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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
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6. Nov 2005, 13:07
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Hallo zusammen,

'Die neue Epson Tintentechnologie für perfekte, lupenreine Contract-Proofs.'

So zu lesen auf einer 1/1-A4-Anzeige von Epson. Zu sehen ist ein Proof mit Fogra-Keil und Beschnittzeichen. So lupenrein scheint dieser aber nicht zu sein: da sind jepg-Komprimierungs-Artefakte zu erkennen - und das sogar ohne Lupe. Traurig, traurig - dabei sollte man doch meinen, Epson sei eine grosse Firma mit entsprechem Know How an den entsprechenden Stellen?!?

Das scheint aber eine Entwicklung zu sein, die schon seit einigen Jahren so anhält. Und das Dank jepg, Email und Internet. Die Datenanlieferung (für die Weiterverarbeitung und späteren Druck) erfolgt immer öfter per Email. Das ist ja erst einmal kein Problem. Wenn ich dann aber ein 12 KB grosses Logo als jepg erhalte, brauche ich es nicht einmal zu öffnen, um zu wissen, dass es unbrauchbar ist... Wenn man dann konsequenterweise die Daten per CD fordert, bekommt man oft den gleichen Müll auf CD - da langt schon ein Blick auf die Rückseite der CD, denn 20 'High Res'-Abbildungen benötigen i.d.R. mehr als einen 2 mm breiten 'Brennring' (?).

Woran liegt es?

Zwei Beispiele, die ich wirklich so erlebt habe:

Ich bekam (mal wieder...) ein Logo im jepg-Format. Da die Qualität jedoch nicht ausreichend war, forderte ich das Logo in einer besseren Qualität an ('wir benötigen das Logo als Vektorgrafik, bitte KEIN jepg!') und bekam eine Tiff-Datei mit gleicher (kleiner) Grösse und Auflösung (jedoch ohne Komprimierungs-Artefakte - immerhin :-)
Auf hartnäckiges Nachfragen kam dann heraus: er bekam einmal das Logo von der Grafik-Abteilung in verschiedenen Formaten. Da er aber die Datei ***.eps und ***.ai an seinem PC nicht geöffnet bekam, hat er sie gelöscht...

Eine (super liebe) Marketing-Assistentin war für die Beschaffung druckfähiger Produktabbildungen beauftragt. Ich bekam briefmarkengrosse Abbildungen, die sogar aus einem speziellen Download-Bereich des Herstellers stammen sollten. Es stellte sich heraus, dass sie statt auf das Thumbnail zu klicken, um das Bild herunter zu laden, mit der rechte Maustaste und 'Bild speichern...' nur das Icon lud...

Wie seht ihr das? Erlebt ihr das vielleicht genauso?

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Dirk Levy
  
Beiträge gesamt: 9330

6. Nov 2005, 13:34
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Hi Bernhard,

das ist eine ganz alltägliche Erfahrung,
die ich auch aus dem FF kenne - gerade
im Anzeigenbereich und bei selbst gemachten
Logo- und Flyervorlagen....

Gruß
Dirk

[levy-media.de MCP]
http://www.levy-media.de

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

6. Nov 2005, 13:39
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Super - da fällt mir eine Geschichte ein:

Ich erstelle ein CD mit dazugehöriger Internetpräsenz.
Logo/Visitenkarte/Folder etc. schön ausgedruckt, Screen-Design natürlich als Screen-Shot auf Pappe geklebt. Sah gut aus.
Auftrag erhalten.
Bearbeitet.
Rechnung geschrieben.
Rechnung wurde zu 70 % bezahlt mit dem Hinweis, die Website wäre nicht so, wie es in meiner Präsentation aussah.

Darauf fragte ich die Kundin, wie as gemeint sei. Antwort: "Wenn ich auf Drucken klicke im IE kommt die Site im Hochformat, bei der Präs. wäre das jedoch im Querformat gewesen."

Tja, soll ich beim nächsten Mal die Kundin schulen im Bereich wie-drucke-ich-ne-Website?

sorry - OT - aber ein stückweit Niedergang der Qualität in der "Druck(vor)stufe"

tibby
Viele Grüße,
Heike

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

jrandi
Beiträge gesamt: 794

6. Nov 2005, 17:57
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hallo !

wirklich alltäglich. . . wenn man ein vektorisiertes eps oder zumindest ai verlangt, verstehen die KMU's meistens nur bahnhof.
dass dies mit dem "niedergang der qualität. . ." zu tun hat, ist aber nur dann korrekt, wenn der typographe, grafiker oder wer auch immer, versucht, mit den erhaltenen material etwas hinzu(ver)krampfen.

als ich letzhin ein logo als gif erhielt -> dies zudem negativ (weisses logo auf blauem grund da website vorhanden aber keine visitenkarten, briefpapiere etc, etc) konnte ich dem kunden kaum übel nehmen - ist ja nicht sein job ein CD zu erarbeiten und bei der anstellung wird er ja wohl kaum gefragt worden sein, ob er Illustrator, Freehand oder sonst was kenne, geschweige beherrscht. er braucht internet und MS-Office um seinen job zu machen.

als ich anbot dem grafiker gleich selbst zu telefonieren, wusste man leider nicht wer, wann und wo und womit dieses logo einst erstellt wurde. konnte dann etwas zusätzlich verdienen, indem ich das logo in Illustrator nachzeichnete. . .

das ist unser job und entsprechend sind wir auch zuständig, dass die qualität stimmt.

gruss
jurg

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Jens Naumann
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9. Nov 2005, 07:37
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Hallo,

bei dem z.T. Datenmüll, den wir bei uns bekommen, bin ich immer wieder froh, dass ich "nur" Telefonbücher produziere und keine Hochglanzobjekte. Wenn selbst meine Redaktion um die Ecke kommt und sagt, wir bräuchten da mal einen driespaltigen Füller. Die Bilder haben wir auf Homepage XY gesehen. Da kannst du sie dir runterladen. Dann führe ich nicht nur eine Qualitätsdiskussion sondern gleich noch eine hinerher über die Bildrechte.

Apropos Bildrechte. Besonders gerne Autohäuser legen uns irgendwelche Prospekte bei und sagen, wir mögen doch bitte dieses oder jenes Auto verwenden. Da bin ich sehr froh, dass ich nicht den direkten Kundenkontakt habe, denn die meisten Autobauer haben auf die uns zugesendeten Prospekte Bildrechte, die eben nur für dieses Prospekt gelten.

Gott grüß die Kunst,
Jens

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christiandigital
Beiträge gesamt: 489

9. Nov 2005, 19:01
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Den Anfang hat nicht Epson gemacht, ich erinnere an eine Anzeige von Adobe. Obwohl, so eine tolle Firma hat sicher einen so tollen Fotografen, der es schafft mit 3 Schärfeebenen zu knipsen oder war es einfach nur ein unfähiger Grafiker, der vor lauter dummer Selbstüberschätzung alle Gebote der Physik verworfen hat... Fragen über Fragen.

Der Kunde bekommt, was er (bezahlen) will. Das allerdings entscheiden sehr oft vollkommen inkompetente Mitarbeiter der Unternehmen :-(
Ein aktuelles eigenes Beispiel, der Kunde will sein Logo als Datei für Word, aber bitte als JPG für PC (?!)...jedes Nachfragen, warum in diesem Format (was bitte ist ein JPG für PC) wurde von der Marketingmitarbeiterin abgewürgt (ich brauche das so, wenn SIE das nicht wollen oder können suchen wir uns einen neuen Lieferanten)...also gut, aus FH-EPS JPG erzeugt (Probleme mit Verläufen, Schrift...) (welche Größe!?) A4, A5, A6...Farbraum RGB..., verpackt, gemailt...mit diversen Telefonaten 3 Stunden Arbeit...nach 3 Wochen der Anruf des IT-Leiters des Kunden...Was soll ich mit diesen JPG´s, gibt es da keine Vektoren...WMF wäre mir sehr Recht...End vom Lied, Arbeit nochmal, Rechnung nochmal und mein Konto hat gelacht...
Mir ist das mittlerweile egal, wer Scheisse will, der bekommt Scheisse. So lange ich meinen Job korrekt mache, hab ich einen juristischen Anspruch auf mein Geld und nur das interessiert mich noch.
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

www.koenigreich.com

Alles wird gut.
______________________________

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

9. Nov 2005, 20:02
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Hallo zusammen,

die Resonanz freut mich doch und gibt mir Mut, auch mal Nein zu sagen. :-)

Was mich (als gelernter Fotograf) auch nervt, ist diese 'ich-hab-ne-digiknipse-und-kann-alles-fotografien'-Mentalität. Da wird z.B. eine Weinflasche auf den Büroschreibtisch gestellt - im Hintergrund noch der Stiftköcher und die Diddel-Maus zu sehen - und als 'Produktabbildung' verkauft.

Aber das schlimmst: Man soll/muss das dann auch noch verwursten - naja, ein bisserl' hier und ein bisserl' da korrigieren... ist ja nur für die eine Sache und wird ganz klein abgebildet... - von wegen - zwei Wochen später: könnten wir das nicht auch auf A1... :-(

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

jekyll
Beiträge gesamt: 2039

10. Nov 2005, 18:44
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Hallo,

Antwort auf: wirklich alltäglich... wenn man ein vektorisiertes eps oder zumindest ai verlangt, verstehen die KMU's meistens nur bahnhof.


wirklich alltäglich : Ich bekomme dann den gleiche jpg in eine ai oder eps eingebettet, da hört der Spass doch auf.
Gruß Sándor


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Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

10. Nov 2005, 18:58
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Vielleicht habt Ihr recht. Vielleicht hilft es auch, sich über die Kunden aufzuregen. Was wäre das doch alles einfach ohne Kunden.

Aber...

ist es nicht vielleicht unser großes Glück, dass wir Wissen haben, welches andere nicht haben? Ist es nicht das Schicksal des Experten? Sind wir vielleicht nur nicht in der Lage, unser Wissen so zu kommunizieren, dass der Kunde
1. endlich kapiert, dass wir auf unserem Gebiet Spezialisten sind und
2. das dann auch bereit ist, zu bezahlen...

Ich weiß, dass das nicht immer klappt, aber manchmal schon. Ich hatte letztens eine Kundin, die ihr Logo in Excel gestaltet (!) hat. Nungut. Ich hab mir die Mühe gemacht und ihr erklärt, was dabei ein Problem werden könnte.

Und siehe da, die 15 min Gespräch und Erklärungen haben gewirkt. Denn nun weiß sie zwar immer noch nicht, was eingebettet, vektorisoiert und CMYK ist, sie hat aber nun die Ahnung, dass ich als Spezialistin IHRE Arbeit gut hinbekomme.

...

noch ein kleines Beispiel. Ich fahre gern Auto. Manchmal ist es auch kaputt, muss in die Werkstatt. Und ich will NICHT wissen, wo genau mit welchen Werten die Zündung neu eingestellt werden muss. Ich will, dass das Ding an der Kreuzung anbleibt! Und dafür zahle ich der Werkstatt viel Geld pro Stunde. Das ist für die meisten völlig okay. Wir Grafiker sollten nun langsam auch die gleichen Rechte wie Schornsteinfeger, Monteure und Autowerkstätten verlangen. Seid nett zum Kunden und informiert ihn einfach, dass Ihr keine Pixelschieber seid!

...

noch eins, manche Kunden geben mehr für ein gestalteten Teekessel von Alessi aus als für ihr Logo! Darüber sollten sie sich mal Gedanken machen. Sagt das denen doch mal!

tibby
Viele Grüße,
Heike

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jekyll
Beiträge gesamt: 2039

10. Nov 2005, 19:11
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Hallo tibby,

Zitat noch ein kleines Beispiel. Ich fahre gern Auto. Manchmal ist es auch kaputt, muss in die Werkstatt. Und ich will NICHT wissen, wo genau mit welchen Werten die Zündung neu eingestellt werden muss.


Ich glaube dieser Vergleich hinkt ein wenig. Es ist ehe so: Man bringt eine Auspuff ins Werkstatt und sagt: "die Windschutzscheibe ist kaputt, bitte hiermit ersetzen" ;o))
Aber im Prinzip gebe ich Dir Recht!!
Gruß Sándor


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(Dieser Beitrag wurde von jekyll am 10. Nov 2005, 19:12 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

rohrfrei
Beiträge gesamt: 4403

10. Nov 2005, 19:24
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Hallo,

>noch ein kleines Beispiel. Ich fahre gern Auto. Manchmal ist es auch kaputt, muss in die Werkstatt. Und ich will NICHT wissen, wo genau mit welchen Werten die Zündung neu eingestellt werden muss. Ich will, dass das Ding an der Kreuzung anbleibt! Und dafür zahle ich der Werkstatt viel Geld pro Stunde. Das ist für die meisten völlig okay. Wir Grafiker sollten nun langsam auch die gleichen Rechte wie Schornsteinfeger, Monteure und Autowerkstätten verlangen. Seid nett zum Kunden und informiert ihn einfach, dass Ihr keine Pixelschieber seid!

Also bei allem notwendigen Respekt, aber dieser Vergleich zieht nun überhaupt nicht in meinen Augen:

1. Ich bringe nicht die Zündkerzen mit in die Werkstatt. Wenn ja, dann würde ich welche für einen Opel mitbringen, ich brauche aber welche für einen BMW. Der Werkstattmeister guckt schon ganz komisch.
2. Ich sage dem Mechaniker nicht, welches Öl er auffüllen soll. Das weiß er selber viel besser.
3. Ich habe auch kein Diagnosegerät zu Hause stehen um den Fehlerspeicher auszulesen und auf der Basis Rückschlüsse zu ziehen. Die Kunden der Druckindustrie haben aber alle einen PC mit Office und meinen sie hätten das Schießpulver erfunden (s. o.g. Beispiele). Manche haben auch einfach geklaute Versionen aus dem Internet, wofür wir teuer Geld bezahlt haben.
4. Auch habe ich es noch nie erlebt, daß mich der Werkstattleiter zum Workshop "Erfolgreiche Durchführung der Inspektion 1" eingeladen hat. Wir machen aber kostenlose Workshops zur korrekten PDF/X-3-Erstellung für unsere Kunden. Damit graben wir uns selber das Wasser ab. Das würde z.B. auch kein Schuster machen...


Wenn schon ein Vergleich, dann doch bitte mit den Anwälten. Die verlangen für eine Rechtsberatung richtig Kohle. Da kostet das Schreiben eines popeligen Briefes, den er sowieso als Standardvorlage hat und nur von seiner Sekretärin drucken lässt, richtig Geld. Also ich habe noch nie eine Rechnung schreiben können, wenn mich ein Kunde nach den richtigen Photoshop-Einstellungen fragt oder ich ihm erkläre, daß er doch bitte im Acrobat die Überdrucken-Vorschau aktivieren soll. Bei uns in der Druckindustrie ist das alles Service und inklusive.

Und wir sind ja auch selbst schuld, weil es immer einen Mitbewerber gibt, der billiger oder sich auf irgendwelchen Spielchen durch die Kunden einlässt. Das gelieferte PDF kann noch so beschissen sein ohne eingebettete Schriften, es heißt doch so oft: "die andere Druckerei konnte das aber bisher immer". Ja ne, is klar...

Sorry, das mußte ich jetzt auch mal loswerden, denn die anderen Beiträge weiter oben kann ich voll und ganz unterschreiben. Und in 10 Jahren sind wir alle weg vom Fenster. Wenn dann jedes KMU ne richtig gute und günstige Digitaldruckmaschine hat, dann braucht es uns nicht mehr. Als ich denke ernsthaft darüber nach die Branche zu wechseln, obwohl es mir eigentlich sehr viel Spaß macht.

Gruß

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Christoph Steffens
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10. Nov 2005, 20:11
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Antwort auf: wirklich alltäglich : Ich bekomme dann den gleiche jpg in eine ai oder eps eingebettet

Unfassbar! DAs ist mir vor 15 (!) zum ersten mal passiert! Dass nenn ich Fortschritt!
Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Christoph Steffens
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10. Nov 2005, 21:24
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Antwort auf: wirklich alltäglich : Ich bekomme dann den gleiche jpg in eine ai oder eps eingebettet

Unfassbar! DAs ist mir vor 15 (!) Jahren zum ersten mal passiert! Dass nenn ich Fortschritt!
Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
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12. Nov 2005, 16:21
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Zitat Ich glaube dieser Vergleich hinkt ein wenig. Es ist ehe so: Man bringt eine Auspuff ins Werkstatt und sagt: "die Windschutzscheibe ist kaputt, bitte hiermit ersetzen" ;o))
Aber im Prinzip gebe ich Dir Recht!!


Zitat Also bei allem notwendigen Respekt, aber dieser Vergleich zieht nun überhaupt nicht in meinen Augen:

1. Ich bringe nicht die Zündkerzen mit in die Werkstatt. Wenn ja, dann würde ich welche für einen Opel mitbringen, ich brauche aber welche für einen BMW. Der Werkstattmeister guckt schon ganz komisch.
2. Ich sage dem Mechaniker nicht, welches Öl er auffüllen soll. Das weiß er selber viel besser.
3. Ich habe auch kein Diagnosegerät zu Hause stehen um den Fehlerspeicher auszulesen und auf der Basis Rückschlüsse zu ziehen. Die Kunden der Druckindustrie haben aber alle einen PC mit Office und meinen sie hätten das Schießpulver erfunden (s. o.g. Beispiele). Manche haben auch einfach geklaute Versionen aus dem Internet, wofür wir teuer Geld bezahlt haben.
4. Auch habe ich es noch nie erlebt, daß mich der Werkstattleiter zum Workshop "Erfolgreiche Durchführung der Inspektion 1" eingeladen hat. Wir machen aber kostenlose Workshops zur korrekten PDF/X-3-Erstellung für unsere Kunden. Damit graben wir uns selber das Wasser ab. Das würde z.B. auch kein Schuster machen...


Naja, natürlich habt Ihr Recht, dass der Vergleich nicht so optimal ist. Tja, so ist das eben, wenn man schnell nur was schreiben will.

Aber nochmal, ich denke, wir sollten das Problem an der Wurzel packen. Wenn ich dem Monteur sagen soll (will, aber nicht kann), welches Öl das Beste ist, dann ist das schon zu spät. Ich als Kunde weiß schon, dass ich damit keine Punkte mache in der werkstatt.

Warum sollen unsere Kunden nicht auch mal wissen, dass sie unwissend sind und dass wir das Fachwissen haben? Es muss ja nicht die Holzhammermethode sein, aber etwas optimiertere Kommunikation geht doch.

Übrigens finde ich es super, wenn pdf-Workshops angeboten werden, da genau sieht der Kunde, wie schwer es ist und worauf es ankommt. Das hat zum Vorteil, dass Ihr weniger Zeit bei der Korrektur braucht. Das genau ist doch gut. Dafür geht der Kunde aber nicht her und druckt plötzlich selbst. (In der Werkstatt wäre das anders, da ginge das eher)

Zitat Sorry, das mußte ich jetzt auch mal loswerden, denn die anderen Beiträge weiter oben kann ich voll und ganz unterschreiben. Und in 10 Jahren sind wir alle weg vom Fenster. Wenn dann jedes KMU ne richtig gute und günstige Digitaldruckmaschine hat, dann braucht es uns nicht mehr. Als ich denke ernsthaft darüber nach die Branche zu wechseln, obwohl es mir eigentlich sehr viel Spaß macht.


Oh, das hört sich aber nicht gut an. Sicher ändern sich die Zeiten. Aber warum solltest Du gleich die Branche wechseln, meinst Du nicht, dass es neue Berufbilder etc. geben wird? Gute Fotografen gibt es ja auch immer noch, obwohl mit der Digi-Cam jeder denkt, er ist nun ein Profi... (schon wieder ein Beispiel, ich bin jetzt vorsichtig*gg*)

Also, Kopf hoch! Ich denke, das ist zu machen!
tibby
Viele Grüße,
Heike

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(Dieser Beitrag wurde von tibby am 12. Nov 2005, 16:26 geändert)

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worshipper
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29. Nov 2005, 14:38
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Antwort auf: Vielleicht habt Ihr recht. Vielleicht hilft es auch, sich über die Kunden aufzuregen. Was wäre das doch alles einfach ohne Kunden.

Aber...

ist es nicht vielleicht unser großes Glück, dass wir Wissen haben, welches andere nicht haben? Ist es nicht das Schicksal des Experten? Sind wir vielleicht nur nicht in der Lage, unser Wissen so zu kommunizieren, dass der Kunde
1. endlich kapiert, dass wir auf unserem Gebiet Spezialisten sind und
2. das dann auch bereit ist, zu bezahlen...

Ich weiß, dass das nicht immer klappt, aber manchmal schon. Ich hatte letztens eine Kundin, die ihr Logo in Excel gestaltet (!) hat. Nungut. Ich hab mir die Mühe gemacht und ihr erklärt, was dabei ein Problem werden könnte.

Und siehe da, die 15 min Gespräch und Erklärungen haben gewirkt. Denn nun weiß sie zwar immer noch nicht, was eingebettet, vektorisoiert und CMYK ist, sie hat aber nun die Ahnung, dass ich als Spezialistin IHRE Arbeit gut hinbekomme.

...

noch ein kleines Beispiel. Ich fahre gern Auto. Manchmal ist es auch kaputt, muss in die Werkstatt. Und ich will NICHT wissen, wo genau mit welchen Werten die Zündung neu eingestellt werden muss. Ich will, dass das Ding an der Kreuzung anbleibt! Und dafür zahle ich der Werkstatt viel Geld pro Stunde. Das ist für die meisten völlig okay. Wir Grafiker sollten nun langsam auch die gleichen Rechte wie Schornsteinfeger, Monteure und Autowerkstätten verlangen. Seid nett zum Kunden und informiert ihn einfach, dass Ihr keine Pixelschieber seid!

...

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tibby


hallo,

darf ich fragen von welchem wissen du redest?
meinst du das wissen, wie ein dtp-programm funktioniert, was RGB u. CMYK ist, etc. oder meinst du das wissen über typographie, layout, satztechniken, farbenlehre etc.

meiner meinung wird ersteres bald nicht mehr langen. ich denke, dass die technik soweit voranschreiten wird, dass jeder hans-wurst einen kompletten firmenprospekt ohne fundiertes fachwissen erstellen kann.
es ist ja jetzt schon möglich. word öffnen, vorlage ziehen und dann die daten tauschen. klar wird das ganze etwas komplizierter wenn man auf individualität bzw. das ergebnisse in die druckerei kommt, aber die technik wird voranschreiten.
utopie 2010: ein knopfdruck und schon haben ein neues cd dank corel draw.

die verbindung von corel draw + word wird der branche das genick brechen.

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koder
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29. Nov 2005, 14:59
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Antwort auf: die verbindung von corel draw + word wird der branche das genick brechen.


Hallo worshipper,

das finde ich nun doch ziemlich gewagt, zu behaupten, daß zwei Programme für den Untergang einer ganzen Branche verantwortlich gemacht werden sollen, so wie du es hier schwarz an die Wand pinselst.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

worshipper
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29. Nov 2005, 15:14
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hallo koder,

ich denke schon das es so kommen wird.

warum soll dein kunde zu dir gehen, wenn er selbst eine broschüre gestalten kann. und das zum bruchteil deiner kosten? zumal das computerprogramm alle vorraussetzungen erfüllen wird?

verstärkt wird das ganze durch die "geiz ist geil" mentalität. scheis auf die qualität hauptsache billig.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

jekyll
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30. Nov 2005, 09:21
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Hallo,

Antwort auf [ worshipper ] ich denke schon das es so kommen wird.


Vielleicht, Möglicherweise aber 2010 halte ich für Utopisch, und ehrlich Microsoft erst Recht Wink

Antwort auf [ worshipper ] warum soll dein kunde zu dir gehen


Weil er selber das so nicht machen kann, wie eine der damit seit mehreren Jahren Tag für Tag beschäftigt ist. (Falls doch hatte der jenige keine intersse an sein Arbeit oder der Kunde ist eine natur Talent.)
Weil er dafür keine Zeit nimmt und mit seine eigene Geschäft sein Geld verdient.
Und
Mir will nicht in der Kopf gehen wie eine Software, die Individualität von der Gestalltung um setzten soll? und das wohl auch nur mit 3 Knöpfen damit es nicht so anstrengend wird?
Gruß Sándor


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Was ist für Euch Qualität?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

30. Nov 2005, 10:23
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Antwort auf: darf ich fragen von welchem wissen du redest?
meinst du das wissen, wie ein dtp-programm funktioniert, was RGB u. CMYK ist, etc. oder meinst du das wissen über typographie, layout, satztechniken, farbenlehre etc.


Ja, darfst Du.

Ja, gemeint ist technisches Zeug ebenso wie Farbenlehre, Typografie etc.
Das macht doch den Profi aus, oder?

Ich gebe ja auch als Dozentin Unterricht. Und da habe ich oft Teilnehmer aus den Marketingabteilungen, die mal schnell das von einer Agentur gezauberte CD selbst überarbeiten wollen. Im besten Fall haben sie ID oder Illu etc. schon auf dem Rechner. Soweit sogut. Dann geht es darum, nur an kleinen Beispielen zu üben.

Linien neu einfärben. Schrift suchen. Claim erneuern in gleicher Schrift. Bilder bearbeiten etc. Da sitzen die dann 2-3 Stunden und retuschieren einen Kran aus einer Hafenanlage. Und GENAU DA sehen sie plötzlich, wie viel Wissen erforderlich ist. Denn selbst die Menüs können sie nicht entziffern. Was Ist Farbmodus? Was sind Gradationskurven? "Hat as mit Gravitation zu tun???"

Nee, im Ernst, Wenn ich dann anfange, die Texte zuzurichten, 1 Stunde ale Buchstaben anschaue und Proportionen auslote etc., dann sehen sie, dass es mehr ist...

Und nochmal, fragt Ihr beim Friseur nach der chemischen Formel der Haarfarbe oder der bestimmten Technik des Messerschliffs? Aber wenn die das nicht wüssten, sind sich auch keine guten Friseure. Da steckt ebensoviel Gesamtwissen dahinter wie in jedem Beruf.

Und nochwas, wieviele Leute in unserem Bereich sind wirklich kreativ? Und haben die Zeit dafür? So sehr viele werden es nicht sein, oder? Das ist aber nicht so wichtig, gute Qualität ist auch dann gefragt, wenn der Kunde sich nicht so weit aus dem Fenster hängen will. (gestalterisch gesehen)

Wenn ich dem Kunden erkläre, warum welche schrift, warum diesen Bildausschnitt etc., merkt er doch, dass ich da der Profi bin.

