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Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Martin Fischer
  
Beiträge gesamt: 12685

20. Jan 2007, 23:01
Beitrag # 1 von 8
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InDesign richtet die vertikale Position einer Unterstreichung relativ zur Grundlinie des Textes aus.
Nun sieht das nicht gerade toll aus, wenn innerhalb eines unterstrichenen Textes eine Hochstellung die Linienführung der Unterstreichung unterbricht und die Unterstreichung auch dort relativ zur "hochgestellten" Grundlinie versetzt.

Kennt jemand einen Weg, die Unterstreichung auch über eine hochgestellte Fußnote hinweg relativ zur Position des normal (nicht hoch und nicht tief) positionierten Texts durchlaufen zu lassen - so wie bei einer Schreibmaschine?

Ich hab's nun über einen speziellen Offset bei hochgestellten Zeichen bei großem Zoom übers Auge justiert.
Das müßte sich doch aber auch über den Wert der Zeichenlage (% horizontaler Versatz) in der Grundeinstellung berechnen lassen. Wer kann das?

Es mag manchmal Sinn machen, die vertikale Position der Unterstreichung relativ zur vertikalen Position der Zeichen zu setzen. Es gibt aber gewiß auch Situationen, wo die Unterstreichung auf der Position der Grundlinie (des normal gesetzen Texts) verbleiben sollte.

Ich wünschte mir eine entsprechende Einstellmöglichkeit:
a. relativ zur vertikalen Position (bleibt bei der Hochstellung relativ zur Grundlinie des Zeichens kleben) - so wie es jetzt ist;
b. relativ zur Grundlinie eines nicht hoch- und nicht tiefgestellten oder sonstwie versetzen Zeichens - so wie es auch sein könnte. ;-)
X

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Martin Fischer
  
Beiträge gesamt: 12685

21. Jan 2007, 09:55
Beitrag # 2 von 8
Beitrag ID: #271627
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Nun, die Formel zur Neuberechnung des Offsets (Versatz) der Unterstreichung ist die:
[Vorhandener Offset] + [Zeichenlage für Hochstellung] * [Schriftgrad der Grundschrift]

Und in diesem Stil sollte sich auch die Strichstärke der Unterstreichung zu korrigieren lassen.

Die Formel
[Vorhandene Stärke] + [Größe für Hochstellung] * [Schriftgrad der Grundschrift]

gilt hier nicht.

Wer weiß die richtige Formel?

[edit]: Ah, ich sehe, daß man in diesem Fall mit dem absoluten Wert (nicht mit dem relativen) bei 1:1-Übernahme klar kommt: Die absolute Stärke bleibt auch bei verkleinerten hochgestellten oder sonstwie skalierten Zeichen absolut.

Jetzt blieben nur noch die Fragen,
a) wie man den hinter einer automatischen Stärke steckenden Wert z.B. per Skript ermittelt, um bei Skalierungen mit absoluten Stärkewerten zu arbeiten oder
b) wie man die automatische Stärke an die Skalierung der Zeichen anpaßt.


als Antwort auf: [#271616]
(Dieser Beitrag wurde von Martin Fischer am 21. Jan 2007, 10:06 geändert)

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Martin Fischer
  
Beiträge gesamt: 12685

21. Jan 2007, 22:40
Beitrag # 3 von 8
Beitrag ID: #271700
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Der automatische Offset-Wert bei Unterstreichungen beschäftigt mich weiter:

Normalerweise wird der dem Autom.-Wert entsprechende Wert in Klammern angezeigt.
Wird der Auto-Wert aber durch einen fixen Wert überschrieben, ist es bei mir (OS X 10.4.8; ID 4.0.4) nicht mehr möglich, den Autom.-Wert so einzustellen, daß er wieder in Klammern erscheint.
Wähle ich "Autom.", dann wir mir nach der Wahl kurzfristig der Wert (wie ursprünglich) in Klammern angezeigt. Beende ich den Dialog mit OK und prüfe hinterher den Eintrag, dann steht der über "Autom." erzeugte Wert nicht mehr in Klammern, sondern als fixer Wert.
-> Gegenprobe unter der Win-Version ID 4.0.4 ME: "Autom." läßt sich anders als auf dem Mac wieder ganz normal zuweisen und behält diesen Status.
Ist das nun ein Fehler meiner ganz individuellen Mac-Installation oder läßt sich dieser Fehler auch bei anderen Mac-Indesign-Usern reproduzieren?

