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Sinnvoller Zeilenumbruch

MichaelP
Beiträge gesamt: 136

16. Aug 2018, 08:44
Beitrag # 1 von 9
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Hallo!

Wie umbricht man Text besser in zwei Zeilen z.B. in Überschriften. Folgt man dem Prinzip der Leseabschnitte oder sollte man in der 1. Zeile signalisieren, dass der Text noch weitergeht?

Also:

Der Duft von Wald
und Blumenwiesen


oder:

Der Duft von Wald und
Blumenwiesen


Gibt's dafür in der traditionellen Setzerkunst eine Regel? Oder entscheidet man grundsätzlich von Fall zu Fall? Jedenfalls würden mich Meinungen zu diesem und jenem Prinzip interessieren.
.
Grüße von Michael

_______________

Schönheit ist das Weglassen von Überflüssigem. (Michelangelo)
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Sinnvoller Zeilenumbruch

Martin Fischer
Beiträge gesamt: 11871

16. Aug 2018, 09:32
Beitrag # 2 von 9
Beitrag ID: #565587
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Hallo Michael,

eine allgemeine Regel ist mir nicht bekannt.
Wahrscheinlich ist es am Ende eine Geschmacksache.

Bei mir hat sich die Anweisung meiner Lieblingsherstellerin im Kopf festgesetzt: "und runter!".
Entsprechend behandle ich in der Regel auch Artikel und Adjektive.

Antwort auf: oder sollte man in der 1. Zeile signalisieren, dass der Text noch weitergeht?


Durch die Gestaltung der Überschrift (Abstände davor und danach, von der Grundschrift abweichende Schriftgröße, ggf. auch abweichender Schnitt) sollte das Signal für die Fortführung des Textes bereits gegeben sein.

Antwort auf: Sinnvoller Zeilenumbruch


Sinnvoll deutet auf eine Orientierung am Sinn (Bedeutungseinheiten) hin. ;-)


Für mich tut sich eine Ergänzungsfrage auf:

Ist der optimale Zeilenfall einer Überschrift unabhängig von der Ausrichtung (linksbündig oder mittig) oder sollte bei linksbündiger Ausrichtung die Zeile möglichst gefüllt werden, während bei der mittigen Ausrichtung die Zeilen möglichst ähnlich breit sein sollten?

Viele Grüße
Martin


als Antwort auf: [#565586]
(Dieser Beitrag wurde von Martin Fischer am 16. Aug 2018, 09:33 geändert)

Sinnvoller Zeilenumbruch

JohanneS.
Beiträge gesamt: 922

16. Aug 2018, 09:38
Beitrag # 3 von 9
Beitrag ID: #565589
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Moin Michael,
das ist ein alter Streitpunkt.
Ich plädiere grundsätzlich für »Zeige, dass es weitergeht«, also für’s »und« in der oberen Zeile. Und erhalte in diesem Fall dann sogar den schöneren, weil deutlicheren Flattersatz. Aber ich bin da nicht dogmatisch, die Ästhetik spielt mit.
Sehr viele andere, vor allem Lektorate in Buchverlagen, plädieren für den anderen Fall: »und« muss unten stehen, keine Diskussion. Hier wird aus dem Flattersatz dann nahezu Blocksatz.
Wenn Du Glück hast, findest Du im Antiquariat das Buch »Deutschland Deutschland über alles« von Kurt Tucholsky in der Gestaltung von John Heartfield (Berlin 1929): »meisterhafte Typographie« schrieb HP Willberg in Lesetypographie nicht nur deswegen, weil »der Leser durch das Abbrechen des neuen Satzes nach dem Wort ›und‹ zum Weiterblättern gezwungen wird.«

Grüße
Johannes


als Antwort auf: [#565586]

Sinnvoller Zeilenumbruch

Freunek
Beiträge gesamt: 1455

16. Aug 2018, 10:15
Beitrag # 4 von 9
Beitrag ID: #565592
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Antwort auf: Wie umbricht man Text besser in zwei Zeilen z.B. in Überschriften. Folgt man dem Prinzip der Leseabschnitte oder sollte man in der 1. Zeile signalisieren, dass der Text noch weitergeht?