Hilfe, jetzt habe ich mich in Rage geschrieben, sorry dafür, aber ich würde gern wissen, wie Ihr Qualität definiert. Was ist für Euch Qualität? Sicher muss man unterscheiden zw. Grafikern, Layoutern, Druckvorstufen-Dienstleitern oder so. Aber was ist für EUCH Qualität in dem jeweiligen Bereich?

tibby,
(die immer noch ihren Benutzernamen ändern will. Aber wie?)
Viele Grüße,
Heike

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(Dieser Beitrag wurde von tibby am 30. Nov 2005, 10:45 geändert)

Was ist für Euch Qualität?

jrandi
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8. Dez 2005, 16:53
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hallo

==> die verbindung von corel draw + word wird der branche das genick brechen.

das glaube ich nicht, es ist aber schon so, dass da für uns etliche aufträge verloren gehen.

für einen kunden zeichnete ich ein logo und erklärte natürlich, dass das logo nur ein bestandteil eines Corporate Design ist. Dass man sich da Gedanken über schrift, proportionen, farben etc. auch gedanken machen muss. das alles in der hoffnung, ihm briefpapier, vk usw. verkaufen zu dürfen. . .

denkste, "nein, nein" das kann ich selber machen. . . und so sieht es auch aus. letzthin habe ich seinen prospekt gesehen. . . mit MS Publisher, digital gedruckt, da gabs auch keine komplikationen mit dem druck

-> nun der prospekt sieht eben so schlimm aus, wie alles andere. abgesehen vom logo ist nirgends eine graphische linie auszumachen. heute habe ich lust auf Arial und morgen nehme ich eben die Garamond, heute ist das logo links, morgen rechts und übermorgen warum nicht in der mitte ? u.à.

eine digi cam hat er ja auch und da werden noch ein paar produkte geschossen. das jpg wird noch schnell verkleinert, die dpi auf 72 belassen, wie in der cam eben eingestellt . . .

daran ist aber nicht nur MS schuld ;-) bei einem anderen kunden habe ich quark auf dem rechner entdeckt. (würde mich ja sehr wundern, wenn der eine lizenz hätte. . .) und er zeigte mir dann auch seine A4-gestaltungen die Produktewerbung im laden aufgehängt. . .
sieht auch ziemlich übel aus. aber die kunden sehen die werbung, alles andere ist eh nebensache ;-(

während mir die Augen schmerzen ist der andere ganz stolz, was er da hinbekommen hat.

aber es gibt zum glück auch die anderen, welche wissen wer welchen job machen soll. Meinstens diejenigen, die nicht das eigene Protemonnaie aufmachen müssen, sondern mit der Firmenkasse zahlen. Die konzentrieren sich jeweils auch auf Ihre Aufgaben und delegieren alles, was nicht zu ihren kompetenzen zählt.

Die Branche wird ihr Genick behalten, aber es sieht schon recht übel aus. . . bald so schlimm wie im webdesign.

sich darüber zu ärgern habe ich mir abgewöhnt, auch wenn's manchmal etwas schwer fällt. entweder können wir damit leben oder wir müssen uns überlegen, was wir in zukunft machen wollen. . .

gruss
jurg

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Was ist für Euch Qualität?

christiandigital
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25. Jan 2006, 12:58
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Ich werde nicht müde, es immer wieder zu betonen dass der Verfall der Branche eine Entwicklung ist, die nicht neu ist und nicht mit bestimmten Programmen, sondern mit einer Mentalität zu tun hat, die viele Grafiker selbst auch haben!

Es gab mal eine Zeit, da habe ich mit Schriftsatz und Bildbearbeitung gutes Geld verdient, dann kam der Apple und auf einmal haben Grafiker angefangen das selbst zu machen, ist ja für den Kunden billiger... Na Danke noch mal im Nachhinein ;-)

Ein guter Freund von mir hat eine Werbeagentur, mit entsetzen hörte ich dort mal ein Telefonat zwischen einem Grafiker und einem Kunden, das in etwa mit dem Satz endete *Nein, nein das machen wir alles selbst. Ich scanne das und retuschiere das, wird perfekt und viel billiger als das Angebot von der Repro...*

Wenn in dieser Folge ein (unwissender) Kunde denkt, dass er so Kosten spart und gleichzeitig die gleiche Qualität erhält muss er irgendwann auch daran glauben, was auf der Corel-Verpackung steht oder auf der neuen *Die grosse Hausdruckerei*-CD...

Achtung, etwas Ironie schadet nie...
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

www.koenigreich.com

Alles wird gut.
______________________________

Was ist für Euch Qualität?

Christoph Grüder
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25. Jan 2006, 14:36
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Jetzt mal Hand aufs Herz:

Wieviele Firmen hatten vor 20-30 Jahren ein tolles Corporate Design und haben einen Grafiker mit Geld dafür bezahlt? Vielleicht waren es 20%, einen technischen Zeichner gab es damals in jeder Maschinenbaufirma, der auch einmal einen Schriftzug entworfen hat. Damit hatten dann Generationen von Designern zu kämpfen, aus den konstruierten Typen etwas ordentliches zu machen. Das Briefpapier sah auch nicht immer schön aus.

Ein Blocksatz in einer Zeitschrift aus den 70ern ist aus heutiger Sicht eine typografische Katastrophe.

Wieviele Designbüros und Druckereien hatten 1960 Ahnung von Corporate Design? 10%?

Und wem gefällt das 80er Design mit Quadraten, Dreiecken und Kreisen in Blau, Gelb und Rot, die auf jedem Briefkopf zu finden waren, heute noch?

In welcher Zeit also war denn alles besser? Ich kann die Diskussion darum einfach nicht mehr hören. Jeder Kunde bekommt das CD, das er verdient und jeder Gestalter spiegelt seine eigene Zeit und Werkzeuge wieder.
Früher waren es Blei- und Fotosatz, heute sind es ein PC/Mac mit Programmen. Na und?

herzliche Grüße,
Christoph Luchs


Cogneus Interface Design
http://www.cogneus.com
http://www.indesign-lernen.de

Was ist für Euch Qualität?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

25. Jan 2006, 14:50
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Antwort auf: In welcher Zeit also war denn alles besser? Ich kann die Diskussion darum einfach nicht mehr hören. Jeder Kunde bekommt das CD, das er verdient und jeder Gestalter spiegelt seine eigene Zeit und Werkzeuge wieder.
Früher waren es Blei- und Fotosatz, heute sind es ein PC/Mac mit Programmen. Na und?


D A N K E !
Viele Grüße,
Heike

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

alexP
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25. Jan 2006, 14:52
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Das ist ganz normal und wir in unserer kleinen Druckerei haben diese Fälle jeden Tag. Und was man von so genannten Werbeagenturen und Grafikbüros oft für Müll erhält ist erschreckend. Aber heutzutage muss eh alles nur schnell fertig sein, egal wies ausschaut.

lg
alex

Was ist für Euch Qualität?

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18110

25. Jan 2006, 15:19
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Hallo Christoph,

im allgemeinen gebe ich dir völlig recht.

Wenn deine Antwort aber konkret auf Christians mitgehörtes Zitat gemeint war, nicht.

Denn wenn jemand eine externe Facharbeit seinem Kunden gegenüber so herabwürdigt, muss er sich in der Tat nicht wundern, wenn seine eigene Reputation auch mit leidet, und es ihm ein bisschen Später genau so geht, wie der Litho ein wenig zuvor - das macht 'man' eben alles schnell selber.
Das da die Qualität leidet, steht ausser Frage, aber wenn man anderer Leut Arbeit nicht zu würdigen weiss, und das auch noch so an die Kundschaft weitergibt, hat man es eigentlich nur verdient, den Kunden los zu sein. Nur dumm, dass ein dritter unverschuldet mit auf der Strecke blieb.


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

rwetzel
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27. Jan 2006, 14:24
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@Bernhard Werner
Du schreibst ganz zu Beginn von dieser ganzen Diskussion:
Zitat Ich bekam (mal wieder...) ein Logo im jepg-Format. Da die Qualität jedoch nicht ausreichend war, forderte ich das Logo in einer besseren Qualität an ('wir benötigen das Logo als Vektorgrafik, bitte KEIN jepg!') und bekam eine Tiff-Datei mit gleicher (kleiner) Grösse und Auflösung (jedoch ohne Komprimierungs-Artefakte - immerhin :-)
Auf hartnäckiges Nachfragen kam dann heraus: er bekam einmal das Logo von der Grafik-Abteilung in verschiedenen Formaten. Da er aber die Datei ***.eps und ***.ai an seinem PC nicht geöffnet bekam, hat er sie gelöscht...


Ich kenn diesen Fall sehr gut aus meiner täglichen Arbeit. Auch versuch ich immer wieder den Kunden zu erklären, was der Unterschied von Vektor- und Pixeldaten ist. Um ihnen klar zu machen, warum wir so gerne Vektordaten haben. Darum jetzt hier meine Frage an dich, aber auch an alle anderen:

Habt ihr ein Merkblatt auf dem auf anschauliche Weise dieser Unterschied erklärt wird? Und wenn ja, würde mir jemand von euch eine solche Information zukommenlassen?

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe? und in anderen Bereichen

oesi50
  
Beiträge gesamt: 2315

27. Jan 2006, 16:14
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Hier hat mal einer das Problem beim Namen genannt.

http://www.hilfdirselbst.ch/...php?read_article=940

Dieser Beitrag betrifft zwar jetzt die Spieleprogrammierung, läßt sich aber ohne weiteres auf andere Bereiche anwenden.

Die meisten Mißverständnisse und Fehlentscheidungen entstehen eben gerade dadurch, daß das Wissen um die Grundlagen sträflich vernachlässigt wird.
Wenn man nun konsequent weiterdenkt, wird man feststellen, die diversen Selbstüberschätzungen ergeben sich sogar folgerichtig aus diesen Defiziten.


Grüße Oesi
Ich weiß, dass ich nicht weiß... (Sokrates)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
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27. Jan 2006, 22:56
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Hallo Roman,

ich war schon ein paar mal kurz davor ein solches 'Datenanforderungsblatt' zu erstellen. Meist ist es wegen Zeitmangel oder temporärer Unlust gescheitert.

Vielleicht können wir ja bei HDS so etwas entwickeln? Als Grundlage ist das erste Kapitel 'Grundlegende Konzepte' im Handbuch zu Photoshop 3.0 gut geeignet.

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Maik Dopheide
Beiträge gesamt: 51

1. Mär 2006, 12:41
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Hallo Bernhard,

ich gebe Dir völlig Recht. Auch ich habe täglich mit fremden Daten zu tun und was da manchmal auf meinem Schreibtisch landet, bringt mich an den Rand eines Tränenausbruchs. Jpegs in miserabler Qualität, PDFs im RGB-Farbraum, Tiffs in 72 dpi, Word-Dateien als fertig gestaltete Anzeigen, usw.

Ich will es kurz machen. Ich denke, dass heute fast jeder die möglichkeit hat, mit der modernen Technik, seine eigenen Drucksachen zu erzeugen. Und genau dasist das Problem. Warum sonst gibt es z. B. PDF X3. Unser Job wird es immer mehr sein, den Menschen zu erklären, dass selbst gestalten eben nicht immer besser ist.
Gruß,
MD

Was ist für Euch Qualität?

whitelady
Beiträge gesamt: 338

1. Mär 2006, 13:16
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Ich sehe das ebenso wie Christoph: Es wird immer die Kunden geben, die wissen, daß ein professionell gemachtes CD wesentlich besser visuell kommuniziert, und es wird genauso immer die geben, die alles lieber selber machen und sich dann wundern, warum´s nicht so gut ausschaut wie bei "den Großen".

... Und dann wird es immernoch die dazwischen geben, die unschlüssig sind, und die nur ein wenig Überzeugungskunst von Leuten wie uns brauchen, damit es einen Auftrag gibt...

Allerdings ist muß man sich schon zusammenreißen, um nicht laut loszulachen, wenn der Kunde will, daß sein gesamtes Sortiment im Logo zu sehen ist, und man ihm erklärt, daß ein Logo dafür nicht gedacht ist... Naja. So ist das Leben. Aber es tut auch immer wieder gut, mal Dampf abzulassen...
Viele Grüße
Nadine

(Dieser Beitrag wurde von whitelady am 1. Mär 2006, 13:17 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Dosenöffner
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1. Mär 2006, 20:26
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Hallo,

Zitat Vielleicht können wir ja bei HDS so etwas entwickeln? Als Grundlage ist das erste Kapitel 'Grundlegende Konzepte' im Handbuch zu Photoshop 3.0 gut geeignet.


Ja, aber das ist doch genau das Problem eines solchen Datenanforderungsblatts. Wenn ich mich recht erinnere, war so etwas auch schon beim alten Pagemaker mit auf den Disketten und bei XPress war auch schon immer so etwas dabei für die Belichtungsstudios. Aber da hat ja nie einer reingeschaut. Glaubt Ihr ernsthaft, daß es plötzlich anders wäre? Ich meine, diese Arbeit kann man sich getrost sparen, zumal es im Internet nur so wimmelt von technischen Datenblättern. Die einen mehr individuell, die anderen mehr allgemeingültig. Da müsste man nur mal reinschauen. Viele Digitaldrucker haben so etwas auf ihren Homepages. Auch wenn es eine Allgemeine mit der Reputation von HDS geben würde, traue ich mich zu wetten, daß es gnadenlos ignoriert werden würde.

Tschö

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Gast
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9. Mär 2006, 15:55
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Antwort auf: Hi Bernhard,

das ist eine ganz alltägliche Erfahrung,
die ich auch aus dem FF kenne - gerade
im Anzeigenbereich und bei selbst gemachten
Logo- und Flyervorlagen....

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Gast
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9. Mär 2006, 23:07
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Hallo,

bin neu hier. Ich kann alles das sehr gut nachvollziehen! Alles schon dagewesen! Aaaaber: Letztenendes ist das mein Job. Davon lebe ich. Ich würd auch viel lieber mein Auto selber reparieren (fand das Beispiel gar nicht sooo schlecht...), aber ich machs nicht. Weil ich kanns nicht. Und dafür gibts ja den Autokerl. Und wir sind halt die Grafikkerle. Klar ist es manchmal absolut haarsträubend! Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich in einem Betrieb arbeite, in dem wir (fast) hauptsächlich Reinzeichnungen von Layouts von Kreativ-Agenturen anfertigen. Und da denk ich mich auch echt oft, wenn der Endkunde schon keine Ahnung hat, ist das ja irgendwie ok, aber... DAS ist manchmal echt NOCH schlimmer. Ungesundes Halbnichtwissen halt. Aber eigentlich bin ich ja froh...?! Wollte das nur mal zu Bedenken geben...?!

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

druckfabrik
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10. Mär 2006, 15:17
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Da gibs jemand der hat sich mal Quark 3.3 gekauft und dengelt dann jeden Monat auf seinem All-In-One-Mac sonne häßliche Zeitung zurecht. Anzeigen verkaufen kann der wirklich gut.
Dann bekommt er so Anzeigen geliefert. Im eps-Format. Ohne Mac-Vorschau, leider. Könnte man ja ausdrucken und sehen ob der Stand stimmt. Aber nicht wenn man nur einen nicht-PS Tintenpisser hat. Also werden die Anzeigen in Phoshop (das gibs ja auch noch, zum scannen der schlechten Bilder) geöffnet und mit 72 dpi (war ja nicht mehr) wieder abgespeichet. Wenn dann erst die Druckerei merkt was los ist, ist der Erscheinungstermin aber arg gefährdet. Die Druckerei merkt dann, dass dieser Kollege nicht weiß was Vektor und was Bitmap ist. Aber auf der Visitenkarte steht Drucker, Philosoph (Lehre als Bogenfänger in einer Großdruckerei und SED Parteischule machen so was). Dann hat man Ahnung.
mac mini, imac, Macbook im Büro und Verlag
dazu jede Menge Zeuchs

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

10. Mär 2006, 22:25
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Antwort auf: Da gibs jemand der hat sich mal Quark 3.3 gekauft und dengelt dann jeden Monat auf seinem All-In-One-Mac sonne häßliche Zeitung zurecht. Anzeigen verkaufen kann der wirklich gut.
Dann bekommt er so Anzeigen geliefert. Im eps-Format. Ohne Mac-Vorschau, leider. Könnte man ja ausdrucken und sehen ob der Stand stimmt. Aber nicht wenn man nur einen nicht-PS Tintenpisser hat. Also werden die Anzeigen in Phoshop (das gibs ja auch noch, zum scannen der schlechten Bilder) geöffnet und mit 72 dpi (war ja nicht mehr) wieder abgespeichet. Wenn dann erst die Druckerei merkt was los ist, ist der Erscheinungstermin aber arg gefährdet. Die Druckerei merkt dann, dass dieser Kollege nicht weiß was Vektor und was Bitmap ist. Aber auf der Visitenkarte steht Drucker, Philosoph (Lehre als Bogenfänger in einer Großdruckerei und SED Parteischule machen so was). Dann hat man Ahnung.


aha...
Viele Grüße,
Heike

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

11. Mär 2006, 11:21
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gelesen: 22469

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... versteh ich nicht, was sie/er uns damit sagen will. Oder bin ich etwas schwer von Begriff?...
Gruß planobogen
______________________________________________________________________________

„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten". Aristoteles und Ich
______________________________________________________________________________


Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Druckvorstufenguru
Beiträge gesamt: 76

13. Apr 2006, 18:09
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gelesen: 22307

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Computer werden inklusive Betriebssystem und Anwednersoftware immer Anwenderfreundlicher. Und damit beginnen Leihen Arbeit von profis zu machen. Aus kostengründen ganz einfach. In allen Bereichen, nicht nur in der Druckvorstufe oder Non-Print Bereich. Qualität wird immer schlechter (doof eigentlich weil das der einzige Grund ist der Deutschland bisher interessant gemacht hat).
Nur bei uns ist der Wandel wohl am krassesten zu sehen.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Steve Howe
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28. Apr 2006, 16:59
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Zitat Warum sollen unsere Kunden nicht auch mal wissen, dass sie unwissend sind und dass wir das Fachwissen haben? Es muss ja nicht die Holzhammermethode sein, aber etwas optimiertere Kommunikation geht doch.

Tja, wenn der Kunde der Meinung ist, dass die gelieferten PowerPoint Grafiken so passen, dann wirds schwierig ihm zu verklickern, dass er eigentlich keine Ahnung hat. Den Spruch "Bei mir am Bildschirm siehts doch gut aus" hat sicherlich jeder schonmal gehört.
Die Probleme treten ja meist erst auf, wenn der Kunde sich ahnmaßt Ahnung zu haben. Gewisse Sachen sieht man aber auch erst mit einem gewissen Maß an Fachwissen (Bildaufbau, usw.). Wie schon gesagt, jeder bekommt das wofür er bereit ist zu zahlen. Und warum für etwas zahlen, was man (bzw. die meisten Betrachter sowieso nicht siehen? Öfter mal hässliche Werbeblätter verteilen erweckt doch auch mehr Aufmerksamkeit als ein einziges mal ein Hochglanzprospekt. Beides landet in unserer Wegwerfgesellschaft in Ablage "P".
Zum schmunzeln noch ein paar meiner Lieblingssprüche, die man als DTPler und Adminstrator ab und an zu hören bekommt:
"Die gedruckten Bilder sind so gepunktet. Das Proof hat mir besser gefallen"
Manchen Kunden muss man wirklich erklären, dass die Hochzeitsfotos blaue Gesichter bekommen, wenn sie es auf das selbst mitgebrachte blaue Spezialpapier gedruckt haben möchte.
"Mein Drucker hat doch 16 Millionen Farben, warum kann ich nicht weiß auf blaues Papier drucken?"
"Ich habe die drei Installationsdisketten von Windows-NT eingelegt, bekomme sie nun aber nichtmehr aus dem Laufwerk" (Es stand ja nix von entnehmen sie Diskette 1 auf dem Bildschirm)
"Wieso ist die Tastatur nicht alphabetisch?" (Die Frage ist eigentlich berechtigt, aber damals musst ich mir das Lachen verkneifen)

Und mein all-time-favorite:
"Wir arbeiten nicht mit Festplatten, wir haben Word"

______________
Bitte mehr Bit!

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MHesz
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28. Jun 2006, 13:05
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Antwort auf [ Bernhard Werner ] Hallo zusammen,

Was mich (als gelernter Fotograf) auch nervt, ist diese 'ich-hab-ne-digiknipse-und-kann-alles-fotografien'-Mentalität. Da wird z.B. eine Weinflasche auf den Büroschreibtisch gestellt - im Hintergrund noch der Stiftköcher und die Diddel-Maus zu sehen - und als 'Produktabbildung' verkauft.

Aber das schlimmst: Man soll/muss das dann auch noch verwursten - naja, ein bisserl' hier und ein bisserl' da korrigieren... ist ja nur für die eine Sache und wird ganz klein abgebildet... - von wegen - zwei Wochen später: könnten wir das nicht auch auf A1... :-(



Gruß
Bernhard


Ich kenne das Problem...genau im gleichen Wortlaut...Argumentationen wegen der Qualität werden sofort im Keim abgewürgt. »Ach was, das sieht doch niemand...« höre ich dann immer.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Stefan4
Beiträge gesamt: 177

29. Jun 2006, 08:51
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Antwort auf [ Druckvorstufenguru ] Computer werden inklusive Betriebssystem und Anwednersoftware immer Anwenderfreundlicher. Und damit beginnen Leihen Arbeit von profis zu machen. Aus kostengründen ganz einfach. In allen Bereichen, nicht nur in der Druckvorstufe oder Non-Print Bereich. Qualität wird immer schlechter (doof eigentlich weil das der einzige Grund ist der Deutschland bisher interessant gemacht hat).
Nur bei uns ist der Wandel wohl am krassesten zu sehen.


Bin ganz deiner Meinung. Aber sind wir nicht alle so ähnlich geartet in anderen Bereichen. Schau dir den Boom der Heimwerker an, der schon seit Jahren anhält. Auch ich zähle zu dieser Spezies. Ich möchte mir den Arbeitsaufwand in Euro sparen, den eine Handwerkerfirma bekäme. Ein wenig Begabung, ein paar Geräte angeschafft und los gehts. Seit 25 Jahren. Aber auch da gibt es Arbeiten, bei denen man sich ziert: Gasleitungen, erweiterte Elektrikarbeiten etc. Warum? Weil es gefährlich wird für Leib und Leben. Oder großflächige Gipserarbeiten, das muss man gelernt haben.

Ebenso ist es in der Autobranche: ich würde gerne mein Auto selbst pflegen und reparieren. Aber bastel mal an den Bremsen rum, an der Spur - nee, zu gefährlich.

Würde es in unserer Branche für den Kunden wirkliche Gefahren geben, wären wir vor solchen "Gestaltern" sicherer. Aber schlimmstenfalls kann es ja " nicht gefallen", davon stirbt keiner. Und ein bisschen Ärger mit der Druckerei ist in einer Woche vergessen, wenn wieder ein eigenes Projekt mit verbessertem Coreldraw-Update ansteht.

Ich handhabe das so, dass ich bei meinen Angeboten einen Text zum Kopieren bereithabe, der z.B. Digi-Selbstfotografierern genau vorschreibt, welche Auflösung welche qualitativ gute Ausgabe erfordert. Oder dass Web-Dateien völlig ungeeignet sind zum Verarbeiten. Und dass Mehrarbeit, evtl. auch das Engagieren eines Fotografen zu bestimmten Preisen erfolgt.

Somit ist dem Kunden spätestens bei der Rechnungsstellung klar, dass er das Angebot hätte lesen sollen. Vielleicht verliere ich den Kunden. Aber er kommt wieder, spätestens wenn er andere Anzeigen sieht, die irgenwie besser aussehen.

Gruß Stefan

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
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3. Jul 2006, 13:35
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Zitat Und siehe da, die 15 min Gespräch und Erklärungen haben gewirkt. Denn nun weiß sie zwar immer noch nicht, was eingebettet, vektorisoiert und CMYK ist, sie hat aber nun die Ahnung, dass ich als Spezialistin IHRE Arbeit gut hinbekomme.


DARUM sollte es gehen und DAS ist aus meiner sicht die lösung:

den kunden schert es in der tat nicht ob sein logo jpg oder eps ist.
er will auch gar nicht wissen, wieso es ein eps sein muss.

der kunde will ein qualitativ gutes produkt. und GENAU DIESES rechne
ich ihm dann auch vor. wenn dann mal ein logo vektorisiert werden
muss... bitteschön. kostet dich 300 eier, danach hast du's aber und
man kan in der zeitung in den inserätchen dein logo viel besser er-
kennen.

wir sind eine kleine firmeninterne druckerei und mühen uns tagtäglich
mit jpg-files und internetlogos ab. manchmal braucht es einfach den
guten alten "dienst am kunden" à la "gib mir, ich mache gut". nach
diesem motto habe ich letzthin eine broschüre umgestaltet, und deren
funktionalität um ein vielfaches erhöht, indem ich halbwegs ein konzept
reingebracht habe. als resultat steht jetzt 'ne flasche nuttendiesel...
äh ich meinte môet chandon im kühlschrank

meine kunden sind dankbar und dafür bin ich ihnen auch dankbar ;-)


gruss
stefan


************************************************************************
P: MacBook Unibody, 4 GB RAM, CS3 / KORG SV-1 / iPhone 5 / iPad 2
G: iMac 24'' Alu 3.06GHz OS X 10.6 / 4GB RAM / 1TB / LaCie Quadra 1TB Backup / CS4
----------------------------- Ein .jpg sagt mehr als tausend .docs -----------------------------

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druckfabrik
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10. Jul 2006, 15:23
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Toll,

genauso soll mann's machen. Wir haben hier jede Menge Zeit, weil wir sind ja sowieso da. Der Kunde bringt uns sein Hochglanzfirmenjubelprospekt in Power Point, wir sagen dazu gar nichts und dengeln dann alles richtig.
Entweder wir haben Glück und der Kunde kommt jetzt immer wieder, oder wir haben Pech und der Kunde kommt jetzt immer wieder.
Es kann dann auf einmal sehr viel Überzeugung kosten den Kunden dann beizubringen das sowas Geld kostet.
Ist und selbst schon oft genug passiert.
Manche Kunden, auch vom Fach, bringen jeden Monat ein DIN-lang 6-Seiter, wo alle Seiten gleich sind und sagen jeden Monat "ich weis das doch nich".

Gruss druckfabrik

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
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25. Jul 2006, 10:59
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hallo druckfabrik

ich denke du spielst auf meinen hinweis an, man soll
es selbst machen und den kunden überzeugen dass
man "the pro" ist. klar nimmt es zeit in anspruch und
ich verstehe auch, dass diese zeit nicht immer vor-
handen ist. ich habe das jetzt ein bisschen auf meinen
job hier bezogen... was dein powerpoint beispiel an-
geht kann ich dir ein liedchen davon singen ;) mit genau
so einem habe ich mir den môet chandon eingefangen.
umstrukturiert in indesign, für mailversand optimiert und
der kunde war sowas von happy...

klar nervt es wenn einer immer wieder mit dem selben
schrott antanzt. macht ihn mal gaaanz nebenbei in einem
zufälligen beiläufigen satz auf die kostenersparnis bei
richtigem vorgehen aufmerksam. der macht den fehler
nie wieder...

p.s. will jemand den nuttendiesel? *würg*

mfg
stefan


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P: MacBook Unibody, 4 GB RAM, CS3 / KORG SV-1 / iPhone 5 / iPad 2
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druckfabrik
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28. Jul 2006, 07:50
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Antwort auf [ Freeday ] klar nervt es wenn einer immer wieder mit dem selben
schrott antanzt. macht ihn mal gaaanz nebenbei in einem
zufälligen beiläufigen satz auf die kostenersparnis bei
richtigem vorgehen aufmerksam. der macht den fehler
nie wieder...


