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Genauigkeit des Proofs - wie handelt ihr das ..

Ulrich Lüder
Beiträge gesamt: 2285

26. Mär 2012, 13:41
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gelesen: 3522

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Antwort auf [ MonsterBabyBLN ] so kannst du überprüfen, ob der proof dem isocoated von 10/10/20/5 entspricht und ggfls dahingehend optimieren.


10/10/20/5 (von besseren CMYK-Alternativen jetzt einmal abgesehen) finde ich nicht in der Charakterisierungsdatei "FOGRA39L.txt".

Wird mir da jetzt von EFI für die Druckbedingung auch schon ein Soll-Wert serviert? Wenn ja, wie wird der errechnet? Wie verlässlich ist so eine Interpolation? Ist die abhängig (und somit möglicherweise unterschiedlich) vom CMM des jeweiligen Betriebsystems? Wie darf ich mir das vorstellen? Reicht mein Grips das im Detail nach zu vollziehen um den Genauigkeitsgrad (den versprochenen Mehrwert) zu beurteilen im Vergleich zu einem "händischen" Vergleich nächstliegender Sollwerte?

Wenn nein, wo ist da der Vorteil, wenn ich doch mir erst selber nächstliegende Referenz-Wert-Felder zimmern muss, um zu überprüfen, ob die gut oder schlecht geprooft sind?

Geschieht die Lab-Werte-Erfassung des dynamischen Keils "Inline" beim Proof-Drucken? (Schreibt er mir auch schon die CMYK-Zusammensetzung in der Datei mit in eine Auswertung?) Wie genau ist das abhängig von der notwendigen Trocknungszeit. Geht´s eventuell bei mehreren Proofs hintereinander (eventuell auch für andere Jobs) nicht insgesamt vielleicht dann doch schneller per Hand?: Wenn ich gezielt Farbflächen in der Datei angelegt habe und die wohlgefälligsten dann messen und bewerten will, dann drucke ich die ja auch schon ohne Keil...

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will dem Feature auch nichts absprechen. (Schon gar nicht, weil ich es gar nicht kenne)
Unbestritten ist: Je genauer die Vorhersage, desto wahrscheinlicher ist eine nächstliegende Druckausführung, wenn die entsprechenden Parameter stimmen.

Die stimmen aber schon nicht mehr (bzw. lassen sich nicht verifizieren), wenn jetzt das Auflagenpapier mit zuviel (oder zu wenig) optischen Aufhellern versehen ist: Hat das Auflagenpapierweiss zum Soll einen DeltaE größer 3, ist dann schon so gut wie unmöglich die Primärfarben dem Proof gemäss zu drucken). Nicht nur Tonwertzunahme und Spreizung, Papierbeschaffenheit, Schöpf- + Siebseite, Klasse + Volumen, Gummituchhärte, Aufzug, Druckbeistellung, Farbtemperatur, Passgenauigkeit (möglicher Papierverzug durch extrem ungleiche Farbanteile auf dem Bogen), Motiv-Verteilung auf dem ausgeschoossenen Bogen (Platz für genügend Farbabnahme, wenn nur das Logo in ca 4cm Grösse abzubilden ist und gleichzeitig eine einzige 8pt-Text-Zeile darunter, deren Lesbarkeit zu gewährleisten in einer Farbe mehr Dichte verlangt als im Haus-Standard ermittelt und somit schon die korrekte CMYK-Wert-Wiedergabe für das Logo sabotiert?). Das sind - höchst unvollständig - allein technische Parameter, die human "beherrscht" werden müssen bei unterschiedlichen Auflagenhöhen.

Vor diesem "Endzweck" erscheint mir eine lediglich errechnete "Genauigkeit" von 5%-CMYK-Schritten ungefähr so sinnig, wie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h für ein Auto zu werben, in einem Land, in dem 130km/h das absolute Limit der Strassenverkehrsordnung ist.

Was aber, wie zuvor schon eingeräumt nichts hieran ändert:
Je exakter die (korrekt ausgeführte) Forderung (gemäss Ausgabebedingung), umso höher wird der Grad der Annäherung wahrscheinlich.

Da aber absolut vollkommene Übereinstimmung in aller Regel doch eher unwahrscheinlich ist, käme ich persönlich bei wahrnehmbaren Differenzen dann doch in Erklärungsnot, hätte ich jetzt nur einen motivabhängigen Keil und nicht den amtlichen MK3 mit auf dem Proof platziert.

Wenn es in Deiner Produktumgebung aus guten Gründen ein höchstmögliches Mass an "Good-enough-Quality" zu definieren gilt und Du Dir deshalb etwas von diesem Hilfsmittel versprichst: Probier´s aus, denn meine Kommentierung ist graue Theorie und entspringt schlicht einer anderen Perspektive als der Deinen...


Gruß,

Ulrich

(Dieser Beitrag wurde von Ulrich Lüder am 26. Mär 2012, 13:46 geändert)
Änderungsverlauf:
Beitrag geändert von Ulrich Lüder (Veteran) am 26. Mär 2012, 13:43
Beitrag geändert von Ulrich Lüder (Veteran) am 26. Mär 2012, 13:44
Beitrag geändert von Ulrich Lüder (Veteran) am 26. Mär 2012, 13:46

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