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Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4377

5. Jun 2018, 21:02
Beitrag # 1 von 6
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Hallo,

ich dachte, ich habe eine Falschmeldung von Acrobat-X. Da aber Acrobat-DC das gleiche Preflight-Ergebnis meldet, möchte ich fragen, ob mir jemand den Unterschied zwischen "Transparenz" und "Transparenzgruppe" erklären kann.

Bei mehreren PDFs aus einer bestimmten Quelle habe ich immer wieder das Preflight-Ergebnis, dass mir Transparenzgruppen gemeldet werden, aber eben keine "echte" Transparenz. Aufgefallen ist mir das bei Anwendung eines eigenen Preflight-Profils, welches immer wieder o.g. Transparenzgruppen meldet. Über 1000 Fundstellen pro PDF-Seite, d.h. quasi jedes Objekt oder z.B. Textabschnitte werden so als entsprechende Fundstellen gemeldet.

In diesem eigenen Preflight-Profil prüfe ich ganz simpel im Reiter "Rendering" des Profils ganz oben den obersten Punkt "Verwendet Transparenz" und lasse mir das als Info anzeigen. Wenn ich dann aber solch eine PDF-Seite in der Transparenzreduzierungsvorschau in Acrobat anzeigen lasse, dann kann ich hier KEINE Transparenz identifizieren. Ich würde gefühlt auch sagen, dass hier überhaupt keine Transparenz enthalten ist.

Ein Gegentest mit der Acrobat-eigenen "Prüfung" (nicht Preflight-Profil, sondern der mittlere Button im Preflight-Fenster) wird das Ergebnis bestätigt:
"Transparenz verwendet (Transparenzgruppe)" meldet X Fundstellen.
"Verwendet Transparenz" meldet KEINE Fundstellen.

Das passt doch nicht zusammen. Wenn KEINE Transparenz enthalten ist wie können dann gleichzeitig Transparenz-Gruppen enthalten sein?

Gruß
X

Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

olaflist
Beiträge gesamt: 1326

5. Jun 2018, 22:45
Beitrag # 2 von 6
Beitrag ID: #564239
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Es kommt am Ende immer darauf an, wie man Transparenz definiert.

Wenn man so will, gibt es Transparenz im engeren Sinn, qua Vorhandensein/Wirksamkeit von
- "Blend mode" (alles außer "Normal")
- Opazität (alles kleiner als 1.0)
- Soft Mask (die theoretisch aber an jeder Stelle eine Opazität von 1.0 definieren könnte, dann wäre es auch nicht wirklich transparent...)
- sowie sämtliche Kombinationen davon

Transparenz in einem weiteren Sinn ergibt sich dann durch (isolierte) Transparenzgruppen. Die haben eine Verrechnungsfarbraum, und wenn Objekte innerhalb der Transparenzgruppe nicht bereits in diesem Farbraum vorliegen, werden sie dorthin umgerechnet (außer es sind Sonderfarben), auch wenn nicht ein einziges Objekte in der (isolierten) Transparenzgruppe Transparenz im engeren Sinn verwendet.

Transparenz ist ein unübersichtliches Gelände, daher ist dann auch manchmal die Präsentation von Informationen über Transparenz unübersichtlich. Die Transparenzvorschau von Acrobat zeigt halt nur die Stellen an, wo Transparenz zu verrechnen wäre. Wenn nun z.B. innerhalb einer isolierten Transparenzgruppe mit Verrechnungsfarbraum DeviceCMK bereits alles als DeviceCMYK vorliegt, gibt's nichts zu verrechnen.

Nur um das mal an einem anderen Beispiel analog zu verdeutlichen:
Wenn man nur DeviceCMYK-Objekte auf der Seite hat, und es gibt ganz oben drauf ein Bild (auch in DeviceCMYK), das auf Überdrucken gestellt ist (und außerdem meinethalben "overprint mode" / Illustrator-Überdrucken-Modus auf 1 steht), so wird das Überdrucken-Attribut zwar sehr wohl verwendet, aber es kommt zu keinem Überdrucken-Effekt, weil DeviceCMYK-Bilder per definitionem niemals einen Überdrucken-Effekt gegenüber DeviceCMYK zeigen. Eine Überdrucken-Vorschau würde demzufolge nirgends Überdrucken-Effekten darstellen.

Olaf
--
Olaf Druemmer | Geschäftsführer
callas software gmbh | www.callassoftware.com
axaio software GmbH | www.axaio.com


als Antwort auf: [#564236]

Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4377

6. Jun 2018, 08:44
Beitrag # 3 von 6
Beitrag ID: #564240
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Hallo,

Zitat Transparenz in einem weiteren Sinn ergibt sich dann durch (isolierte) Transparenzgruppen. Die haben eine Verrechnungsfarbraum, und wenn Objekte innerhalb der Transparenzgruppe nicht bereits in diesem Farbraum vorliegen, werden sie dorthin umgerechnet (außer es sind Sonderfarben), auch wenn nicht ein einziges Objekte in der (isolierten) Transparenzgruppe Transparenz im engeren Sinn verwendet.

Ist es denkbar, dass dieser Verrechnungsfarbraum durch die Wandlung einer "normalen" PDF-Datei zu PDF/X entsteht, evtl. durch den Output-Intent?

In der Tat ist es so, dass in dem Ausgangs-PDF nur DeviceCMYK enthalten ist. Und keinerlei Transparenz (auch keine Gruppen). Erst nach der Veredelung im Callas Toolbox-Server und der damit verbundenen Konvertierung zu PDF/X werden diese Transparenz-Gruppen gemeldet. Ich könnte mir sonst nicht erklären, wo das sonst herkommen sollte.