Das ist doch das Problem. Die meisten Kunden wollen keinen Mehraufwand bezahlen. "Auf meinem Tintenpisser sah das doch so aus wie ich es haben wollte, alle anderen Druckereien der Welt drucken das auch so. Druckerei XYZ hatt immer ohne Probleme mein 4farbigis Worddokument ohne Rückfragen und Zusatzkosten gedruckt."

Viele Firmen lassen ihr Hochglanzprospekt von der Sekretärin, die nicht mal richtig Briefe schreiben kann, dengeln. Diese kann dann auch keine Kritik vertragen, weil sie auf ihr Ergebnis so stolz ist."
mac mini, imac, Macbook im Büro und Verlag
dazu jede Menge Zeuchs

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Freeday
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29. Jul 2006, 14:26
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da muss man doch einfach sehen was man als
kunde haben "will". drucke ich jeden scheiss
den man mir liefert zum dumpingpreis oder
mache ich mir einen namen mit hoher qualität
und guter beratung.

als beispiel möchte ich hier die cd-fabrikation
in der schweiz anführen. da gibt es einen dis-
counter, dessen preise unter aller sau sind.
die qualität ist aber auch entsprechend. aber
für die kunden ist eine eigene CD wie ein
baby. sie wollen "DIE" CD haben. IHRE CD.

und hier greift professionalität, unterstützung
und beratung. wie das aussieht sieht man
am beispiel von http://www.print-press.ch wo
dem kunden alles erklärt wird. beratung ist
kostenlos. das resultat: in der zeit in der ich
für p&p gearbeitet haben habe ich (fast) nie
einen kunden gehabt der sich nicht bei allen
für die zusammenarbeit und das hervorra-
gende produkt bedankt haben. dafür musste
ich zwar jpg's "bügeln", rgb konvertieren
und wordfiles umwursteln aber es hat der
firma ein nachhaltig positives image
gebracht...

checkt mal die homepage und lest die
"einführung für erstkunden". so erklärt
man den einsteigern fachbegriffe.

gruss
freeday


************************************************************************
P: MacBook Unibody, 4 GB RAM, CS3 / KORG SV-1 / iPhone 5 / iPad 2
G: iMac 24'' Alu 3.06GHz OS X 10.6 / 4GB RAM / 1TB / LaCie Quadra 1TB Backup / CS4
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
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31. Jul 2006, 14:04
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Antwort auf [ Freeday ] checkt mal die homepage und lest die
"einführung für erstkunden". so erklärt
man den einsteigern fachbegriffe.


Nur daß warscheinlich kein Kunde die Musse hat, sich das durchzulesen.
Schließlich bist DU ja dafür da, das alles zu wissen. Wenn Ich mein Auto reparieren lasse, sagt der Mechaniker auch nicht: "haben sie sich auch auf unserer Webseite den Leitfaden zur Anlieferung beschädigter Fahrzeuge durchgelesen?"
Es ist eben so, wenn es das Logo nur als JPG gibt, dann gibt es das Logo nur als JPG. Dann weist man den Kunden eben darauf hin, daß das Logo "nachbearbeitet" werden muss (von Vektorisieren braucht man garnicht reden , denn vor solchen Fachbegriffen wollen Leute, die nicht vom Fach sind eben >verständlicherweise< nichts hören). Dann erklärt man dem Kunden eben, daß diese Nachbearbeitung einen kleinen Aufpreis hat. Wenn er nicht einverstanden damit ist, soll er doch zu einem Copyshop (die sich ja heutzutage alle "Digitaldruckerei" nennen) gehen, die drucken ihm das schäbige Logo ohne auf die Qualität hinzuweisen. Die wollen auf jeden Fall hinterher ihr Geld haben, auch wenn der Kunde unzufrieden ist, für die Qualität der Daten übernehmen die keine Verantwortung.
Und wenn der Kunde mit dem Schrott dann trotzdem zufrieden ist... Wen kümmert's? Muss man sich wirklich um jeden völlig anspruchslosen Kunden reissen und ständig versuchen die Dumpingpreise von irgendwelchen Pfuschern und Hobby-Grafikern zu unterbieten, nur um dann obendrein noch Mehrarbeit zu haben, die nicht bezahlt wird?
Mit Qualität zu überzeugen ist eine Sache, dem Kunden zu verklickern, daß diese Qualität auch ihren Wert hat eine Andere. Aber das erreicht man keinesfalls, in dem man die Leute mit technischen Details nervt. Da erntet man nämlich meistens nur ein "Aha..." oder "Soso, das ist ja alles sehr interessant, aber ...". Der Kunde will nicht belehrt werden, der Kunde will ein gutes Ergebnis zu einem annehmbaren Preis und wenn er sich dafür irgendetwas durchlesen muss, geht er womöglich zu denen, die sagen "Kein Problem. Wir drucken ALLES!".

(Dieser Beitrag wurde von koder am 31. Jul 2006, 14:08 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
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31. Jul 2006, 14:23
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Antwort auf [ koder ] Wenn er nicht einverstanden damit ist, soll er doch zu einem Copyshop (die sich ja heutzutage alle "Digitaldruckerei" nennen) gehen, die drucken ihm das schäbige Logo ohne auf die Qualität hinzuweisen. Die wollen auf jeden Fall hinterher ihr Geld haben, auch wenn der Kunde unzufrieden ist, für die Qualität der Daten übernehmen die keine Verantwortung.


das habe ich jetzt mal dezent überhört ;)

zur einführung für neukunden: wie gesagt ist für eine band
eine eigene cd wie ein baby. und ich habe noch nicht eine
band erlebt die mir gesagt hat keine zeit mich zu informieren
wie mein mindestens 10'000 franken teures werk möglichst
gut rüberkommt...

hier spielt die karte "beratung" eine grosse rolle. der kunde
wird von a bis z durch seine cd-produktion geleitet. und
die finden das noch ziemlich geil zu sehen, was da zwischen
studio/presswerk und dem auspacken der scheiben läuft.
(frei zitiert nach charing cross, metal-band)


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

admaster
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2. Aug 2006, 17:21
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Da geb ich jrandi komplett recht.
Das ist der alltäglich, ganz normale Wahnsinn.
Werbeberater zum Kunden: Wie komme ich zu den Daten für die Inserate? Kunde: Die können Sie von unserer Homepage nehmen.
Ähm, ....

Da liegt es dann komplett in der Hand des Werbeberaters und Grafikers dem Kunden da verständlich zu machen.
Meine Erfahrung daraus - der Kunde wir es Dir danken, wenn Du es ihm verständlich und logisch erklärst. Er wird Dich wieder kontaktieren, wenn er etwas in die Richtung braucht!


"Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen." Henry Ford

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

3. Aug 2006, 12:08
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dat isses! nur das du ihm vielleicht nicht immer alles
verrechnen kannst. aber auch hier ist alles eine frage
der toleranz der bude und lernfähigkeit des kunden.^

ein zufriedener kunde ist die beste werbung... ihr wisst schon ;)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

xpressio
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4. Aug 2006, 23:49
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hallo Leute,

da hab ich auch was Nettes dazu: Als der *Layoutsatz* in seiner Hochblüte war (kurz bevor der Markt zusammenbrach), ging ein Marktfahrer in eine Druckerei, denn er wollte einige Flyer drucken lassen, weil er einen Posten Socken billig zu verhökern hatte. Die Druckerei war eben neu eröffnet worden; es war eine Offsetdruckerei. Der Besitzer gab den Preis bekannt: umgerechnet 150 Euro. Doch er sagte dem Kunden, er hätte keinen Satz, dieser müsse in eine Setzerei gehen, gleich in der Nähe. Der Kunde tat’s, die Setzer erledigten ihren Job besser als Gutenberg es je hätte tun können (Randausgleich, optischer Durchschuss etc, alles Bleihandsatz). Ein Fahrer brachte am nächsten Tag die Barytabzüge zum Marktfahrer, der hatte noch ein paar Korrekturen – Fahrer zurück, korrigiert, Fahrer wieder hin. Letzte Korrekturen, Fahrer am nächsten Tag mit den Filmen in die Druckerei. Soweit, so gut – bis die Rechnung kam: 800 Euro! Der Kunde zahlte nicht, es kam zum Prozess, den er verlor.

Jetzt erhebt sich die Frage: Wer hat hier fahrlässig gehandelt? Der Drucker, dem es egal war, wie hoch die Satzrechnung war, obwohl er wissen musste, dass dieser Kunde mit den Socken das niemals hereinbringen würde; der Kontakter in der Setzerei, dem dies ebenso klar sein musste; die Setzer, die hier viel zu viel Aufwand getrieben hatten, also *hochqualitative* Arbeit leisteten; oder der Kunde, der dachte, in den 150 Euro wäre auch schon der Satzpreis enthalten – denn welcher Normalbürger rechnet schon damit, dass der Satz eines *Socken-Flyers* 6-mal so teuer ist wie der Druck?


gruss xpressio

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Christoph Steffens
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5. Aug 2006, 09:27
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Antwort auf [ xpressio ] Jetzt erhebt sich die Frage: Wer hat hier fahrlässig gehandelt?

Ich glaube nicht, dass das ein gutes Beispiel ist.
Egal in welchem Bereich des Geschäftslebens, ob ich beim Metzger 5 Kilo Lammlachs kaufe, ein Auto bestelle oder einen Auftrag an eine Druckerei gebe, bin ich gut beraten mir einen Kostenvoranschlag einzuholen.
Beim Metzger steht an der Wurst der Kilopreis. Und wenn ich noch nie einen Druckauftrag vergeben habe, dann frag ich nach.
Jeder gute Geschäftsmann wird den Kunden in eigenem Interesse auf alle Kosten hinweisen, die entstehen können.
Grüßle
Christoph Steffens

http://www.eventbrite.de/o/idug-stuttgart-8157231696

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

xpressio
Beiträge gesamt: 1584

5. Aug 2006, 21:25
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hallo Christoph,

Antwort auf: Ich glaube nicht, dass das ein gutes Beispiel ist

Gut, dann hätt ich noch eins: Ein Kunde (lt. eigenen Angaben ein Grafiker) kommt zum Dienstleister und möchte Dateien für einen 24-seitigen Farbkatalog ausbelichten lassen. Beim Öffnen wird festgestellt, dass die Dateien zwar 4c (die Bilder) sind, aber außerdem noch 12 Pantone-Eigenfarben enthalten. Der Dienstleister ruft den Kunden an, um ihn darauf aufmerksam zu machen. Der Kunde ist stinksauer und besteht darauf, dass alles seine Richtigkeit hat – schließlich habe er ja alles selbst gemacht. Er wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Preis dadurch aufs 4-fache steigt und so etwas nicht druckbar sei– ist ihm egal. Die Filme werden belichtet (das sind rd. 100 m Film oder 4 Schachteln), der Kunde kommt, zahlt und geht in die Druckerei. Der Drucker erklärt ihm, dass er davon nicht drucken könne. Das könne jeder, warum er nicht, ist die Antwort. Der Drucker will ihn mit dem voraussichtlichen Preis abschrecken – interessiert ihn nicht, es müsse gedruckt werden. Da schmeißt ihn der Drucker raus, mit dem Argument, er lasse sich von Idioten nicht seine Zeit stehlen. Man hat nie wieder etwas von diesem Kunden gehört.

Manchmal hilft eben weder gutes Zureden noch der Hinweis auf die Kosten.


gruss xpressio

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Albert Einstein

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

admaster
Beiträge gesamt: 75

6. Aug 2006, 18:40
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Hi xpressio!

Antwort auf: Manchmal hilft eben weder gutes Zureden noch der Hinweis auf die Kosten


Ist zwar die absolut seltene Ausnahme, aber stimmt!
So einen Kunden kannst Du nur "gegen die Wand" laufen lassen, dann wird er ihm bei der Rechnung garantiert schlecht und er beschwert sich ebenso ziemlich garantiert. Das ist zwar nicht die feine und seriöse Art, aber manche wollen es so.

oder

Man macht es so wie der Drucker. Logisch, dass man von dem Kunden nie wieder etwas hören wird. Jedoch wird man sicher nicht selbstständig um sich dann von Branchenfremden belehren zu lassen. (Das mit dem Idoten ist nicht die feine Art. Könnte man auch anders verständlich machen.)
Es ist einfach so:
"Manche Geschäfte sind besser, wenn man sie nicht macht."

lg admaster


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

maxreindl
Beiträge gesamt: 24

13. Aug 2006, 20:08
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Es ist schwierig mit den Vergleichen der Branche Druckindustrie zu anderen Branchen. Es gibt wohl keine mir bekannte Branche, wo in den Produktionsprozess von aussen so viel inkompenenter Einfluss genommen wird. Ich habe mir da als Druckereibesitzer seit 20 Jahren auch schon viele Gedanken gemacht diesen komplexen Fertigungsprozess für Laien verständlich und mit anderen Branchen vergleichbar zu machen. Aber was mich verwundert Herr Steffens ist, dass sie die Druckbranche mit Metzgern vergleichen. Ich irre mich sicher, wenn ich Sie mit dem Herrn Steffens,den ich in gedankliche Verbindung bringe mit jemandem, der bei der IRD schon sehr gute Vorträge gehalten hat. Gibt es da einen Doppelgänger?
Nichts für ungut - sondern nur zur Klärung meiner eigenen Orientierung im Printbusiness.
Herzliche Grüße Max Reindl

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

druckfabrik
Beiträge gesamt: 31

17. Aug 2006, 13:24
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Ich denke das trifft es genau. Ich habe keine Bedenken Kunden zu beraten, die das auch wollen. Das mache ich doch täglich. Ich lerne ja auch dazu.
Aber manche Heimdengler wissen alles besser und haben so oft auch ein gutes Ergebnis ohne Mehrkosten wo anders bekommen. Dem Kollegen war es zu blöd sich mit dem Heimdengler zu streiten. Der wollte den Auftrag haben und hat dann alles neu gemacht oder es eben noch so gedruckt.
Dem Kunden hat der Schrott möglicherweise auch noch gefallen, weil es ja sein Baby war.
Wenn ich einen Kunden auf Hurenkinder in seinem Buch oder seiner Doktorarbeit hinweise, so meint der "das ging nich anders". Dann zeigt der mir noch 50 Bücher nahmhafter Verlage wo auch so was drin ist.
Ich stehe dann so da als wollte ich Nacharbeit aufschwatzen.

Gruss
mac mini, imac, Macbook im Büro und Verlag
dazu jede Menge Zeuchs

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

swissnando
Beiträge gesamt: 106

22. Okt 2006, 18:26
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in der tat, eine kunde verkauft socken und hat ein logo.

nun überlegt euch mal das: er will, sagen wir, ein prospektli für seine socken. nun muss er ein logo liefern. aber was für eine?

illu oder vektor eps in der regel. nun gibt es aber

ein gif, lab farben, ideal fürs internet,
ein tiff, wenn s/w, die braucht weniger platz und man kann sie einfärben...
das eps, die könnte man freistellen oder als vektor eps einfach auf das foto platzieren und sogar unendlich vergrössern...
ein jpeg, wenn er farbig rgb für das word dokument als briefpapier zum selber drucken, klein komprimiert ist doch perfekt...

für uns ist das alles eine tatsache. aber für den socken verkäufer ist das wohl chinesisch oder ein witz...wenn er das falsche logodaten besitzt

da gibt es dann ganz klar leute die sich interessieren: die lernen mit der zeit was das alles bedeutet. ein glück für uns.

aber für andere ist das alles scheissegal. vollkommen verständlich. auch verständlich dass sie nicht mehr bezahlen möchten... «die hatte es schon mal und sah es ganz nett aus».

wenn ihr mit so kunden zu tun habt, gibts nur zwei: nimm es oder lass es sein. aber wenn du mitmachst, egal warum, dann solltest du für seine diletantisches verhalten nicht so ein kabarett machen. du verdienst am schluss immer geld, du brauchst nur mehr zeit.

oder rechnet hier jeder jede minute seiner arbeitsexistenz?

natürlich so eine kunde fliegt raus sobald man sein geld nicht brauchst...

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

23. Okt 2006, 09:53
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Antwort auf [ swissnando ] ein gif, lab farben, ideal fürs internet,


Das mit "lab" geht ja nun nicht, erstens ist GIF auf RGB-Farben beschränkt, zweitens kann man keine Profile in gifs einbetten und drittens haben gifs indizierte farben mit nur bis zu 8 Bit.

(Dieser Beitrag wurde von koder am 23. Okt 2006, 09:55 geändert)

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swissnando
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23. Okt 2006, 12:09
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da hast du wohl recht, ich habe eben das gif als beisipel für eine unglückliche möglichkeit... genauso wenn du ein sw tiff mit 72 dpi für drucksachen bekommen würdest...

aber profil aufs logo? hey, ist das nicht fast hardcore CM? :-))

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

24. Okt 2006, 11:55
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Antwort auf [ swissnando ] aber profil aufs logo? hey, ist das nicht fast hardcore CM? :-))


Damit wollte ich hauptsächlich zum Ausdruck bringen, daß man in GIFs keine farbmetrische Beschreibung hineinbekommt, weil es kein lab gibt UND keine Profile unterstützt werden. Deswegen ist das mit dem "gif in lab" inkorrekt, darauf wollte ich hinaus.

(Dieser Beitrag wurde von koder am 24. Okt 2006, 11:56 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

25. Okt 2006, 09:05
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ich hatte gestern eine kundin die ein logo auf
einem cover einer - auf einem Xerox Kopierer
gedruckten - präsentation haben wollte. das logo
hat sie mir im jpeg format gemailt, war noch
angeschrieben mit "for extranet use".

auf anfrage: es gibt das logo als eps, ich solle
aber nicht danach fragen sondern das jpeg ver-
wenden und - jetzt kommts - ich sei ein per-
fektionist.

wofür verdiene ich denn mein geld? woher kommt
die auszeichnung für kundenzufriedenheit und all
die mails von zufriedenen kunden? und das wird mir
jetzt vorgeworfen? schnöde welt... aber es passt
herrlich zum Thema Niedergang der Qualität in
der Druckvorstufe :(

naja, der kunde bekommt, was der kunde will und
damit ist auch die zufriedenheit wieder geregelt.
nur finde ich es bedenklich wenn dies auf kosten
der qualität meiner arbeit geht.

gruss
freeday


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hacmacx
Beiträge gesamt: 62

26. Okt 2006, 09:36
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kann ich nur bestätigen!

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

26. Okt 2006, 10:46
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selber kunde (diesmal ihre vorgesetzte) ein tag später:

Excel in PDF konvertiert und Layout in InDesign, da sie so abartig
viele Änderungen wollte und ich in Excel fürchterlich unproduktiv
bin...

- NACH dem layout: kundin kontrolliert und hat 20 Änderungen am PDF
- NACH der korrektur: Revision, weitere 8 Fehler, im PDF nicht korrigierbar
- Korrekturen in InDesign gemacht mit Überdecken und neu setzen
- ach ja und das titelblatt komplett neu gestalten bitte....

so gings gestern und heute den ganzen Tag.

Fazit:
- 12 Tassen Nespresso Special Club 2006 Edition, 4 davon Espresso
- 1'300'435 Nervenzellen haben Selbstmord begangen
- Ich war so fertig hab sogar TV Total lustig gefunden....

ach ja: bin derzeit alleine in einer kleinen Hausdruckerei. Neben dieser
Kundin habe ich: Mail, Schalter, 2 Telefone, RemotePrinting System.

Zitat von Sportfreunde Stiller Tage wie diesen hier gibt es wie...
Sand am Meer...
nichts läuft so wie es sollte...
Sie geben nicht viel her...
ausser Frust... *sing*


ah ja: der Kaffee ist hervorragend! Kann ich nur empfehlen!

Gruss
Stefan


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Heike Burch
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26. Okt 2006, 11:18
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Antwort auf [ Freeday ]
naja, der kunde bekommt, was der kunde will und
damit ist auch die zufriedenheit wieder geregelt.
nur finde ich es bedenklich wenn dies auf kosten
der qualität meiner arbeit geht.


wenn der kunde aber plötzlich einen grafiker trifft, der macht, was der kunde will, ihm dann erklärt, wo etwas verbesserungswürdig ist und der kunde es versteht, ist dein kunde dann weg.

so bin ich an viele (nicht alle) kunden gekommen. klären, aufklären, beraten, kommunizieren. und dankbare kunden haben.

wohlgemerkt, nicht alle, aber doch viele.

ich denke eben, der kunde bekommt, was er verdient, aber jeder kunde hat beratung verdient. lässt er sich nicht drauf ein, bekommt er aber auch etwas miesere quali.

im vorfeld für solche fälle hab ich vorher-nachher-dokumente liegen. diese überzeugen mehr als das ganze ich-bin-der-bessere-gerede.
Viele Grüße,
Heike

• • • Der Publishing-Podcast: https://www.publishing-podcast.ch/ (Hörenswertes aus unserer Branche auf die Ohren!)
• • • MOLIRI-Newsletter: http://www.moliri.ch/newsletter/

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Freeday
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26. Okt 2006, 11:30
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Antwort auf [ Heike Koch ] wenn der kunde aber plötzlich einen grafiker trifft, der macht, was der kunde will, ihm dann erklärt, wo etwas verbesserungswürdig ist und der kunde es versteht, ist dein kunde dann weg.
---------------------------------------------------------------------------
im vorfeld für solche fälle hab ich vorher-nachher-dokumente liegen. diese überzeugen mehr als das ganze ich-bin-der-bessere-gerede.


zum ersten:
meine kunden sind vertraglich an mich gebunden *grins*. ich hatte
jedoch in einem jahr nur einen von ca. 1800 aufträgen, den ein kunde
an eine externe stelle vergeben wollte (aus gründen die ich nicht be-
heben konnte - jpeg-fehler aufgrund falscher ripsoftware...).
die kunden mögen mich eigentlich auch.

zum zweiten:
ich bekomme mails mit fürchterlichen wordfiles mit bildchen, welche
ich dann als poster drucken soll. bis der kunde bei mir ist habe ich ihm
schon die bilder extrahiert, retouchiert und in InDesign ein solides layout
nach CD/CI aufgebaut. solltest deren augen sehen ;) "das hab ich aber
bei mir anders geschickt"...

mit solchen überraschungen und einem geschickten service, bei dem man
aber klare grenzen setzen muss (bin kein word-instruktor für 600 leute...)
kann man kunden hervorragend binden und eine gute basis für eine auch
auf persönlicher ebene gute zusammenarbeit schaffen.

probleme habe ich eigentlich nur mit der kategorie "der macht dass dann
schon wieder richtig", die dann aber meckern (s. oben). in einem excel
die druckbereiche/seitenumbrüche zu definieren ist nicht meine aufgabe -
schon gar nicht wenn ich die tabelle nicht interpretieren / verstehen
kann (chemisches zeugs ;p)....

gruss
stefan (heute bei 3 tassen kaffee aber 's is' erst mittaaaach)


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koder
Beiträge gesamt: 1743

26. Okt 2006, 18:12
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Hallo zusammen,

Ich möchte dem Vorangegangenen gerne hinzufügen, daß es sich als DTPler oft als echter Joker erweist, wenn man sich gut mit MS Office auskennt (auch wenn man jedesmal dabei eine Krise kriegt). Die Tatsache, daß ich einigermaßen mit Word, Excel, Powerpoint umgehen kann hat sich im Umgang mit Kunden schon oft mehr als Vorteil erwiesen als den windigste InDesign-Würgaround im Repertoire zu haben. Was nur manchmal etwas unangenehm ist, daß der Kunde solche Kentnisse beinahe voraussetzt. Für den ist man ja der "Computer-Mensch", da kennt man doch selbstverständlich Word 2003 in und auswendig oder noch schlimmer... Excel 8-o
Office zu beherrschen ist manchmal auch die Sprache der Büromenschen sprechen, kann sich wirklich bezahlt machen.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

27. Okt 2006, 08:32
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Antwort auf [ koder ] Die Tatsache, daß ich einigermaßen mit Word, Excel, Powerpoint umgehen kann hat sich im Umgang mit Kunden schon oft mehr als Vorteil erwiesen als den windigste InDesign-Würgaround im Repertoire zu haben.


das wort "würgaround" tätowiere ich in meinen bildschirm... ;)

ich habe tatsächlich mal vor 4 jahren einen MS intensivkurs besucht.
das resultat war, dass ich als co-trainer eingesetzt wurde (auffassungs-
gabe war bei den anderen nicht sooo sehr gegeben :D). die ange-
sprochenen files sind aber makro-excel-mit-textkästen-und-bildern-
und-der-stand-müsste-stimmen-formeln-tabellen-auswertungs excel.
diese sauber hinzumurksen hätte mich als perfektionisten (hrhr) den
letzten funken verstand gekostet...

p.s. kunde exportiert dieses excel als PDF, ScreenResolution:
"aber bei mir im excel waren die bilder nicht so wischiwaschi was stimmt
mit deinem file nicht"...

god bless the inventor of weekends... ;)

gruss
stefan


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Siegfried Zynzek
Beiträge gesamt: 33

14. Feb 2007, 13:42
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Hallo,

neulich benötigte ich neue Visitenkarten. Der Dienstleister hat nur jpgs akzeptiert.

Zum Glück war die Dateigröße nicht limitiert, so daß bei höchster Qualitätsstufe keine Artefakte erkennbar waren.

Ansonsten "liebe" ich studentische Arbeiten aus Werbeagenturen.
Freehand-Dateien mit versteckten Sonderfarben, so etwas macht immer wieder Spaß.

Viele Grüße
Siegfried

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Thobie
Beiträge gesamt: 3840

19. Feb 2007, 14:28
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Das hatte ich auch schon. Internetdruckerei akzeptierte nur JPGs für einen Flyer. Obwohl dieser kleine Schrift von 5-6 Pt. enthielt. Ich hatte zunächst den Auftrag an die Druckerei abgelehnt, weil das keine gute Qualität geben kann. Die Druckerei weigerte sich, PDFs zu nehmen. Da der Kunde unter Termindruck stand, habe ich den Auftrag erteilt. Der Flyer war "gerade noch so" akzeptabel, aber die kleine Schrift brach ganz schön aus. Nie wieder mit JPGs an die Druckerei – nur PDF. Oder die Druckerei wechseln.

