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nav
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15. Apr 2018, 13:33
Beitrag #1 von 5
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RGB Fotodrucker mit Argyll und i1pro2 profilieren


Hallo Forum,

ich versuche gerade meinen RGB Drucker (Ip 4700) mit Argyll und i1pro2 profilieren. Via Mailingliste komme ich gerade nicht weiter, vielleicht kennt sich hier jemand mit dem Thema aus.

Auf eine A4 Seite bringe ich maximal 702 Patches unter. Auf A5 342 Felder. So weit ich informiert bin, sind zwei kleine iterative Profilierungen effektiver als eine einzelne Profilierung mit doppelt so vielen Feldern. Ist dies soweit richtig?

Der Modus profcheck nach der ersten Profilierung ergibt DeltaEerrors(CIEDE2000): max. = 3.060122, avg. = 0.559216, RMS = 0.744009

Was ja schon ganz ok ist. Mit dem erstellten Profil des ersten A5 Feldes habe mit dem preconditioned Modus, ein zweites A5 Patch erstellt. Die Farben gehen dieses Mal hauptsächlich in Richtung grün (siehe Anhang).

Ich vermute daher das zweite Profil muss noch mit dem ersten verrechnet werden. Geht das mit collink?

Die Standartverrechnung von Argyll ist so weit ich das richtig verstanden habe perzeptiv. Da ich aus Photoshop meist mit 1998RGB und relativ Farbmetrisch drucke habe ich alle Umrechnungsvoreinstellungen auf 1998RGB und relativ Farbmetrisch gesetzt. Ist das überhaupt korrekt? Wenn ich in Photoshop nun r.F. einstelle, wird dann wieder was umgerechnet?
(Dieser Beitrag wurde von nav am 15. Apr 2018, 13:38 geändert)
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nav
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15. Apr 2018, 22:13
Beitrag #2 von 5
Beitrag ID: #563490
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RGB Fotodrucker mit Argyll und i1pro2 profilieren


Antwort auf: Die Standartverrechnung von Argyll ist so weit ich das richtig verstanden habe perzeptiv. Da ich aus Photoshop meist mit 1998RGB und relativ Farbmetrisch drucke habe ich alle Umrechnungsvoreinstellungen auf 1998RGB und relativ Farbmetrisch gesetzt. Ist das überhaupt korrekt? Wenn ich in Photoshop nun r.F. einstelle, wird dann wieder was umgerechnet?


Via Softproof an einem Testbild habe ich mal die generierten Profile in den verschiedenen Modi verglichen. Anscheinend macht die Voreinstellung relativ Farbmetrisch und RGB98 nicht wirklich viel aus. Daher lasse ich sie zukünftig weg.

Auffällig im Softproof war jedoch, dass die Farben und Tiefen geringer ausfielen als bei einem älteren Profil welches ich über ein Profilservice gekauft hatte. Papier, Tinte und Einstellungen waren beim Druck der Patches gleich.

Ist ein Softproof überhaupt geeignet um Profile zu vergleichen oder ist nur der Druck entscheidend?
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Ulrich Lüder S
Beiträge: 2084
17. Apr 2018, 14:17
Beitrag #3 von 5
Beitrag ID: #563499
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RGB Fotodrucker mit Argyll und i1pro2 profilieren


Hallo

wahrscheinlich keine gute Idee von mir, mich in einer Antwort zu versuchen. (Weil diese wohl unbefriedigend ausfallen wird für Dich, da ich mit Argyll keine Kenntnisse erworben habe, ich scheiter da schon immer an der "Installation"/Bedienung...) Du bist da mitten drin in einer sehr speziellen Versuchs-Situation, die mit Sicherheit niemand sonst so gerade mal eben oder gestern erst in der Erinnerung abrufbar durchexerziert hat, also ad hoc einspringen kann mit konkretem Rat und Tat. Zum Teil fällt es mir teilweise schwer, Deine Fragen überhaupt vor den passenden Hintergrund zu sortieren.

Ich weiß nicht, ob der (canon?) ip4700 sich von einem vorgeschaltetem RIP ansteuern lässt. Ohne ein solches wandelt ein sogenannter "RGB-Drucker" doch eingehende CMYK-Daten erst einmal in seinem internen RasterImageProcessor als erstes von CMYK wieder nach RGB, um von da aus dann seine einzelnen (CMYK)-Tintenkanäle zu befeuern. (oder bin ich da gar auf dem Holzweg?)

Wie viele Farben hat der ip4700?

