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Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Repromann
Beiträge gesamt: 3

20. Jul 2004, 08:53
Beitrag # 1 von 9
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Monitor und EPSON-Proofgerät sind anhand Andrucke kalibriert.
Proofs stimmen also mit Druckergebnisse überein.

Nun mein Problem:
Ich bekomme von der Druckerei ein ICC-Profil.
Was mache ich damit?

Ich habe es an die Bilder im Photoshop angehängt und da das Profil für Zeitungsdruck ist, erscheint das Bild auf dem Monitor viel dunkler.

Beim Proof aber nicht. Was macht dieses Profil?

Angenommen, meine Bilddaten entsprechen dem allgemeinen Standart (Druckzuwachs ca.13-14%,
dann müßte ich doch die Bilder, ohne sie extra für die jeweilige Druckmaschine zu korrigieren, einfach mit dem entsprechenden Profil versehen?

Wie gehe ich mit Profilen um, die die Druckerei unbedingt wünscht?

X

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

daben
Beiträge gesamt: 353

20. Jul 2004, 09:15
Beitrag # 2 von 9
Beitrag ID: #98187
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Hallo,

also wenn deine Bilder dem "allgemeinen Standard" entsprechen hängst Du Ihnen in Photoshop über "profil zuweisen" z.B. das ISO Coated Profil an.
Anschließend konvertierst Du relativ farbmetrisch in das von der Druckerei gelieferte Profil.
Voraussetzung dafür ist natürlich, daß Du diese Profile auch korrekt installiert hast.
Mit dem bloßen anhängen deines Zeitungsprofils an "normale" Bilddaten erleidest Du wie du bemerkt hast eine Bruchlandung. Nicht nur daß sie schlecht aussehen, auch die technischen Vorgaben werden nicht eingehalten (UCR, GCR, Gesamtfarbauftrag, etc,)

Gruß Hans


als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Thomas Richard
  
Beiträge gesamt: 18688

20. Jul 2004, 13:09
Beitrag # 3 von 9
Beitrag ID: #98273
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Hallo repromann,

fraglich ist darüber hinaus auch, ob du dieses Ergebnis ausser am Monitor auch auf deinem Proofer hinbekommst. Wird der Proofer per ICC Profilen kalibriert und angesprochen oder ist er fest auf einen Druckstandard verdrahtet?

MfG

Thomas


als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Repromann
Beiträge gesamt: 3

21. Jul 2004, 08:43
Beitrag # 4 von 9
Beitrag ID: #98450
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Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe jetzt endlich Zeit gefunden,
deine Tipps in die Tat umzusetzen.
Tatsächlich, das Bild wird jetzt nicht mehr optisch dunkler, sondern wird heller dargestellt, ebenso die Farbwerte des Bildes sind heller,
wenn ich das Bild in das gelieferte Profil konvertiere. Das stimmt bestimmt, da ja so wohl der starke Druckzuwachs der Zeitungsrotation berücksichtigt wird.


Aber - es gibt da eine Unstimmigkeit. Wenn ich nämlich beim Konvertieren
"relativ farbmetrisch" verwende passiert gar nichts.
Wenn ich aber perzeptiv eingebe wirkt das Profil!
Ist da noch der Wurm drin?

Ich tippe mal meine Einstellungen im Photoshop.
Vielleicht erkennt man dann, ob noch eine Einstellung nicht stimmt.


Arbeitsablauf und Einstellungen

Photoshop 7

Farbeinstellungen:
RGB:Adobe RGB (1998)
CMYK:Euroscale Coated v2 (ok? oder hier schon ICC Profil von Druckerei?)
Grauscale: Gray Gamma 1,8 (oder Dot Gain 15?)
Schmuckfarbe: Dot Gain 15

Farbmangement:
Eingebettete Profile beibehalten oder aus?
Modul: Adobe ACE
Priorität: Relativ farbmetrisch (oder perzeptiv?)

Nun Bild laden.
Über Modus das Profil Euros coated v2 (gleich wie ISO coated?) hinzufügen.
Dann in das von der Druckerei gelieferte ICC-Profil konvertieren.
(Das ICC-Profil liegt im Systemordner Color Sync. (ok?))
Tiefenkompension verwenden und Dither ist angeklickt.

Nun noch relativ farbmetrisch - ändert sich nichts!
-oder perzeptiv - dann wird das Bild heller - so richtig?