Thobie
--
Helfen Sie mit, damit HilfDirSelbst.ch weiterhin helfen kann. http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Imagebroschüre: https://www.kreativ-schmie.de/...f=art_und_design.pdf
Kontakt: http://www.medien-schmie.de/

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Freeday
Beiträge gesamt: 5712

20. Feb 2007, 09:24
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gelesen: 23183

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da hab ich noch einen auf lager:

ein service, bei dem man personalisierte bücher mit sich selbst
in der hauptrolle (oder eben die frau, freundin oder wen auch
immer...) bestellen kann. so weit so gut.

die covers der bücher lassen sich personalisieren. die guten leu-
te dieses dienstes schreiben aber folgendes vor:
- KEIN cmyk
- jpg bis max. 300kb

äh... bin ich hier der einzige der was bemerkt? wie mies ist DAS denn?

gruss
stefan


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typeapositive
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27. Feb 2007, 11:33
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tschau
also ganz aktuell in dieser hinsicht ist sicherlich die ganze wahl-typo. da sieht man die gruusigsten geschichten. es ist ja eine sache, wenn im 100-seelen-dorf der gemeinderataspirant die wahlflyer selber im word gestaltet. schlimm finde ich in diesem zusammenhang die lieblosigkeit der agenturen und satzdienstleister. manchmal habe ich den eindruck es wird gewurstelt, hauptsache die kasse stimmt. anführungszeichen sind so ein leidiges thema. wir haben nun halt mal unsere guillemets, ob wir wollen oder nicht. und wenn der um wählerstimmen buhlende gemeindepräsident am samstag von 10 bis 15 uhr am wienerlistand steht, heisst es von bis und nicht von halbgeviertstrich. wenn dann überhaupt ein halbgeviertstrich da steht und nicht etwa ein divis.
richtig lustig wird es, wenn einer den umgang mit den aktuellen partei-cd nicht kapiert hat. dann prangern schon mal fette-frutiger-lettern vom sp-plakat, und die fdp-wählerschaft wird mit times ten beglückt. spannend in dem zusammenhang ist auch die farbwahl. warum hier ein kreativer kopf für ein sp-wahlplakt mit grün arbeitet ist mir schleierhaft, aber es hat was ;-)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Gast
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mail@totalwerbung.de

1. Mär 2007, 16:54
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gelesen: 23083

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rgb muss in diesem falle kein fehler sein, denn dias und digitalfotos werden auch mit rgb laser belichtet. auch im digitaldruck per LFP ist rgb nicht untypisch. und personalisierte einzelauflagen lassen nicht unbedingt auf offset schliessen.

mfg
christian greuel

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

1. Mär 2007, 21:26
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gelesen: 23068

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natürlich ist der druckbare farbumfang wesentlich grösser
als im offset bzw als cmyk-farbräume hergeben aber wie-
viel bild bringe ich sauber in 300kb jpeg?

rgb ist zwar recht geil für digitaldruck aber man kann das
resultat nicht wirklich "softproofen"...

gruss
stefan


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Gast
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3. Mär 2007, 22:26
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gelesen: 23038

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zitat: wieviel bild bringe ich sauber in 300kb jpeg?

das ist wohl war! :)

ich arbeite mittlerweile viel mit kundendaten, von profies und von amateuren..., ich habe aufgehört mich zu wundern.

der urtitel heisst: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

ich gebe dazu zu ein eindeutiges JA ab, ende im gelände!

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

3. Mär 2007, 23:37
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gelesen: 23031

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Antwort auf [ Gast ]
der urtitel heisst: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

ich gebe dazu zu ein eindeutiges JA ab, ende im gelände!


und ich glaube an das gute und sage ja! wenn wir resignieren, wer soll denn die arbeit machen? die powerpointler etwa?

ich bleib dabei! Kommunikation ist alles.
Viele Grüße,
Heike

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Siegfried Zynzek
Beiträge gesamt: 33

4. Mär 2007, 10:41
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Antwort auf [ Heike Koch ] wenn wir resignieren, wer soll denn die arbeit machen? die powerpointler etwa?


Hallo,

oder die Corel-Drawler.
Mittlerweile geht es, doch ich denke mit Grauen an die ersten Versionen (1.2, 2.0), so ungefähr im Jahr 1990, wo jeder "Willi" der Meinung war, nun ganz tolle und wahnsinnig verspielte Grafiken zu zaubern.

Typographie war für diese Leute wirklich ein Fremdwort.

Antwort auf [ Heike Koch ] ich bleib dabei! Kommunikation ist alles.


Ja, da stimme ich Dir zu. Manchmal habe ich den Eindruck, daß trotz moderner Medien (E-Mail, Handy) weniger miteinander kommuniziert wird.

Schlimm ist es, wenn ein Vorgang über mehrere Leute erfolgt.
(z.B. "können Sie Hr. Müller bitte einmal sagen, daß der Kunde die Daten, die Frau Meyer geschickt hatte, noch einmal schicken soll")

Viele Grüße aus Hannover
Siegfried Zynzek

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
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4. Mär 2007, 10:48
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hallo zusammen

unser fachlehrer hat mal gemeint: in word ist layouttechnisch
alles möglich was quark (damals 3.32) kann. demonstriert hat
er es anhand eines 2spaltigen layouts mit textstilen, marginal-
spalten die mitlaufen etc. etc. etc.

das schöne in anführungszeichen ist, dass die leute anscheinend
word nicht soweit ausreizen können.

über typo will ich word-technisch nicht reden aber ein geschei-
tes layout oder eine vorlage liegen durchaus drin. und bei der
heutigen form der datenanlieferung gehört ein vernünftiger kurs
in ms office fast schon zur grundausbildung und sei es nur, um
word zu "verstehen"...

Antwort auf [ Heike Koch ] wenn wir resignieren, wer soll denn die arbeit machen? die powerpointler etwa?

durchhalten ;)

gruss
stefan


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

xpressio
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4. Mär 2007, 22:44
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hallo,

Antwort auf: unser fachlehrer hat mal gemeint: in word ist layouttechnisch
alles möglich was quark (damals 3.32) kann

Wer Zeit hat, liest mal das: http://www.uta.fi/...sc/vancouver-de.pdf. Die Konkurrenz wird größer …



gruss xpressio

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

typeapositive
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5. Mär 2007, 07:51
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Antwort auf [ Freeday ] unser fachlehrer hat mal gemeint: in word ist layouttechnisch
alles möglich was quark (damals 3.32) kann.


ich bin letztes jahr beim camping am bodensee über ein "bodensee-heft" gestolpert. das ist garantiert im word umbrochen, so wie die wortabstände etc. aussehen. zudem ist der ganze umbruch in verdana :-) gesetzt. und die bilder hatten höchstens screenqualität. aber das magazin scheint es schon lange zu geben, es erscheint in drei ländern um en bodensee, kommt sechs mal im jahr und hat sicher keine kleine auflage. ich will damit sagen: die überleben schon seit jahren mit dieser arbeitsweise.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

5. Mär 2007, 08:38
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Antwort auf [ typeapositive ] die überleben schon seit jahren mit dieser arbeitsweise.


...oder eben wegen dieser arbeitsweise... denn ein magazin
in klein(st)auflage hat von einem profi erstellt schlechte karten,
rentabel zu sein zumal die meisten "sponsoren" recht schnell
abspringen - ich denke da v.a. an inserenten und ähnlichem...
hingegen findet sich schnell mal eine digitaldruckerei, die die
auflage kostengünstig druckt, wenn sie z.b. die letzte seite als
werbefläche missbrauchen darf...

gruss
stefan


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Ralf Hobirk
Beiträge gesamt: 5862

28. Mär 2007, 19:59
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Hallo zusammen,

hab heute ne nette Mail bekommen:
Zitat vielen Dank für Ihren sky pocket Auftrag (3.000 Stück, Modell "crystal",
Format "Standard", Zip-Lock Band in "navy blue")
Dazu benötigen wir von Ihnen folgendes:
1.) das zu bedruckende Logo (am besten als Photoshop-Datei in 300 dpi Qualität)
2.) die Pantone-Bezeichnungen der im Logo enthaltenen Farben


Quizfrage: Was passiert mit den Pantonefarben, wenn ich mein Illu-File oder PDF in Photoshop öffne...? No comment :-)

---
Viele Grüße aus Istrien Cool
Ralf
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

28. Mär 2007, 21:09
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Antwort auf [ mediteran ] Dazu benötigen wir von Ihnen folgendes:
1.) das zu bedruckende Logo (am besten als Photoshop-Datei in 300 dpi Qualität)


Quizfrage Nr. 2:

Können Sie mir sagen, aus welchem Bedruckstoff das Logo ist?
Viele Grüße,
Heike

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Ralf Hobirk
Beiträge gesamt: 5862

1. Apr 2007, 23:05
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... es gibt noch ne Fortsetzung:

Nachdem ich statt der gewünschten "Photoshop-Datei in 300 dpi Qualität" ein Illu-PDF in den Pantone-Farben (mit begleitendem Kommentar) geschickt hatte, erhielt mein Kunde folgende Antwort:
Zitat danke für die Infos. Sie haben Recht, die Pantone Farben lassen sich so direkt nicht in Photoshop erstellen. Das ändert der Hersteller dann immer in die entsprechenden Farben ab - es ist nur für die Erstellung der Logo-Positions-Skizze vorteilhafter, da man es nur importieren muss. Aber kein Problem, wir kriegen das hin

Das ist für mich das beste: "Kein Problem, wir kriegen das hin" ;-))

---
Viele Grüße aus Istrien Cool
Ralf
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Freeday
Beiträge gesamt: 5712

1. Apr 2007, 23:24
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hallo ralf

leider ist das so gang und gäbe, eine druckerei meinte bei mir sogar ich
soll für ein 2farbiges pantone einfach alles in schwarz und magenta lay-
outen und dem auftrag die pantone-nummern beilegen. kein problem oder? ;)

gruss
stefan


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Ralf Hobirk
Beiträge gesamt: 5862

1. Apr 2007, 23:40
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Schwarz und Magenta sind wenigstens noch 100%-Farben und somit gegen Pantone austauschbar.

Bei dem von mir erwähnten Logo handelt es sich normalerweise um Skalenfarben, z.B. 100C/50M, 100C/100Y, 20M/100Y... Welchen Aufwand die betreiben müssen, um das aus nem TIF oder JPEG rauszuziehen...

Vielleicht ist dies ein guter Vergleich: Jemand möchte ein Foto für DTP... ich mache es mit der Digicam... drucke es aus und schicke es mit der Post... der scannt das dann ein... ;-)

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Ralf
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Freeday
Beiträge gesamt: 5712

1. Apr 2007, 23:56
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Zitat Jemand möchte ein Foto für DTP... ich mache es mit der Digicam... drucke es aus und schicke es mit der Post... der scannt das dann ein... ;-)


damit bekommst du immer noch in 90% der fälle bessere
qualität als ich verarbeiten "darf" – vorausgesetzt es wurde
auf einem <werbung>xerox-drucker</werbung> gedruckt

*grins*

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

2. Apr 2007, 00:30
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Antwort auf [ Freeday ] eine druckerei meinte bei mir sogar ich
soll für ein 2farbiges pantone einfach alles in schwarz und magenta lay-
outen und dem auftrag die pantone-nummern beilegen. kein problem oder? ;)


Hallo Freeday,

wo genau siehst du hier denn ein Problem? Zwei Farben sind nunmal zwei Farben.

Antwort auf [ mediteran ] (...) erhielt mein Kunde folgende Antwort:
Zitat danke für die Infos. Sie haben Recht, die Pantone Farben lassen sich so direkt nicht in Photoshop erstellen. Das ändert der Hersteller dann immer in die entsprechenden Farben ab - es ist nur für die Erstellung der Logo-Positions-Skizze vorteilhafter, da man es nur importieren muss. Aber kein Problem, wir kriegen das hin



Das hört sich für mich einfach nur nach stiller Post an. Das passiert, wenn irgendeine Fachperson daran scheitert einem Nichtsahnenden einen technischen Ablauf mit einfachen Worten zu erklären. Und dieser Nichtsahnende gibt das dann an dich weiter, so wie er es (nicht) verstanden hat. ;-)

Nur: wo liegt denn genau das Problem hier die Anforderungen zu erfüllen? Wenn die ein Pixellogo wollen, dann gibt's eben ein Pixellogo. Es ist ja nun keine große Sache das in Photoshop aufzubauen, auch wenn Schmuckfarbe im Spiel ist, oder?

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

2. Apr 2007, 01:08
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Antwort auf [ koder ] wo genau siehst du hier denn ein Problem? Zwei Farben sind nunmal zwei Farben.


sag DAS mal dem kunden, der die daten 1:1 so bekommt wie wir sie
an die druckerei weitergeleitet haben (gut zum druck und co.). der
hat mich gefragt ob er ein logo für die gaypride bestellt habe... najo
ich hab ihm eine abgeänderte variante beigelegt - in seinen farben.

wo mein problem ist? wo ist das problem der druckerei! 2 farben sind
nun mal 2 farben... das problem ist mangelnde professionalität. sowas
macht man nicht, so stellt man den grafiker als idioten hin der nicht
im stande ist ein 2farbiges eps zu machen. das finde ich nicht nett wenn
die druckerei nicht unbedingt word-artists anspricht sondern die vor-
nehmen grafiker :)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

2. Apr 2007, 09:38
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Antwort auf [ Freeday ] das problem ist mangelnde professionalität.


Entschuldige mal, Freeday, aber solche Sachen sind wirklich Pillepalle. Sich darüber überhaupt aufzuregen ist für mich unprofessionell.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

2. Apr 2007, 11:12
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Hallo Freeday und Koder,

auch bei uns kommt es immer wieder mal vor, daß wir einen Auftrag in z.B. schwarz und Magenta anlegen. So werden dann auch die Platten belichtet und der Drucker kippt eben die 2 Sonderfarben in sein Farbwerk. Warum soll ich mir den Aufwand machen, und in Photoshop und Illu und Quark oder InDesign mit extra angelegten Sonderfarben hantieren, wenns auch einfacher geht?
Gruß planobogen
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„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten". Aristoteles und Ich
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koder
Beiträge gesamt: 1743

2. Apr 2007, 13:19
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gelesen: 14957

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Antwort auf [ planobogen ] auch bei uns kommt es immer wieder mal vor, daß wir einen Auftrag in z.B. schwarz und Magenta anlegen.


Hallo planobogen,

Dito. Das ist eben keine unübliche Vorgehensweise.

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Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

2. Apr 2007, 13:35
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gelesen: 16870

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Antwort auf [ koder ] Das ist eben keine unübliche Vorgehensweise.

Das kann ich auch bestätigen.
Als weiteres Anwendungs-Beispiel wären partielle Lackierungen zu erwähnen.

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

2. Apr 2007, 14:04
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gelesen: 16854

Beitrag als Lesezeichen
ich kenne die schwarz-magenta geschichte nur von stanz-
oder lack-formen her... bei logos war mir das neu. das
problem ist nicht mal dass sie es so wollen sondern
vielmehr dass ich existierende logos abändern durfte auf
die beiden farben obwohl diese einwandfrei pantone 2f.
waren...

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

2. Apr 2007, 14:56
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gelesen: 16840

Beitrag als Lesezeichen
Hallo, Freiertag,

also ich habe auf diese Weise schon einen 2-farbigen Folder für einen Kunden an die Druckerei geliefert, indem ich einfach zwei CMYK-Faben genommen habe, schwarz und gelb. Das ließ sich auf diese Weise einfacher regeln, als wenn ich die beiden Schmuckfarben des Kunden genommen hätte. Dem Kunden habe ich beide Ausgaben geliefert, einmal die Korrekte und einmal die Abgeänderte mit den zwei CMYK-Farben. Ich habe ihm einfach dazugesagt, dass ich aus drucktechnischen Gründen das abgeändert hätte, der Folder aber mit denen von ihm gewünschten Farben gedruckt wird. Fertig. Ging prima.

Grüße

Thobie
--
Helfen Sie mit, damit HilfDirSelbst.ch weiterhin helfen kann. http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Imagebroschüre: https://www.kreativ-schmie.de/...f=art_und_design.pdf
Kontakt: http://www.medien-schmie.de/

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

2. Apr 2007, 15:17
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gelesen: 16832

Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Thobie ] also ich habe auf diese Weise schon einen 2-farbigen Folder für einen Kunden an die Druckerei geliefert


jeps das ist schon okay so. aber: wenn du bereits die ganze,
fertige arbeit vor dir liegen hast, sie korrekt (!) lieferst und
dann noch ein tel. bekommst du musst alles umwursteln da-
mit die das "verarbeiten" können fange ich an, am fachwissen
der person an der anderen seite der leitung zu zweifeln...

greetings from schwizerländ; stefan

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

mpeter
Beiträge gesamt: 4579

2. Apr 2007, 15:25
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Hi,
arbeitest du mit ID? Falls ja, kannst du schnell und einfach über den Druckfarbenmanager den Sonderfarben Prozessfarben-Film zuweisen. Beim PDF-Export hast du dann entsprechend dem Wunsch der Druckerei die Sonderfarben auf z. B. Cyan und Schwarz. Also kein Hexenwerk. Allerdings muss ich dir schon Recht geben. Ich verstehe die Vorgehensweise auch nicht ganz auch wenn ich sie kenne.
Gruß
Magnus

OSX 10.12.6, Adobe CS6/CC

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

2. Apr 2007, 16:26
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Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Freeday ] jeps das ist schon okay so. aber: wenn du bereits die ganze,
fertige arbeit vor dir liegen hast, sie korrekt (!) lieferst und
dann noch ein tel. bekommst du musst alles umwursteln da-
mit die das "verarbeiten" können fange ich an, am fachwissen
der person an der anderen seite der leitung zu zweifeln...


DU bist der Lieferant und es ist an Dir, die Daten so abzuliefern, wie Sie vom Weiterverarbeiter gebraucht werden. Es gibt fast immer gute Gründe dafür, warum ein Dienstleister das Zeug so braucht, wie er es eben braucht. Selbst wenn die Vorgehensweise nicht unbedingt die Eleganteste ist - mit mangelnder Professionalität oder Sachverstand hat das hier überhaupt nichts zu tun. Die meisten Druckvorstufen machen soetwas eben nicht erst seit gestern. Die Daten sind dann "korrekt", wenn sie in der Form vorliegen die benötigt wird, vorher nicht.
Ich kann wirklich nicht verstehen, daß man sich über ein paar Klicks mehr so dermaßen aufregen kann. Du bist im Dienstleistungsgewerbe, da sollte es absolut selbstverständlich sein auf solche Wünsche einzugehen. Und zwar ohne mit der Wimper zu zucken.

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Freeday
Beiträge gesamt: 5712

2. Apr 2007, 16:40
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gelesen: 16803

Beitrag als Lesezeichen
ich selbst hab kein problem damit aber das dem kunden
zu erklären (verrechnen) war teils eher schwierig...
naja, jedem das seine - die druckerei ist längst nicht mehr
partner dieser firma...

gruss
stefan


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Zooom22
Beiträge gesamt: 15

31. Mai 2007, 13:31
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gelesen: 16626

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Hallo Heike,

ich finde Deine Argumentation sehr gut und bin auch der Meinung, dass man mit dem Kunden geduldig umgehen sollte, einerseits. Andererseits sollte aber dem Kunden gegenüber immer wieder zum Ausdruck gebracht werden, das die Dinge eben nicht auf Knopfdruck und ohne umfangreiches Hintergrundwissen wie von selbst funktionieren. Und dass es dafür uns Fachleute gibt.

Eine Bitte noch:
Ich lese hier im Forum immer Abkürzungen wie "KMU" und speziell bei Dir "tibby". Kannst Du mich bitte aufklären, was das heisst?

LG Hans

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

31. Mai 2007, 13:49
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gelesen: 16622

Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Zooom22 ] Abkürzungen wie "KMU"


unter KMU versteht man die "kleinen und mittleren unternehmen", also firmen
ausser grosskonzerne ;) tibby hab ich noch nie gelesen oder gehört :(

gestern hatte ich einen anruf:
"könnten sie mir rasch eine internet seite erstellen die adresse ist www.bootplatz
und da muss ein logo und etwas text rein". ähm... ja... öh... www.bootplatz punkt
was denn? "keine ahnung die adresse hab ich schon lange". aber wissen tut er sie
dann doch nicht :D

natürlich geht das schnell und kostenlos! aber hallo!? ich hab höflich entschuldi-
gend abgelehnt denn "raschrasch-'kunden'" arten oft in riesige zeitverschwendung
aus (das grün ist mir zu wenig grün und co.). ganz davon abgesehen will ich kei-
ne kunden in meiner singlewohnung :D

gruss
stefan


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Zooom22
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31. Mai 2007, 14:03
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gelesen: 16612

Beitrag als Lesezeichen
Hi Stefan,

danke für Deine Aufklärung bezüglich "KMU", hatte mir sowas ähnliches schon gedacht.

Zum Begriff "tibby" bin ich selbst fündig geworden...das ist der Benutzername von Heike Koch. Wenn ich genauer hingeschaut hätte, hätte ich eigentlich sofort von selbst drauf kommen können...:o)

Trotzdem herzlichen Dank und schöne Grüsse aus Hamburg

Hans

(Dieser Beitrag wurde von Zooom22 am 31. Mai 2007, 14:07 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

31. Mai 2007, 17:16
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gelesen: 16595

Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Zooom22 ] Zum Begriff "tibby" bin ich selbst fündig geworden...


tja, manchmal ändert man sich einfach...

für KMU gibt es eine ganz eindeutige EU-Definition:
http://de.wikipedia.org/...mittlere_Unternehmen

also max. 250 Mitarbeiter, max. 50 Mio Eur Umsatz oder 43 Mio € Bilanzsumme
Viele Grüße,
Heike

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christiandigital
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2. Jul 2007, 11:14
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Antwort auf [ koder ] DU bist der Lieferant und es ist an Dir, die Daten so abzuliefern, wie Sie vom Weiterverarbeiter gebraucht werden. Es gibt fast immer gute Gründe dafür, warum ein Dienstleister das Zeug so braucht, wie er es eben braucht. Selbst wenn die Vorgehensweise nicht unbedingt die Eleganteste ist - mit mangelnder Professionalität oder Sachverstand hat das hier überhaupt nichts zu tun. Die meisten Druckvorstufen machen soetwas eben nicht erst seit gestern. Die Daten sind dann "korrekt", wenn sie in der Form vorliegen die benötigt wird, vorher nicht.
Ich kann wirklich nicht verstehen, daß man sich über ein paar Klicks mehr so dermaßen aufregen kann. Du bist im Dienstleistungsgewerbe, da sollte es absolut selbstverständlich sein auf solche Wünsche einzugehen. Und zwar ohne mit der Wimper zu zucken.


Nun ja, ich sehe so etwas durchaus als gespalten an. Sicher ist es richtig, wenn Du sagst, dass jeder Dienstleister (egal wo in der Produktionskette) seinem eigenen Anspruch an die Kollegen gerecht werden sollte. Es gehört zur Professionalität durchaus, zu eroieren, um was für ein Endprodukt es sich handelt und wie es am sinnvollsten und effektivsten Vorbereitet wird.
Allerdings machen es sich viele Druckereien sehr einfach mit ihren "Anforderungen" an die Datenanlieferung. Sicher, ein angelieferter Film ist einfacher zu verarbeiten als eine Datei, aber die Verschiebung der digitialen Plattenherstellung bei den Druckereien erfordert eben auch einen andere Arbeitsweise, das ist aber bei einigen Kollegen noch nicht angekommen. Wohl auch, weil noch immer die Kosten der Vorstufe mit dem Druck kalkuliert werden und das sicher auch ein Grund ist, so zu arbeiten dass Kosten möglichst vermieden werden.
Ich erleben solche °Ausreisser° zwar selten, aber dann ist die Dickköpfigkeit und Inkometenz der Weiterverarbeiter (leider) schreiend.
Sonderfarben auf Skalenfarben zu legen ist allerdings nicht besonderes, da passt dann der Rasterwinkel ;-)
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

www.koenigreich.com

Alles wird gut.
______________________________

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koder
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2. Jul 2007, 17:57
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Beitrag als Lesezeichen
Hallo christiandigital,

ich sehe das mit Sicherheit genauso wie Du, aber

Antwort auf [ christiandigital ] (...) dann ist die Dickköpfigkeit und Inkometenz der Weiterverarbeiter (leider) schreiend.


das gibt es (leider) auf beiden Seiten ;-). Mir macht meistens eine Druckerei mit veralteten Methoden und Anforderungen an die Daten (solange das Ergebnis stimmt) weniger Bauchschmerzen, als der Murks, den ich manchmal von sogn. "Mediengestaltern" zu Gesicht bekomme. Deswegen übrigens keine Anfeindungen, bin nämlich selber einer ;-)

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duplo
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2. Jul 2007, 18:20
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Beitrag als Lesezeichen
Also ich sehe mich manchmal mehr als "Medienverunstalter" wenn ich sehe was manche Anzeigenkunden von uns verlangen.

duplo

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koder
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2. Jul 2007, 18:30
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Antwort auf [ duplo ] Also ich sehe mich manchmal mehr als "Medienverunstalter" wenn ich sehe was manche Anzeigenkunden von uns verlangen.

duplo


Super, danke für dieses tolle Wort!
Wenn mich nächstesmal einer fragt, was ich beruflich mache, werde ich nicht mehr "Pixelschubser" sagen!

Klasse :-D

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Jens Naumann
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3. Jul 2007, 12:06
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Hallo,

ich sage nur: „Ich habe das Logo extra in Word geladen, damit Sie es lesen können!“ Das ist mein täglich Brot …

Gott grüß die Kunst,
Jens

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christiandigital
Beiträge gesamt: 489

3. Jul 2007, 12:19
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Antwort auf [ koder ] das gibt es (leider) auf beiden Seiten ;-). Mir macht meistens eine Druckerei mit veralteten Methoden und Anforderungen an die Daten (solange das Ergebnis stimmt) weniger Bauchschmerzen, als der Murks, den ich manchmal von sogn. "Mediengestaltern" zu Gesicht bekomme. Deswegen übrigens keine Anfeindungen, bin nämlich selber einer ;-)


Das sehe ich mitunter genauso, veraltete Methoden oder besser bewährte Methoden habe durchaus ihre Berechtigung. Darum ging es mir aber gar nicht. Erschreckend ist für mich als Vorstufler, die teilweise Ignoranz von Kunden wie von Weiterverarbeitern, um was es geht. Nämlich um die erfolgreiche und korrekte Produktion von Printmedien. Da wird um Arbeitsprozesse und Workflowkonzepte gerungen, dabei aber vergessen das es dem eigentlichen Kunden wurst ist, mit welchem Profil in welchem Farbraum etc. nun gearbeitet wird, solange das Ergenis so ist, wie er es wünscht.
Wenn es um solche Dinge geht, stossen mir derartige Rangeleien zwischen den verschiedenen Kollegen sauer auf.
Ich sitze an einer Schnittstelle zwischen Agentur und Weiterverarbeiter, muss flexibel reagieren und die kreativen Ergüsse in eine technisch korrekte Form bringen. Stehe also ständig in Kontakt zu Gestalter und Verarbeiter und wunder mich so manches mal darüber, wie wenig Verständnis der eine für den anderen hat.
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

www.koenigreich.com

Alles wird gut.
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Ralf Hobirk
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3. Jul 2007, 14:36
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Ich hatte kürzlich im Namen und Auftrag meines Kunden (Reiseveranstalter) dessen Kunden (Busunternehmen) angeboten, Flyer im PDF-Format zu gestalten und per eMail zuzusenden. PDF wahlweise für Offsetdruck oder zum Selbstausdrucken (Inkjet/Laser).