Gruß


als Antwort auf: [#564239]

Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

olaflist
Beiträge gesamt: 1326

6. Jun 2018, 10:20
Beitrag # 4 von 6
Beitrag ID: #564244
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Es kann sehr gut sein, dass durch pdfToolbox bei Konvertierung nach PDF/X-4 Transparenzgruppen hinzugefügt werden. Dies kann mitunter erforderlich sein, um die Darstellung des Seiteninhalts zuverläissig aufrecht zu erhalten.

Sofern Du entsprechende PDFs weitergeben kannst/darfst, kannst Du sie mir (direkt oder als download) gerne per E-Mail senden, dann schaue ich mal drauf. (bitte dann Vorher- und Nachher-Variante senden).


Olaf
--
Olaf Druemmer | Geschäftsführer
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axaio software GmbH | www.axaio.com


als Antwort auf: [#564240]

Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4377

7. Jun 2018, 09:02
Beitrag # 5 von 6
Beitrag ID: #564266
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Hallo,

ich muss das erst mal filtern und sacken lassen bis ich das in Gänze verstehe. Bis hierhin erstmal vielen Dank für die wie immer sehr präzisen Erklärungen.

Gruß


als Antwort auf: [#564244]

Unterschied zwischen Transparenz und Transparenzgruppe?

Meister Propper
Beiträge gesamt: 1289

11. Jun 2018, 11:24
Beitrag # 6 von 6
Beitrag ID: #564308
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Eine kleine Hilfestellung gibt es hier: https://mailchi.mp/...1548325?e=6595f494e5


als Antwort auf: [#564266]
(Dieser Beitrag wurde von Meister Propper am 11. Jun 2018, 11:25 geändert)
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Nur auf den ersten Blick scheint dieses Thema exotisch. Aber eine neue EU-Richtlinie und deren Auswirkungen auf deutsche Gesetze werden dieses Thema auch für Publisher interessant machen. Die EU-Richtlinie "2102 zu Barrierefreiheit" besagt folgendes: Ab dem 23. September 2018 müssen alle öffentlichen Stellen ihre neuen (Office- oder PDF-) Dokumente grundsätzlich barrierefrei veröffentlichen. Im Juni wurde der Gesetzentwurf zur Umsetzung dieser Richtlinie im deutschen Bundestag vom "Ausschuss für Arbeit und Soziales" (19/2728) angenommen. Es wird also ernst für "öffentliche Stellen" und damit auch für deren Dienstleister, die mit der Umsetzung beauftragt werden. Die Richtlinie gilt nämlich nicht nur für Bundes- und Landesbehörden, sondern auch für Verbände, die im Allgemeininteresse liegende Aufgaben erfüllen. Das wären somit auch Gerichte, Polizeistellen, Krankenhäuser, Universitäten, Bibliotheken und einige mehr. Weitere Informationen findest Du hier, hier und hier. Wenn also oben genannte Auftraggeber zu Deinen Kunden zählen, solltest Du Dich vorbereiten. Und da es neben Websites auch um alle downloadbaren Dateien geht sind eben auch PDFs zukünftig barrierefrei zu erstellen. Arbeitet man in InDesign, können dort einige Vorbereitungen getroffen werden. Klaas Posselt ist der ausgewiesene Spezialist im deutschsprachigen Raum für alle Fragen rund um das Thema. Deshalb freuen wir uns, dass er uns in einem Vortrag die Grundlagen dazu vermitteln wird. Wir setzen voraus, dass Du den Umgang mit InDesign gewohnt bist, die Gründe und Vorteile von der Nutzung von Formaten kennst und weißt, wie man lange Dokumente „richtig“ aufbaut. Der Vortrag setzt bewusst DANACH ein. Inhalt des Vortrages ist der Hintergrund von „Barrierefreiheit“ und Möglichkeiten und Grenzen innerhalb von InDesign. Es wird erklärt, welche Bedeutung das kostenpflichtige PlugIn MadeToTag hat und warum und für was man es braucht. Ziel ist es den Rahmen aufzuzeigen, in dem sich das Thema „Barrierefreiheit“ in InDesign abspielt. Du weißt hinterher, wo die „Baustellen“ sind, wo Du weitergehende Infos bekommst und welchen Weg Du einschlagen musst. Am nächsten Tag veranstalten wir zwei Bootcamps, die das Thema praktisch vertiefen. "IDUGS Bootcamp #2" und "IDUGS Bootcamp #3" Klaas Posselt ist studierter Dipl.-Ing. für Druck- und Medientechnik und kam über verschiedene Anfragen zum Thema barrierefreie PDF Dokumente. Seit über 10 Jahren arbeitet er in den Bereichen Medientechnik und Publishing zwischen Medienherstellern, Druckermaschinen und digitalen Ausgabekanälen. Er schult, begleitet und unterstützt Kunden bei der Einführung und Optimierung von Publikationsprozessen und auf dem Weg zu neuen digitalen Ausgabekanälen — egal ob E-Books, barrierefreie PDFs oder Webplattformen. Als Chairman des PDF/UA Competence Center der PDF Association beteiligt er sich an der Weiterentwicklung und Verbreitung des Standards PDF/UA für barrierefreie PDF Dokumente. Diese Veranstaltung kommt nur zu Stande durch die freundliche Unterstützung von "Six Offene Systeme GmbH" -- Enterprise-Content-Management-System und Media-Asset-Management-System.

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