Vier (CMYK) oder fünf (CMYKK)?
Nur um sich eine ungefähre Vorstellung vom möglichen Gamut machen zu können. Und wie weit der vom RGB-Profil abweicht. Und was da "verhunzt"/verschenkt werden könnte im Cyan/Violett-Bereich, wenn diese Farborte hin und hergeschaukelt werden von RGB (Photoshop) zu CMYK (Argyll-Drucker-Profil) zu RGB (ip4700-RGB-RIP) und von da aus zur Ausgabe (CMYKK) auf Papier.

Aber gut, für eine Softproofvorschau würde ein CMYK-Profil schon Sinn machen. Solange Du beim selben Papier bleibst auf dem Du drucken willst. Oder habe ich mangels Argyll-Kenntnis ein Verständnis-Problem und Du willst ein RGB-Profil (für den RGB-Drucker) aus den in CMYK gedruckten Werten des Patchfeldes kreieren?


Antwort auf: So weit ich informiert bin, sind zwei kleine iterative Profilierungen effektiver als eine einzelne Profilierung mit doppelt so vielen Feldern. Ist dies soweit richtig?

Im Zusammenhang mit Profilerstellung verstehe ich "iterative (wiederholende) Methode" als eine zweite Profilierung (bei Best/EFI in Folge von Gradationskurvenmodifikationen), die auf einer vorherigen aufbaut, die vorige quasi fein justiert. Folglich wären zwei Profilierungen, von denen die zweite auf der ersten aufbaut, mit doppelt so vielen Feldern dann noch genauer als eine "doppelte" mit halb so vielen Feldern ;-)
(Der angenommene/unterstellte/oder gar nachgewiesene Vorteil der iterativen Methode besteht also prinzipiell in gewonnener Genauigkeit mittels einer zusätzlichen zweiten odr gar dritten, "verbesserten" Erhebung aufbauend auf einer ersten ermittelten Ausgangsituation und ist somit unterstellt dann genauer im Ergebnis als eine einzelne Erhebung mit deutlich mehr Feldern. Das klingt plausibel, muß aber nicht zwangsläufig in jedem Fall zutreffen.)


Antwort auf: Der Modus profcheck

Was wird denn da wie verglichen/gecheckt? Die höchste Abweichung, der Durchschnitt und RMS(=?) in Lab der Patchfelder des Druckergebnis mit welchem Soll? (Wo ist der Soll-Wert hinterlegt?)


Antwort auf: Ich vermute daher das zweite Profil muss noch mit dem ersten verrechnet werden. Geht das mit collink?

Ich hab collink jetzt nur kurz angegoogelt: Mir scheint das ein Tool zum Erstellung von Devicelinkprofilen zu sein, dann wäre Deine Frage mit Nein zu beantworten. Möglicherweise kann man damit ein RGB1998 -> ip4700-Drucker-DevicelinkProfil erzeugen, um z.B. neutralgraue Töne nur im Schwarzkanal münden zu lassen aber eine Verrechnung von zwei aus jeweils denselben Patchfeldern gewonnener Profile wohl eher nicht. Und auch ersteres wäre wohl ziemlicher Unsinn, wenn im ip4700er internen RIP es dann erst mal wieder via RGB geht, um von da aus die CMYKK-Kanäle anzusteuern.


Antwort auf: Mit dem erstellten Profil des ersten A5 Feldes habe mit dem preconditioned Modus, ein zweites A5 Patch erstellt. Die Farben gehen dieses Mal hauptsächlich in Richtung grün (siehe Anhang).

Anhang geht nur als zahlender Member oder alternativ via downloadlink. Du hast zwei Profile mit demselben Patchfeld erstellt und das zweite ist grünstichig wegen dem preconditioned Modus, der vorher nicht angewandt wurde? Wenn eh unklar bleibt, ob und wie die beiden Profile in einem mündend mit einander verrechnet werden können - eine iterative Methode wäre es nur, wenn beide Profile im selben "Modus"(?) erstellt worden wären, was auch immer sich hinter "preconditioned" verbirgt.


Antwort auf: Auffällig im Softproof war jedoch, dass die Farben und Tiefen geringer ausfielen als bei einem älteren Profil...

Im Druck dann nicht mehr?


Antwort auf: Ist ein Softproof überhaupt geeignet um Profile zu vergleichen oder ist nur der Druck entscheidend?

Das kannst Du Dir bestimmt selbst beantworten, wenn Du mal drei Schritte zurück trittst ;-)
(Mittels softproof kannst Du bestenfalls die Ergebnisse verschiedener Profile vergleichen, wie eben auch an Hand mit unterschiedlichen Profilen erzeugter Ausdrucke. Profile unterscheiden sich durch Schwarzaufbau, Separationscharakter, Gesamtfarbauftrag, unterschiedlicher Messmethoden zur Erhebung erforderlicher Charakterisierungsdaten, beabsichtigte Asgabebedingung etc: Bestenfalls unter zu Hilfenahme der Kanalansichten und Infopalette in PS oder der Ausgabevorschau kann man Rückschlüsse auf bestimmte Charakteristika, wie z.B. Separationscharakter ziehen.