Nun würden mich zwei Dinge interessieren:
1. Wo kommt der Autom.-Wert her? Aus einer entsprechenden Definition im Font?
2. Wie macht sich der Unterschied zwischen diesem automatischen Wert und seiner festen Entsprechung bemerkbar? Was ist also der Unterschied zwischen "(1,105 Pt)" und "1,105 Pt"?

Hängt der automatische Wert nur von einer Definition im Font ab oder spielt noch etwas anderes, wie etwa der Schriftgrad, eine Rolle?
- Nach einem kurzen Test kann ich letztere Annahme inzwischen selbst bestätigen: der automatische Offset der Unterstreichung hängt vom Schriftgrad ab. Damit wäre die zweite Frage bereits beantwortet: "(1,105 Pt)" bleibt mit der Veränderung des Schriftgrads variabel und "1,105 Pt" bleibt fest.


als Antwort auf: [#271627]

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Marco Morgenthaler
Beiträge gesamt: 2474

22. Jan 2007, 15:51
Beitrag # 4 von 8
Beitrag ID: #271845
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Hallo Martin

Zitat Kennt jemand einen Weg, die Unterstreichung auch über eine hochgestellte Fußnote hinweg relativ zur Position des normal (nicht hoch und nicht tief) positionierten Texts durchlaufen zu lassen - so wie bei einer Schreibmaschine?


Bei einer OpenType Pro hast du das Problem nicht, wenn du die hochgestellten Fussnotenzahlen über OpenType > Hochgestellt formatierst. Bedingung ist natürlich, dass der Font einen speziellen Set Fussnotenziffern von 0 bis 9 zur Verfügung stellt (wie z. B. die Minion Pro).

Gruss Marco


als Antwort auf: [#271700]

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Jochen Uebel
Beiträge gesamt: 3200

22. Jan 2007, 18:22
Beitrag # 5 von 8
Beitrag ID: #271865
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Hallo Martin.

Auch aus meiner Sicht bleibt Dir, wie Du selbst ja schon gesehen hast, nur ein Weg: Definiere in dieser Situation die Hochstellung nicht über die Hochstellung, sondern über den Grundlinienversatz, und definiere die Unterstreichung von Normallage wie Hochstellung nicht über die Automatik, sondern fix.
Vorteil: Jetzt ist der Wert des Grundlinienversatzes identisch mit dem Wert, um den Du dem Offset der Unterstreichung hinzufügen mußt.

Das von Dir beshriebene WIN-Verhalten des automatischen Wertes kann ich bestätigen.
Das von Dir beshriebene MAC-Verhalten des automatischen Wertes kann ich nicht bestätigen (G4, 10.4.7, ID 4.0.4).

Der (automatische) Klammerwert unterscheidet sich nicht von einem identischen fixen Wert: weder bei der Stärke noch bei der Position.

Klar: Die automatische Stärke und Position der Unterstreichung müssen mit dem Schriftgrad variieren: ansonsten hätten wir an dieser Stelle keinen Fortschritt, sondern einen katastrophalen Rückschritt gegenüber QuarkXPress (4.x) gehabt.


als Antwort auf: [#271845]
(Dieser Beitrag wurde von Jochen F. Uebel am 22. Jan 2007, 18:30 geändert)

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Jochen Uebel
Beiträge gesamt: 3200

22. Jan 2007, 18:46
Beitrag # 6 von 8
Beitrag ID: #271873
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Antwort auf [ Jochen F. Uebel ] Definiere in dieser Situation die Hochstellung nicht über die Hochstellung, sondern über den Grundlinienversatz

... und natürlich zweitens über die Schriftgröße. Und alles auf Zeichenstil.


als Antwort auf: [#271865]

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Martin Fischer
  
Beiträge gesamt: 12685

22. Jan 2007, 21:08
Beitrag # 7 von 8
Beitrag ID: #271888
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Hallo Marco,

> Bei einer OpenType Pro hast du das Problem nicht, wenn du die hochgestellten
> Fussnotenzahlen über OpenType > Hochgestellt formatierst.