Hallo Michael,
ich gehe da nach „Wortrhythmik“ (an erster Stelle) und Optik (an zweiter Stelle). Die Korrektoren in der Zeitungsdruckerei empfahlen diese Vorgehensweise gefolgt von der Regel, dass eine sehr lange erste Zeile und deutlich kurze zweite Zeile „unschön“ ist.

In Deinem Beispiel würde ich das „und“ in Zeile 2 schieben, weil ich beim laut lesen das „und Blumenwiesen“ zusammenhängend, als ästhetischer empfinde.

Gruß
Günther


als Antwort auf: [#565586]

Sinnvoller Zeilenumbruch

JohanneS.
Beiträge gesamt: 922

16. Aug 2018, 10:53
Beitrag # 5 von 9
Beitrag ID: #565593
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Moin nochmal,

danke für den Hinweis mit der Zeitung: es kommt selbstverständlich stark darauf an, um was für ein Produkt es geht. Zeitung, Zeitschrift, Buch, Plakat sind vier unterschiedliche Fälle. Ich bezog mich auf Bücher im Allgemeinen.

Grüße
Johannes


als Antwort auf: [#565592]

Sinnvoller Zeilenumbruch

Markus Keller
Beiträge gesamt: 609

16. Aug 2018, 12:30
Beitrag # 6 von 9
Beitrag ID: #565598
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Hallo,

leider sieht man in deinem Beispiel nur die Überschrift, nicht wie die restliche Seite aussieht. Vermutlich sind die Spalten etwa so lang wie im 2. Beispiel. Dann schaut es vermutlich nicht gut aus, wenn drüber die Überschrift quasi im Blocksatz deutlich schmäler steht – dann würde ich die 2. Variante bevorzugen. Generell sollte die Anmutung von Blocksatz vermieden werden, wenn es kein Blocksatz sein soll.
Das frei fliegende "und" im 2. Beispiel ist aber auch nicht wirklich schön. Optimal wäre, wenn das Lektorat oder der Autor sich entschließen würde, auf das "Der" am Anfang zu verzichten. Rein typografisch ist dein Beispiel aus meiner Sicht nicht befriedigend lösbar.

Markus
Markus Keller
Grafik - Satz - Bild
Schongau


als Antwort auf: [#565586]

Sinnvoller Zeilenumbruch

MichaelP
Beiträge gesamt: 136

16. Aug 2018, 12:42
Beitrag # 7 von 9
Beitrag ID: #565599
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Vielen Dank für die Stellungnahmen. Das mit der Überschrift war allerdings nur als allgemeinverständliches Beispiel gedacht, weil ich nicht detailliert erklären wollte, dass es eigentlich um einen Flattersatz unter Notenzeilen geht. Vierzeilige Psalmstrophen sollen sinnvoll unter den Notenzeilen (meist zwei) zu stehen kommen. Meist passen zwei Textzeilen unter eine Notenzeile und es bleibt etwas Platz übrig. Beginne ich dann bereits mit der 3. Textzeile oder umbreche ich sie komplett unter die 2. Notenzeile. Falls ich ersters tue: Schreibe ich soviel Text in die Zeile wie reinpasst oder folge ich beim Umbrechen der Sinngliederung.

Weil das – wie zu sehen ist – etwas kompliziert darzustellen ist, habe ich ein enfaches Beispiel gewählt, um die beiden Grundprinzipien zu klären: Hinweis auf Fortsetzung bzw. sinnvolle Textgliederung.

Mir ist das "und runter!" von Martins Lieblingsherstellerin recht sympathisch. also: sinnvolle Textgliederung.
.
Grüße von Michael

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als Antwort auf: [#565587]

Sinnvoller Zeilenumbruch

JohanneS.
Beiträge gesamt: 922

16. Aug 2018, 14:08
Beitrag # 8 von 9
Beitrag ID: #565600
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Moin Michael,
Notensatz ist aber etwas völlig anderes als der Überschriften-Umbruch?

