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1 Lesezeichen für argyll

GaMapICC: OS X GUI für Argyll DeviceLink Tools
Moin allerseits,

... jetzt muss ich dann doch mal ein paar Dinge klarstellen:

Antwort auf [ Thomas Richard ] Klaus Karcher hat den Commandline Tools von Graeme Gill eine Bedienoberfläche verpasst:

http://digitalproof.info/gamapicc/

Das Droplet nimmt ein oder mehrere TIFFs (RGB und CMYK mit icc-Profil V2, keine ZIP Komprimierung) entgegen, erzeugt ein optimiertes Gamutmapping für den gewählten Ausgabefarbraum, und wendet dieses auf die Bilder an.

3 Strategien des Gamutmappings stehen zur Verfügung:
Quellprofilspezifisch (entspricht dem klassischen perzeptiven RI)
Bildspezifisch
Bildserienspezifisch

Die heute veröffentlichte Version ist noch nicht final, es gibt unter bestimmten Systemen noch Performance Einbrüche oder Abstürze.

[Soweit meine Übersetzung von Klaus Karchers Ankündigung in der Apple ColorSync Liste.]


.. soweit auch alles richtig. Vor allem bei CMYK-Ausgabeprofilen scheint es mit dem Hintergrundprozess "collink" noch einige Speicherverwaltungsprobleme zu geben. Sie führen dazu, dass der Prozess unglaublich langsam wird und eine menge Daten vom RAM auf die Festplatte auslagert. Manchmal stoppt der Prozess auch, da er vom System keinen weiteren Speicher bekommt. Graeme ist das Problem bekannt, wir haben bereits eine Reihe debugging-Versionen getestet, das Problem ist aber noch nicht gelöst. Mit RGB-Ausgabeprofilen sollte es keine Probleme geben: die ganze Prozedur nimmt dann ca. ein bis zwei Minuten pro Bild in Anspruch (inklusive bildspezifischen Gamutmapping). Weitere Performance-Verbesserungen sind in Planung.

Auch beim eigentlichen Gamutmapping gibt es noch einige Ungereimtheiten, die geklärt werden sollten. So ist mir z.B. bei hochgesättigten, dunklen Rot- und hellen Cyan-Tönen ein Zeichnungsverlust aufgefallen, der so nicht stattfinden dürfte.

Diese Bugs verhindern im Moment noch einen produktiven Einsatz, ich bin aber sehr zuversichtlich, dass sie bald gelöst sein werden -- die Richtung stimmt jedenfalls: Graemes Tools liefern genau das, was "konventionellem" ICC-Farbmanagement fehlt und ich denke/hoffe, das s derartige Funktionen in ein paar Jahren zum Standardrepertoire eines ordentlichen Colormanagement-Systems gehören werden.

Antwort auf [ Thomas Richard ] Jetzt noch ein bisschen was von mir...

Das Tool adressiert das leidige Problem des Gamutmappings in gewohnter Art, wobei völlig unabhängig vom tatsächlichen Bildinhalt vom großen in den kleinen Farbraum hineingerechnet wird.
Bei abs. oder rel. Farbmetrischem RI, ist das solange z.B. kein Problem, wo die Quellfarben trotz größerem Farbraums den Zielfarbraum nicht überragen, da dort in dem Fall kein Kappen zum Tragen kommt, aber bei perzeptiver Wandlung ist es ärgerlich, hoch gesättigte Farben quasi präventiv in den Zielfarbraum hineinzuzwängen um Platz für noch höher gesättigte Farben zu schaffen, die aber gar nicht vorkommen.


ok.

Antwort auf [ Thomas Richard ] So sind wahrscheinlich weit über 99% aller fotografierten Portraits mit sRGB abzuhandeln. Da dann mit gewohnter Technik mit Adobe RGB oder gar noch größeren Gamuts zu arbeiten, und dann noch Farben einzubüssen, dürfte gegenüber der direkten Verwendung des 'kleinen' sRGBs die weitaus größeren Verluste nach sich ziehen.


Das würde stimmen, wenn sRGB und AdobeRGB LUT-Profile wären. Da sie aber Matrix-Profile sind, findet das Gamut-Mapping ausschließlich im Ausgabeprofil statt. Und zwar mit "vorgebackenen" Gamut-Mappings: bereits der Hersteller der Profilierungssoftware hat entschieden, wie das aussieht, also welche Farben wie stark komprimiert werden sollen und ab wo geclippt wird (ja, ich spreche von clipping im perzeptiven Intent!) -- und zwar ohne das Bild oder den Quellfarbraum zu kennen. Das das nicht in allen Fällen zu optimalen Ergebnissen führen kann, dürfte jedem klar sein.

Hier setzt GaMapICC/ArgyllCMS ein: zuerst wird der Quellfarbraum analysiert, dann ein optimiertes Gamutmapping errechnet und in ein DeviceLink-Profil geschrieben und schließlich werden die Bilder damit konvertiert.

Dieses Gamutmapping kann entweder

- Quellprofilspezifisch sein (das heißt: der komplette Quellfarbraum wird in den Zielfarbraum "gequetscht". Diese Situation hat Thomas fälschicherweise als Standard-ICC-CM-Verhalten bezeichnet. Das Standard-Verhalten ist aber noch dumpfer, da es den Quellfarbraum nicht berücksichtigt (das Zielprofil berechnet sein Gamutmapping ohne das Quellprofil zu kennen)

- oder Quellbildspezifisch sein (optimal für Einzelbilder)

- oder Quellsequenzspezifisch sein (optimal für Serien von Bildern, die gleich behandelt werden sollen). In diesem Fall wird die Vereinigungsmenge aller Bild-Gamuts als Quelle für das Gamutmapping verwendet.

Klaus
...
KlausK
12. Okt 2008, 06:11

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