Danke für den Hinweis.
Das klingt interessant und funktioniert auch mit entsprechenden OTF.
Allerdings stellt meine Times dieses Set an hochgestellten Ziffern nicht zur Verfügung.

Auf der anderen Seite lassen sich im konkreten Fall die zu behandelnden Hochstellungen, wie ich jetzt absehen kann, an einer Hand abzählen. :-)

Es geht um die Hervorhebung von hebräischen Wörtern in Zitaten, die sich in der Übersetzung wiederholt (damit die korrespondierenden Begriffe kenntlich gemacht sind). Und an einzelnen Stellen wird diese Hervorhebung von einer hochgestellten Fußnotenziffer unterbrochen.

Hier noch ein kleiner Behelf per Skript:
Code
// UnderlineOffset.jsx 

if (app.selection.length > 0) {
var mySuperScriptPos = app.activeDocument.textPreferences.superscriptPosition/100;
app.findPreferences = app.changePreferences = null;

// Hochstellungen
app.findPreferences.position = Position.superscript;
app.findPreferences.underline = true;
var myUlSuperScript = app.selection[0].search();
for (i = 0; i < myUlSuperScript.length; i++) {
var curOffset = myUlSuperScript[i].appliedParagraphStyle.underlineOffset;
if (curOffset != -9999) // ignoriert automatischen Offset
myUlSuperScript[i].underlineOffset = curOffset + mySuperScriptPos * myUlSuperScript[i].characters[0].pointSize;
}
}

Dieses Skript sucht im ausgewählten Bereich nach unterstrichenen Hochstellungen und korrigiert den Versatz, wenn er nicht auf automat. steht. Es ignoriert die Einstellung für die Strichstärke. Diese sollte allerdings auch einen festen Wert aufweisen, da sonst die Linienstärke bei der Hochstellung wg. dem verringerten Schriftgrad dünner wird.
Die Korrektur des Versatzes der Unterstreichung berechnet sich folgendermaßen:

[im betreffenden Absatzfomat definierter Versatz] + [Zeichenlage für Hochstellung (aus der Voreinstellung)] * [Schriftgrad der Grundschrift]

Das Skript ist noch nicht das Gelbe vom Ei, hilft mir aber bei meiner Handvoll unterstrichener Hochstellungen. Und vielleicht hilft es mal einem Anderen da draußen.

Bei Adobe habe ich einen Feature Request platziert mit dem Wunsch einer Option, die es erlaubt bei Hochstellungen zwischen dem Versatz der Unterstreichung - so wie es jetzt ist - und der kontinuierlichen Fortsetzung der Unterstreichung unter Nichtbeachtung des Versatzes durch die Hochstellung zu wählen.


als Antwort auf: [#271845]

Vertikaler Offset von Unterstreichungen bei Hoch- und Tiefstellung

Martin Fischer
  
Beiträge gesamt: 12685

22. Jan 2007, 21:17
Beitrag # 8 von 8
Beitrag ID: #271893
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Hallo Jochen,

> Vorteil: Jetzt ist der Wert des Grundlinienversatzes identisch mit dem Wert,
> um den Du dem Offset der Unterstreichung hinzufügen mußt.

Danke für Deinen interessanten Hinweis!
Das vereinfacht die Berechnung in der Tat.
In diesem Fall paßt sich der Versatz eben nicht an den Schriftgrad der jeweiligen Grundschrift des Absatzes an.

Aber der umständliche Weg, den ich gegangen bin, funktioniert auch. ;-)

> Das von Dir beshriebene MAC-Verhalten des automatischen Wertes kann ich nicht bestätigen
Wahrscheinlich hat mein InDesign einen Schlag.
Es kommt, wenn ich nicht gut aufpasse, mitunter vor, daß meine Skripte beim Testen die Daten nicht auf einen angepeilten Ort auf der Festplatte, sondern direkt in den Content der Applikation reinschreiben. Und das schlägt ID manchmal auf den Magen.
Ab und an wird da eine Kur notwendig. ;-)

Dank für die Bestätigung, daß es nicht grundsätzlich an Mac-ID liegt, sondern an meiner malträtierten Applikation.


als Antwort auf: [#271865]
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