Für richtigen Notensatz stehen die Silben unter der Note, auf die sie gesungen werden, dazu kommen Trenn- und Melismenstriche. Das überlässt man besser jemanden, der die nötige Software hat und auch bedienen kann.
Hier scheint es mir aber weniger um Noten- als um Gedichtsatz zu gehen, also werden die Gedicht- beziehungsweise Psalmenzeilen nicht getrennt. Zwischen die beiden Textzeilen, die in einer gesetzten Zeile stehen, kommt dann am besten ein /: »Reim dich / oder ich fress dich«

Grüße
Johannes


als Antwort auf: [#565599]

Sinnvoller Zeilenumbruch

MichaelP
Beiträge gesamt: 136

16. Aug 2018, 16:31
Beitrag # 9 von 9
Beitrag ID: #565605
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Antwort auf: Für richtigen Notensatz stehen die Silben unter der Note, auf die sie gesungen werden, dazu kommen Trenn- und Melismenstriche. Das überlässt man besser jemanden, der die nötige Software hat und auch bedienen kann.


Um diesem Missverständnis vorzubeugen, hatte ich das Beispiel mit der Überschrift gewählt. Es geht eben gerade nicht um notenorientierten Textsatz, bei dem die Silben vereinzelt werden, sondern um textorientierten Notensatz, bei dem die Noten über den durchlaufenden Text geschrieben werden. Hierzu habe ich eigens einen Notenzeichensatz fürs Textprogramm entwickelt. (Beispiele unter http://www.kantorale-simplex.de z.B. Psalm 29)

Antwort auf: Hier scheint es mir aber weniger um Noten- als um Gedichtsatz zu gehen, also werden die Gedicht- beziehungsweise Psalmenzeilen nicht getrennt. Zwischen die beiden Textzeilen, die in einer gesetzten Zeile stehen, kommt dann am besten ein /


Das ist wohl ein zutreffender Vergleich und in etwa auch die verfolgte Linie. Als Zeilentrenner fungiert ein Geviert (nachfolgend als | dargestellt). Die Frage stellt sich an den Zeilenenden: vollmachen bis zum Satzspiegelrand oder lieber etwas Leerraum entstehen lassen und dafür sinnvoll umbrechen. Im oben genannten Beispiel aus Ps 29 also:

1–2 Bringt dar dem Herrn, ihr Himmlischen, | bringt dar dem Herrn Ehre und Macht! | Bringt dar
dem Herrn die Ehre seines Namens, | werft euch nieder vor dem Herrn in heiliger Majestät!

3ac–4 Die Stimme des Herrn über den Wassern: | der Herr über gewaltigen Wassern. | Die Stimme
des Herrn voller Kraft, | die Stimme des Herrn voll Majestät.

3b.9b.10 Der Gott der Ehre hat gedonnert, | In seinem Palast ruft alles: Ehre! | Der Herr thronte über
der Flut, | der Herr thronte als König in Ewigkeit.


In der letzten Strophe würde die Regel "und runter" dafür sprechen, wenigstens das "über" in die nächste Zeile zu umbrechen. Musikalische Fragen sollen jetzt mal nicht ablenken (die Versanfänge haben meist ohnehin nur einen durchlaufenden Rezitationston und nicht für jede Silbe einen eigenen Ton). Aber es bleibt die Frage der Abwägung zwischen den beiden Prinzipien: Fortsetzung signalisieren oder sinnvoll umbrechen.
.
Grüße von Michael

_______________

Schönheit ist das Weglassen von Überflüssigem. (Michelangelo)


als Antwort auf: [#565600]
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Hier können Sie Ihre Anlässe eintragen, welche einen Zusammenhang mit den Angeboten von HilfDirSelbst.ch haben. Die Einträge werden moderiert freigeschaltet. Dies wird werktags üblicherweise innert 24 Stunden erfolgen. pdf-icon Hier eine kleine Anleitung.