Am Samstag kam eine Antwort: sie hätten gerne 500 Flyer...

Deren Logo könne ich natürlich auf deren Website finden... ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass das ein GIF mit 189 x 121 Pixel ist...

---
Viele Grüße aus Istrien Cool
Ralf
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koder
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3. Jul 2007, 16:28
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Antwort auf [ mediteran ] Deren Logo könne ich natürlich auf deren Website finden... ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass das ein GIF mit 189 x 121 Pixel ist...


Das ist manchmal eine gute Vorraussetzung, um dem Kunden/Auftraggeber mal zu demonstrieren, was da für eine Katastrophe entstanden wäre, wenn sie dich nicht einbezogen hätten. Böse Zungen behaupten nämlich, daß sich die Kunden teilweise fragen wofür sie uns eigentlich bezahlen...
Ein schön hochaufgelöster Inkjet-Druck mit dem weniger hochaufgelösten Mist-Logo in die Hand gedrückt und der Kunde fängt an zu verstehen ;-)

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forBild
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3. Jul 2007, 16:31
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Ich bin Fotograf und bekomme häufig auf die Frage, in welcher Größe ich eine Bilddatei liefern soll, solche Antwort (von Werbeagentuen und Grafikern): "300 dpi". Dann frage ich weiter, wie groß es denn gedruckt wird. Antwort: "Ist egal, jedenfalls brauchen wir 300 dpi". Möglich dass diese Arbeit angeschulte Mitarbeiter erledigen, aber es wurdert mich trotzdem. Manchmal heißt es auch "soundsoviel Megabyte". Aha?? Ob JPEG oder TIFF ist egal.
Kürzlich hat ein Grafiker ein Bilddatei verwendet, die ich zur Vorschau (mit Copyright-Zeichen) und zum Aussuchen mit ca. 800 Pixel breite an Kunden weitergebe. Der Grafiker hat das mit einer Breite von ca. 20 cm auf eine Werbetafel eingebaut. Demensprechend schaut sie auch aus. Er sagt, so habe er die Datei von seinen Kunden erhalten. Es wäre eigentlich Pflicht von ihm, seinen Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass dies nur ein Vorschaubild war und er eine größere Auflösung benötigt.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

3. Jul 2007, 16:37
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Klassiker.

Es gibt Leute die 10 Jahre und länger Mediengestalter sind und den Zusammenhang von Pixel- und Ausgabeauflösung nicht geschnallt haben.

(Dieser Beitrag wurde von koder am 3. Jul 2007, 16:39 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

mpeter
Beiträge gesamt: 4579

3. Jul 2007, 16:40
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... wie, da gibt es einen Zusammenhang? Das ist aber eine doofe Software!
Gruß
Magnus

OSX 10.12.6, Adobe CS6/CC

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

3. Jul 2007, 19:30
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Hi, forBild,

> Ich bin Fotograf und bekomme häufig auf die Frage, in welcher Größe
> ich eine Bilddatei liefern soll, solche Antwort (von Werbeagenturen
> und Grafikern): "300 dpi". Dann frage ich weiter, wie groß es denn
> gedruckt wird. Antwort: "Ist egal, jedenfalls brauchen wir 300
> dpi". Möglich dass diese Arbeit angeschulte Mitarbeiter erledigen,
> aber es wundert mich trotzdem. Manchmal heißt es auch "so und
> soviel Megabyte". Aha?? Ob JPEG oder TIFF ist egal.

ich bin Grafik-Designer und habe damit ständig zu tun. Ich kann Deine
Kritik verstehen. Es gibt aber Kunden, die ein Printprodukt gestaltet
haben wollen und dabei mit einem Bild/Foto kommen, das sie im
Internet gefunden haben. Da heißt es dann: "Schauen Sie mal, was ich
gefunden habe, das ist doch toll, nicht wahr? Bauen Sie das auf die
Seite xyz mit ein!"

Ich habe mir in den letzten Jahren abgewöhnt, den Kunden in einem 30-
minütigen Telefon-Rundumschlag-Seminar zu erklären, welche Bilder/
Fotos ich benötige, welche ich verwenden kann für welchen Zweck, wie
die Anforderungen an den Offsetdruck sind, warum das so ist und warum
das technisch nicht anders zu machen ist. Kurz gesagt: Die
Unterschiede zwischen dem Medium Internet und dem Medium Printprodukt.

In den Impressen (richtiger Plural??) einiger Zeitschriften, die ich
gestalte, steht nun für diejenigen der Leserschaft, die sich
beteiligen und Daten liefern wollen, drin: "Bitte keine
Internetbilder. Sie entsprechen nicht den Anforderungen an den
Offsetdruck." Etwa in diesem Tenor.

Und bevor ich wieder einem Kunden das alles langwierig und mühsam
erklären muss, sage ich ihm am Telefon dazu: "Wenn Sie eine JPG-Datei
mit ca. 1–2 MB aus ihrer Digitalkamera liefern, dann sollte das
ausreichen. Damit kann ich etwas anfangen. Aber bitte nicht
selbsttätig von Bildschirmauflösung hochrechnen." Schon der Zusatz
"300 dpi" wäre zuviel, weil er vermutlich dann das Bild in den
gleichen Maßen von 72 dpi auf 300 dpi hochrechnet. Dieser Zusatz wäre
dann schon wieder etwas für fortgeschrittente Kunden.

Das ist somit die kurze, knappe Variante. Denn merke: Der Kunde ist
kein Fachmann. Der bist Du und ich und viele Andere hier im Forum.
Deswegen muss man es dem Kunden oft auch einfach machen, damit er es
in zwei Sätzen versteht. Aus diesem Grund kann ich die Art und Weise,
wie diese Agentur verfährt, verstehen. Auch wenn es nicht immer das
Gelbe vom Ei ist.


Thobie



PS: Mit den genannten Daten zum zu liefernden Foto kann ich natürlich
kein Aufmacher-Bild über zwei DIN A4-Seiten aufziehen, das ist klar.
Aber das ist auch ein andere Verwendungszeck, oder?

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

forBild
Beiträge gesamt:

4. Jul 2007, 07:43
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Es wäre besser, den Kunden zu sagen, man benötigt soundsoviel Megapixel und nicht MB oder dpi. Megapixel versteht jeder, da jeder eine Digiknipse hat.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Heike Burch
Beiträge gesamt: 1240

4. Jul 2007, 11:23
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Antwort auf [ koder ] Klassiker.

Es gibt Leute die 10 Jahre und länger Mediengestalter sind und den Zusammenhang von Pixel- und Ausgabeauflösung nicht geschnallt haben.


[klugscheißer-modus]
Mediengestalter werden erst seit 9 Jahren ausgebildet.
[/klugscheißer-modus]

Antwort auf [ mpeter ] ... wie, da gibt es einen Zusammenhang? Das ist aber eine doofe Software!

und dabei ist sie ja sooo teuer...
Viele Grüße,
Heike

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

koder
Beiträge gesamt: 1743

4. Jul 2007, 16:12
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Antwort auf [ Heike Koch ] [klugscheißer-modus]
Mediengestalter werden erst seit 9 Jahren ausgebildet.[/klugscheißer-modus]


Entschuldigung, "Druckvorlagen-Hersteller". kommt in meinem Fall auf's Selbe raus. Ich fand Druckvorlagen-Hersteller sowieso schöner. Aber manche finden das auch ganz schick "Designer" oder "Gestalter" in der Berufsbezeichnung....

Aber wir wissen ja, daß es neuerdings "Medien-Verunstalter" heisst und das finde ich wiederum äußerst passend. ;-)

(Dieser Beitrag wurde von koder am 4. Jul 2007, 16:12 geändert)

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

4. Jul 2007, 16:47
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> Entschuldigung, "Druckvorlagen-Hersteller". kommt in meinem Fall
> auf's Selbe raus. Ich fand Druckvorlagen-Hersteller sowieso
> schöner. Aber manche finden das auch ganz schick "Designer" oder
> "Gestalter" in der Berufsbezeichnung....

Hi, koder,

na ja, dann sage doch einfach auch "Druckvorlagen-Vernichter"! Gleich
auf die VK drucken … ;-) Die Kunden werden nur so gerannt kommen zu
Dir/Euch!

Hast Du gleich wieder Vorschuß darauf, falls in der Produktion etwas
in die Hose geht …


Thobie


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Herzlich willkommen im Marient(h)al!

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Ralf Hobirk
Beiträge gesamt: 5862

4. Jul 2007, 16:48
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Zitat von koder Aber wir wissen ja, daß es neuerdings "Medien-Verunstalter" heisst und das finde ich wiederum äußerst passend. ;-)

äußerst passend... leider... aber der Kunde ist König... und weiß (leider zu oft) alles besser!

---
Viele Grüße aus Istrien Cool
Ralf
---
iMac i7 (12,2) 3,4 GHz, 16 GB | MacBook Pro 15" (8,2) 2,0 GHz, 16 GB | Mac Mini (3,1) als Server 2,53 GHz, 8 GB | 10.11.6 El Capitan | CS6 (ID 8.0.1)

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Jens Naumann
Beiträge gesamt: 5122

5. Jul 2007, 12:06
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Antwort auf [ Thobie ] In den Impressen (richtiger Plural??) einiger Zeitschriften, …


Yep, der Duden ist mir Dir einer Meinung.

Gott grüß die Kunst,
Jens

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

5. Jul 2007, 16:56
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Antwort auf [ Thobie ] ...und dabei mit einem Bild/Foto kommen, das sie im
Internet gefunden haben. Da heißt es dann: "Schauen Sie mal, was ich
gefunden habe"...

...sage ich ihm am Telefon dazu: "Wenn Sie eine JPG-Datei mit ca.
1–2 MB
aus ihrer Digitalkamera liefern, dann sollte das ausreichen....


hi thobie, guter beitrag!

zum ersten: daily business... aber eben: ich bin ja die hausfrau unter
den pixelschubsern: ich bügle den ganzen tag – jpeg-artefakte :-/

zum zweiten: gute idee! werd ich mir so merken!
digicam-bilder krieg ich immer 72dpi, dafür ca. 60cm hoch und 90 breit...
halt wie es die digiknipsen normalerweise liefern.
wenn ich sage "300dpi" und einer hat photoshop rechnet er es hoch
und boom – 300dpi, dafür auch 300MB *grins* und die schärfe
& co sind im eimer...

zudem kann der kunde eher die grösse als die auflösung messen :)
für meine zwecke ist das ideal (digitaldruck).

gruss
stefan


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P: MacBook Unibody, 4 GB RAM, CS3 / KORG SV-1 / iPhone 5 / iPad 2
G: iMac 24'' Alu 3.06GHz OS X 10.6 / 4GB RAM / 1TB / LaCie Quadra 1TB Backup / CS4
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Ralf Hobirk
Beiträge gesamt: 5862

5. Jul 2007, 17:51
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Zitat von forBild Es wäre besser, den Kunden zu sagen, man benötigt soundsoviel Megapixel und nicht MB oder dpi. Megapixel versteht jeder, da jeder eine Digiknipse hat.

Ich halte es so wie forBild. z.B. bei einem (schon Jahre laufenden) Fotowettbewerb: "Senden Sie uns Ihre Digitalbilder (Mindestauflösung 3 Megapixel) ..." Und habe damit im Großen und Ganzen gute Erfahrungen gemacht.

Mich nerven nur die Datums- und Zeitstempel die manche Leute in jedes Bild setzen müssen... aber dafür haben wir ja PS...

---
Viele Grüße aus Istrien Cool
Ralf
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

MHesz
Beiträge gesamt: 83

13. Jul 2007, 12:32
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Ich stimme Heike zu wenn sie sagt, daß man mit den Kunden kommunizieren soll. Es ist keine Allzweckwaffe (-g-), wenn man es aber geschafft hat den Kunden zu überzeugen bleiben diese meist auch Kunden über Jahre. Es wird dann auch nicht mehr beim Geld gefeilscht o. ä. und man merkt auch, daß die Daten wie sie geliefert werden besser werden.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

16. Feb 2008, 03:00
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"Wie seht ihr das? Erlebt ihr das vielleicht genauso?"

Hi, Mr. Simpson,

will mal einen alten Thread beleben, weil ich wieder auf ihn gestossen
bin.

Du hast sicherlich bei fast allem Recht. Mit Kunden, Zulieferen,
Autoren, Redakteuren, Übersetzern, Fotografen, Druckereien erlebt man
schon manche Dinge.

Ich will mal überlegen, so auf die Schnelle noch was aus dem letzten
Jahr zusammenzuklauben:

1.) Die Impressen der meisten Zeitschriften, die ich gestalte –
Periodika – ziert fast immer der Zusatz: "Bitte keine Internetbilder.
Sie entsprechen nicht den Anforderungen des Offsetdrucks!" Das war in
Übereinkunft mit den Chefredakteuren die einfachste und
komprimierteste Darstellung für die zusendenden Personen, dass Fotos
aus dem Internet nicht zu verwenden sind.

2.) Dennoch erlebe ich es immer wieder, dass Kunden kommen und sagen:
"Schauen Sie mal hier, das habe ich im Internet gefunden! Sieht doch
toll aus, oder? Können Sie das nicht für meine(n) Flyer, Folder,
Broschüre etc. verwenden?"

3.) Ebenfalls Standardthema: Logos in 4c anstelle in einer
Schmuckfarbe. Logos in ungenügender Auflösung. Oder als JPG oder TIFF,
wo doch ein EPS viel geeigneter wäre. Andauernde Rücksprache mit den
Grafikern bei den Kunden, die nicht verstehen, was man will. Das
dauert, manchmal sogar 1–2 Wochen, bis man hat, was man braucht. Und
der Kunde fragt dann: "Was haben Sie mir hier berechnet? Ich denke,
das mit dem Logo ginge relativ schnell klar?"

4.) Ebenfalls Standardthema: Kunde will GENAU DIESE FARBE. Okay, ich
kann mit Schmuckfarbenfächern dienen. Auch Scans und Proofs in einem
profilierten Workflow. Aber ich habe eben keine Belichtungsfirma, die
riesige Normlichtgeräte und Irisproof-Geräte bereitstellt. Meine
Möglichkeiten sind beschränkt.

Wählt dann der Kunde eine Schmuckfarbe für sein Logo aufgrund eines
HKS- oder Pantone-Fächers für Normalpapier oder Kunstdruckpapier,
enscheidet sich dann aber für den Druck auf Umweltschutzpapier oder
glänzendes Bilderdruckpapier mit Lack als Veredelung … mach‘ ihm dann
mal verständlicherweise klar, dass das Druckergebnis für seine
Logofarbe DOCH WIEDER EIN WENIG differieren kann … :-/

5.) Ebenfalls gern bemüht: Der Hinweis, im Internet kann man doch
alles downloaden. Liefert der Kunde Daten eines Auftrages, aber das
dazu passende Programm oder die Schriften fehlen, dann heißt es: "Ach,
das kann doch heutzutage jeder aus dem Internet downloaden. Wieso
können Sie das nicht?" Dann braucht man wieder 15 Minuten
Überzeugungsarbeit, dass man schließlich selbständig und professionell
arbeitet und es rechtliche Rahmenbedingungen gibt. Programme und
Schriften also gekauft werden müssen usw.

Wenn ich diese Punkte so überfliege, fällt mir ein, dass sich das
Thema gut zu einem Buch eignen würde. Vielleicht sollte ich hier im
Forum mal Erlebnisberichte mit den "ach so netten und erfahrenen"
Kunden sammeln. Käme bestimmt etwas zusammen, oder nicht? Was meint Ihr?

Arbeitstitel: "Was meine Kunden eigentlich wissen sollten!", "Der
Arbeitsalltag des Designers" – oder ich plane eine Fortsetzung meines
"Designers Allerlei", das im März erscheint. "Designers Allerlei II" –
diesmal mit Erfahrungen mit Kunden. Kein schlechte Idee.

Grüße


Thobie



PS: Noch besser, fällt mir gerade ein: "Der Designer-Guide", oder auch
"Der Kunden-Guide für Designer". … ;-)


--
Autor | Designer | Verleger
Gustav-Adolf-Str. 34a · 22043 Hamburg · Tel. 040/6116 9771
www.medien-schmie.de | www.kreativ-schmie.de | www.buch-schmie.de
biedermann@medien-schmie.de

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

loesches
Beiträge gesamt: 231

16. Feb 2008, 10:53
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gelesen: 16568

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Hi Thobie,

stimmt in vielen Punkten....

Zitat Oder als JPG oder TIFF,
wo doch ein EPS viel geeigneter wäre.

????

Zitat mach‘ ihm dann mal verständlicherweise klar, dass das Druckergebnis für seine
Logofarbe DOCH WIEDER EIN WENIG differieren kann … :-/

man kann auch von gelernten Druckern mit geschultem Auge die Farbe
nach Wunsch anmischen lassen, so nah wie möglich wie es der Kunde sich vorstellt...
(Mehrarbeit=Aufpreis)


Inhalt:
gelieferte PDF/X-1a-Daten
beschnittenes Endformat: 14,5 x 21,5 cm (abfallend)
176 Seiten, 1/1 farbig Schwarz (60er Raster)
Offsetpapier, weiß, holzfrei, 90 g/qm, 1,75 f. V.

Umschlag: Kartonumschlag für französische Broschur
gelieferte PDF/X-1a-Daten
beschnittenes Endformat: 49,4 x 21,5 cm (abfallend)
4/0 farbig CMYK (70er Raster)
glanzgestrichen Bilderdruck, weiß, holzfrei, 280 g/qm
Mattfolienkaschierung

PUR-Klebebindung, einzeln eingeschweißt,
Auflage: 5.000 Exemplare
Lieferung frei Haus

Die Auflage würde für den deutschsprachigen Raum reichen oder? ;-)

Mit freundlichen Grüßen

Markus Lösch

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18110

17. Feb 2008, 12:22
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gelesen: 16517

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Antwort auf [ loesches ]
Zitat von thobie Oder als JPG oder TIFF,
wo doch ein EPS viel geeigneter wäre.

????

Es geht um _Vektor_ EPSe, nicht gepixelte.


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Dr. Gonzo
Beiträge gesamt: 2999

17. Feb 2008, 16:58
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gelesen: 16492

Beitrag als Lesezeichen
standartspruch:
"was???? sie können das nicht? aber ich habe das schon an 36 andere druckerein gesendet und da ging alles glatt!".

((PS: glaub ich nicht bei geliefertem gif was ein 2C Druck werden soll))


Grüsse,
Dr. Gonzo

----------------------------------------------------------------------

"Der Duffman stirbt nie, nur der Schauspieler der ihn spielt..."

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

loesches
Beiträge gesamt: 231

17. Feb 2008, 19:08
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gelesen: 16467

Beitrag als Lesezeichen
Hallo,

@Thomas Richard: Ja stimmt. Es handelte sich hierbei um Logos, also Vektoren.

Meines Erachtens haben die Probleme erst so richtig im Zeitalter von PDF begonnen.
Natürlich haben wir jetzt mehr Möglichkeiten bzw. und alles ist ein wenig transparenter
geworden, im wahrsten Sinne des Wortes...

Damals wurden halt PostScript-Dateien vom Kunden geliefert, dass war dann so eine
Art Black Box für ihn. Da glaubte man nun mal mehr dem Dienstleister, wenn irgendwas
nicht gepasst hat. Weil er Werkzeuge wie Taylor, Solvero usw. hatte und der Kunde nicht.
Heute sieht er sein PDF am Bildschirm und kann bequem behaupten, "es sieht
doch gut aus, dass müssen sie doch so drucken können?".
Die Überzeugungsarbeit ist nunmal heute wesentlich enormer geworden.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Lösch

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18110

17. Feb 2008, 19:25
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gelesen: 16457

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Nein.

wenn man verantwortungsvoll und umsichtig mit sienen Kunden umging, war das auch schon früher mit viel Arbeit verbunden.

Der Unterscheid liegt darin, das 'früher' solche unbequemen Diskussionen mit irgendeinem Fachkauderwelsch erschlagen wurden, heute pocht der Kunde auf eindeutige Belegung seiner Fehler im Dokument. Kann man das nicht, hat man den schwarzen Peter als Dienstleister.
Wenn ich mir überlege mit was für fadenscheinigen Begründungen zu Postscript und früheren Zeiten Druckkunden abgefertigt wurden, musste ich oft schwer an mich halten, da keine Bombe reinzuwerfen.

Nichts desto trotz erfordert es ein weitreichendes Wissen um als Litho- oder Druckerei-Kunde zu seinem Recht, bzw. dem bezahlten oder angebotenen Gegenwert zu kommen.
Bei vielen Internetdruckern habe ich das Gefühl, dass die die Preise auch nur abgeben können, weil sie es auf private Kundschaft abgesehen haben, bei der jegliche Form von Makulatur abgeliefert werden kann. Würden sie sich das mit einem altgedienten Produktioner erlauben, würden sie nicht alt.


Was soll in Posting #2 eigentlich die Produktbeschreibung?


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

17. Feb 2008, 20:24
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gelesen: 16437

Beitrag als Lesezeichen
 
Hallo, Thomas

> Was soll in Posting #2 eigentlich die Produktbeschreibung?

Markus will mir ein Angebot für den Druck des Buches machen, das ja
noch nicht mal in der Entstehungsphase und auch noch nicht entschieden
ist, ob ich es schreiben will … ;-)!

Grüße


Thobie




PS: Ich habe mich an einen der Moderatoren des Forums gewandt und
gebeten, diesen Thread, der als eigener gar nicht aufgemacht werden
sollte, an den Ausgangs-Thread von Bernhard Werner angehängt werden
soll. Leider ist bisher nichts passiert. Los, kommt mal in die Pötte,
Ihr Moderatoren … ;-)


--
Autor | Designer | Verleger
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
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17. Feb 2008, 20:32
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Antwort auf [ Thomas Richard ] ...auf private Kundschaft abgesehen haben, bei der jegliche Form von Makulatur abgeliefert werden kann. Würden sie sich das mit einem altgedienten Produktioner erlauben, würden sie nicht alt.

Zunächst mal freut es mich, dass ich diese – aus meiner Sicht äusserst spannende –
Diskussion wieder ins Rollen bringen konnte. Seid ihr der Meinung, die Qualität
nimmt eher ab oder glaubt ihr, dass es besser geworden ist? Ich persönlich sehe
"die Branche" als grosses und ganzes nicht mehr wirklich. Meine Kunden sind
praktisch vorgegeben und die habe ich sehr gut erzogen. Poster aus Internetbildern
drucken zu wollen kommt nur noch ganz selten vor *grins*.

Thomas Richard gebe ich absolut recht. Was da teils gedruckt wird macht Angst…
Ironischerweise muss man aber sehen, dass es ein Kundenbedürftnis zu sein
scheint, günstig Drucksachen zu erhalten.

Qualität zum Nulltarif ist noch nicht machbar… Trotzdem finde ich es schade,
dass sowohl die Vorstufe als auch der Druck als Kunstform teils komplett
untergehen :-(

Thobie: Wie wäre es mit "Kunden designen" als Titel? Kurz, prägnant und mit
Interpretationsmöglichkeiten ohne Ende :P

Gruss Stefan


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(Dieser Beitrag wurde von Freeday am 17. Feb 2008, 20:35 geändert)

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

17. Feb 2008, 20:56
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gelesen: 16418

Beitrag als Lesezeichen
 
> Zunächst mal freut es mich, dass ich diese – aus meiner Sicht
> äusserst spannende – Diskussion wieder ins Rollen bringen konnte.

He, Angeber, das warst nicht Du, sondern ich. Schließlich ist mein
Posting ungewollt in einem eigenen Thread gelandet, den ich gar nicht
aufmachen wollte …!! ;-)

> Thobie: Wie wäre es mit "Kunden designen" als Titel? Kurz, prägnant
> und mit Interpretationsmöglichkeiten ohne Ende :P

Ich bin zur Zeit bei: "Der Kunden-Knigge für Design-Aufträge – Ein
Ratgeber". Ich müsste es so preiswert produzieren, dass jeder von Euch
in der Grafik seinem Kunden ein Exemplar kostenlos mitgeben kann – und
alle Probleme sind hoffentlich ausgeräumt. Das gibt ein effizientes
Designen und Produzieren ;-)

Ohne gleich ins Typografie-Forum abzuwandern: Weiß jemand, ob die
Nennung des Begriffs "Knigge" in Ordnung ist oder Probleme gibt? Es
handelt sich schließlich um eine historische Persönlichkeit und auch
um einen feststehenden Begriff. Ein Buch über Umgangsformen von ihm
gibt es ja auch.

Grüße


Thobie


--
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Jens Naumann
Beiträge gesamt: 5122

18. Feb 2008, 12:34
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gelesen: 16324

Beitrag als Lesezeichen
Antwort auf [ Thobie ] Ohne gleich ins Typografie-Forum abzuwandern: Weiß jemand, ob die Nennung des Begriffs "Knigge" in Ordnung ist oder Probleme gibt? Es handelt sich schließlich um eine historische Persönlichkeit und auch um einen feststehenden Begriff. Ein Buch über Umgangsformen von ihm gibt es ja auch.


Ohne es wirklich zu wissen, Thomas, würde ich davon ausgehen, dass „Knigge“ auch ein Allgemeinbegriff ist wie zum Beispiel „Röntgen“. Keine Garantie, nur so ein Gefühl …

Gott grüß die Kunst,
Jens

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

hoffMan666
Beiträge gesamt: 18

18. Feb 2008, 12:35
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gelesen: 16324

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Hallo allerseits,

ich finde das Thema auch sehr spannend.

Zunächst ist es interesssant was sich hinter dem Begriff des "Kunden" verbirgt. Aus meiner Sicht (Schriftsetzermeister in der Vorstufe einer vollstufigen Druckerei) sind das auch die Leute die ein Designer als Kunden bezeichnen würde. Also der Endkunde an sich. Aber oftmals leider auch Designer, Fotografen, oder andere Leute von denen man ein gewisses Fachwissen erwarten können sollte, selbst. Das ist ein Umstand den ich in dem Zusammenhang noch viel schlimmer finde, denn wenn sich der Endkunde mit fachlichem Kram schwertut...
... dann hat man wie hier schon angerissen die Schwierigkeit wie mach ich dem das klar. Was ich wiederum mit stetiger Kundenerziehung, -betreuung, Transparenz, Geduld, Aufwand, etc. versuchen und auch z.T. lösen kann.

Allerdings würde ich in dem Fall (Endkunden) nicht von Qualitätsverlust sprechen.