Über Info wäre ich sehr froh.


Das Proofgerät ist mit der Gerätesoftware kalibriert.
Ob es Profile berücksichtigt?
Das mit dem Proofen teste ich noch.

Viele Grüße

Dieter







als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

daben
Beiträge gesamt: 353

21. Jul 2004, 09:29
Beitrag # 5 von 9
Beitrag ID: #98459
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Hallo,

wenn Du dir von der ECI Homepage (http://www.eci.org) die aktuellen iso Profile holst und in den ColorsyncOrdner legst, bist Du "am Puls der zeit". Allerdings ist das von Dir verwendete Profil auch nicht "total" falsch. Daß bei der Konvertierung nichts passiert ist ja eben "gelebtes Colormanagement" . wenn Due dir die farbwerte vorher und nachher anschaust wirst Du sehen, daß sich eine Menge getan hat.
Durch die Konvertierung hast du erreicht, daß nun dein "normales" Offsetbild im Zeitungsdruck genauso aussieht.

Voraussetzung,m daß alles korrekt aussieht ist natürlich ein kalibriertes System, korrekte Profile, etc.etc.

Wenn ich dich richtig verstanden habe solltest Du aber so auf Anhieb zu einem wesentlich besseren Ergebnis kommen.

Gruß Hans


als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Repromann
Beiträge gesamt: 3

21. Jul 2004, 17:03
Beitrag # 6 von 9
Beitrag ID: #98603
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Hallo Hans,

tatsächlich, obwohl auf dem Bildschirm nicht sichtbar,
ändert sich in den Farbwerten sehr viel.
Ich kann auch in den Farbkanälen sehen was das Profil bewirkt.
Toll - Danke!
Nun kommt aus dem Proofer ein in den Farben reineres Bild heraus.
Es entspricht den Farbwerten, aber nicht der Bildschirmdarstellung.
Müßte jetzt hier auch ein Profil installiert werden?
Zur Not proofe ich eben die Bilder immer ohne Profil?!

Danke für die Tips - tolle Sache!

Gruß Dieter


als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

daben
Beiträge gesamt: 353

21. Jul 2004, 17:28
Beitrag # 7 von 9
Beitrag ID: #98606
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Hallo Dieter,

schön, daß ich helfen konnte.
Daß dein Bild am Schirm anders als auf dem Proof aussieht liegt daran, daß dein System nicht ? kalibriert ist.
Wenn Du beabsichtigst durchweg farbrichtig zu produzieren, müßte man aber noch viel mehr in die Tiefe gehen und auch relativ viel Geld in die Hand nehmen.
Ist das deine Absicht ?

Gruß Hans


als Antwort auf: [#98179]

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Thomas Richard
  
Beiträge gesamt: 18688

21. Jul 2004, 18:32
Beitrag # 8 von 9
Beitrag ID: #98628
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Hallo daben, hallo Reproman,

Der sichtbare Unterschied in den 2 Rendering intents perzeptiv und rel. Farbmetrisch, liegt in deren Intention, bzw. in einer Optimierung seitens Adobe (Tiefenkompensation).

Das Perzeptiv meist heller wirkt, liegt daran, das Platz geschaffen wird an den Rändern des Farbraums. Das bedeutet, das um die bunteste Farbe eines großen Fabrraums in den kleinen zu transferieren, wird dieser dann auf 100% gesetzt.

In der Praxis bedeutet das dann das ein 100M100Y der Euroskala auf einem 100M94Y im Zielfarbraum landet (die 94y sind jetzt nur zur Verwirrung, bzw. um zu zeigen, das evtl. im Zielfarbraum das M rötlicher, wärmer ist, so dass weniger Y gebraucht wird ;-) )

Entsprechend landet dann ein 90M90Y Euroskalen rot auf 90M83Y des Zielfarbraums. (Nennen wir ihn mal 'Zeitungsfarbraum').

Wenn man aber Farbfelder vermessen würde, würde man nun unter Umständen feststellen, das der Zielfarbraum sehr wohl in der Lage ist die 90M90Y Euroskalen Farbe absolut farbverbindlich darzustellen. Allerdings mit seinen Farbwerten: 100M94Y

Wird klar was passiert?