Antwort auf: Die Standartverrechnung von Argyll ist so weit ich das richtig verstanden habe perzeptiv. Da ich aus Photoshop meist mit 1998RGB und relativ Farbmetrisch drucke habe ich alle Umrechnungsvoreinstellungen auf 1998RGB und relativ Farbmetrisch gesetzt. Ist das überhaupt korrekt? Wenn ich in Photoshop nun r.F. einstelle, wird dann wieder was umgerechnet?

Von RGB-Quellen ausgehend würde ich - weil das zumeist doch ein merklich größerer Farbraum ist als jedwelcher CMYK-Farbraum (solange viefarbig CMYK und nicht Cyan-lightCyan-Magenta-lightMagenta-Yellow-MatteBlack-PhotoBlack oder ähnlich erweitert) - immer auch perzeptiv in Erwägung ziehen für eine Konvertierung - und sei es nur über die Proofvorschau in Photoshop vorgenommen. Bleibt die Frage wie man den dann im weiteren Verlauf sicherstellen kann, wenn der RI für eine Konvertierung letztendlich eh durch defaults im RIP festgelegt und möglicherweise abweichend ist. Das AdobeRGB1998-Profil hat als default auch perzeptiv, wo und wie ein solcher dann auch immer berücksichtigt werden wird kann ich Dir nicht sagen, schon gar nicht im Zusammenhang mit Deinen Argyll-Exerzitien, sorry.


Gruß,

Ulrich
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17. Apr 2018, 16:52
Beitrag #4 von 5
Beitrag ID: #563500
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RGB Fotodrucker mit Argyll und i1pro2 profilieren


Hallo Ulrich,

vielen Dank für Deine umfangreiche Antwort. Ja, das Einarbeiten in Argyll ist wirklich nur was für Leute mit zuviel Zeit oder zuwenig Geld. :)

Inzwischen bin ich über das Forum printerknowledge im Argyll Thread ein gutes Stück weitergekommmen.

Den Ip 4700 (CMYKK) benutze ich zusammen mit Printfab was ja auch wie ein kleines Rip funktioniert. Mann kann hier RGB oder CMYK Profile einbetten. Allerdings mache ich das inzwischen lieber über Photoshop (in RGB) da ich vermute dass das CM von Printfab Fehler hat. Fürs Rastern/Auflösung sind die Ergebnisse mit Prinfab aber gut. Konsumer RGB Drucker wie mein IP 4700 arbeiten intern afaik auch mit CMYK.

Zum Überprüfen der Profile habe ich über das englisch sprachige Forum das Programm Gamutvision entdeckt. Damit lassen sich Gamut und Fehler im Profil ganz gut sichten/vergleichen (ohne jedes Mal einen Testdruck zu machen).

Profcheck überprüft afaik wie gut das Profil die Sollwerte der Patches umsetzt. Precondition erzeugt ein grobes Vorabprofil, dieses wird verwendet um neue Messfelder zu generieren. Diese Profil ist das eigentlich finale Profil. Also eine Art Linearisierung. Meine Idee war nun beide noch mal direkt zu verrechnen. Scheint aber gar nicht notwendig zu sein.

Anscheinend lassen sich sogar bereits mit nur 480 Felder sehr gute Profile erstellen wenn man das richtige Patch benutzt. In Printerknowlegde gibt es downloads mit verschiedenen bereits getesteten Patchgrößen.
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Freunek
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18. Apr 2018, 11:01
Beitrag #5 von 5
Beitrag ID: #563504
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RGB Fotodrucker mit Argyll und i1pro2 profilieren


Antwort auf: Konsumer RGB Drucker wie mein IP 4700 arbeiten intern afaik auch mit CMYK.


Ich kenne das als das genaue Gegenteil, nämlich als „RGB im Drucker verdrahtet“.
Das kannst Du aber für Deinen Drucker einfach prüfen.

Starte einen Druckauftrag aus InDesign.
1. Datei > Drucken
2. Beim Reiter „Allgemein“ wähle Deinen Farbdrucker IP 4700
3. Beim Reiter „Ausgabe“ > Farbe > Composite

Unter 3. bekommst Du den Farbraum des Druckers angezeigt. Hier bei mir, EPSON Stylus Photo, sind es Composite-RGB und Composite-Grau. Eben das, was der Druckertreiber tatsächlich kann.
als Antwort auf: [#563500] Top
 
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