Ein zweiter Aspekt wo ich das verwirklicht sehe ist der Qualitätsverlust, den die WIrtschaft vorgibt. Nämlich durch das Pushen von Billigkomponenten die schnell und günstig zu erstellen sind aber die notwendige Qualität missen lassen. Als Beispiele würde ich hier anführen Digitalkameras, Scanner, Plattenbelichter.
Ich bin wirklich kein Ewig-Gestriger und finds auch doof wenn die alte Garde was von "früher", am besten noch vom "Setzkasten" erzählt. Aber über die letzten 10 Jahre gesehen gibt es schon einen gewissen Rückgang an Qualität zu verzeichnen.

Ansonsten denke ich geht es auf breiter Basis um einen Werteverfall. Die Leute wollen halt heute viel, schnell, billig. Alles andere interessiert net. Das ist schade und leider von ein paar qualitätsbewussten Hanseln nicht mehr zu beheben.

Gruß
hoffMan
---------------------------------------------------------------------------------
Do you like having a good time? Then you need-a-good-watch! [Rocky Balboa]

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

18. Feb 2008, 12:46
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gelesen: 16317

Beitrag als Lesezeichen
 
Hallo Thobie

Das mit dem Ratgeber für alle Kunden finde ich eine sehr sehr geile Idee,
da ich im CD-Presswerk ebenfalls eine solche Broschüre zur Hand hatte:
«Leitfaden zur CD-Produktion» wo alles von Mastering bis Grafikdaten-Auf-
bereitung abgefrühstückt wurde. Kompakt und möglichst ohne Fachblabla,
so dass es auch jeder versteht. Und tatsächlich ist nur ein ganz kleiner Pro-
zentsatz der Daten falsch angeliefert worden :-)

Gruss Stefan


************************************************************************
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

18. Feb 2008, 16:50
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OT:
> ---------------------------------------------------------------------------------
> Do you like having a good time? Then you need-a-good-watch! [Rocky
> Balboa]

„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!“

SCNR … ;-)



Thobie

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

gpo
Beiträge gesamt: 5518

19. Feb 2008, 13:55
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Moin,

hänge mich da mal ein....weil zu berichten gibt es genug:))

was sich geändert hat===> Kunde

in der Tat haben die sich geändert, und zwar hätte sich früher kein Schreibtischtäter,
in ein Studio, Druckerei oder sonstwohin ....getraut,
dann auch noch den Mund auzumachen!!!

seit Einführung des DTP...
aber mit Sicherheit der letzten 10 Jahre,
sind "echte Produktioner" von großen Firmen und Agtenuren völlig verschwunden,
oder wegrationalisert worden!!!

Heißt...du redest gegen die Wand, verhandelst mit Lagerarbeitern
(die trefflich Computer bedienen können) oder....
must mit der Sekretärin anbandeln....die "mal eben ein paar Bilder aus dem Prospekt gescannt hat":)))

###
die dickste Nummer aus dem letzten Jahr...
Profilabor ruft um Hilfe...können RGB Daten nicht Printen die Kunde geliefert hatte???
...totale Farb- und Tonwertabrisse wie ich selbst noch nie gesehen habe;))

was war gelaufen...
# PR Agentur holt Kundenbilder aus dem Netz(TIF-RGB unprofiliert)
# PR-cheffe sagt der Sekräterin, sie möge das Bild in PS beschneiden...
# so nebenbei wurden im Bild...dem "Modell die Augen etwas geöffnet"...(?)
# dann gesichert und ab ins Labor...die nur noch Mist rausbekamen???

1) erste Analyse von mir=> Bild lag in CMYK und USswopcoated vor
2) Tonabrisse der schlimmsten Sorte
3) versuch einer Restaurierung...RGB=> Korrekturen=> Maskierungen=> Glättungen
4) Print....

Kunde maulte nun rum, seine Farben...blablabla...
2x2 stunden telefoniert, WER denn nun der Schuldige sei?
natürlich das sche..labor

Klar war am dritten Tag....
PR Agentur...holte au dem Kundenetz ein RGB TIFF
Sekretärin öffnet in PS OHNE weiter Fragen=> profilierte damit...
Cheffe auf seinem "neuen TFT" korrigierte und wandelte nach CMYK(weil man das so als profi macht)....

und dieser Datenmüll sollte dann Grundlage für 600 Presseprints werden???
gesehen hatte er die eigenen Tonabrisse nicht, weil...
er ja einen NEUEN TFT hatte, Nachfrage von mir welcher???
....ja wie haben gerade "aufgerüstet vom CRT auf Siemens fujitsu TFT 19" für 230 Euro...
also ganz neu und exakter Bildschirm...:((

ja...und dann als klar war wie es lief ...gabs "Haue" von mir...:))
...der hat sich auch nicht getraut nochmal anzurufen*ggg*

Mfg gpo

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

hoffMan666
Beiträge gesamt: 18

21. Feb 2008, 10:35
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Ooooh jaaa furchtbare Geschichten erzählen könnt ich auch. (Mach ich auch!) Da können wir uns mal alle zusammen ans Lagerfeuer setzen und unsere gruseligsten Geschichten auspacken...

Ich hatte mal eine Designerin, die kam mit nem FH-Layout von dem wir Proofs gemacht haben. So, die Proofs haben dann nicht gefallen und dann gings los: Unser Proof is Scheisse, bei uns hat einer "was mit dem Dokument falsch gemacht", wir haben die Bilder verändert, etc. Die Bilder vom Fotograf sähen bei ihr am Bildschirm sooo toll aus... *örgl*

Ja, Ende vom Lied war der die Dame arbeitet mit Photoshop 4 und Mac Os 9 auf nem PowerMac 8600 (das Ganze ist noch kein Jahr her!!!); macht die Bilder vom Fotograf auf und sagt Modus -> CMYK. Bums. Den Rest können wir nur mutmaßen, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr so genau wie das in Photoshop 4 mit den Farbeinstellungen war...

Jedenfalls haben wir dann die Original-Bilder von RGB nach CMYK transformiert, das Layout dann geprooft und dann war alles i.O.

Ein Angebot unsererseits das technische Equipment des Kunden mal vor Ort durchzuchecken und darauf basierend eine Empfehlung zu erstellen was man da idealerweise machen könnte um zu einer vernünftigen Zusammenarbeit zu kommen blieb unbeantwortet.

Ein grandioses Beispiel für fachliche Inkompetenz trifft Ignoranz und Beratungsresistenz.

Das braucht niemand.

Ich hoffe ihr habt euch schön gegruselt. :)

Gruß
hoffMan


Antwort auf [ Thobie ] OT:
> ---------------------------------------------------------------------------------
> Do you like having a good time? Then you need-a-good-watch! [Rocky
> Balboa]

„Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!“

SCNR … ;-)

Thobie



"Scheiss auf die Welt" [John Rambo]

:)
---------------------------------------------------------------------------------
Do you like having a good time? Then you need-a-good-watch! [Rocky Balboa]

(Dieser Beitrag wurde von hoffMan666 am 21. Feb 2008, 10:35 geändert)

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

christiandigital
Beiträge gesamt: 489

26. Feb 2008, 12:29
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gelesen: 15568

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Ich glaube, Erfahrungen wie diese hat jeder schon gemacht, der professionell und fundiert arbeitet.

Ich glaube vielmehr, es ist eine andere Differenzierung notwendig.
Ja, die "Qualität" in der Druckvorstufe ist gesunken, auf Grund von Kostensparzwang seitens des Kunden und ähnlichen Faktoren.

Aber was soll das?
Ich habe damit kein Problem, oder salopp gesagt, aus Sch... kann auch ich kein Gold machen.

So what?
Klar, es ärgert mich als Fachmann, wenn mir jemand ohne Kompetenz meinen Job erklären will. Das ist auch durchaus verständlich und nachvollziehbar, weil es einfach an der "Ehre" nagt und tierisch nervt, sich immer und immer wieder grundlos dem Kunden erklären zu müssen.

Ich habe, so wie ich das sehe, zwei Möglichkeiten, damit umzugehen, ich ärgere mich und bekomme (noch mehr!) graue Haare oder ich lasse den Ärger am Abend gemütlich während einer guten Füllung englischen Tabaks in meiner Pfeife in Rauch aufgehen. ;)

Eine Anregung wäre doch, wenn im Zuge dieses Forums eine Art "Richtlinien für die Datenaufbereitung für und in der Druckvorstufe" entsteht.

Leider ist es eine Tatsache, dass tatsächlich zu viel auf Kosten der Qualität geschieht, was man hätte im Vorfeld abfangen können.
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

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Alles wird gut.
______________________________

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

26. Feb 2008, 13:19
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Hallo, Christian,

>
> weil es einfach an der "Ehre" nagt und tierisch nervt
>

das musst Du nicht in Anführungszeichen setzen, denn es ist
tatsächlich so, dass es die EHRE des jeweiligen Berufsstandes trifft!
Schließlich sind wir hier alle hart kämpfende Samuarai-Krieger, die
für unsere Kunden immer nur das Beste erkämpfen – Scherz. Aber diese
Besserwisserei nicht brauchen


Grüße


Thobie


--
Autor | Designer | Verleger
Gustav-Adolf-Str. 34a · 22043 Hamburg · Tel. 040/6116 9771
www.medien-schmie.de | www.kreativ-schmie.de | www.buch-schmie.de
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

26. Feb 2008, 14:08
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gelesen: 15534

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Antwort auf [ Thobie ] das musst Du nicht in Anführungszeichen setzen, denn es ist
tatsächlich so, dass es die EHRE des jeweiligen Berufsstandes trifft!


Yes! Und wenn es dann heisst man sei ein Perfektionist, weil man sich weigert
ein Powerpoint-72dpi-Bild ohne Bearbeitung auf A0 zu plotten dann tuts weh :-(

Gruss Stefan


************************************************************************
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Quarz
Beiträge gesamt: 3279

26. Feb 2008, 15:11
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gelesen: 15520

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Hallo,

wir (Frau-Mann-Betrieb) schreiben auf die Visitenkarte
und unten auf die eMail
›Designer grad.‹
um klar zu machen, dass wir nicht aus dem luftleeren
Raum handeln, sondern ein Studium mit einem Abschluss
hinter unserer Arbeit steht.
Oder wir lassen in einem Gespräch mal so nebenher fallen,
welches unsere Kunden sind und waren.

Gruß
Quarz

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

christiandigital
Beiträge gesamt: 489

26. Feb 2008, 18:33
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Nein, das sollte getrennt sein, mag sein, dass es an meiner Ehre kratzt, aber so lange mein Kunde mich zahlt, mache ich auch Mist. Ich bin nicht nur Reproduktioner, nein auch Kaufmann und lieber liefere ich Schrott, als den Kunden zu vergraulen, weil er mein ewiges geht so nicht, kann ich so nicht, würde ich so nicht... nimmer hören kann.

Oft geht es in den Diskussionen nicht um fachliche fundiertes Qualitätsdenken und/oder -handeln, sondern um das gezerre, dass früher alles besser war... Wars vielleicht auch, aber wir sind nicht mehr früher...
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Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

26. Feb 2008, 21:15
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gelesen: 15470

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Hallo, Christian,

> … auch Kaufmann und lieber liefere ich Schrott, als den Kunden zu
> vergraulen, weil er mein ewiges „Geht so nicht, kann ich so nicht,
> würde ich so nicht …“ nimmer hören kann.

also keine Berufsehre? Das Abendland geht unter … heul … :-/



Thobie

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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

26. Feb 2008, 23:08
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Also ich würde es mal so ausdrücken: so wie ma's glernt hot, so macht ma's.
Der Kunde ist natürlich der König, hat immer recht und macht auf alle Fälle die besten Vorschläge bei der Gestaltung der Seiten. Aber nur des schnöden Mammons wegen sich zu verleugnen ...
(... der Laden wird schon nicht den Bach runter gehen).

Bei einer früheren Arbeitsstelle sollten wir einmal für eine Agentur einen Katalog technisch umsetzen, bei dem es allerdings um Waffen (Panzer, Pistolen, Gewehre u. ä.) ging. Bei der Besprechung über den Auftrag kam es dann zu einer Diskussion, die bald sehr politisch wurde und dann wurde abgestimmt, ob der Auftrag überhaupt ausgeführt werden soll. Der Auftrag wurde schließlich mehrheitlich abgelehnt und der Agentur wieder zurückgegeben.

Das hat im eigentlichen Sinne erstmal nichts mit Qualität in der Druckvorstufe zu tun, aber mit Rückrat und Überzeugung. Und genau mit dieser Überzeugung sollte man eigentlich den Besserwissern entgegentreten und mit dem Brustton der Überzeugung sagen: "So geht das aber nicht!" Wenn die dann noch Fakten hören, Zahlen, Auflösung, dpi, RGB, Pixel usw., dann werden sie ganz klein und überlegen vielleicht das Ganze noch mal.
Es gibt natürlich auch andere Situationen, wo einfach der Auftrag, der Kunde und letztendlich auch das Geld wichtig sind. Wenn dann allerdings im Copyright der Name der Druckerei oder Agentur steht, und daneben voll das versiffte und verpixelte Bild ...
Gruß planobogen
______________________________________________________________________________

„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten". Aristoteles und Ich
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

christiandigital
Beiträge gesamt: 489

10. Apr 2008, 09:07
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gelesen: 15035

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Durchaus interessante Aspekte, von denen ich durchaus einige mit Planobogen und auch Freeday teile. Ich denke, wir liegen tendenziell nicht so weit voneinander entfertn, aber ich würde auch hier trennen.

Lieber Thobie, dass ich die "Ehre" in Anführungszeichen setze, hatte seinen Grund.
Leider wird dieser Begriff oft inflationär und zu individuell gebraucht. Die Berufsehre oder der Berufsethos ist für mich etwas anderes. Bei "Ehre" klingt mir zu oft sehr subjektives Empfinden, dünnhäutigkeit und Intoleranz mit. Mag sein, dass ich da sehr unterscheide, aber ich sehe da einen Unterschied zwischen "Ehre" und dem Stolz zur Riege der gegautschten zu gehören ;-)

________

Das eigene moralische, politische, soziale oder sonstige Denken kann jeder selbst innerhalb des legalen Rahmens beurteilen wie er will. Wenn ich einen Auftrag aus diesem Grunde ablehne, sagt dies primär nix über die technische und fachliche Qualität aus.

Richtig ist aber, das ich es selbst für Beachtenswert und lobenswert halte, wenn jemand aus diesen Gründen die Größe zeigt, auf einen Aufrag zu verzichten, da ziehe ich gern meinen Hut.

________

Es ist sicher auch die Frage, in welchem Segment bzw. Bereich der Kunde zu suchen ist.

Ich betreue bei einem unserer volumen- und umsatzstärksten Kunden (Werbeagentur) zwei Klienten aus dem Bereich Automotive. Das birgt in sich einerseits das Erfüllen hoher Qualitätsansprüche, andererseits gibt es dort oftmals eine komplexe Entscheidungsstrategie. Das Lieblingsmotiv des Vorstandsvorsitzenden liegt nur als Digicam-Shot vor oder als Kleinbilddia, wird aber auf einer Automesse als Keyvisual gewünscht.
Wenn die Frage des Kunden dann lautet "kann man das Bild denn so verwenden?", die Antwort "Nein, weil..." und die Reaktion darauf "es gibt aber nix anderes" lautet, was soll man machen?
Wenn der Etat vorhanden ist, dann kann mit einer Vollretusche bzw. Teilillustration das ganze auf ein gewisses Niveau gehoben werde, wenn aber der Etat nicht da ist oder gebilligt wird?
Der Metzgerei ums Eck kann ich immer noch für Drei Euro ein Fotoliabild verkaufen, dem Konzern eben nicht. Was dann dazukommt ist nämlich ein recht profaner Grund, der Spagat zwischen Kundenbindung, guter Qualität und betriebswirtschaftlichem Denken.

IMHO halte ich ein ausgewogenes Maß als das Ziel der Dinge oder um es mit Herr Fiebrandt zu sagen: "Die Druckvorstufe ist kein gestalteriesches Kunsthandwerk, sondern teil eines Industrieprozesses."

My 2 Cent
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

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Alles wird gut.
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Mocki
Beiträge gesamt: 11

28. Mai 2008, 21:20
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Hallo, Thobie,

eine sehr interessante Diskussion, die Du angestoßen hast.

Ein Buch würde auch nicht helfen. Ich habe an meine Stammkunden schon Merkblätter und gerahmte Bilder über dem Schreibtisch nach dem Motto „Bilder aus dem Internet sind zwar schön zum Gucken, doch keinesfalls zum Drucken...“ gesandt - ohne Erfolg. Dem nächsten Auftrag lag wieder die Bemerkung bei: Logos und Bilder können Sie sich von der Homepage holen...

Mit Bedauern stelle ich bei einigen Vertretern unserer Zunft eine gewisse Resignation fest. Frustriert darüber, dass der Kunde vorschreibt, wie Typografie funktioniert, wird es ohne Widerspruch erledigt, denn Zeit ist Geld...

Ich bin seit 30 Jahren Schriftsetzer und seit 20 Jahren Meister meines Fachs, habe noch die Drucktypen in der Hand gehabt und mich mit Zwiebelfischen und Bleiläusen herumgeschlagen.
Damals kam der Kunde und hatte keine Ahnung von dem, was er wollte. Heute auch nicht, nur hat er überall mal was gelesen von Zeilenabstand und Umbruch, hat im Corel und Word gemurkst und will mir erzählen, wie ich meine Arbeit machen soll.

Es kostet schon viel Zeit und Fingerspitzengefühl, den Kunden zu einem ansprechenden Layout zu „führen“ - ohne Fremdworte und hochtrabende Designer-Denglisch-Worthülsen.

Wir, von der schwarzen Zunft, sind selbst Schuld, wenn die Qualität in der Druckvorstufe niedergeht. Tun wir unseren Kunden den Gefallen, dass sie das bekommen, wofür sie bezahlen: Eine Qualität, die sich deutlich von Machwerken der Internetdruckereien und frustrierten Designern unterscheidet. Vielleicht ist dadurch der Niedergang der Preise auch zu stoppen?

Ich bin dabei!

Gruß von Mocki

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

28. Mai 2008, 22:56
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gelesen: 14629

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Hallo, Mocki,

> eine sehr interessante Diskussion, die Du angestoßen hast.


interessante Antwort. Ich überspringe jetzt drei Tage und sage für
alle: Das Wort zum Sonntag … ;–) zieht es Euch rein!

Grüße


Thobie


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

28. Mai 2008, 23:29
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gelesen: 14614

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Hallo Mocki,

ein sehr bewegender Beitrag. Kann ich voll und ganz unterschreiben.

Antwort auf [ Thobie ] Ich überspringe jetzt drei Tage und sage für
alle: Das Wort zum Sonntag … ;–) zieht es Euch rein!

???????? Das versteh ich nun nicht!
Gruß planobogen
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„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten". Aristoteles und Ich
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

28. Mai 2008, 23:50
Bewertung:

gelesen: 14610

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Hallo, Planobogen,

heute ist Mittwoch, oder? Noch ganze 10 Minuten.

Drei Tage überspringen bedeutet: Sonntag.

Also, schau‘ Dir das Wort zum Sonntag in der ARD um 18 Uhr an,
vielleicht kann ich den Pastor dazu bewegen, etwas über den Niedergang
in der Druckvorstufe zu bequatschen … >:–)

Capische?

Grüße



Thobie




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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

31. Mai 2008, 00:45
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gelesen: 14452

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So - jetzt sind die beiden Threads wieder vereint. Herzlichen Dank dafür an Urs und Oesi, den Hausmeister!

Letzte Woche hatte ich ein Erlebis der besonderen Art: Auf Nachfrage mittels (Web-)Kontaktformular wegen Zusendung des Logos als Vektorgrafik kam die sehr kompetent wirkende Antwort (sinngemäß): "Leider können wir Ihnen das gewünsche Logo nicht als EPS (gemeint war wohl ein Illu-EPS) zusenden..."

Bekommen habe ich das Logo dann in einer sehr guten, Auflösung/Größe - und das als LZW-komprimiertes Tiff. :-)

Wer sagt's denn - es geht doch...

Gruß
Bernhard

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

4. Jun 2008, 01:13
Bewertung:

gelesen: 22397

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> Wer sagt's denn – es geht doch
>

Es geht nicht


Kunde liefert bisher für eine Vereinszeitschrift die Texte der Artikel
als einzelne Word-Dateien. Stellt sie mir auf meinen Server.

Jetzt bat ich ihn diesmal – um meine Arbeit zu erleichtern –, alle
Artikel in der richtigen Reihenfolge in ein (!) Word-Dokument zu
kopieren.

Die Frage war dann: Wenn ich zwanzig Artikel in eine Dokument kopiere,
nimmt das Dein Server denn noch, denn er ist ja beim einmaligen
Hochladen immer auf zehn Dokumente beschränkt?

Wer versteht das
;–(?

Ich nehm‘s gelassen und sage: „Okay, das ist in Ordnung, lad die Datei
einfach hoch!“ ;–)



Thobie

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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

EssWeh
Beiträge gesamt: 532

4. Jun 2008, 10:51
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gelesen: 22355

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Hallo,

habe da auch noch eine ziemlich frische Geschichte.

Antwort auf [ Heike Koch ] und ich glaube an das gute und sage ja! wenn wir resignieren, wer soll denn die arbeit machen? die powerpointler etwa?

Unsere Band war neulich in einer Kneipe hier bei uns vorstellig, um einen Auftritt auszuhandeln.

Scheffe Andi (geprüfter Harley-Fetischist) meint schließlich: Alles klar, Männers, machen wir. Und aufgepasst, Männers: Werbung machen wir auch, (Druck-)-Kosten (für 'ne Werbepostkarte) 50:50, bau' ich für Euch für sogar umsonst (hoho! - wir spielen aber auch hier das erste Mal ohne Eintritt für'n Hut), mach' ich direkt schon fertig, alles kein Problem.

Sprach's, holte geschwind sein Aldi-Laptop unterm Tresen hervor, schiebt die nachtaufhellende (es war bereits Nacht) orangefarbige Sonnenbrille hoch, öffnet Powerpoint und eine "von seinem Partner extra angefertigte" Vorlage, "haut" unser Bild rein, noch schnell den Namen dazu ticker, ticker - feddisch!! - klick auf den kleinen PDF-Knopf, schnelle Mail an den "Partner" - schon zwei Tage später liegen da dann 1500 Karten schief geschnitten auffem Tisch - "Geilomat - das flutscht hier - oder, Männers!!??"

Ich saß so daneben und dachte, als er sein "Läppi" unterm Tresen rauskramte: "Bin mal gespannt, was nu' kommt". Die oben geschilderte Szene war in zwei Minuten über die Bühne (inklusive Mail verschicken - leider), keine Chance zum eingreifen, weil Kinnlade wegen des zwischzeitlich geäußerten "das mache'mer wir immer so - klappt aber auch supper mit dem" noch immer unten. An dieser Stelle gingen wir nach Hause.

...

Der Auftritt war gut, die knapp 45 Leute (es war zugegebenermaßen viel zu heiß, um sich in die Kneipe zu hocken) waren trotz der Karten einigermaßen begeistert. Inklusive Andi ("Männers - (gaaanz lange Pause) - vom Feiiinsten!!), der uns von sich aus direkt einen Nachfolgegig verspricht ... Was wollen wir eigentlich noch mehr? Und das Beste: Der Flyer für diesen Termin ist bestimmt auch schon "feddisch"! Wau.

So wie Andi das macht, machen das viele, das wurde hier ja schon festgestellt. Da helfen keine Argumente mehr - sein "Workflow" (inkl. Digitaldruck) funktioniert einfach, und das ist sein ausschlaggebendes Argument. Und all die anderen, bei denen das "auch so flutscht" argumentieren ganz genauso. Wen oder was brauchen die denn noch? Einen, der ihnen etwas gestaltet? Nää, nix und niemanden: "Des mache'mer selber!"

Und ich frage mich (in den nicht soo guten Momenten): Wie soll ich es schaffen, da nicht zu resignieren ...?
Bislang klappt das noch ...


Schönen Gruß aus Mainz NullFümpf ... 8 - P
Stefan

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

7. Jun 2008, 20:40
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gelesen: 22247

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Antwort auf [ EssWeh ] "Des mache'mer selber!"

Nach zwei Tagen Drupa (speziell im "DIP") sehe ich meinen Verdacht bestätigt: Es werden immer mehr Tools angeboten, um Unwissenheit und Inkompetenz zu kaschieren bzw auszubügeln.

Es wird wohl in Zukunft darauf hinauslaufen, sich die Reinzeichnung und Litho zu sparen (im wahrsten Sinne des Wortes). Was dabei rauskommt, steht auf einem anderen Blatt - hauptsache es schaut "gut" aus... :-(

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18110

7. Jun 2008, 23:29
Bewertung:

gelesen: 22215

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Die Aufgabe scheint nicht mehr zu sein: "Aus Scheiße Gold machen.", sondern:"Die Scheiße rauszuhauen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen." ...am besten noch nebst automatisch generierter Rechnung."


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

planobogen
Beiträge gesamt: 1043

8. Jun 2008, 01:51
Bewertung:

gelesen: 22192

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Wir brauchen hier gar nicht zu resignieren oder zu lamentieren und uns über den Verfall der (Gestaltungs)kultur und technischen (Un)vollkommenheit zu beschweren. Wir sind selber schuld.
Wir geben unser Wissen jedem weiter, der eine Frage stellt. Sei es der der unbedarfte, picklige Abi-Jüngling, der mal schnell seine 200-seitige Abi-Zeitung fertig machen will und Probleme bei der Ausgabe mit PDF für die Druckerei hat.
Kein Problem: Hier werden Sie geholfen!
Oder einer ist Web-mäßig unterwegs und braucht Hilfe für die technische Umsetzung seiner Seite: Kurz anmelden und fragen. Die Antwort kommt schnell und vor allem kostenlos und kompetent.

Ich will dieses Forum nicht kritisieren oder in Frage stellen. Die Fachkompetenz, die sich hier auf engstem Raum trifft, ist hervorragend und einmalig. Unschlagbar.
Aber wir sägen ununterbrochenan dem Ast, auf dem wir selber sitzen, indem wir selbstlos, der guten Sache verpflichtend, unser aller Wissen preisgeben.
Und irgendwann - (in absehbarer Zeit) - kann eigentlich jeder irgendwelche Druckerzeugnisse am Computer erstellen, weil

1. solche Foren bestehen
2. es immer mehr Tools für die Erstellung, technische Umsetzung und Gestaltung gibt
3. und wahrscheinlich auch die Qualitätsansprüche massiv nach unten geschraubt werden, weil alles ja eh immer kurzlebiger wird
4. ...

... und wo bleiben wir dann? Oder unsere Kinder, die vielleicht den gleichen oder einen ähnlichen Berufsweg eingeschlagen haben? Warum haben wir studiert, Praktikas gemacht oder 3 Jahre eine Lehre absolviert? Uns mit den Regeln des Goldenen Schnitts rumgeschlagen und Gestaltungsbücher gewälzt?
Nur um dann am Ende in irgendeiner Druckerei oder Copyshop zu sitzen, Kundendaten in Empfang zu nehmen, kontrollieren, korrigieren und auf den Digi-Drucker schieben.