Bei perzeptiv wird die Relation der Farben zueinander gewahrt, es bleibt die Modulation somit weitestgehend erhalten, allerdings wandern zu diesem Preis alle Farben Richtung unbunt, bzw. heller.

bei relativ farbmetrischer Verrechnung, wird auf die Modulation in den bunten Partien gepfiffen und alles was ausserhalb des Zielfarbraums liegt wird hemmungslos auf den nächst besten Farbwert des Zielfarbraums gemappt.
Somit ist die Zeichung in den stark gesättigten Partien futsch, allerdings wird nichts verschoben, was im Prinzip nicht verschoben werden müsste.

Ärgerlich wird das erst recht, wenn die Vorlage die Extremwerte des Quellfarbraums garnicht ausschöpft (das roteste Rot im Bild ist 90M90Y). Dann wird an den Rändern völlig unnötiger Weise gestaucht, obwohl nix da ist, was da rein rutschen könnte.

Deshlab ist es immer gut, sich mal abhängig vom Motiv anzusehen, womit man besser fährt.

Man sollte aber innerhalb einer Serie nicht zuviel wechseln, da insbeondere bei schweren Motiven, der Schwarzaufbau der beiden Methoden stark differiert und es bei neutralen perzeptiven Tiefen gern zu grünen rel. Farbmetrischen Tiefen kommt, und umgekehrt, bei Steuerung der Maschine Richtung neutral bei den rel. Farbmetrisch genwandelten Motiven, bekommen die perzeptiven einen Rotstich.

Die Idee, jetzt mal eben auf ISO Profile zu wechseln halte ich für etwas übereilt. Wenn dein Proofer auf Euroskala kalibriert ist und passt, wirst du mit Ersetzen deines CMYK Profils durch ISOcoated ein blaues Wunder erleben. Richtig wäre es in dem Fall von Euroskala in ISOcoated zu wandeln und dann in den gelieferten Farbraum. Das wird sicherlich nicht besser als von Euroskala direkt in den gelieferten.

MfG

Thomas


als Antwort auf: [#98179]
(Dieser Beitrag wurde von Thomas Richard am 21. Jul 2004, 18:58 geändert)

Wie benütze ich ICC-Profile von Druckereien

Thomas Richard
  
Beiträge gesamt: 18688

21. Jul 2004, 18:48
Beitrag # 9 von 9
Beitrag ID: #98631
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Hallo Reproman,

> Es entspricht den Farbwerten, aber nicht der
> Bildschirmdarstellung.
> Müßte jetzt hier auch ein Profil installiert werden?
> Zur Not proofe ich eben die Bilder immer ohne Profil?!

Aha, wie ich vermutet habe, der Proofer ist fest klaibiriert, wird also ohne Colormangement angesprochen.

Warum ich das glaube, ohne etwas gesehen zu haben?
Bitteschön, du bist ja hier um was zu lernen:

Dein ursprünglichen Daten liegen im Euroskala Farbraum vor, der ist recht groß, ähnlich dem ISOcoated (nur nicht so genau definiert und farblich etwas verdreht: Das reine Cyan des einen braucht auf dem andern schon etwas magenta, dafür braucht das reine Cyan des anderen, dann umgekehrt schon etwas gelb im ersteren.)

So, nun war irgendwo zu lesen, das du richtung Zeitung willst. Also ein definitv kleinerer Farbraum, allein schon durch das nicht so weisse Papier.
Durch die Transformation in diesen Farbraum wird z.B: einer leicht verschmutzten Farbe im Quellraum 70c40m10y der Schmutz genommen, dafür sorgt dort schon das Papier: Der gebanteil oder im allgemeinen der Tertiärfarbanteil der die Verschmutzung/Entsättigung bewirkt, wird reduziert.

Dein Proofer bekommt aber CM-los einfach nur die CMYK Werte der neuen Bilder vorgeworfen, sodass das in saubereren Ausdrucken resultiert. Die Tiefen dürften auch flauer geworden sein, oder?

Es gibt jetzt natürlich noch die Möglichkeit durch vorauseilendes CM in Photoshop, den Proofer zu einem in etwa dem Ziel entsprechenden Farbverhalten zu bringen, aber dafür bräuchtest du zumindestens ein Profil, also einen Ist-Zustand dieses Gerätes.

MfG

Thomas


als Antwort auf: [#98179]
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