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26.09.2018

Hochschuloe der Medien, Stuttgart
Mittwoch, 26. Sept. 2018, 19.00 - 21.00 Uhr

Vertrag

Nur auf den ersten Blick scheint dieses Thema exotisch. Aber eine neue EU-Richtlinie und deren Auswirkungen auf deutsche Gesetze werden dieses Thema auch für Publisher interessant machen. Die EU-Richtlinie "2102 zu Barrierefreiheit" besagt folgendes: Ab dem 23. September 2018 müssen alle öffentlichen Stellen ihre neuen (Office- oder PDF-) Dokumente grundsätzlich barrierefrei veröffentlichen. Im Juni wurde der Gesetzentwurf zur Umsetzung dieser Richtlinie im deutschen Bundestag vom "Ausschuss für Arbeit und Soziales" (19/2728) angenommen. Es wird also ernst für "öffentliche Stellen" und damit auch für deren Dienstleister, die mit der Umsetzung beauftragt werden. Die Richtlinie gilt nämlich nicht nur für Bundes- und Landesbehörden, sondern auch für Verbände, die im Allgemeininteresse liegende Aufgaben erfüllen. Das wären somit auch Gerichte, Polizeistellen, Krankenhäuser, Universitäten, Bibliotheken und einige mehr. Weitere Informationen findest Du hier, hier und hier. Wenn also oben genannte Auftraggeber zu Deinen Kunden zählen, solltest Du Dich vorbereiten. Und da es neben Websites auch um alle downloadbaren Dateien geht sind eben auch PDFs zukünftig barrierefrei zu erstellen. Arbeitet man in InDesign, können dort einige Vorbereitungen getroffen werden. Klaas Posselt ist der ausgewiesene Spezialist im deutschsprachigen Raum für alle Fragen rund um das Thema. Deshalb freuen wir uns, dass er uns in einem Vortrag die Grundlagen dazu vermitteln wird. Wir setzen voraus, dass Du den Umgang mit InDesign gewohnt bist, die Gründe und Vorteile von der Nutzung von Formaten kennst und weißt, wie man lange Dokumente „richtig“ aufbaut. Der Vortrag setzt bewusst DANACH ein. Inhalt des Vortrages ist der Hintergrund von „Barrierefreiheit“ und Möglichkeiten und Grenzen innerhalb von InDesign. Es wird erklärt, welche Bedeutung das kostenpflichtige PlugIn MadeToTag hat und warum und für was man es braucht. Ziel ist es den Rahmen aufzuzeigen, in dem sich das Thema „Barrierefreiheit“ in InDesign abspielt. Du weißt hinterher, wo die „Baustellen“ sind, wo Du weitergehende Infos bekommst und welchen Weg Du einschlagen musst. Am nächsten Tag veranstalten wir zwei Bootcamps, die das Thema praktisch vertiefen. "IDUGS Bootcamp #2" und "IDUGS Bootcamp #3" Klaas Posselt ist studierter Dipl.-Ing. für Druck- und Medientechnik und kam über verschiedene Anfragen zum Thema barrierefreie PDF Dokumente. Seit über 10 Jahren arbeitet er in den Bereichen Medientechnik und Publishing zwischen Medienherstellern, Druckermaschinen und digitalen Ausgabekanälen. Er schult, begleitet und unterstützt Kunden bei der Einführung und Optimierung von Publikationsprozessen und auf dem Weg zu neuen digitalen Ausgabekanälen — egal ob E-Books, barrierefreie PDFs oder Webplattformen. Als Chairman des PDF/UA Competence Center der PDF Association beteiligt er sich an der Weiterentwicklung und Verbreitung des Standards PDF/UA für barrierefreie PDF Dokumente. Diese Veranstaltung kommt nur zu Stande durch die freundliche Unterstützung von "Six Offene Systeme GmbH" -- Enterprise-Content-Management-System und Media-Asset-Management-System.

Nein

Organisator: IDUG Stuttgart

Kontaktinformation: Christoph Steffens, E-Mailchristoph.steffens AT gmail DOT com

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27.09.2018

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Donnerstag, 27. Sept. 2018, 17.30 - 20.00 Uhr

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