Oder doch etwas anderes machen, Schafe und Ziegen züchten, und im Herbst die Honigernte einbringen. Aber dafür ist es jetzt zu spät.
Obwohl, wer weiß .....

Aber Gedanken macht man sich schon für die Zukunft ................
Gruß planobogen
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

8. Jun 2008, 10:30
Bewertung:

gelesen: 22142

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Antwort auf [ planobogen ] Sei es der der unbedarfte, picklige Abi-Jüngling, der mal schnell seine 200-seitige Abi-Zeitung
fertig machen will und Probleme bei der Ausgabe mit PDF für die Druckerei hat.

Aber sind wir mal ehrlich: Die Abi-Zeitungen und solche Sachen leben doch vom
"siffigen selfmade-Aussehen". Und welche Schule bezahlt die Arbeit für 200 Seiten,
gestaltet nach den Regeln des goldenen Schnittes, mikrotypografisch korrekt und
mit allem drum und dran? In solchen Fällen können wir froh sein, dass noch nicht
jeder eine Druckerei zu Hause hat :-)

Ich denke mal, dass alles im Verhältnis gleich bleibt, leider mit fühlbarer Tendenz
zu weniger Qualität. Bei Buch-Gestaltungen weniger, bei Flyern mehr. Aber das
hat massiv mit den Stundenpreisen für Design zu tun. Keine Party ist es wert,
dass ihre Flyer 500 Franken kosten – ohne den Druck. Verhältnisschwachsinn!

Zitat Nur um dann am Ende in irgendeiner Druckerei oder Copyshop zu sitzen, Kundendaten
in Empfang zu nehmen, kontrollieren, korrigieren und auf den Digi-Drucker schieben.

Jou, genau mein Job. Dazu noch Beratung und Design und es kommt hin ;-)
Tatsächlich finde ich es deutlich spannender, mit der ganzen A-Z Begleitung
und dem persönlichen Service zu trumpfen als den ganzen Tag Formatvorla-
gen nach Corporate Design mit Text abzufüllen. Die Abwechslung ist für mich
unbezahlbar. Und man hat bei guter Arbeit direktes Feedback vom Kunden!

Natürlich hilft meine Ausbildung als Polygraf. Ich weiss, was meine Kunden
wollen und wie das am besten grafisch umzusetzen ist. Und ja, auch hier kann
man auf saubere Mikrotypografie achten – und damit die Kunden sogar live
vor dem Rechner von seiner Existenzberechtigung überzeugen :-)
Und siehe da: Kundenzufriedenheit ist bei uns – gemessen – irrsinnig hoch.
Selbes gilt für die Loyalität unserer Kunden.

Irgendwie hat alles seine Existenzberechtigung. Die neuen Hexereien, dass
jeder seine eigenen Sachen machen kann sind das Ergebnis einer vorhandenen
Nachfrage. Gleiches gilt für die Discount-Internet-Druckereien. Dank diesen
Druckereien kann jeder Flyer machen, was vorher nicht bezahlbar gewesen wäre.
Wenns mit einem scheisse Layout klappt – bitteschön. Kost ja dafür auch nix.

Was momentan geschieht ist ein Bröckeln des "elitären" Teils der Branche.
Derjenigen, die sich nur auf Qualität berufen. Die spezialisierten Druckereien
funktionieren weiter, die "normalen" geben Word die Schuld an deren Umsatz-
rückgang und passen gleichzeitig ihre Preise nach oben an. Word ist massiv
günstiger geworden. Irgendwas stimmt da nicht. Und das ist für mich das Verhält-
nis Preis-Leistung aus sicht der Kunden. Wieviel darf sein Endprodukt
kosten für das, was er es braucht?

Kurz gesagt: Ein Flyer für eine Party DARF nicht teuer sein, weder im Druck noch
im Layout. Und nein, früher wäre der Flyer auch nicht in einer Druckerei von ei-
nem Profi erstellt worden – dafür wars schon damals zu teuer :-) Das jetzt aber
nur als symbolisches Beispiel.

Soweit meine aktuellen Gedanken zum Thema.


@Planobogen: Hervorragender Artikel mit Bezug aufs Forum. Sicher hast Du
nicht unrecht!! Vor allem die "ich hab InDesign runtergeladen jetzt bin ich
ein Profi – wie fügt man Bilder ein?" Typen hab ich persönlich weit oben auf der
Abschussliste… Tools und das Forum kommen mir persönlich als Fachmann
sehr entgegen. Noch ausgefallenere Sachen und noch mehr Sicherheit im Um-
gang mit schwierigen Kandidaten helfen mir im Alltag. So kann ich dank des
Forums schnell reagieren, wenn ich plötzlich neue Felder betrete wie das Kali-
brieren von Bildschirmen fürs externe Vergeben von Aufträgen.

Gruss Stefan


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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

11. Jun 2008, 01:10
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gelesen: 22015

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Hallo, Planobogen und Freeday,

letzte Woche hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einem Kunden, das
mir zeigte, dass es immer noch die netten, freundlichen,
verständnisvollen Kunden gibt, die Wert auf Qualität legen und dafür
auch den entsprechenden Preis zahlen. Die uns somit als Experten,
Fachleute und Dienstleister sehen und akzeptieren, das wir die
Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen haben, um solche Jobs
abzuwickeln.

Es geht um einen Katalog für Schmuckartikel eines Selbständigen, der
diese vertreibt. Positiv war schon einmal, dass er sich einen
professionellen Fotografen geleistet hat, um seine Schmuckartikel zu
fotografieren.

Beim Preis meines Angebots musste er erst einmal schlucken, verstand
dann aber meine ihm erläuterte Kalkulation. Ich war auch nicht bereit,
von meinem Angebot abzuweichen, zur Zeit muss ich nicht alle Aufträge
annehmen.

Um es kurz zu machen, schön war seine Reaktion beim Hinausgehen, als
ich ihm nochmals unterbreitete, dass ich ihm ein Konzept und drei
Entwürfe für seinen Katalog entwerfe bzw. gestalte. „Und was kostet
mich das zusätzlich?“ „Nichts, das ist in dem Paket drin. Vom Konzept
mit drei Entwürfen bis zur geprüften, druckfähigen PDF. Das ist alles
in meiner Dienstleistung für diesen Preis enthalten!“ Hörte es,
lächelte freundlich, sagte: „Ah, prima!“, drückte mir die Hand und
ging. [Nur Proofs und Druck gehen an externe Dienstleister.]

Am Freitag hat er mir den Auftrag erteilt.

Grüße


Thomas



--
Autor | Designer | Verleger
Gustav-Adolf-Str. 34a | 22043 Hamburg | Tel. 040/6116 9771
www.medien-schmie.de | www.kreativ-schmie.de | www.buch-schmie.de
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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

böc
Beiträge gesamt: 842

11. Jun 2008, 10:25
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gelesen: 21965

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Hallöchen zusammen,

zieht Euch mal folgenden Artikel rein (downloadbar als PDF):

http://www.druckmarkt-schweiz.com/aktuellesheft.htm

Seite 68: "Die grösstmögliche Katastrophe: Kunden"

Der Schorsch bringt es auf den Punkt wie kaum ein anderer.

Grüsse

böc
magical mister mac

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

mpeter
Beiträge gesamt: 4579

11. Jun 2008, 15:18
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gelesen: 21921

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Viele Dank für den Link! Könnte ich so gut schreiben – ich hätte es nicht anders geschrieben. Voll auf die Zwölf, Treffer versenkt! Und ich werde es audrucken und ganz zufällig an strategisch relevanten Punkten vergessen ;-)

Gott grüß’ die Kunst!
Gruß
Magnus

OSX 10.12.6, Adobe CS6/CC

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

14. Jun 2008, 01:21
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gelesen: 21810

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Hallo,

> Viele Dank für den Link! Könnte ich so gut schreiben – ich hätte es
> nicht anders geschrieben. Voll auf die Zwölf, Treffer versenkt! Und
> ich werde es audrucken und ganz zufällig an strategisch relevanten
> Punkten vergessen ;-)

habe mir gerade den Artikel von Hans-Georg Wenke durchgelesen.

Mein Statement: Inhaltlich hat er schon Recht. Ist gut geschrieben,
aber auch nicht brillant. Da hat sowohl der Lektor als auch der
(Chef-)Redakteur ganz schon schludrig geabeitet. Stilistische und
orthografische Fehler ohne Grenzen. Und das in einem Managementmagazin
für Print und Publishing!? Auch die Gestaltung ist ist „unter ferner
liefen“. Also kein Paradeexemplar für die schreibende und gestaltende
Zunft. Außerdem hätte sich der Autor noch mehr auf die Printbranche
beschränken sollen und keine Ausflüge in die Wirtschaft und ins –
sorry, es kommt im Artikel so vor – Anale tun sollen. Tut dem Artikel
nicht gut.

Mein Fazit: Ich überlege ja immer noch, ob ich ein Buch zu Thema des
Threads herausbringe: „Der Kunden-Knigge für Design-Aufträge! “ ;–).
Mit Infos auch aus HDS reich bestückt. Aber zur Zeit habe ich mich
noch nicht entschieden. Denn: Gut Ding will Weile habe


Grüße



Thomas

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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

23. Jun 2008, 00:27
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gelesen: 21563

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Hallo,

ich will hier keinen allzu langen Erfahrungsbericht schreiben, wobei dieses Posting auch ins QXP-Forum passen würde. Aber vielleicht hat der Eine oder Andere schon ähnliche Erfahrungen gemacht.

Eigentlich geht es um die Frage der Erziehung des Kunden … ;–) Oder anders formuliert: „Was ist des Computers Tod?“

Ich habe mit einem QXP-Projekt eines Geschäftsberichts einer AG, die dafür einen gesetzlich vorgeschriebenen Abgabetermin bei der Börse hat – was es zeitlich so schwer macht –, eine 3-tägige Odyssee hinter mir.

Fehlerhafte Projekte, sogar fehlerhafte Backup-Dateien, fehlerhafte manuelle „Sicherungskopien“ alle 10 Minuten bei der Arbeit – manchmal ließ sich kein Projekt mehr öffnen, es blieb nur der Rückgriff auf das Projekt vom Vortag – aber ein Tag Arbeit war futsch.

Die technische Hotline von Quark wußte nicht weiter, Bernd Drienko hat auch vergeblich versucht, mir zu helfen – Danke nochmals! –, bis ich noch tagelangem Suchen auf die Ursache kam:

EXTERNE DATEN VON AUSSEN!

Vermutlich war eine oder mehrere vom Kunden gelieferte Word-Datei(en) für QXP nicht zu verarbeiten, weil sie ein Konglomerat aus irgend welchen exotischen Schriften enthielt(en) – also keine reine Times im ganzen Text-Dokument –, was irgend wie dazu führte, dass ich in QXP einige „Phantomschriften“ hatte, die gar nicht vorhanden waren und QXP sich daran „verschluckte“.

Fehlerbehebung: Ich habe die Word-Dateien einfach alle mit der Times formatiert, allen Schnick-Schnack rausgeworfen und ein reines Textdokument mit einer Schrift erzeugt. Dann ging‘s.

Aber dafür habe ich zwei Tage Arbeit mit Nachtschichten opfern müssen und mein Rechner hat mich fast in den Wahnsinn getrieben … nein, so schlimm war es nicht. Aber schlimm genug.

Es ist das alte Dilemma, wie ich es vor 10 Jahren unter Mac OS 7/8/9 erlebt habe, wenn ein Kunde eine Anzeige mit fehlerhafter Schrift lieferte …

Eigentlich sollte man sich wirklich Gedanken machen, wie man seine Kunden für eine korrekte Datenabgabe erzieht, aber es wird vermutlich doch wieder am jeweiligen Grafiker/DTPler/Reinzeichner/ usw. hängen bleiben, das umzusetzen.

Schönes WE


Thobie
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Ronnie
Beiträge gesamt: 78

29. Jun 2008, 11:54
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gelesen: 21395

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Hallo Bernhard
Du sprichst mir aus dem Herzen! Genau das beschriebene Übel ist in meiner grafischen Arbeit Alltag. Auch sogenannte Marketing- und PR-Profis sind im Umgang mit reproduzierbaren Digitaldaten völlig unbedarft und hilflos. Uns bleibt wohl oder übel nur, immer wieder nach guten Daten nachzubohren, was manchmal diplomatisches Geschickt braucht, weil man ja nicht als Bremser im Prozess gelten will und die Arbeit dem Kunden doch so easy wie möglich machen möchte/sollte...

Dran bleiben,
Grüsse
Ronnie
Ro

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

18. Aug 2008, 13:52
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gelesen: 20952

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Juhuu ich habe einen der Gründe für den Niedergang gefunden:
http://www.fontblog.de/...2b0d6e82c7195-8.html

Eine Katastrofe in W-moll :-/

Gruss Stefan


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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

18. Aug 2008, 17:58
Bewertung:

gelesen: 20903

Beitrag als Lesezeichen
 
Hallo, Freeday,

ist ja nett zu lesen, aber lass die Kirche im Dorf und uns halblang
machen. Durch so einen Computer-Kurs in der Grundschule geht die
Druckvorstufe noch nicht zugrunde.

Der Flyer ist nicht umwerfend gestaltet, für diesen Zweck aber
ausreichend. Einfach ein paar frei verfügbare Cliparts reingesetzt.
Lustig, nett, für Kiddies ausreichend.

Außerdem siehst Du in der Auflistung, dass dort a) ein Gedicht, b)
eine Geschichte und c) ein Referat „gestaltet“ werden soll. Da steht
nix von einer 4-seitigen Hochglanzbroschüre oder einer Lifestile-
Zeitschrift. Für diesen Zweck ist so ein Kurs ausreichend, wenn die
Schüler schulnahe Aufgaben gestellt bekommen.

Anekdote: Mein Bruder durfte vor einigen Jahren in die in der Nähe
liegende Schule seiner Töchter fahren, weil dort im Computerkurs im
Programm Word zwischen jedem Seitendokument ein komischer grauer,
horizontaler Strich war, den man aber nicht anfassen oder weg löschen
konnte. Lösung: Der graue Strich war der Hintergrund zwischen den
Seiten in Word und eben per se da. So lernen die Kiddies!

Grüße


Thobie


> Juhuu ich habe einen der Gründe für den Niedergang gefunden:
> http://www.fontblog.de/files/0feaa861b257084c02a2b0d6e82c7195-8.html

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Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

MaDi
Beiträge gesamt: 11

20. Sep 2008, 19:29
Bewertung:

gelesen: 20619

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Hallo,

zu der Aussage >Eigentlich geht es um die Frage der Erziehung des Kunden … ;–)< habe ich eine Frage!

Wie?!- Wie kann man das seinem Chef beibringen, der eigentlich nur darauf schauen muss, dass der Monatsabschluss passt?
Musste mir z.B immer anhören, dass es zu Zeitintensiv ist; dass wir das Logo oder so doch jetzt einfach nachbauen sollen ohne dem Kd. auf die Nerven zu gehen; u.ä.

Kd. ist König! - Zu jedem Preis???

Muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen und es einfach geschehen lassen?

Ich beschäftige mich immer sehr intensiv mit den einzelnen Projekten (viele meinen, zu sehr) und bin immer bemüht, dem Kunden zu bremsen und aber gelichzeitig aufzuklären.

Denn nur ein ausreichend informierter Kunde, kann "erzogen" werden.

Grüße
Martina

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

jpr
Beiträge gesamt: 512

20. Sep 2008, 22:38
Bewertung:

gelesen: 26633

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Ciao Martina

Mit Deiner Frage triffst Du einen wunden Punkt, der bei vielen weh tut... Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich nur folgendes beitragen:

- Prinzipiell kommt es darauf an, ob man eine kurz- oder langfristige Beziehung zu einem Kunden haben will.
- Soll sie kurzfristig sein, dann reicht das, was Dein Chef sagt.
- Zweite Regel: Es ist immer schwieriger und kostspieliger, einen neuen Kunden zu finden als einen guten zu behalten.
- Will man Kunden pflegen und so auch lange behalten, dann muss man mit ihm zusammenarbeiten ("erziehen" finde ich an dieser Stelle eine falsches Wort. Wir sind keinen Eltern und der Kunde kein kleines Kind!).
- Bei einer solche "Zusammenarbeit" (sic!) kommt es sehr auf das "Wie" an. Wie will ich mit einem Kunden arbeiten? Wie gehe ich auf seine Bedürfnisse ein? Wie sage ich ihm, was ich gerne von ihm hätte? Hier macht der Ton die Musik und man muss sich immer bewusst sein, dass nicht alle Kunden ein solches Vorgehen auch schätzen. Kann man es sich leisten, solche Kunden zu verlieren? Hier landen wir wieder bei Punkt eins.
- Wenn es um den guten Ton geht, dass sind wir als Kreative gefragt. Es gibt in diesem Forum viele gute Vorschläge, wie man einem Kunden etwas erklären kann. Das beste sind noch immer praktische, nachvollziehbare Beispiele. Ich z.B. habe dafür immer eine Reihe von Gut-Schlecht-Muster mit entsprechenden Erklärungen an der Hand. Die Beurteilung der Qualität überlasse ich dem Kunden. Das wirkt in der Regel sehr gut. Lässt sich einer davon nicht überzeugen, soll er auch nicht mein Kunde sein. Denn ich nehme nicht für jeden Preis (vor allem nicht, wenn es um die Qualität meiner Arbeit geht) jeden Kunden an. Das kann zwar kurzfristig manchmal schwierig sein, aber lohnt sich langfristig auf jeden Fall.
- Nach 25 Jahre im Business bin ich überzeugt, dass nur eine langfristig angelegte, fundierte und auf gegenseitigem Respekt basierende Zusammenarbeit mit Kunden zu einem guten Resultat auf beiden Seiten führt.
- Um auf Deine Frage zurückzukommen: Wenn Dein Chef nur auf den nächsten Monatsabschluss schaut, dann ist es wohl schwierig, ihm etwas anderes zu erklären. Hat er eine längerfristige Perspektive, dann kann man sicherlich mit ihm reden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, beide Ansprüche zu befriedigen. Aber diese Lösung gebe ich nicht gratis preis :-)

Ich hoffe, meine Gedanken bringen Dich etwas weiter...

Liebe Grüsse
jp

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

christiandigital
Beiträge gesamt: 489

6. Okt 2008, 09:27
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gelesen: 26422

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Antwort auf [ Freeday ] Juhuu ich habe einen der Gründe für den Niedergang gefunden...


Was bitte hat ein Grafikdesigner mit einer professionellen Druckvorstufenqualität zu schaffen? Das schliesst sich doch quasi per Definiton aus ;-)

Allerdings kann ich nicht erkennen, was falsch sein soll, Schülern den grundsätzlich richtigen Umgang mit auf fast allen PCs verfügbaren Standardprogrammen in Bezug auf Gestaltung und Typografie zu vermitteln.
Das hat in der Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts bereits Jan Tschichold mit dem Buch "Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie - Eine Fibel für Jedermann" getan, als er dort im speziellen auf das korrekte Briefschreiben mit der Schreibmaschine einging.

Schlimmer finde ich die Tatsache, dass es für viele Fachleute und solche, die sich so nennen offensichtlich ausreicht, die entsprechenden Progamme auf ihrem Rechner installiert zu haben.

Vielen Medienschaffenden scheint es wohl als Qualifikation auszureichen.

Stichwort Colormanagement. Wenn ich sehe, wie grottenschlecht manche Bilder selbst in Fachpublikationen sind, frage ich mich was schief läuft. Allein die richtigen ICC-Profile zu verwenden macht noch kein gutes Bild.
Aus einen RGB mit mieser Graubalance macht das Seprarieren noch lange kein gutes CMYK, aber das ist erschreckenderweise bei ganz vielen noch nicht angekommen, ich erlebe das immer wieder im Gespräch mit Kunden und Kollegen.

Nein, das Problem sind IMHO die sich immer schneller verändernden Technologien und Techniken, die mittlerweile vor dem Erlernen und verfeinern des eigentlichen Handwerks stehen.
Während der Umstellungsphase von Mac OS 9 auf OS X habe ich viel zu oft gehört, das ginge nun so nicht mehr und ausserdem mit ISO Coated siehts so aus. Das haben mir teilweise Kollegen gesagt, die seit über 20 Jahren in der Branche sind!

Aus-, Weiter- und Fortbildung ist in dieser Branche doch schon oft ein Stiefkind gewesen, weil es viele kleine Betriebe gibt, die dies nicht leisten können (und wollen?) und daraufhoffen, das die Mitarbeiter sich selbstständig bilden. Aber das ist doch wie das hoffen auf den Weihnachtsmann. Ich sehe und erlebe tagtäglich, das die Schere zwischen fähigen und anderen Druckvorstufen weiter klafft.

@ Martina
das gilts eben immer zu erkennen, obs sichs lohnt sich für den Kunden zu strecken. Ich arbeite teilweise mit einigen Kunden schon über Jahrzehnte intensiv zusammen, da geht was. Auf beiden Seiten. Aber es gibt Kunden, die wollen zum Dönerpreis ein Trüffellsoufle und wenn die das haben, dann kommen die nie wieder.
Recht hast Du aber, Erziehung taugt nur dann, wenn der Kunde weiss, was ihm da gesagt wird. Da wäre ich mal auf Meinungen aus Kundensicht gespannt, ich kann mir vorstellen, den Kunden wird auch jede Menge Mist erzählt. Dagegen würde ich mich auch sperren.
______________________________

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Kurz

www.koenigreich.com

Alles wird gut.
______________________________

Re: Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Freeday
Beiträge gesamt: 5712

6. Okt 2008, 11:09
Bewertung:

gelesen: 26396

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Antwort auf [ Freeday ] Juhuu ich habe (edit: noch) einen der Gründe für den Niedergang gefunden...

Manchmal hilft einfach nur noch penetrantes Nerven und Fachzeugs um sich werfen:

Habe letzte Woche einen Auftrag einer Online-Druckerei erhalten und diesen fast
schon vor dem Öffnen des Pakets reklamiert. Nach dem Öffnen wars dann klar.
S/W wurde 4c gedruckt, mal wars gelblich, mal rötlich, dann wieder bisserl blau.
Mein eigentliches Problem waren Toleranzen von 5mm beim Schneiden... bei 55
Millimetern macht das schon was aus. Mal wars zuweit links, dann rechts, es hat
einfach nur geflattert :-)

Kurzerhand zum Hörer gegriffen (0900-Nummer, 2.–/min. | ne, is klar…):
– Guten Tag ich hätte gerne ganz dringend eine Direktwahl Ihrer Sachbearbeiter
– Kein Problem, 06* *** ** ** (Hä? Warum denn nicht gleich so? Seriös ist anders.)

06* *** ** ** angerufen:

– *problem beschreib*
– Ja moment ich kontrolliere die Daten
– Die sind PDF X-3, kontrolliert und so, spielt aber hier keine Rolle, oder?
s/w Jobs werden doch per Workflow flachgebügelt *schwitz :-)* Mir geht
es aber ums Schneiden – um die Ränder der Visitenkarten.
– Ah ja stimmt, das ist aber in der Toleranz
– Ich arbeite selbst im Digitaldruck und das ist – gelinde gesagt – Bullshit
Wenn ich sowas meinem Kunden vorsetze bezahlt er die Rechnung nicht,
oooder zieht die Zaaaahlung per Kreditkarte zurüüüück, wir verstehen uns?
– Äh okay *abklär…* Wir drucken kostenlos nach, dauert 5-6 Tage
– Äh nützt mir nix, ich bräuchte es morgen. *verzweifelt, fast schon beleidigt kling*
– Okay, sie haben es morgen auf dem Tisch.

Am nächsten Tag nachmittags trudelte das Paket wieder ein, diesmal perfekt ge-
druckt und geschnitten. Wenn Fachleute fachlich argumentieren können Digital-
druckereien ja DOCH Qualität liefern. Meine Güte, mach ich doch jeden Tag :-/

Geliefert wurden die Karten beide Male mit einem "Lieferschein". Nur blöd: der war
zu 30% von DPD Stickern (Paket-Klebeband) zugepappt. Lesen? Nada! :-)

Jaaaa ich weiss, zu dem Preis muss man nicht viel erwarten aber ein halbwegs ge-
rader Schnitt müsste da doch drin liegen. Zumal ich die Schnitte für Visitenkarten
auf meiner Uralt-IDEAL bisher auch immer gut hinkriege :-/

Gruss Stefan


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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
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18. Jan 2009, 21:34
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gelesen: 25953

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Mal wieder ein negatives Beispiel von Kundenwünschen:

Gestatung eines Buchumschlages in CMYK. Kunde lässt das Buch bei BoD – Books on Demand in Norderstedt bei Hamburg – produzieren. BoD verlangt RGB.

Nach dem Lesen des PDF-Handbuchs von BoD von deren Website sehe ich: RGB-Workflow. Aber: Daten werden kurz vor dem Digitaldruck in CMYK umgewandelt. Ist ja auch anders nicht zu erwarten. Und: Wenn ein Buchumschlag in CMYK angelegt ist, nehmen sie ihn auch. Und weiter: CMYK-Daten nicht wieder in RGB zurückwandeln.

Ich beruhige meinen Kunden, weise ihn auf die drei Passi im Handbuch hin, sage ihm, dass der Buchumschlag gut im Druck kommt und verweise auf meine Praxis und Erfahrung mit solchen Printmedien.

Ich hatte schon Probleme genug, den Kunden – Astrologe, technisch völlig unversiert – den Unterschied von RGB und CMYK zu erklären und dass RGB nicht gedruckt werden kann, sondern nur CMYK. Worauf ja BoD auch hinweist. Er lobte auch meine einfache, geduldige Art, ihm diese technischen Details normalverständlich zu erklären und zu vermitteln.

Jetzt hat er das PDF-Handbuch nochmals gelesen und ist anscheinend völlig verängstigt und verunsichert, dass der Buchumschlag im Druck schlecht wird und er noch hunderte von Euros Zusatzkosten hat. Meine Argumente brachten nichts mehr.

Jetzt verlangt er:
1) Den Umschlag in RGB – weil BoD das so will.
2) Die PDF als PDF/X – weil BoD das so will.
3) Ob ich den Umschlag nicht als TIFF liefern kann, BoD nimmt das auch …

Ich habe jetzt nicht mehr lange herumdiskutiert, wenn er meinen Argumenten nicht zugänglich ist. Er bekam eine RGB-Datei des Umschlags. Mit dem Hinweis, dass ich keine Gewähr für die Farben übernehme, und habe mir das per Mail schriftlich bestätigen lassen.

