Hallo Schoschi,
> Habe ich wieder etwas mehr Informationen geliefert?
Ja.
Aber von vorne...
Das mit der Altonatestsuite hast du genau richtig verstanden. Es geht darum, alle Druckmaschinen auf eine 'std-Ausgabe' zu trimmen. Wie immer bei solchen Standards kann das nicht das maximum sein, sonst würden alle Druckereien bzw. Druckmaschinen die 'State of the Art Topmodelle' sind durchs Raster fallen. Es ist also ein Kompromiss im oberen Segment, der einfach gewährleisten soll, das gleiche oder ähnliche Drucksachen, zu unterschiedlichen Zeiten bei unterschiedlichen Druckereien produziert, ein möglichst identisches Aussehen haben.
Das mit den Spektralphotomotern ist schon mal der erste Schritt. Jetzt brauchst du noch ein Profilierungsprogramm (Profilemaker, basiccolor, Print/View open,...) und den Druckern klar machen, das sie in Zukunft als Kriterium zur Normerfüllung _keine_ Dichtewerte sondern Farbwerte abzugleichen haben. Ist die Norm mit Spektralwerten erreicht, kann die Fortdruck Steuerung gerne weiter per Dichte gesteuert werden. Aber niemand akzeptiert mehr eine Dichte von 1.x als Kriterium zur Normeinhaltung.
> Bei der ganzen Messgeschichte der Farbkeile gehts mir auch darum,
> nachweisen zu können, dass wir in der Toleranz liegen und demzufolge
> «richtig» produzieren. Der Gummibegriff Toleranz ist nur nicht ganz
> so einfach. Was ist drin und was nicht...
Das alleine wird aber nicht reichen, aber ihr habt zumindestens bei Problemen schon mal die Gewissheit, das bei euch nicht irgendwas völlig schief gelaufen ist. Es ist eher ein Werkzeug der laufendenb Produktion, als eine Art Prüfsiegel. Nur weil man 1x etwas innerhalb der Toleranz gedruckt hat, heißt das noch lange nicht , das jetzt alles 'von alleine' gut ist.
Gerade beim Medienkeil ist die Dehnbarkeit, dessen was drin ist nur 2. Rangig. Denn selbst mit einem MK der komplett innerhalb der Toleranz liegt, kann das Ergebnis suboptimal sein. Dafür sind es einfach zu wenig Werte, als das da auch nur annähernd alle Kurvenausreisser und Unlinearitäten auszumerzen wären. So sind im MK ja auch vier Spitzlicht Kontrollfelder enthalten, die werden aber von keiner Software ausgewertet.
Ein guter Proof ist ja auch nicht zwangsläufig _eine_ Anmutung. Er repräsentiert eine der harmonischen, von den Eckwerten her stimmigen Anmutung, die vor allem ohne Klimmzüge an der Druckmaschine zu erreichen sein sollte.
> Aber ohne Vorlagen und Anhaltspunkte gelieferte Daten drucken und
> sagen wir drucken richtig, ohne beweisen zu können dass wir in der
> Toleranz sind mit unseren Standardwerten...
Völlig korrekt. Wenn ihr nichts verbindliches angeliefert bekommt, ist dass das einzige, auf das ihr euch, ausser bestem Wissen und Gewissen, berufen könnt.
> Mir gehts darum in solchen Fällen sagen zu können wir sind in der
> Toleranz, ohne Vorlage drucken wir so richtig wie möglich.
Eben! Solange mir mein 'Beifahrer' (bei Bedarf durch 'Kunde' ersetzen), der allein den Weg kennt, nicht 'links', 'rechts' oder 'Stop' sagt, fahr ich geradeaus oder der Straße nach.
MfG
Thomas