab das PDF maile
> (Arobat Reader!), kann/muß er da auch die Überdruckenvorschau
> einstellen?Geht das da überhaupt? Was sieht er?
Die Überdruckenvorschau im Reader gibt es erst seit Reader 7. Entweder, er installiert den (kostenlos seit einigen Tagen unter Adobe.com) oder vertraut dir.

> Was passiert wenn ich die Datei beim Verlag abgebe,
> wird das richtig belichtet?
Naja, wer soll das wissen. Zumindest spricht, nach dem, was du beschrieben hast, nichts dagegen, dass das PDF korrekt zu belichten ist.

Grüßle
Christoph Steffens
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Anonym
Beiträge: 22827
30. Dez 2004, 15:33
Beitrag #6 von 8
Beitrag ID: #133190
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Hallo Christoph,
jetzt sieht auch der Ausdruck schon mal OK aus.
Begriffen hab ich immernoch nicht warum es mit Prozessfarben einfach geht, und bei Sonderfarben Probleme macht.
Ich laß mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen und schick es dann an den Verlag, mal sehen was da passiert...

Ich war gerade auf deiner Websit. Welches Produkt hilft mir denn bei solchen Problemen eher, "PDF Workflow ACS" oder "Indesign-Starterkit"? Ergänzen oder überschneiden sich die Produkte?Bundleangebot?

Grüße
Wilfried Adam
als Antwort auf: [#133142] Top
 
Gerald Singelmann  M  p
Beiträge: 6178
30. Dez 2004, 15:33
Beitrag #7 von 8
Beitrag ID: #133191
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


>Ich hab nicht begriffen warum, das PDF bei der Schmuckfarbe anders berechnet wird >als bei Prozessfarbe? Wo ist der Unterschied ob im Hintergrund 100% HKSxx oder >100% Prozess-magenta liegt?

Angenommen, im Schatten ist ein Pixel mit 50% Schwarz, Cyan, Magenta, Gelb auf 0%. Im Hintergrund liegt 100% Magenta. Für das Gesamtergebnis muss hier ein neuer Pixel berechnet werden, der 0%-100%-0%-50% CMYK enthält. CMYK über CMYK muss also neu berechnet werden, als ob in Photoshop zwei Ebenen übereinander liegen.
Wenn im Hintergrund HKS liegt, hat InDesign weniger zu tun. Der Hintergrund bleibt einfach erhalten und der Schatten darüber wird auf überdrucken gestellt. Was heißt das? PostScript baut eine Seite von unten nach oben auf: also wird erst das HKS auf eine "virtuelle Leinwand" gemalt und dann erst der Schatten. Normalerweise wird dafür der Bereich, wo der Schatten hin soll, zuerst sozusagen weiß getüncht, bevor der Schatten selbst gemalt wird. Das nennt man "opakes Grafikmodell" und ist einfach die Art und Weise, wie sowohl PostScript als auch PDF intern arbeiten.
Wenn der Schatten jedoch auf Überdrucken steht, werden nur die Farbkanäle gelöscht, in denen was passiert. Bei der farbigen Ausgabe (am Bildschirm oder Farbdrucker) sind das alle -> das ursprüngliche Phänomen entsteht. Bei der separierten Ausgabe wäre das nur der Schwarzkanal -> HKS bleibt korrekt erhalten. Wenn der Verlag das nicht ausgeben kann, hat er eindeutig etwas falsch gemacht, indem er das Überdrucken-Attribut ignoriert. Manche Dienstleister begehen diesen Fehler noch, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Was bleibt als Resümee? In der Produktion sollte man darauf vertrauen, dass der Dienstleister / Verlag sein Handwerk versteht resp. bereit ist, dazuzulernen. Alles andere würde ein Gedankenlesen ("Was kann der?") voraussetzen.
Für den Kunden, der womöglich noch mit Acrobat Reader 4 arbeitet, können Sie im Druckdialog:Ausgabe:Druckfarbenmanager die HKS in Prozess umwandeln, um eine spezielle PDF für den Kunden ohne Schmuckfarbe herzustellen, die aber am Monitor in jedem Fall wie gewünscht aussieht.

Mit freundlichem Gruß
Gerald Singelmann

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Christoph Steffens  M 
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30. Dez 2004, 16:08
Beitrag #8 von 8
Beitrag ID: #133196
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Schlagschatten über Sonderfarbe, PDF-Ausgabe


Hallo Wilfried,
der Erklärung von GS habe ich nichts hinzuzufügen. Außer Herrn Zacherl ist wohl niemand dazu in der Lage. :-) Ich jedenfalls nicht.

Das Starterkit ist vor allem für Personen gedacht, die sich super mit XPress auskennen und auf ID Umsteigen wollen. Und die, die nicht ganze Bücher lesen wollen, sondern das Wichtigste präsentiert bekommen möchten, inkl. PDF-Exportvorgaben. Es geht auf den allgemeinen Umgang mit ID zugeschnitten, nicht nur auf PDF.

Das Buch "PDF Workflow ACS" beantwortet die "restlichen Fragen" zum Thema PDF und ist umfassend und verständlich geschrieben von den beiden HdS Moderatoren Häme Ulrich und Michel Mayerle. Ebenfalls sehr zu empfehlen.

Sorry, keine Bundelangebote... :-(

Grüßle
Christoph Steffens
http://www.indesign-worker.com
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