Eine PDF/X liefere ich ihm nicht. Damit habe ich keine großen Erfahrungen. Es gäbe nur noch mehr Probleme mit Farbräumen und den im Buchumschlag verwendeten Transparenzen. Außerdem, wenn ich aus Erfahrung meine PDFs „normal“ anlege und sie „händisch“ mit Acrobat und PitStop prüfe, weiß, worauf ich achten muss – Farbräume, Schriften, Bilder usw. – und bisher jede Druckerei mir diese PDFs abnahm – auch die, die ebenfalls sagten: Nein, nur PDF/X –, dann verstehe ich nicht, warum diese Zertifizierung als PDF/X notwendig ist. Nur, damit die Druckvorstufler sagen: Ah, in der Verpackung ist PDF/X drin, die müssen wir nicht prüfen, sondern können sie gleich auf den Plattenbelichter schicken? Mir erschließt sich der Sinn dieser Überprüfung nicht. Es sei denn, man hat es mit Anfängern und Amateuren zu tun, bei denen man dadurch eine gewisse Absicherung gewinnen will, dass die Daten im PDF mit einer gewissen Norm konform sind.

Das TIFF habe ich natürlich ebenfalls abgelehnt – die Profis hier wissen, warum. Da ist kein weiteres Statement notwendig.

Eigentlich frage ich mich, warum er einen Profi als Grafiker engagiert hat und das nicht selber macht, wenn er meinen Argumenten nicht zugänglich ist.

Aber BoD macht das sehr geschickt, dass sie ein Datenblatt verfassen, das vom Inhaltlichen und technischen Verständnis sogar Profis mit den Ohren schlackern lässt und damit seine Kunden – die „dummen Buchautoren“ – erst einmal völlig verunsichert und verängstigt.

Na ja, mal wieder eine schlechte Erfahrung mit sog. Anforderungen durch den Kunden, gerade, wenn die ersten Kontakte mit dem Kunden sehr positiv waren.

Der CMYK-Offset-Proof durch einen ISO-zertifizierten Dienstleister ist natürlich nun obsolet. Das Geld hat der Kunde zum Fenster rausgeworfen. Und für die Farbdarstellung beim gedruckten Buch übernehme ich – wie gesagt – keine Gewähr.

Thobie
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Imagebroschüre: https://www.kreativ-schmie.de/...f=art_und_design.pdf
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Basti
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20. Jan 2009, 01:07
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Antwort auf [ Thobie ] Eine PDF/X liefere ich ihm nicht. Damit habe ich keine großen Erfahrungen. Es gäbe nur noch mehr Probleme mit Farbräumen und den im Buchumschlag verwendeten Transparenzen. Außerdem, wenn ich aus Erfahrung meine PDFs „normal“ anlege und sie „händisch“ mit Acrobat und PitStop prüfe, weiß, worauf ich achten muss – Farbräume, Schriften, Bilder usw. – und bisher jede Druckerei mir diese PDFs abnahm – auch die, die ebenfalls sagten: Nein, nur PDF/X –, dann verstehe ich nicht, warum diese Zertifizierung als PDF/X notwendig ist. Nur, damit die Druckvorstufler sagen: Ah, in der Verpackung ist PDF/X drin, die müssen wir nicht prüfen, sondern können sie gleich auf den Plattenbelichter schicken? Mir erschließt sich der Sinn dieser Überprüfung nicht. Es sei denn, man hat es mit Anfängern und Amateuren zu tun, bei denen man dadurch eine gewisse Absicherung gewinnen will, dass die Daten im PDF mit einer gewissen Norm konform sind.


Als einer aus der Druckvorstufe ist die Annahme, eine gelieferte Datei einfach nur so durchzuballern ohne Prüfung nur weil ein "_x3" dahintersteht, schon fast eine Beleidigung :=)

Ich hab mir eben mal ein wenig die Seite von Bod angeschaut, aber ehrlich gesagt nichts "verwerfliches" da gefunden in Bezug auf Anlieferung von Daten etc. (ich hab mir nicht alles angeschaut, also lasse ich mich gerne korrigieren). Zumindest hat mich da gar nix mit den Ohren schlackern lassen in Bezug auf die Datenanlieferung, da gibt es ganz andere Kaliber.

Ohne dich jetzt - als Vorstufenmensch, der ich bin - angreifen zu wollen, hätte ich zwei Fragen an dich:

1.) Du schreibst selber, dass du ein Profi bist (ich nehme an auf dem Gebiet der Grafik) - da aber heutzutage PDFs mit Output Intents etc. gang und gebe sind (ich glaub schon etwas länger), wundere ich mich dass du ein solches passendes PDF nicht erzeugen kannst (oder willst)?
Wie du oben schon von Anfängern und Amateuren geschrieben hast, schadet auch einem Profi (auf welchem Gebiet auch immer) die Erzeugung eines PDF/X mit Sicherheit nicht auf dem Weg zum Abliefern eines ordentlichen druckfähigen/druckfertigen PDFs!

2.) Beim Lesen deines Beitrages fiel mir eines sofort auf: bist du sauer, weil du kein PDF/X erzeugen kannst/willst oder weil der Kunde nicht so wollte wie du wolltest? Immerhin schreibst du, dass dir jede Druckerei deine bisher erzeugten PDFs ohne Murren abnahm und du weißt, worauf du achten musst, also sollte der Schritt zum PDF/X nicht allzu weit sein, richtig?

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber noch was zum Abschluss: weil du nicht so wolltest wie der Kunde oder umgekehrt, bekommt die Druckerei jetzt irgendeine RGB-Datei, für die niemand die Verantwortung in Bezug auf die Farben haben will. Dann ist es eben auch kein Wunder, dass da alle/viele vom "Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe" reden.

Gruß,
Basti

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

20. Jan 2009, 20:51
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gelesen: 25772

Beitrag als Lesezeichen
 
Hallo, Basti,

danke für Deine freundliche, aber doch direkte und auf bestimmte Dinge
hinweisende Antwort.

Eines ist klar: Natürlich war ich verärgert über den Kunden. Ich
schrieb ja, dass er Astrologe ist und technisch unversiert. Es war
schwierig genug, ihm die Farbräume RGB und CMYK in eine normalen
Umgangssprache zu übersetzen, damit er es verstehen konnte. Ich habe
ja neulich mal ein Posting geschickt, in dem ich schrieb, dass ich
einem Kunden erklärte, was eine Schmuckfarbe sei – ääh, bitte, was?
Der jetzige Kunde bat mich auch ausdrücklich um ein PDF mit Beschnitt
und Druckmarken. Als ich ihm das schickte, sagte er, da ist doch gar
nichts drin. Nur der Buchumschlag. Erst als ich es ihm im PDF dick und
rot umkringelte – die Druckmarken und den Beschnitt –, sagte er, ahh,
jetzt habe er es verstanden. Das ist manchmal anstrengend und macht
Mühe, den Kunden zu informieren und ihn ein wenig zu erziehen. Und
wenn er dann noch Haken schlägt, verärgert das natürlich.

Ich habe mir viel Mühe gemacht, für wenig Geld einen Umschlag zu
gestalten und ein druckfähiges PDF zu erzeugen, und dann kommt BoD mit
so einem Datenblatt. Der Clou ist einfach, dass sie einen
automatisierten Workflow haben. Sprich: Ich kann CMYK-Daten schicken,
die nehmen sie auch. Aber laut Aussage einer Mitarbeiterin wird beim
Upload alles in RGB gewandelt. Und kurz bevor es auf die
Digitaldruckmaschine geht, wieder in CMYK rückgewandelt. Da kann ja
nichts werden, wie Du sicherlich weißt.

Meine Situation ist einfach die folgende: Ich bin ein Ein-Mann-Betrieb
und biete als Grafik-Designer vom Konzept/Scribble/Entwurf über die
Gestaltung bis zum druckfähigen PDF alles aus einer Hand. Das heißt,
ich mache also die kreative Arbeit, spinne rum, phantasiere, male vor
mich hin und entwerfe, dann setze ich es nach Kundenrücksprache am
Computer um und bereite es am Schluss so auf, dass es in den Druck
gehen kann. Ich mache keines dieser Teilarbeiten zu 100%, weil dies
sicherlich keiner kann. Thomas Richard hier im Forum ist so ein Crack
in der Bildbearbeitung und im Farbmanagement, von dem ich auch immer
wieder lerne. Außerdem haben wir mit Rohrfrei und Loethelm so ein paar
Profis aus der Druckvorstufe. Bei manchen Postings von diesen
Teilnehmern schlackere auch ich mit den Ohren, wenn ich es im Forum
lese, ehrlich – deswegen nahm ich diese Redewendung beim letzten
Posting. Ein reiner Designer, der nur pinselt, malt, entwirf und
später alles den Technikern überlässt, kann mir auch noch einiges
beibringen. Aber wenn ich alle diese Tätigkeiten zu 80% ausübe,
verstehe und etwas Produktives daraus machen kann, dann bin ich
zufrieden und meine Kunden auch. Was das wichtigste ist. Aber – wie
gesagt - eigentlich sind es mehrere Berufe, die ich unter einem Hut
ausführe.

Aus diesem Grund bin ich auch die letzten Jahr auf CMYK geeicht,
freunde mich nur langsam mit Farbprofilen an. Proofs erstelle ich zwar
seit einigen Jahren selbst in meinem Büro. Aber ich maße mir nicht an,
den vollen Inhalt der Materie zu kennen – aber ich will mich hier auch
nicht klein reden ;–). Auf alle Fälle gehen bei mir meistens CMYK-/
Graustufen-PDFs aus dem Haus – aus QXP erzeugt –, in Acrobat und mit
PitStop geprüft. Und dies an Druckereien in Hamburg, im sonstigen
deutschensprachigen Raum zu manchen Internet-Druckereien und auch an
osteuropäische Druckereien, bei denen ich Bücher drucken lasse. Daher
kommt mein Argument, dass es von diesen Druckereien bisher keine
Beanstandung gab und ich mit diesem meinem Workflow gut gefahren bin.
Es war bisher eher umgekehrt, dass die Druckereien manches verbockten
und kostenlos nachbessern mussten.

Ich gebe Dir Recht, dass ich mich mal mit einem RGB-Workflow, mit
OutputIntent, Farbprofilen und PDF-Zertifizierung anfreunden sollte.
Das lerne ich gerade durch den Kunden, der mich zwar verärgert hat,
aber mir auch einige andere Dinge zeigt, wie ich es bisher nicht
gemacht habe. Also werde ich mich da weiterhin langsam weiter
einarbeiten und fortbilden. Und vor allem: Ich bin gespannt auf das
gedruckte Exemplar des Buches und dessen Farben. Und hoffe, dass der
Niedergang der Druckvorstufe damit ein wenig gestoppt wird. ;–)

So, und jetzt harre ich der Dinge und warte auf die Amtseinführung und
-Vereidigung von Barack Obama – davon handelt nämlich das Buch des
Kunden… ;–)

Grüße



Thobie


PS: Mittlerweile habe ich ein wenig Überzeugungsarbeit geleistet –
fast schon wie ein Therapeut – und den Buchumschlag ganz nah an den
Anforderungen von BoD aufgearbeitet, so, wie der Kunde es will. Dann
kam heute die Mail des Kunden: „Was Sie schreiben, überzeugt mich!“
Was will man mehr. Hat doch was genutzt!

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Gustav-Adolf-Str. 34a | 22043 Hamburg | Tel. 040/6116 9771
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Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
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29. Jan 2009, 21:05
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Hallo,

da wir hier meistens nur negative Meldungen hatten, was die Branche, die Grafik- und Druckindustrie und die lieben Kunden angeht, will ich mal etwas Positives vermerken.

Der – namentlich nicht genannte ;–) – hier erwähnte Kunde, der mich mit dem Verweis auf die Hilfs-PDF-Dateien von Books on Demand erst einmal verärgert hatte, äußerte sich nun nach Beendigung zweier Aufträge für ihn äußerst positiv.

Aber zuerst noch ein kurzer Hinweis an Basti: Diese PDF-Leitfäden von BoD bzgl. Datenlieferung, Farbmanagement usw. mag Dich als Druckvorstufler nicht schrecken, das ist Dein täglich Brot. Auch ich als Grafiker verstehe das meiste davon. Aber ein unbedarfter Kunde, der nicht mal weiß, dass sein Monitor und sein Drucker jeweils einen anderen Farbraum fahren, der wird dadurch so verunsichert und verängstigt, dass er nicht mehr weiß, was er machen soll. Nun gut, er gab mir die Aufträge … ;–) Aber ich bin der Meinung, das man Kunden nicht so verunsichern soll.

Any way, mich hatte ja dieser Thread mal auf die Idee gebracht, einen Kunden-Knigge für Design-Aufträge als Buch zu veröffentlichen. Da hätte ich dann auch gern die Anregungen, Erfahrungen und Hinweise der Kollegen hier in der Runde aufgenommen. Zu sehen unter: http://www.medien-schmie.de/verlagstaetigkeit.html – ganz nach unten scrollen. Ich habe das zur Zeit auf Eis gelegt, weil es mir nicht so ganz schmeckt, dass ich mit diesem Buch die Kunden belehren würde – ich hasse es selbst, wenn ich Ratschläge erhalte. Andererseits es ist in einer so hochkomplexen Materie manchmal wirklich wichtig, dass man einem Kunden Zusammenhänge und technische Details beschreibt, in der Komplexität reduziert und dann so vermittelt, dass er es versteht.

Nun, um zum Punkt zu kommen, mein Kunde schickte mir per Mail heute dies, nachdem ich ihn auf das Buchprojekt aufmerksam machte:

„Das Büchlein wäre sicher eine interessante Sache; ich würde es gern haben wollen. Es ist ja wirklich eine komplizierte Materie, von der man sich als Laie nur schwer eine Vorstellung macht … Das Gefühl, es irgendwie doch nicht so recht zu verstehen, ist dann im kurzfristigen Stressfall auch nicht unbedingt hilfreich. So ein Büchlein könnte da gut Abhilfe schaffen.“

Das hat mich nun gefreut.

„Alles wird gut!“

Grüße



Thobie

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(Dieser Beitrag wurde von Thobie am 29. Jan 2009, 21:15 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Drienko
Beiträge gesamt: 4805

8. Feb 2009, 14:47
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gelesen: 25347

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Hallo Thobie
Antwort auf [ Thobie ] .....weil es mir nicht so ganz schmeckt, dass ich mit diesem Buch die Kunden belehren würde – ich hasse es selbst, wenn ich Ratschläge erhalte.

Ja ja.
Ab und zu bist du wirklich sehr Beratungsresistent. Wink


Gruss, Bernd D.
W10 (64-Bit), QXP 2018/2019, Corel Draw 2018/Designer 2018, MSO 2013,
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(Dieser Beitrag wurde von Drienko am 8. Feb 2009, 14:48 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Lino
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15. Jun 2009, 00:34
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Witzig, dass man hier die Leitfaden von BoD erwähnt: Ich habe selber an der Übersetzung von einigen dieser Leitfaden mitgebastelt, und ich finde die eigentlich für Anfänger nicht sooo unverständlich. Ich habe auch direkten Kontakt mit mehreren gehabt, die ohne DTP-Vorkenntnisse tatsächlich was Brauchbares zusammengestellt haben.

Es geht aber eigentlich keiner davon aus, dass jemand, der nur mit Müh und Not mit einer Textverarbeitung einen Text zusammenhauen kann auch eine druckfertige Datei machen kann.

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

15. Jun 2009, 01:05
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Hallo, Lino,

> Witzig, dass man hier die Leitfaden von BoD erwähnt: Ich habe selber
> an der Übersetzung von einigen dieser Leitfaden mitgebastelt, und
> ich finde die eigentlich für Anfänger nicht sooo unverständlich.

da liegst Du leider falsch. Diese Leitfäden verstehen nur Profis.
Keine Amateure oder Leute, die überhaupt keine Ahnung von Computern
haben. Oder DAUs.

> Es geht aber eigentlich keiner davon aus, dass jemand, der nur mit
> Müh und Not mit einer Textverarbeitung einen Text zusammenhauen
> kann, auch eine druckfertige Datei machen kann.

Das sind doch alles Autoren, die über BoD ihr Buch drucken lassen. Die
können per se erst einmal nur schreiben. Und dann „gestalten“ sie auch
noch ihr eigenes Buch? In Word? Und bereiten es für den Druck auf? Sie
kennen vermutlich die Grundkenntnisse einer Textverarbeitung und
können ihren Text schreiben. Das ist alles. Okay.

Aber dann Grundkenntnisse in Farben, Bildern, Farbmanagement oder PDF-
Erstellung zu verlangen? Weit hergeholt!

Ich gebe Dir nur ein Beispiel: Mein Kunde ist Astrologe. Hat zwei
Bücher geschrieben. Der Leitfaden bei BoD verunsicherte ihn bis auf’s
Mark. Er wusste überhaupt nicht mehr, wie er welche Daten liefern
sollte. Er ist einer jener Autoren, die von so was überhaupt keine
Ahnung haben. Ich habe allein eine halbe Stunde am Telefon gebraucht,
um ihm den Unterschied zwischen RGB-Farbraum (Monitor) und CMKY-
Farbraum (Offsetdruck) zu erklären.

Und Du meinst tatsächlich immer noch, die meisten der Anwender würden
die Leitfäden verstehen? >;–(

Grüße



Thobie

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„Es gab nie ein großes Genie ohne einen Anflug von Wahnsinn“ –
Aristoteles, Problemata 954

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thobie
Beiträge gesamt: 3840

15. Jun 2009, 01:55
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gelesen: 24683

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Zitat von Drienko Ab und zu bist du wirklich sehr beratungsresistent. ;–)

„Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt, der weite Weg entschuldigt Euer Säumen!“
Schiller, Wallenstein

––––>Cheers



Thobie
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(Dieser Beitrag wurde von Thobie am 15. Jun 2009, 01:59 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

speedball
Beiträge gesamt: 77

12. Jan 2010, 11:01
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Hallo zusammen, wenn ich mich einmischen darf?
Ich bin zwar aus einer anderen Zunft (Technischer Redakteur), habe jedoch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Auch in diesem Bereich gibt es immer mehr "Profis", die unsere Welt mit kathastrophal getexteten (und das Layout basteln sie nebenbei auch noch selbst) Betriebsanleitungen beglücken. Den Begriff "basteln" finden viele auch noch nett und schick, brüsten sie sich doch ab und an mal mit dem Spruch: "Die Anleitung basteln wir uns selbst, dazu brauchen wir keinen technischen Redakteur. Ich habe da z.B. schon InDesign oder FrameMaker Dateien gesehen, da stehen Euch die Haare zu Berge...Offensichtlich haben diese selbsternannten Profis keine Ahnung, dass es sich um einen Beruf handelt, den man lernen muss...

Grüße aus dem Odenwald!
------------------------
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
Diese Mail enthält ausschließlich schadstofffreie Zeichen und ist biologisch vollständig abbaubar.
My Apple everyday keeps Windows away

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

pixelschubser
Beiträge gesamt: 103

30. Dez 2010, 23:28
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Für ein Layout bzw. Reinzeichnung einer Imagebroschüre benötigte ich noch einiges an Bildmaterial. Also auch mit dem Projektkontakt in der beauftragenden IT-Firma(!) telefoniert und meine Wünsche hinsichtlich Datenformate für Bilder etc. verhandelt. Ich wunderte mich schon, warum ich erst zwei Tage später eine Antwort erhielt. Per Post, eine DVD mit einer riesigen PowerPäng-Präsi. Es werden wohl so um die 120 Seiten mit jeweils einem eingebauten Bild gewesen sein. Am liebsten hätte ich gleich nochmal angerufen um die Kontaktperson flott zu machen oder zu fragen, ob er mal mit etwas Zeit vorbeikommen könnte und mir die ganzen Bilder zur eigentlichen Verwendung wieder aus dieser PowerPoing-Datei heraus schaffen könnte. Offensichtlich schien ihm doch sein "Problem" bewußt geworden zu sein und Tags darauf kam noch eine CD mit nur einfach den Bilddateien.

Als "Container" für Daten kamen mir neben Worddateien eben auch PP, aber sogar auch Excel-Dateien unter, wohlgemerkt vollgestopft mit Bildern. Ganz schlaue Füchse wollten mir sogar schon irgendein prorietäres Bilddatenbankfile unterjubeln ...Natürlich habe ich mich in solchen Fällen dann immer riesig "gefreut" ;-)

(Dieser Beitrag wurde von pixelschubser am 30. Dez 2010, 23:31 geändert)

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

5. Jan 2011, 02:20
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I love this thread. :-)

Wenn ich dann aber sowas lese, scheint es kommunikationstechnisch in die andere Richtung auch nicht immer zu funktionieren ... :-(

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

6. Jul 2012, 09:57
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Mal wieder so ein Glanzstück der Helden der Arbeit ...

Wobei ich mich frage, was schlimmer ist: Der Fehler an sich oder das nicht stattgefundene Makulieren?!?

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Polylux
Beiträge gesamt: 1679

6. Jul 2012, 10:20
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Es ist Vistaprint - was erwartest Du...

Thomas Nagel

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

watzinger
Beiträge gesamt: 36

12. Sep 2012, 08:43
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Hallo,

Word ist doch nicht für die Druckerei geeignet!?
Ansonsten kann ich nur zustimmen.
Digitalkamera raus und fotografiert (in der kleinsten Auflösung damit ja viele Bilder draufpassen :-) ...
Was da alles geliefert wird ...

Ich finde auch das u.a. Preisdumping eine Wurzel des Übels ist!
Unsere "Geiz-ist-geil Gesellschaft" trägt viel dazu bei.
Mir ist auch klar das jeder mit seinem Geld Haushalten muss - ABER für Firmen sollte das nicht unbedingt gelten.
Billig kann u.U. doch teuer werden.
Oder?

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

scoobydoo
Beiträge gesamt: 6

26. Nov 2012, 18:36
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Naja kann man schon irgendwie nachvollziehen - besser die sparen beim Druck als bei ihren Mitarbeitern. War ja etwas knapp die letzten Jahre...
Sonst ist aber auch klar - you get what you pay for, also wenn da einer nichts ausgeben will, bekommt er auch nichts, was sich schliesslich wieder auch bei den Kunden wieder zeigen kann. Und wenn einer erst mal als "billig" bekannt wird, ist es verdammt schwer da wieder herauszukommen...
Aber das ist doch der ewige Kampf vom corporate - alles schneller, günstiger, mehr...

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

23. Sep 2015, 18:46
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gelesen: 95280

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Hallo zusammen,

ich möchte diesen Thread aus (für mich) aktuellen Gründen mal wieder hervorholen.

Ich bin u.a. als Reinzeichner/Lithofachmensch für die Umschlagabteilung eines namhaften Buchverlags unterwegs. Zu meinen Aufgaben gehört auch die Einpflege von Umschlagdaten anderer, externe Litho-Buden. Was ich da (manchmal) zu sehen bekomme, lässt einem die Fussnägel ... ähm ... naja ... ihr wisst schon.

Da werden "formale" Dinge, wie das Dokumentenformat (in mm/cm) verschusselt oder Colormanagement-Richtlinien nicht verstanden/angewendet. Es werden Druckdaten mit 400 % Farbauftrag und viel Indianer-Schmuck erzeugt und abgeliefert.

Dabei will der Verlag doch mit der Beauftragung externer Spezialisten genau solche Fehler vermeiden und zahlt auch noch einen Haufen Kohle dafür.

Nun frage ich mich: wieviele Fehler darf ein Reinzeichner/Lithofachmensch machen?

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Markus Keller
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23. Sep 2015, 19:40
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Hallo Bernhard,

kommt auch etwas drauf an, wofür sie bezahlt werden. Es gibt Illustrator-Spezialisten, die machen super-aufwändige Grafiken, die ich nie hinkriegen würde, aber von Farbräumen haben sie keine Ahnung. Und es gibt genauso Photoshop-Spezialisten, die Composings und Retuschen machen, für die ich ewig brauchen würde. Und unsere Softwarehersteller, allen voran der mit A, gaukeln ihnen ja vor, dass der Rest mit ihren Programmen fast automatisch geht. Da hapert es dann oft an der Kommunikation, solche Leute sind froh, wenn sie jemanden haben, der sich um den Rest kümmert. Aber es gibt natürlich auch die super-selbstbewussten Kollegen, die nichts wirklich richtig machen, sich aber bei den Verlagen selbst immer wieder gut verkaufen können. Das ist aber eigentlich nicht neu, solche Leute haben auch früher schon gern mal eine Bogenmontage selber gemacht und alle Filme schichtverkehrt aufgeklebt oder Reinzeichnungen mit 5 Deckern abgeliefert, von denen dann keiner wirklich gepasst hat, weil sich auf ihrem Leuchtpult das Papier komplett verzogen hat. Gegen die hilft nur eins: jedes Nacharbeiten exakt dokumentieren und jeden Posten einzeln berechnen. Dann kann der Endkunde es ja von ihrem Honorar abziehen, wenn es ihm zu teuer wird.

Markus
Markus Keller
Grafik - Satz - Bild
Schongau

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

24. Sep 2015, 14:09
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Hallo Markus,

ja, genau um diese super-selbstbewussten Kollegen geht es mir. Die schrecken ja nicht einmal davor zurück, ein eigenes ISO Coated v2-Profil zu erstellen und es sogar zu verwenden (ja, Thomas, du hast ja recht - aber er weiß ganz bestimmt nicht, was er da tut).

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Thomas Richard
Beiträge gesamt: 18110

1. Okt 2015, 15:23
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gelesen: 94841

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Ich?


MfG

Thomas


Und wenn dir geholfen wurde, hilf uns, dies auch weiterhin zu können.
http://www.hilfdirselbst.ch/info/

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

1. Okt 2015, 15:30
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Yo. :-)

Gruß
Bernhard

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

watzinger
Beiträge gesamt: 36

7. Okt 2015, 09:49
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gelesen: 94681

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Deinen Worten gibt es nichts mehr hinzuzufügen!

JEDER ist inzw. ein Fachmann.
Spez. Werbeagenturen sind da "Spezialisten" (natürlich nicht alle, aber leider sehr viele).
Eigene Erfahrungswerte.
Ich frag' mich warum wir diesen Beruf erlernt haben.

Das scheint mir aber der neue "Zeitgeist" zu sein - jeder meint er kann das auch einfach mal so und dann noch in Word und Excel "Druckdaten" anliefern.

SG, Dieter

Der Niedergang der Qualität in der Druckvorstufe?

Bernhard Werner
Beiträge gesamt: 4928

28. Mai 2018, 20:13
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gelesen: 86044

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Bin gerade an einem Geschäftsbericht einer staatsnahen Organisation dran und brauchte die Unterschrift des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Den Scan, den ich dann bekam, hatte eine sehr geringe Auflösung.

Auf Nachfrage beim Kunden (Agentur) bekam ich die Antwort: „Nein, geht nicht besser. Aber das kannst du doch bestimmt photoshoppen." „Klar, kann ich", so meine Antwort, „aber warum sollte ich, wenn der Mensch am Scanner es doch einfach höher aufgelöst scannen könnte?" Antwort: „Na ja, die „Scannerbedienerin“ (Sekretärin) sitzt in einem Bundesministerium. Da können wir leider nicht/s machen/kritisieren.“

Gruß
Bernhard


(Dieser Beitrag wurde von Bernhard Werner am 28. Mai 2018, 20:32 geändert)