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OpenType-Schriften

Oliver Wendtland
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28. Jun 2005, 06:52
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Hallo!

Beim Stöbern in der Support-DB von Impressed ist mir folgendes aufgefallen:

Zitat Acrobat 7 erlaubt nun die direkte Einbettung von OpenType-Schriften. Sollte man von dieser Option Gebrauch machen? Hat die Einbettung von OpenType-Schriften negative Auswirkungen für die Druckausgabe?

OpenType ist ein Schriftformat, welches bislang nur auf Betriebssystem- und Programm-Ebene existiert. Wenn Sie eine OpenType Schrift im Layout verwenden, dann wird diese je nach internem Aufbau, entweder als PostScript Type 1 oder als TrueType Font ausgegeben, da bislang weder PostScript noch PDF bis einschließlich Version 1.5 OpenType unterstützten.
Mit PDF 1.6 steht nun erstmalig ein Datenformat zur Verfügung, welches tatsächlich das OpenType-Schriftformat beinhalten kann. Nach dem oben Gesagten ist aber klar, dass dies nicht auf Basis einer PostScript-Datei geschehen kann.

Es kann nur auf zwei Arten enstehen:

Nativer PDF Export im PDF 1.6 Format

Nachträgliches Einbetten fehlender Fonts im Acrobat Distiller 7 wenn dieser ein PDF 1.6 Format erzeugt und die entsprechende Joboptions-Einstellung aktiviert ist.

Letzteres ist ein aus produktionstechnischer Sicht inakzeptabler Workflow für Prepress-Anwender. Zum einen birgt er die Gefahr von Zeichenersetzungen in sich, zum anderen wird ein Datenformat erzeugt welches von keinem heutigen RIP und keinem heutigen PDF-Workflow verarbeitet werden kann (nicht einmal Acrobat 6 kann so eine Datei fehlerfrei öffnen). Außerdem muss die Datei irgendwann ja auch ausgegeben werden. Und da PostScript kein Opentype unterstützt, müsste es spätestens im RIP wieder in Type oder TrueType umgewandelt werden.

Ein weiter Minuspunkt ist, dass selbst der PDF Optimierer in Acrobat 7 Professional so eine Datei nicht in einem älteren PDF-Format speichern kann. Es bliebe also nur der Weg des Ausdrucks aus Acrobat 7 und ein erneutes Distillen.

Der Nutzen für den Prepress-Anwender ist also derzeit annähernd gleich Null. Im Gegenteil - in der Druckvorstufe stellt diese Option ein weiteres Problem dar und sollte deshalb vermieden werden.




Frage: Darf/soll man garkeine OT-Fonts benutzen oder gilt die Aussage nur für das Einbetten dieser Fonts?

Oliver


Oliver Wendtland
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br
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28. Jun 2005, 11:00
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Hallo Herr Wendtland!

Die Antwort auf Ihre Frage steht bereits im Zitat:
Zitat Acrobat 7 erlaubt nun die direkte Einbettung von OpenType-Schriften. Sollte man von dieser Option Gebrauch machen?
... in der Druckvorstufe stellt diese Option ein weiteres Problem dar und sollte deshalb vermieden werden.


Gruß
Boris Rommer

OpenType-Schriften

Oliver Wendtland
Beiträge gesamt: 728

28. Jun 2005, 11:19
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Hallo Her Rommer!

Das stimmt so nicht:
Es geht mir doch um die Verwendung von OpenType-Schriften
in zB XPress oder InDesign.
Ich weis jetzt nicht, ob diese durch Distiller oder Export
in Type 1 oder ähnliches umgewandelt werden,
damit sie nicht zu Fehler führen.

Also quasi ein indirektes Verwenden der OT-Fonts,
die in der PDF NICHT als OT vorliegen...?!
(Ich weis nicht wie ichs erklären soll)


Oliver Wendtland
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gremlin
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28. Jun 2005, 15:24
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hallo oliver

resümieren wir... in dem artikel wird davon abgeraten, open type als solches in pdf einzubetten, was ja mit der version 1.6 (acrobat 7) - und nur dort - nun möglich wäre. erstelle einfach weiterhin pdf der version 1.3 oder 1.4. dabei werden die open type entweder ins type-1- (postscript) oder truetype-format gewandelt und liegen so im pdf vor.
der artikel bezieht sich nicht auf das verwenden von open-type-schriften bei der layouterstellung, sondern auf deren einbettung ins pdf.

pisa lässt grüssen - fach textverständnis: durchgefallen ;-)

gruss. gremlin

"geht nicht" ist keine problembeschreibung...

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Oliver Wendtland
Beiträge gesamt: 728

29. Jun 2005, 04:29
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Hallo Gremlin!

So war meine Frage gemeint! Ich konnte mir auch nicht
vorstellen, dass OT-Fonts generell nicht zu gebrauchen sind.

Danke für die Klarstellung.


Oliver Wendtland
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